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Hallo zusammen,
kurz allgemein zu mir: ich würde mich grundsätzlich als "ängstlich" bezeichnen, wobei mein nahes Umfeld mich eher als mutig einstuft, weil ich mich meinen Problemen immer wieder stelle und sehr konsequent bin.
Ich stehe mitten im Leben, habe einen verantwortungsvollen Job und leiste viel, bin privat sozial gut eingebunden und lebe eine wirklich großartige offene Ehe mit meiner Frau die ich über alles Liebe. Man könnte meinen alles wäre perfekt und dieses Leben passt so gar nicht zu einem "ängstlichen" Menschen.
Generell habe ich mehrere chronische gesundheitliche Probleme: Neurodermitis, Kopfschmerz (Mischung aus Spannung und Migräne), starke Schulter-/Nackenverspannungen mit Folgesymptomen wie Kopfschmerz, Benommenheit (vom Nacken her) usw. die ich entweder auf meine psychische Anspannung zurückführe oder eben andersrum - Henne Ei Problem.
Ich bin wohl ein sehr sensibler Mensch und höre oft zu stark in mich hinein. Ich war schon zweimal in psychotherapeutischer Behandlung vor einigen Jahren und habe gelernt mit meinen Ängsten und dem Aushalten bei z.B. Panik umzugehen. Es ging in der Vergangenheit vor allem um den Schwindel, der oft mit den Verspannungen einhergeht - ich hatte davor große Angst als das erstmals auftrat, kann damit aber jetzt gut umgehen.
Leider quält mich jetzt seit letzem Jahr ein neues Problem: Im Zuge einer Antibiotikagabe, die mich etwas "benommen" gemacht hat, habe ich mich wohl unterschätzt und bin trotzdem über Land (Bundesstraße) Auto gefahren. Auf irgendeine Weise hat dieser Zustand mich in die Panik gezogen. Unangenehme Gefühle, die ich sonst auch immer mal beim Fahren hatte, sind über alle Maßen ausgeartet. Diese Gefühle beziehen sich oft auf meinen Atem oder mein Schlucken - ich höre sehr auf meinen Körper und wenn da was "klemmt" dann werde ich nervös - in dem Fall wurde ich panisch, hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekomme, mir wurde schwarz vor Augen, das volle Programm eben.
Seitdem verfolgt mich das mal mehr mal weniger, aber es ist absolut unangenehm Auto zu fahren (selbst fahren! Mitfahren ist überhaupt kein Problem). Ich habe keine Angst vorm Auto oder dem Bedienen desselben oder einem Unfall, allerdings schon vor dem Kontrollverlust im Zuge einer Attacke, was ja auch eine reale Gefahr wäre wenn man ehrlich ist.
Ich möchte dazu noch sagen, dass ich mMn unter dem "Roemheld-Syndrom" leide, also das ich Symptome wie Angst, Atmennot und Schwindel erfahre wenn ich mal zu viel, zu fettig oder blähend gegessen habe. Ich kann das zwar mittlerweile gut einschätzen und mit Rülpsen "bekämpfen", aber ab und zu kommt das auch gern mal ohne vorheriges Essen sozusagen trocken vor, auch im Auto. ich habe das Gefühl ich muss Aufstoßen, bekomme schlecht Luft, versuche durchzuatmen und schon bin ich an schlechten Tagen fast in der Panik.
Jetzt frage ich mich wie ich damit umgehen soll, ob ich nochmal eine Therapie anstreben sollte? Das blöde ist, ich kann Strategien die sonst funktionieren während der Fahrt nicht anwenden da ich ja das Auto steuern muss. Mein Stresslevel bzgl. der Angst und Anspannung ist echt öfter ziemlich hoch und ihr kennt das alle, das ist einfach nur anstregend und ermüdend.
Ich würde gern die echte Ursache bekämpfen, habe aber keine Ahnung wie. Und es ist mir auch ein Rätsel wie ich das Autofahren wieder positiv besetzen soll und das "üben" soll, ohne gefährlich für den Rest der Verkehrsteilnehmer zu sein. Ich möchte ja niemandem schaden. Deshalb ist es auch nochmal schwerer wenn ich Beifahrer habe.
In der Stadt ist es übrigens viel weniger schlimm bzw kaum spürbar - triggern tun mich vor allem Überland-Bundesstraßen oder Autobahnen, gern auch mit visuellen triggern wie langgezogene Kurven in eine Senke und sowas. Da muss ich echt immer mal wegschauen von der Straße um nicht direkt in eine Panik zu laufen. Wie kommt sowas?
Ich bin dankbar für jede Idee!
Gomez.
10.05.2020 18:15 •
#80
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