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Hallo,

ich bin das erste Mal hier und möchte mich kurz fassen. Bei meinem Problem handelt es sich wohl um Panikattacken, aber in einer komischen Form, so etwa seit einem halben Jahr.
Morgens ist es am schlimmsten, ich kann dann kaum eine Aufgabe angehen, ohne dass mir furchtbar übel wird, mein Herz rast und häufig muss ich mich übergeben. Gegen Abend wird es meist deutlich besser. Ich kann viele Dinge nicht mehr tun, die sonst selbstverständlich waren, z.B. öffentliche Verkehrsmittel nutzen, oder bei jemandem im Auto mitfahren. Ich habe etliche Semester Medizin studiert und wusste daher, nach einer gründlichen körperlichen Untersuchung, dass das Problem psychischer Natur ist. Trotzdem bekomme ich es nicht in den Griff. Ich habe mich an eine Therapeutin gewandt, die die Symptome auf den Stress der letzten Jahre zurückführt, die Störung aber nicht benennen konnte oder wollte. Ich zweifle an dieser Aussage, denn ich war immer sehr resistent gegen Stress.
Vor allem die Übelkeit ist sehr unangenehm und trifft mich häufig in Situationen, die mir eigentlich Spass machen. Kennt jemand diese Situation? Was habt Ihr gemacht?
LG Cramuise

10.12.2007 18:09 • 16.12.2007 #1


11 Antworten ↓


hi,
ich war bei einem psychtherapeut weil ich alleine nicht mehr wußte...
die letzte zeit lese ich bücher oder im internet und gehe jeden tag aus dem haus....
das ist es, genau bei den sachen die spaß machen tretten die symptome auf.....

lg jes_s

10.12.2007 21:03 • #2



Übelkeit als Leitsymptom

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Finchen
Hey,

das mit der Übelkeit kenne ich nur zu gut . Heute Morgen war wieder das beste Beispiel: Ich wollte Brötchen holen und als ich dann vor der Haustür stand und raus wollte, ging´s los. Mir war dermaßen was von übel. Ich hab dann ein paar Minuten versucht mich mit Bauchatmung zu beruhigen und es ging dann auch wieder ein bisschen besser. Bin dann doch noch gefahren. Allerdings ist mir auch seit fast drei Wochen permanent übel. Das stresst unheimlich. Dazu kommt noch die Emetophobie. Das ist echt Horror. Ich habe für den Notfall MCP-Tropfen aber ich versuch es immer ohne.
Habe auch bis jetzt noch nicht wirklich einen Weg gefunden, der bei der Übelkeit wirklich hilft. Vielleicht ist es ein Reizmagen aufgrund Stress durch Panik?

Lieben Gruß, Finchen

11.12.2007 11:29 • #3


hi,

ohja das kenne ich nur zu gut ich bin in therapie nehme aber keine medikamente.
alles gute!

glg mimmi

11.12.2007 14:37 • #4


@ Cramuise

Hm,also ich hab die gleichen Symptome (Übelkeit bis zum Erbrechen, vor allem morgens, Vermeidungsverhalten) und bei mir wurde Agoraphobie mit Panikattacken diagnostiziert.
Hat bei mir 2 Jahre gedauert, bis ich wusste, was mit mir los war. Hatte ständig Angst, mich in der Öffentlichkeit übergeben zu müssen, auch wenn ich bei Freunden war. Ob mir etwas eigentlich Spaß gemacht hat (zb Disko, Kino), war egal, die Übelkeit kam trotzdem.

Bevor du anfängst, noch mehr zu vermeiden, solltest du vielleicht noch mal zu einem neuen Thera gehen...

Alles Gute!

11.12.2007 14:58 • #5


Ich leide auch seit Jahren unter Panikattacken. Aber eigentlich dürfte ich das Wort leiden garnicht mehr benutzen. Ist die Gewohnheit. Ich habe gelernt damit umzugehen. Bei Dir sind es wohl auch Panikattacken. Es klingt sehr danach. Ich kriege in Streßzeiten immer Schwindel und auch mal Übelkeit. Eine gute Therapeutin hätte es feststellen müssen. Ich würde noch eine zweite Fachperson aufsuchen.

