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Hallo zusammen,

ich war nun länger nicht mehr hier. Heute brauch ich ganz dringend Rat!
Nun ist es so das ich ja seit Monaten unter massivem Herzrasen; bisher immernoch unklarer Ursache leide. Begleitend auch mit hohem Blutdruck. Nun ist es so das ich durch meine massive Angststörung, depressive Störung und PTBS das Haus gar nicht mehr verlasse. Nur noch ganz selten in Begleitung meines Mannes und auch nur wenn ich ganz sicher sein kann, das ich keinem Menschen begegne oder nur ein paar wenigen. Ich gehe weder einkaufen noch zum Frisör noch irgendwo hin. Noch nicht einmal zu meiner Freundin. Ich fahre keine Auto mehr und fühle mich überall unsicher.
Seit ich dieses Herzrasen mit prökollaptischen Zuständen habe, bekomme ich überall Angst das es hier und jetzt auftreten könnte, was ja leider auch schon dreimal so war. Dadurch habe ich nun auch noch Panikattacken entwickelt, die mir das Leben wie ihr ja sicher selber zur genüge wisst, sehr schwer machen. Nun war ich schon mehrfach bei Ärzten ud das Herzrasen abzuklären und habe es im Wartezimmer nicht aushalten können.Sofort hoher Blutdruck den ich auch ständig messe und Herzklopfen wie verrückt.Schweissausbrüche, zittern und Beklemmung. Dann kommt sofort dieser Gedanke das dieser schlimme Anfall hier und jetzt auftreten wird . Entweder ich gehe dann sofort oder ich sag an der Anmeldung bescheid und komme gleich dran. Was aber eher selten der Fall ist. Letztes mal hatte ich solches Herzrasen vor Ort das ich in der Arztpraxis gleich noch in die Uni verlegt wurde, in die Kardiologie. Wo ich dann nach dem nachlasssen der Symptome wieder entlassen werden konnte.
Nun befinde ich mich ja auch schon seit 3 Jahren in Therapie beim Psychotherapeuten. Aber ich komm dort einfach nicht weiter. Trete auf der Stelle. So war ich nun bei meinem Psychiater, der mir sagte, ich solle Escitalopram einschleichen in Tropfenform, damit sich das Beschwerdebild bessert.
Da ich in der Vergangenheit mit Opipramol sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe, lese ich nun immer nur den Beipackzettel und lege die Tropfen wieder weg.
Dort steht es kann zu Herzrythm.störugen kommen, und unregelm .Herzschlag, Übelkeit, innere Unruhe.
Mich plagt aber jeden Tag so starke innere Unruhe, Angstzustände und dieses Herzrasen is doch auch so schlimm.Hat jemand von euch Erfahrungen mit diesem Medikament?
Ich zitter schon wenn ich nur daran denke es einzunehmen.

Mein zweiter Schritt war, mich bei einer Traumatherapeutin anzumelden die mit Emdr arbeitet. Nun war ich in dieser Woche dort. Es war ein völlig neuer Ansatz für mich und auch hier bekomme ich schon wieder Angst ob das nicht vll. iwelche Schäden hinterlassen kann, wenn so tief in die Psyche eingegriffen wird.Ich habe das auch geäussert. Und die Therapeutin sagte, es kann zu einer Erstverschlimmerung kommen und sie habe auch eine Patientin die stundenlang nach der Behandlung nur Flashbacks hatte, Panik u.habe nur geschrien. Sie habe auch noch nicht viel Erfahrung auf dem Gebiet. Ich ging nach 50 Minuten aus dem Zimmer und habe nur geweint, weil meine Hoffnung das es je besser werden würde immer mehr schwindet. Meine ANGST ist so riesig, dass ich am liebsten nur noch in meinem Wohnzimmer sitzen bleiben möchte.

Kennt jemand EMDR und wurde euch damit geholfen?
Was haltet ihr von einem Klinikaufenthalt? Kann man den in so einem Zustand überhaupt in eine Akutklinik gehen?
Mich macht das ganz verrückt das kein Arzt die Ursache dieser Herzprobleme findet. Ich will wieder normal leben können. rausgehn. Das macht mich total kaputt. Immer nur diese Angst.
Freunde habe ich auch kaum noch. Eine Freundin ist mir geblieben. Aber auch für Sie wird es immer schwerer im Umgang mit mir, was mich sehr fertig macht. Ich bin so anders geworden.
Habt ihr vll. eine Idee wo ich ansezten könnte?
Hat jemand Ideen zu den Panikattacken, Medikation, Traumatherapie und Kliniken?

