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Hallo an das Forum !
Ich wende mich mit einem Problem an das Forum, mit dem ich nun seit etwa 3 Jahren herumkämpfe: Angstzustände, Schwindel und Kontrollverlust auf der Autobahn.
Gleich vorweg muß ich sagen, daß ich immer sehr gerne Auto gefahren bin, es einer meiner Hobbys war, ich sehr viel Fahrpraxis habe und nie einen schweren Unfall hatte.
Eines Tages - rundherum hatte ich gerade Streß - wollte ich auf der Autobahn einen LKW überholen und plötzlich bekam ich so einen Adrenalinstoß, bekam Angst und bin dann die gesamte Strecke nur noch auf der rechten Spur gefahren.
Seit diesem Tag wurde das Problem immer schlimmer. Jedesmal wenn es mehrspurig wird, lange Geraden anstehen, es bergab geht oder ich schneller fahren soll/darf/kann überkommt mich ein Angstschwindel und ein absolut vernichtendes Gefühl von totalem Kontrollverlust.

Ich habe jetzt schon so einiges probiert, um das Problem zu beheben bzw. wenigstens ein wenig zu mindern:
- ich habe Medikamente genommen, die gar nichts geholfen haben
- ich habe mich immer wieder konfrontiert (weil ich auch beruflich mußte), doch selbst nach stundenlanger Auto(bahn)fahrt wurde das Problem eher schlimmer als besser - oft mußte ich irgendwann eine Ausfahrt nehmen, weil es einfach nicht mehr ging. Und ich kann mich auch an Tage erinnern, wo ich selbst auf der Bundesstraße nur noch 50 dahinkriechen konnte
- ich habe jetzt außerdem über 2 Jahre Psychotherapie hinter mir. Diese hat ebenfalls genau gar nichts gebracht, außer, daß die Therapeuten an mir etwas reicher wurden. Die Hilfsmittel, die mir erklärt wurden waren bescheiden und bei der Analyse meines Lebens wurde zwar alles auf den Kopf gestellt, ohne, daß sich jetzt das Autofahrproblem in irgendeiner Weise verändert hätte
- zu guter letzt habe ich auch (resultierend aus der Psychotherapie) mein halbes Leben auf den Kopf gestellt - beruflich, beziehungstechnisch und vieles anderes. Verbesserung betreffend Autofahren ebenfalls gleich null.

Die Psychotherapeuten habe ich jetzt mal in die Wüste geschickt.
Ich hätte zwar noch die Möglichkeit gehabt, bei dieser Fahrlehrerin, die auch Psychologin ist, ein Fahrtraining zu machen. Aber diesem bin ich auch sehr skeptisch gegenübergestanden, zumal ich erstens schon wußte, daß Konfrontation allein bei mir nichts nützt (siehe oben) und ich aus diversen Berichten gelesen habe, daß die Erfolge relativ bescheiden sind. Zudem ist das ganze nicht billig (was ja noch das geringere Übel wäre, wenn ich von einem Psychologen endlich einmal eine fundierte Prognose hören würde - auch das blieb aus).

Mittlerweile bin ich ziemlich frustriert, fühle mich total eingeschränkt und weiß nicht mehr weiter.

Ich habe ja im Internet schon über einige ähnliche Fälle gelesen - leider scheiterten die Leute genauso wie ich oder man erfährt nicht, wie sie es vielleicht doch geschafft haben.

Ich weiß nicht, aber vielleicht gibt es ja da draußen irgendwen, der mir über seine Erfahrungen berichten kann. Nützliche Tipps wären natürlich super, aber diesbezüglich ist meine Erwartung schon relativ gering .

22.05.2008 17:38 • 23.08.2018 #1


241 Antworten ↓

Hallo winston!
Besser hätte ich das Gefühl nicht beschreiben können....
Angstzustände,Schwindel,Kontrollverlust

Auch ich bin (war!) begeisterte Aurofahrerin. Halb Europa mit dem Auto abgegrast ...
Und nuu? Nix geht mehr!
Mein erstes Negativerlebnis hatte ich ebenfalls auf der Autobahn. War allein unterwegs, und plötzlich aus dem nichts heraus die oben beschriebenen Symtome. Da geht einem aber die Muffe!
Jedenfalls war ich gerade auf einer Abfahrt Kreuz DU-Kaiserberg, bin einfach rechts rangefahren, ausgestiegen und den erstbesten Wagen herangewunken und gebeten, mir so schnell wie möglich einen Krankenwagen zu rufen...
Irgendwie bin ich dann auch mit tatü-tata in die nächste Klinik gekommen, wo jedoch außer einer momentanen Stresssituation nix festgestellt wurde....Das war irgendwann zw. 1982-1984.

Nach vielen kleinen "ups&downs" hat sich für mich das Autofahren seit fast einem Jahr endgültig erledigt...

Hatte schon Todesängste bekommen, wenn ich nur das Garagentor aufgemacht habe...

Da ich mich aber mit Hilfe von "Fachleuten" ( ) z.Zt. auf Ursachenforschung begebe, hoffe ich für mich, auch dieses Problem endlich wieder in den Griff zu bekommen. Neben einigen anderen Ängsten.

Gruß
Carmen.