11.12.2007 20:27 • #6


Hey,

vielen Dank für Eure Antworten. Es tut gut, mit anderen Betroffenen zu reden. In meiner Familie kann ich nicht darüber sprechen... Eigentlich weiß niemand - außer der genannten Therapeutin - bescheid. Habt Ihr Euer Umfeld informiert? Ich habe morgen einen sehr wichtigen Termin, mal sehen, ob die Atmungstechnik etwas bringt. Vielleicht sollte ich tatsächlich einen Therapeuten aufsuchen. Bisher hatte ich mit der TH. nur per E-Mail Kontakt. Man macht sich unglaublich verletzbar, wenn man eine Schwäche einem anderen Menschen offenbart. Ich bin es eigentlcih gewohnt, Probleme mit mir selbst auszumachen. Umgekehrt klappt das sehr gut, Menschen teilen ihre Probleme mit mir und meistens finden wir auch eine Lösung, aber ich selber habe Angst, meine Gefühle offenzulegen, schon seit ich ganz klein war...
Bevor ich jetzt zuviel labere, hör ich mal auf und sortiere meine Gedanken.

Nochmal vielen Dank für Eure Antworten!!

Bis bald
Cramuise

12.12.2007 12:25 • #7


Hi!

Ich hatte auch die ganze Zeit Angst, meine Erkrankung jemandem zu erzählen. Ich will immer perfekt sein, habe Angst vor Ablehnung und da passt so etwas natürlich nicht ins Bild.
Selbst meiner Schwester, meiner Oma und meinem Vater (Eltern sind getrennt) habe ich es erst nach über 4 Jahren erzählt! Sie wussten zwar von der Therapie, aber nicht die genaue Diagnose. Nur meine Mutter wusste es.
Meine Schwester und Oma waren erstmal geschockt, aber jetzt unterstützen sie mich, wann immer es geht!

Meinem Exfreund habe ich es auch erst nach der Trennung gebeichtet, und auch er ist noch für mich da. Mein jetziger Freund hat es erst nach fast einem halben Jahr erfahren, aber er kann damit leider nicht gut umgehen

Dann habe ich es noch einer lieben Kommilitonin erzählt, bei der ich mich immer ausweinen kann, und seit 1 Woche wissen es sogar eine liebe Arbeitskollegin/Freundin und auch mein Nebenjobs-Chef! Die waren alle total verständnisvoll, meinten, dass es vielen so geht und ich mich deshalb nicht schämen müsste! Und haben mir auch ihre Hilfe angeboten, mich zu begleiten oder zu fahren, wenn es nicht geht!

Im Nachhinein waren meine Sorgen unbegründet, und auf die Dauer war es mir einfach zu anstrengend, wenn ich mir ncihts anmerken lassen will.

Angst, meiner Freundin bei einem Panikanfall Bescheid zu sagen, hab ich immer noch, aber ich hoffe, dass sich das auch ncoh legt...

12.12.2007 18:25 • #8


Hey Miss Sixty,

heute muss ich wohl einem Dozenten davon erzählen, ich sitze am Rechner der Unibib und bin nicht in der Lage, gleich in sein Seminar zu gehen... Er hat zwar jetzt Sprechstunde, aber ich kann mich nicht überwinden, hinzugehen. Ich hoffe mal, er akzeptiert auch eine Email. Meine erlaubten Fehlzeiten habe ich schon genommen. Ich sollte es eigentlich besser wissen, aber trotzdem kommt ein Schamgefühl auf bei dem Gedanken. Ich bin noch nicht soweit, mit meiner Familie zu sprechen, dafür ist die Situation einfach zu kompliziert. Ich finde es erstaunlich, wie unsere Geschichte zusammenpaßt, mit der Übelkeit am Morgen und dem Wunsch stets perfekt zu sein... Ich glaube auch, ich bin die Stütze meiner Familie, sozusagen der Fels in der Brandung. Es mag irrational sein, aber ich bin der Überzeugung, daß es meine Familie ins Chaos stürzt, wenn ich mich ,,oute´´. Und die Angst vor Ablehnung habe ich auch, die Gründe kenne ich auch, wäre aber ne lange Geschichte. Angemerkt hat man mir das wohl nie, ich war lange Jahre Schülersprecher und auch sonst immer ,,vorndran´´. Und jetzt - werde morgen 29 - das. Irgendwie bin ich auch wütend auf mich selbst.
Naja, werde jetzt den ersten Schritt gehen und besagtem Dozenten sagen, was Sache ist.