Ich danke euch schon jetzt für eure Hilfe.

Liebe Grüße Harmony

18.08.2016 13:24 • 24.08.2016 #1


13 Antworten ↓


@Harmony77
Zitat:
Kennt jemand EMDR und wurde euch damit geholfen?

Ich kenne EMDR und mir persönlich hat es nicht geholfen.

Zitat:
Was haltet ihr von einem Klinikaufenthalt? Kann man den in so einem Zustand überhaupt in eine Akutklinik gehen?

Definitiv. Über deinen Zustand brauchst du dir bei einer Akutklinik keine Gedanken zu machen.

Zitat:
Mich macht das ganz verrückt das kein Arzt die Ursache dieser Herzprobleme findet.

Wenn du bereits durchgecheckt wurdest und man nichts finden konnte, dann ist da wahrscheinlich auch nichts.
Bei "psychischen" Erkrankungen findet man organisch auch nichts. Ganz normal also.

Zitat:
Habt ihr vll. eine Idee wo ich ansezten könnte?

Schau doch mal hier ins Forum.

18.08.2016 13:39 • #2



Schlimme Panikattacken, Emdr, Klinikaufenthalt, Medis?

x 3


Hallo Harmony,

hier erstmal ein Link mit einem kostenlosen Hörbuch:

http://www.panikattacken-loswerden.de/k ... s-hoerbuch

Mir hat es geholfen,alleine durch das anhören wurde ich ruhiger,gerade in so einer Phase,in der man es nicht mehr aus dem Haus schafft.

Es geht halt darum,dass man den Gedanken auf die Schliche kommt,mit denen man sich selbst das Leben schwer macht.
Das ist der erste Schritt.
Wichtig ist natürlich auch,körperliche Ursachen auszuschliessen aber das hast Du ja bereits getan.
Zunächst geht es ja darum,überhaupt wieder handlungsfähig zu werden.
In ständiger Angst kann man kaum einen klaren Gedanken fassen.
Und hat man gerade einen ruhigen Moment,beginnt die Angst vor der Angst...

Wenn Du nicht mehr kannst,wage den Schritt in eine Akutklinik,es kann nur besser werden.
Ich weiss,es macht ALLES Angst aber alles ist besser als nichts zu tun.

Ich wünsche Dir viel Kraft,Du bist stärker als Du denkst!

18.08.2016 15:00 • #3


Zitat von Kern12:
@Harmony77
Zitat:
Kennt jemand EMDR und wurde euch damit geholfen?

Ich kenne EMDR und mir persönlich hat es nicht geholfen.

Zitat:
Was haltet ihr von einem Klinikaufenthalt? Kann man den in so einem Zustand überhaupt in eine Akutklinik gehen?

Definitiv. Über deinen Zustand brauchst du dir bei einer Akutklinik keine Gedanken zu machen.

Zitat:
Mich macht das ganz verrückt das kein Arzt die Ursache dieser Herzprobleme findet.

Wenn du bereits durchgecheckt wurdest und man nichts finden konnte, dann ist da wahrscheinlich auch nichts.
Bei "psychischen" Erkrankungen findet man organisch auch nichts. Ganz normal also.

Zitat:
Habt ihr vll. eine Idee wo ich ansezten könnte?

Schau doch mal hier ins Forum.


Danke für deine Antwort Kern.

Darf ich Dich fragen warum Dir die Emdr nicht geholfen hat?
Ich kann schon alleine wegen der inneren Haltung gar nichts damit anfangen.
Weißt Du zufällig eine echt gute Aktuklinik?

Ich bin noch kardiologisch in Behandlung. Es soll eine EPU und ein Herzkatheter gemacht werden um zu sehen ob sich
vll. ein zweiter Reizleiter gebildet hat. Aber durch meine Angststörung habe ich bisher immer abgelehnt. Die Risiken sind doch nicht zu
unterschätzen.
Ich bin wirklich nicht sicher ob es alles psychischer Natur ist.

19.08.2016 10:40 • #4


Zitat von GreenTree:
Hallo Harmony,

hier erstmal ein Link mit einem kostenlosen Hörbuch:

http://www.panikattacken-loswerden.de/k ... s-hoerbuch

Mir hat es geholfen,alleine durch das anhören wurde ich ruhiger,gerade in so einer Phase,in der man es nicht mehr aus dem Haus schafft.

Es geht halt darum,dass man den Gedanken auf die Schliche kommt,mit denen man sich selbst das Leben schwer macht.
Das ist der erste Schritt.
Wichtig ist natürlich auch,körperliche Ursachen auszuschliessen aber das hast Du ja bereits getan.
Zunächst geht es ja darum,überhaupt wieder handlungsfähig zu werden.
In ständiger Angst kann man kaum einen klaren Gedanken fassen.
Und hat man gerade einen ruhigen Moment,beginnt die Angst vor der Angst...

Wenn Du nicht mehr kannst,wage den Schritt in eine Akutklinik,es kann nur besser werden.
Ich weiss,es macht ALLES Angst aber alles ist besser als nichts zu tun.

Ich wünsche Dir viel Kraft,Du bist stärker als Du denkst!


Hallo Green,

ich danke Dir so sehr für den Link mit dem Hörbuch was Panikattacken angeht . Ich habe gestern noch ein ganzes Stück reingehört und mich in vielem wiedergefunden. Es ist wirklich sehr gut beschrieben und erklärt.Ich habe auch schon überlegt diesen Therapeuten anzurufen und zu fragen was eine Sitzung bei ihm kostet.
Leider bin ich aber sehr unsicher in mir ob das Ganze rein psychischer Natur ist. Ich bin noch immer in kardiologischer Behandlung. Es wurde eine Sinustachykardie festgestellt und nun soll noch ein Herzkatheter und eine EPU gemacht werden. Aber die Angst ist so groß das ich beide invasiven Massnahmen bisher abgelehnt habe.
Weißt Du evtl. eine gute Akutklinik? Ich habe heute schon wieder schreckliche Angst das ich einen Anfall bekommen könnte. Seit heute morgen ist mein Puls sehr hoch und mir gehts gar nicht gut. Dann kommt sehr oft der Gedanke das ich sterben könnte usw..
Es ist ein Teufelskreis.
Von Medikamenten halte ich nicht viel was Panikattacken angeht. Aber der Arzt redet auf mich ein und auch mein Mann das ich endlich etwas unternehmen muss in dieser Richtung.
Hast Du auch Panikattacken Green?
LG Harmony

19.08.2016 10:47 • #5


Hallo Harmony,

das freut mich ja,dass Dir das Hörbuch etwas geholfen hat!
Oh ja,ich hatte ebenfalls Panikattacken,wochenlang Tag für Tag und dann war ich soweit,dass ich mich in eine Akutklinik habe einweisen lassen.
Der Aufenthalt dort hat mir sehr geholfen (Klinikum Bremen Nord),so dass von Panikattacken nicht mehr die Rede sein kann.
Allerdings hab ich noch immer Angstzustände,zwar auszuhalten und weniger häufig aber ganz befreit bin ich noch nicht.
Deswegen beginne ich Ende des Monats eine Verhaltenstherapie und medikamentös werd ich mich auch noch unterstützen lassen.

Dass Du Deine körperlichen Symptome erstmal abklären lässt,finde ich sinnvoll aber das eine schliesst das andere nicht aus.
Arzttermine oder Termine im Krankenhaus kannst Du auch von der Akutklinik aus wahrnehmen,das ist kein Problem.

Noch ein Satz,den ich mal gelesen habe:"Etwas schlimmeres,als dass Sie Ihre Gefühle aushalten müssen,kann Ihnen nicht passieren"

Mit solchen Sätzen kann man sich ein bisschen runterfahren,wenn wieder was "im Anmarsch" ist und wenn Du eine ruhige Minute hast,kannst Du Dir ja selbst Sätze formulieren,die Dich beruhigen und die Du dann zur Hand nehmen kannst.
Je eher Du die anrollende Angst bemerkst und beginnst ,gedanklich gegenzusteuern,desto weniger gross wird die Angst.

19.08.2016 10:57 • #6


Zitat von GreenTree:
Hallo Harmony,

das freut mich ja,dass Dir das Hörbuch etwas geholfen hat!
Oh ja,ich hatte ebenfalls Panikattacken,wochenlang Tag für Tag und dann war ich soweit,dass ich mich in eine Akutklinik habe einweisen lassen.
Der Aufenthalt dort hat mir sehr geholfen (Klinikum Bremen Nord),so dass von Panikattacken nicht mehr die Rede sein kann.
Allerdings hab ich noch immer Angstzustände,zwar auszuhalten und weniger häufig aber ganz befreit bin ich noch nicht.
Deswegen beginne ich Ende des Monats eine Verhaltenstherapie und medikamentös werd ich mich auch noch unterstützen lassen.