CU
Cramuise

13.12.2007 10:16 • #9


Zitat von Cramuise:
Hey Miss Sixty,

heute muss ich wohl einem Dozenten davon erzählen, ich sitze am Rechner der Unibib und bin nicht in der Lage, gleich in sein Seminar zu gehen...
Irgendwie bin ich auch wütend auf mich selbst.


Hi!

Na immerhin schaffst du es im Gegensatz zu mir noch zur Uni
Bisher habe ich es vermieden, den Dozenten genau zu erzählen, was ich habe, habe nur von "starken gesundheitlichen Problemen" berichtet...


Ich hab für andere Leute immer sehr viel Verständnis, kann mir selbst aber nicht verzeihen.
Verzeihen, dass ich so geworden bin, dass ich das zugelassen habe, dass ich nicht eher zum Therapeuten gegangen bin etc.

Diese Schuldgefühle bringen einen aber leider nicht weiter, im Gegenteil, man zieht sich dadurch nur noch mehr runter und blockiert die Heilung!
Ich versuche langsam umzudenken und mir zu sagen, dass ich nunmal Fehler gemacht habe und jetzt versuchen muss, so gut es geht an einer Wiedergutmachung zu arbeiten!

Oder bringt es dir etwas, wenn du wütend auf dich selbst bist?

P.S. Hab mir bei Doris Wolf auch mal die Kapitel zu "Schuldgefühle" durchgelesen...

13.12.2007 16:06 • #10


Hey,

nein, es bringt eigentlich garnix, wütend zu sein. Ja, das mit den Hausarbeiten kenn ich. Meine setzen - inklusive der Scheine - wahrscheinlich auch schon Staub an. Aber so ein Vier - Augen - Gespräch ist zur Zeit garnicht drin.

Du hast ganz recht, Schuldgefühle bringen nichts. Was kannst Du denn dafür, dass die Angst Dich heimsucht?
Liegt es wirklich an Fehlern, die man macht? Was meinst Du genau damit?

Ich habe von meinem Dozenten eine sehr verständnisvolle Reaktion bekommen, das hat richtig gutgetan. Leider nur sehr kurz, denn gestern wollte ich in das einzige andere Seminar gehen, das ich noch belege. Kurz gesagt, es hat nicht funktioniert und ich hatte die bisher am längsten anhaltende PA mit allem drum und dran. Nun muss ich auch bei ihm auf Verständnis hoffen, denn den Schein brauch ich unbedingt und das war mein dritter Fehltag.
Ich hab mir aus der Liste hier einen Therapeuten ausgesucht und werde Anfang der Woche versuchen einen Termin zu bekommen.

Liebs Grüßle
Cramuise

15.12.2007 13:14 • #11


Zitat von Cramuise:
Hey,

Du hast ganz recht, Schuldgefühle bringen nichts. Was kannst Du denn dafür, dass die Angst Dich heimsucht?
Liegt es wirklich an Fehlern, die man macht? Was meinst Du genau damit?

Nun muss ich auch bei ihm auf Verständnis hoffen, denn den Schein brauch ich unbedingt und das war mein dritter Fehltag.
Liebs Grüßle
Cramuise


Hallo!

Mit den "Fehlern" meinte ich nicht unbedingt die Angst an sich, obwohl ich über viele Dinge hätte eher reden müssen und nicht in mich hineinfressen, das hätte schon viel geholfen.
Meinte aber eher, dass ich nicht früher nen Therapeuten aufgesucht habe und meine Therapeutin dann zu spät gewechselt habe, obwohl ich keinerlei Verbesserung merkte, eher im Gegenteil

Auf der einen Seite war meine Beurlaubung ein wichtiger Schritt, denn in meinem Zustand wäre es nur reine Qual gewesen.
Auf der anderen Seite hab ich gemerkt, wie leistungsorientiert und abhängig von Lob und Anerkennung anderer ich bin - von daher fehlt mir die Bestätigung durch gute Noten enorm! Oder auch nur, dass man sich im Seminar mal meldet und was Richtiges sagt!

Daran habe ich im Moment auf jeden Fall zu knabbern...

16.12.2007 02:24 • #12



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