Dass Du Deine körperlichen Symptome erstmal abklären lässt,finde ich sinnvoll aber das eine schliesst das andere nicht aus.
Arzttermine oder Termine im Krankenhaus kannst Du auch von der Akutklinik aus wahrnehmen,das ist kein Problem.

Noch ein Satz,den ich mal gelesen habe:"Etwas schlimmeres,als dass Sie Ihre Gefühle aushalten müssen,kann Ihnen nicht passieren"

Mit solchen Sätzen kann man sich ein bisschen runterfahren,wenn wieder was "im Anmarsch" ist und wenn Du eine ruhige Minute hast,kannst Du Dir ja selbst Sätze formulieren,die Dich beruhigen und die Du dann zur Hand nehmen kannst.
Je eher Du die anrollende Angst bemerkst und beginnst ,gedanklich gegenzusteuern,desto weniger gross wird die Angst.



Danke GreenTree für deine Zeilen.Bin echt froh hier zu sein und mich austauschen zu können.

Was mich interessieren würde, wie wurde in der Klinik behandelt in der Du gewesen bist,um die Panikattacken in den Griff zu bekommen? Musstest Du eine Gruppentherapie mitmachen?
Es ist so, das ich schon 2x zu einer psychosomat. Reha war und es mir damals einfach insgesamt besser ging als heute. Ich konnte quasi fast alles mitmachen.
Heute ist es leider anders.Ohne meinen Mann kann ich gerade gar nichts mehr angehen, aus Angst diesen schlimmen Anfall in aller Öffentlichkeit zu bekommen.
Die Vorstellung das ich in der Klinik alleine in einen Speisesaal gehen muss oder eine Gruppentherapie machen soll, wäre mir schon zuviel. Geschweige denn ausserhalb der Klinik einen Spaziergang zu machen .Vorallem das ich dort wieder einen Präkollaps bekomme. Was mache ich denn dann nur? Das ist so peinlich und die Todesangst so schlimm .

Ich weiß nicht warum jeder aus meinem nahen Umfeld sagt, das alles was ich habe Panikattacken sind, auch diese Anfälle die ich habe. Aber niemand hatte es bisher selbst erlebt und kann es beurteilen. Ich sehe da nochmal einen großen Unterschied zu meinen Panikattacken wenn ich einen Anfall bekomme. Und die Panikattacken kamen ja auch erst aufgrund dieser Anfälle.
Ich bin immernoch überzeugt das es körperliche Ursachen haben muss.
Meint ihr ich mache mir etwas vor?

Aber nichts desto trotz will ich die Panikstörung loswerden und die PTBS behandeln lassen. Die Verhaltenstherapie scheint aber wohl nicht das Richtige für mich gewesen zu sein.Natürlich konnte ich auch einiges mitnehmen, aber die Angststörung ist ja noch schlimmer als vorher.
Hast Du Erfahrungen mit Emdr?
Und hast Du das Buch von Herrn Bernhardt gelesen?

Ich bemerke in letzter Zeit sehr häufig das ich mich nicht mehr konzentrieren kann und sogar Angst bekomme wenn ich nur kurz alleine vor die Haustüre gehe.Es hat sich insgesamt alles verschlimmert.
Danke für deinen Satz den Du mir mit auf den Weg gegeben hast GreenTree. Ich hoffe es hilft mir in der Situation. Ich habe einfach Angst das mich die Leute anstarren wenn ich diesen Anfall in der Öffentlichkeit bekomme und dann schlecht über mich sprechen. Ich lebe auf dem Land und hier kennt jeder, jeden. Das bereitet mir so eine schlimme innere Anspannung und der Blutdruck schießt total hoch in dem Moment. Kann einem da nichts passieren wenn der Blutdruck so hochschnellt ?
Ich zitter dann am ganzen Körper so doll das ich mich nur noch hinlegen kann. Das Herz rast manchmal bis zu einer Frequenz von 180 Schlägen . Dann bekomme ich Todesangst.
Ich hoffe ich finde hier in der Gegend eine gute Klinik. Bremen ist leider viel zu weit weg.

LG und ein schönes Wochenende Harmony

20.08.2016 11:20 • #7


Liebe Harmony,

als erstes wurden mir in der Klinik Angstinformationen zur Verfügung gestellt,u.a. diese,dass es unmöglich ist,während einer Panikattacke einen Herzanfall zu erleiden.Der Körper hat da eine Selbstregulation,die rechtzeitig für Entspannung sorgt.(Sympathikus/Parasympathikus).
Und es wurde mir erklärt,was Angst ist und wie sie entsteht.

Je besser man sie kennenlernt,desto mehr durchschaut man sie und dann "kriegt" sie einen irgendwann nicht mehr,weil man nicht mehr auf die Körpersignale "hereinfällt" sondern den Verstand entgegensetzt.
Das erfordert natürlich Übung und die Angst bleibt noch ein Weilchen.
Aber sie verliert immer mehr an Intensität und kommt immer seltener.

Ja,ich habe auch an Gruppentherapien teilgenommen.
Gezwungen werden kann man in einer Klinik generell zu nichts,die Therapien sind auf freiwilliger Basis.
Es ist mir passiert,dass ich in der Gruppe weinen musste aber es war sehr befreiend und ich wurde dann immer lockerer und mutiger.

Du bist dort auch in keinem öffentlichen Raum sondern in einem geschützten Rahmen,in dem Du Dich selbst erfahren kannst.Und Deine Mitpatienten sitzen alle im selben Boot,da muss sich niemand schämen.

Umgekippt oder kollabiert ist da übrigens niemand aber selbst wenn: Du bist dort umgeben von Pflegern und Ärzten,sicherer geht es ja kaum.

Merkst Du,wie Du Dich in Ängste reinlavierst,indem Du Dir vorstellst,was passieren könnte?
Solche Gedanken sind der Beginn einer Panikattacke/Angstzustandes und die Angst macht man sich selbst mit Vorstellungen,die lediglich in der Phantasie existieren.

Versuche es mal umgekehrt:
Stell Dir vor ,wie geborgen Du Dich fühlen wirst unter Gleichgesinnten,wie fruchtbar die Gespräche mit gut geschulten Therapeuten sein werden und wie Du Dich jeden Tag ein bisschen besser und mutiger fühlst und am Ende triumphierend die Klinik verlässt.


Mit EMdr hab ich leider keine Erfahrung,das Buch von Bernhard hab ich nicht gelesen,habe mir in letzter Zeit soviele Selbsthilfebücher bestellt,dass ich jetzt mal Stop machen muss mit der Bestellerei.
Aber im Podcast ist ja schon eine menge drin.

20.08.2016 11:58 • #8


Huhu

Wurde bei dir das Herz mal untersucht ?
Hast du in der letzten zeit mal ein langzeitekg evtl auch Blutdruck bekommen? Das würde ich auf jeden Fall machen.

Das opripramol hatte mir bedingt geholfen das ich mal etwas runter kam danach stiegen aber die leberwerte bedrohlich an und die Dosis wurde verringert und da wir ein Kind wollten

20.08.2016 14:26 • #9


Zitat von GreenTree:
Liebe Harmony,

als erstes wurden mir in der Klinik Angstinformationen zur Verfügung gestellt,u.a. diese,dass es unmöglich ist,während einer Panikattacke einen Herzanfall zu erleiden.Der Körper hat da eine Selbstregulation,die rechtzeitig für Entspannung sorgt.(Sympathikus/Parasympathikus).
Und es wurde mir erklärt,was Angst ist und wie sie entsteht.

Je besser man sie kennenlernt,desto mehr durchschaut man sie und dann "kriegt" sie einen irgendwann nicht mehr,weil man nicht mehr auf die Körpersignale "hereinfällt" sondern den Verstand entgegensetzt.
Das erfordert natürlich Übung und die Angst bleibt noch ein Weilchen.
Aber sie verliert immer mehr an Intensität und kommt immer seltener.

Ja,ich habe auch an Gruppentherapien teilgenommen.
Gezwungen werden kann man in einer Klinik generell zu nichts,die Therapien sind auf freiwilliger Basis.
Es ist mir passiert,dass ich in der Gruppe weinen musste aber es war sehr befreiend und ich wurde dann immer lockerer und mutiger.

Du bist dort auch in keinem öffentlichen Raum sondern in einem geschützten Rahmen,in dem Du Dich selbst erfahren kannst.Und Deine Mitpatienten sitzen alle im selben Boot,da muss sich niemand schämen.

Umgekippt oder kollabiert ist da übrigens niemand aber selbst wenn: Du bist dort umgeben von Pflegern und Ärzten,sicherer geht es ja kaum.

Merkst Du,wie Du Dich in Ängste reinlavierst,indem Du Dir vorstellst,was passieren könnte?
Solche Gedanken sind der Beginn einer Panikattacke/Angstzustandes und die Angst macht man sich selbst mit Vorstellungen,die lediglich in der Phantasie existieren.

Versuche es mal umgekehrt:
Stell Dir vor ,wie geborgen Du Dich fühlen wirst unter Gleichgesinnten,wie fruchtbar die Gespräche mit gut geschulten Therapeuten sein werden und wie Du Dich jeden Tag ein bisschen besser und mutiger fühlst und am Ende triumphierend die Klinik verlässt.


Mit EMdr hab ich leider keine Erfahrung,das Buch von Bernhard hab ich nicht gelesen,habe mir in letzter Zeit soviele Selbsthilfebücher bestellt,dass ich jetzt mal Stop machen muss mit der Bestellerei.
Aber im Podcast ist ja schon eine menge drin.


Hallo Green,

gut zu wissen das man keinen Herzinfarkt durch eine Panikattacke bekommen kann, ich wusste das so nicht.
Scheint wirklich ne gute Klinik in Bremen zu sein. So schade das ich so weit weg wohne.
Ich kann gerade gar nicht mehr viel postitives sehen. Alles ist negativ und ich glaube es wird nie wieder besser.
War das auch so bei Dir? Hoffentlich finde ich die richtige Klinik damit mir geholfen werden kann.

Trotzdem bin ich insgesamt nicht sicher das meine Symptome alle psychische Natur sind.
Da ich das Ganze ja ganz plötzlich bekam und trotz meiner Ängste die ich schon viele Jahre habe niemals eine Panikattacke hatte.
Ich habe gestern beim Einkaufen versucht ( und es war mal wieder die Hölle) mich auf etwas positives zu besinnen. Ich dachte an dein Zitat das Du mir mit auf den Weg gegeben hast. Es gelang mir nur ganz kurz und schon lief wieder der alte Film im Kopf ab.Ich bin dann sofort rausgegangen und habe mich ins Auto gesetzt. Mein Mann musste dann den Rest alleine einkaufen. Dann waren wir noch spazieren. Zwei ehem. Freunde kamen uns entgegen und ich wollte nur noch weg, weit weg. Ich hoffte das uns niemand anspricht oder etwas fragt.Als die Beiden dann auf unserer Höhe angekommen waren hab ich schon so gezittert das ich dachte jeder würde es mir ansehn. Zum Glück gingen die Beiden einfach vorbei ohne ein Wort. Nur mir ging das wieder stundenlang nach. Manchmal frage ich mich, warum mir nie jemand auffällt im Geschäft der vll. auch Panikattacken hat. Also ich finde mir merkt man das schon an. Keine Ahnung ob es wirklich so ist.
Was hast Du für Strategien im Notfall entwickelt um die Attacke abzuwenden?
Sorry das ich Dich so volltexte, es ist so ein enormer Leidensdruck in mir. Ich hoffe Du verstehst das?
Danke nochmal für deine Hilfe GreenTree!

21.08.2016 12:01 • #10


Zitat von Jazzzy:
Huhu

Wurde bei dir das Herz mal untersucht ?
Hast du in der letzten zeit mal ein langzeitekg evtl auch Blutdruck bekommen? Das würde ich auf jeden Fall machen.

Das opripramol hatte mir bedingt geholfen das ich mal etwas runter kam danach stiegen aber die leberwerte bedrohlich an und die Dosis wurde verringert und da wir ein Kind wollten


Hallo liebe Jazzzy,

ja mein Herz wurde untersucht. Ich war zweimal stat. im KH und jetzt hatte ich wieder ein 7 Tage Langzeit EKG dran. Die Auswertung steht noch aus. Es ist im KH eine Sinustachykardie diagnostiert worden und ein gut eingestellter Bluthochdruck, was immer das heißt. Ich habe aber keine Blutdrucktabletten bekommen.Kommende Woche will ich nochmal zu meinem Hausarzt und fragen ob er mich nochmal ein 24 Stunden Blutdruckmessgerät anlegt.Hast Du auch Herzrasen und hohen Blutdruck?
Ich trau mich iwie nicht an das Escitalopram ran. Nimmst Du im Moment Psychopharmaka ? Wie bewältigst Du deinen Alltag mit Familie? Stell ich mir sehr schwer vor.

21.08.2016 12:06 • #11


ja,das ist typisch,dass man denkt,es wird nicht wieder und alles nurnoch negativ sieht.War bei mir auch so.
Eine Pflegerin hatte mir das auch gesagt,sie meinte: "Ich weiss,sie denken,es hört nie wieder auf aber das wird es"
Ich konnte ihr das nicht glauben aber ein Teil von mir hat darauf gehofft,dass sie recht hat.

Wenn die Ängste zu stark sind wie bei Dir jetzt muss man erstmal in eine Klinik um eine Grundstabilität wieder zu erlangen,die einen überhaupt erst dazu befähigt,sich seiner Gedanken wieder zu bemächtigen.
Erstmal raus aus dem gewohnten Umfeld und rein in die eigene Innenwelt aber mit Anleitung und unter Aufsicht von Ärzten und Pflegern.
Jetzt von Dir zu verlangen,es alleine schaffen zu wollen,wäre zuviel verlangt,dann sind die Misserfolge vorprogrammiert und Du rutscht immer weiter in die Depression /Angst,weil Du Dich (fälschlicherweise) als Versager fühlst.

Ich habe keine Panikattcken mehr,nurnoch diffuse Angst,wenn ich einen schlechten Tag habe.
Nach der Entlassung aus der Klinik hatte ich noch so Anflüge und wenn ich gemerkt,dass es wieder losgeht,habe ich mein Selbsthilfebuch zur Hand genommen und solange darin gelesen,bis der innere Druck nachgelassen hat.
Manchmal hilft auch einfach weinen aber die Vorraussetzung,etwas dagegen zu unternehmen ,ist,rechtzeitig zu bemerken,wann es [/i[i]]losgeht.
Dazu muss man seine Gedanken beobachten,die sind die Wurzel allen Übels bzw. der Ursprung des Heils.
Wenn man schon mittendrin ist in der PA ,hilft nurnoch,sich in Erinnerung zu rufen,dass der Körper von sich aus gegensteuert und diesen Moment abzuwarten.

21.08.2016 12:40 • #12


Zitat von GreenTree:
ja,das ist typisch,dass man denkt,es wird nicht wieder und alles nurnoch negativ sieht.War bei mir auch so.
Eine Pflegerin hatte mir das auch gesagt,sie meinte: "Ich weiss,sie denken,es hört nie wieder auf aber das wird es"
Ich konnte ihr das nicht glauben aber ein Teil von mir hat darauf gehofft,dass sie recht hat.

Wenn die Ängste zu stark sind wie bei Dir jetzt muss man erstmal in eine Klinik um eine Grundstabilität wieder zu erlangen,die einen überhaupt erst dazu befähigt,sich seiner Gedanken wieder zu bemächtigen.
Erstmal raus aus dem gewohnten Umfeld und rein in die eigene Innenwelt aber mit Anleitung und unter Aufsicht von Ärzten und Pflegern.
Jetzt von Dir zu verlangen,es alleine schaffen zu wollen,wäre zuviel verlangt,dann sind die Misserfolge vorprogrammiert und Du rutscht immer weiter in die Depression /Angst,weil Du Dich (fälschlicherweise) als Versager fühlst.

Ich habe keine Panikattcken mehr,nurnoch diffuse Angst,wenn ich einen schlechten Tag habe.
Nach der Entlassung aus der Klinik hatte ich noch so Anflüge und wenn ich gemerkt,dass es wieder losgeht,habe ich mein Selbsthilfebuch zur Hand genommen und solange darin gelesen,bis der innere Druck nachgelassen hat.
Manchmal hilft auch einfach weinen aber die Vorraussetzung,etwas dagegen zu unternehmen ,ist,rechtzeitig zu bemerken,wann es [/i[i]]losgeht.
Dazu muss man seine Gedanken beobachten,die sind die Wurzel allen Übels bzw. der Ursprung des Heils.
Wenn man schon mittendrin ist in der PA ,hilft nurnoch,sich in Erinnerung zu rufen,dass der Körper von sich aus gegensteuert und diesen Moment abzuwarten.


Danke Dir lieber GreenTree das Du da bist Ich bin wirklich sehr froh das ich mich hier austauschen kann. Es ist hier zuhause einfach schwer damit klarzukommen, da mich sowieso niemand verstehen kann.Mir helfen solche Sätze nicht, wie :" Geh raus"! Stell Dich nicht so an , oder Du musst mehr essen usw...
Heute hab ich zum Glück wieder Therapie und werde das mit dem Klinikaufenthalt noch einmal ansprechen. Ich habe eine Klinik gefunden die gut geeignet wäre. Allerdings hat diese 11 Monate Wartezeit. Hmmm, ich melde mich vll. trotzdem einfach mal an.

Ich hatte gestern wieder eine schlimme PA als wir spazieren waren. Ich verlasse die Wohnung ja nur noch sehr selten und gestern traf ich auch noch einen Ex-Kollegen. Es war die Hölle. Er sprach mich an und ich wollte nur noch weglaufen. Er meinte ich sehe nicht gut aus, hätte viel abgenommen, was ja auch stimmt. Aber das war voll komisch als er mir das ins Gesicht sagte.Ich fing sofort an zu zittern und der Kreislauf begann. Ich habe dann einfach gesagt das ich Migräne habe und gern weitergehen würde. Zuhause angekommen, hab ich nur geweint, weil man mir das auch ansieht. Wie schrecklich. Noch vor 4 Jahren konnte ich alles selbständig erledigen, war viel unterwegs und auch auf Partys. In mir läuft so ein schlimmer Film ab. Was ist nur aus mir geworden...
Aber wenn Du sagst das es wieder besser werden kann, will ich das jetzt einfach so glauben, denn DU hast es ja alles selber durch.
Wurdest Du auch von Leuten darauf angesprochen das Du Dich verändert hast oder etwas anders an Dir sei?
Das macht iwas mit mir. Seit der Begegnung schau ich mich ständig im Spiegel an und finde mich hässlich.
Ich weiß nicht genau warum ich soviel an Gewicht verloren habe, wahrscheinlich weil ich soviel grübel oder durch die depressive Verstimmung. Keine Ahnung. Habe ständig das Gefühl mich dafür rechtfertigen zu müssen.
Das Dumme ist, daß ich jetzt gar nicht mehr raus will. Das mich niemand mehr sieht.

Heute ist es auch noch extrem heiß und ich fühle mich so mies. Mir ist schwindelig und mein Puls enorm hoch. Hattest Du damit auch Probleme als Du die PA´s noch hattest? Ich bin so empfindlich geworden. Wenn ich irgendetwas habe, wenn es nur Kopfschmerzen sind, denke ich gleich es wird alles noch schlimmer und ich bin schwer krank.Diese Gedanken lassen sich gar nicht stoppen.

Hattest Du in der Klinik auf Einzelsitzungen beim Therapeuten? Das wäre mir sehr wichtig!
Danke nochmal für alles!
LG Harmony

24.08.2016 12:21 • #13


Liebe Harmony,

nee,solche Sätze helfen nicht,die sind zwar gut gemeint aber man fühlt sich dann nur noch unverstandener.
Dass Du eine geeignete Klinik gefunden hast,ist doch schonmal toll!
Ja,die Wartezeiten sind lang aber es springen auch immer wieder Patienten ab und das kann die Wartezeit deutlich verkürzen.
Ich nehme an,das ist eine psychosomatische Klinik,in die Du gehen willst?
Ich war ja in einer Akutklinik (Psychiatrie).Früher auch schon zweimal in psychosomatischen Kliniken.
Therapiegespräche hat man in in beiden Klinikarten,die bringen am meisten,weil sie auf einen persönlich abgestimmt sind.
Ich bin ja kein Arzt aber wenn Du schon kaum noch essen kannst:wäre es da nicht vielleicht besser in eine Akutklinik/Psychiatrie zu gehen?
Das ist zwar kein leichter Schritt aber dann bekommst Du schneller fachliche Hilfe.

Ja,mich hat auch schon jemand angesprochen,dass man mir die innere Unruhe anmerkt.
Und ich habe deutlich zugenommen,bei mir ging es in die Gegenrichtung: Essanfälle.
Ich fühle mich dadurch auch sehr unattraktiv,das ist so ein blöder Kreislauf....

Heute geht es mir auch nicht dolle...immer wieder diese Tage,an denen man denkt,es war alles für die Katz aber aus Erfahrung weiss ich,dass es morgen schon wieder ganz anders sein kann.
Also komplett angstfrei bin ich auch noch nicht,muss mir dann immer wieder in Erinnerung rufen,dass ich schon Fortschritte gemacht habe und man eine Depression nicht von heute auf morgen abschütteln kann.

24.08.2016 14:04 • #14



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Dr. Christina Wiesemann