23.05.2008 15:44 • #2



Angst/Schwindel/Kontrollverlust beim Auto(bahn)fahren

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Tja Carmen, WInston - ihr sprecht mir aus der Seele....

auch ich habe das Auto(bahn)problem. Leider habe ich auch keine Lösung dafür..... An guten Tagen schaffe ich kleinere Strecken aber wie Winston sehe ich auch bei mir die Konfrontation nicht als die Lösung in diesem Bereich an denn ich kann die selbe Stecke zwei Mal problemlos fahren und beim dritten Mal ist aus - beim vierten Mal gehts vielleicht wieder. Aber eben nur noch in bescheidenem Umfang. Früher bin ich ohne nachzudenken aus einer Laune raus mal eben nach Venedig gekurvt - alleine!

Liebe Grüsse, Lisa

23.05.2008 16:10 • #3


Danke für Eure Antworten.

Es ist eigentlich interessant, wieviele Leute dieses Problem haben. Leider kenne ich keinen einzigen, der mir sagen hätte können, wie er es in den Griff bekommen hat.

Bei mir hat es übrigens auch ups und downs gegeben.
Wobei ich sagen muß, daß seit dem Initialerlerlebnis das Autofahren (speziell Autobahnfahren) nie wieder so wie vorher war. Man könnte auch sagen, manchmal ist es "nur" schlimm und dann ist es unerträglich. Da ist es aber immer.
Ca. vor einem Jahr habe ich es geschafft, mal ca. 350km Autobahn zu fahren (also hin und zurück 700). Zwar meist nur auf der rechten Spur.
Seit einigen Monaten ist es wieder so schlimm, daß ich an manchen Tagen schon in der Stadt Probleme kriege.
Das ist eigentlich paradox, weil es mir z.B. beruflich so gut geht wie noch nie und ich praktisch null Streß habe.

Was mich interessieren würde:
Raucht ihr ?
Habt ihr schon mal von "phobischen Attackenschwankschwindel" gehört ?

Zweiteres frage ich deshalb, weil ich diesen früher in anderen Situationen hatte (z.B. beim Stehen in Gruppen, beim Sitzen in Besprechungen). Und ich glaube, daß sich der irgendwann auf das Autofahren übertragen hat - mit der Folge, daß man attackenartig den Eindruck bekommt, daß Auto würde ausbrechen.
D.h. man versucht etwas zu kontrollieren (nämlich das Gleichgewicht), was normalerweise unbewußt abläuft. Und das ganze verknüpft mit bestimmten Situationen (z.B. dort wo Orientierung gefragt ist: lange Geraden, viele Spuren etc. etc.).

Bei mir ist es übrigens genauso - ich bin früher sogar zur Entspannung (!) Auto gefahren. Jetzt geht bald gar nichts mehr.

Aufgrund meiner Erfahrungen weiß ich auch nicht, ob da eine Psychotherapie etwas bringt, weil ich einfach nichts finden konnte, mit dem diese Zustände in Zusammenhang stehen könnten. Aber gut, das soll jeder selbst versuchen.
Ich glaube mittlerweile, daß es bei mir keinen Zusammenhang gibt (allerhöchstens vielleicht Streß, der jetzt aber weg ist), sondern daß es eine "einfache" Konditionierung war oder, daß es sich vielleicht sogar um ein körperliches Problem handelt.

23.05.2008 17:03 • #4


Rauchen? JA!
Falls das mit diesem "phobischen Attackenschwankschwindel" zu tun hat, dann müßte ich jetzt googlen...
Oder hast Du eine kurze Erklärung, ob damit ein Zusammenhang gemeint ist..?

LG
Carmen.

23.05.2008 19:16 • #5


Ich rauche auch...

Nein - es hat nichts direkt mit dieser Art des Schwindels zu tun.
Ich versuche nur herauszufinden, wie bei den Leuten die Symptomatik genau aussieht. Ist eher Schwindel im Vordergrund, Angst vor Kontrollverlust, Angst etc.
Es wird ja oft von "Panikattacken" beim Autofahren gesprochen. Unter einer Panikattacke verstehe ich allerdings einen Zustand, der nach einer gewissen Zeit wieder vorbeigeht - vor allem dann, wenn man ihn durchsteht und sich konfrontiert.
Bei mir ist es allerdings so, daß ich 2 oder 3h autofahren könnte und ich nach dieser Zeit immer noch die Symptomatik hätte - sie wird eher immer schlimmer als besser.

Das mit dem Rauchen frage ich nur deshalb, weil es ja sein könnte, daß diesbezüglich ein Zusammenhang besteht.
Meine subjektive Empfindung ist so, wie wenn meine Reizschwelle beim Autofahren extrem herabgesetzt wäre. D.h. ich überreagiere auf jede Kleinigkeit. Und je höher die Geschwindigkeit wird, desto bedrohlicher wirkt das natürlich.

Wie gesagt, ich zweifle zumindest bei mir immer mehr daran, daß das ausschließlich eine psychischen Ursache hat. Ich habe jetzt 2 Jahre Therapie hinter mir und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß dabei etwas gravierendes übersehen wurde.
Wenn etwas anderes die Ursache ist, dann kann ich natürlich suchen, bis ich mir die Kartoffeln von unten ansehe - was ich nicht vorhabe.

23.05.2008 21:33 • #6


Hallo,

ich kenne das Problem auch, allerdings ist es bei mir nicht ganz sooo schlimm und ich habe auch einiges wieder in den Griff bekommen.

Ich glaube schon, dass eine Verhaltenstherapie was bringen kann, denn dort soll man ja lernen, dass eben nichts passiert bzw. wie man in solchen Situationen sich verhalten soll...

Ich hatte/habe folgende Probleme

1.) Elbtunnel
2.) überholen LKW sobald ich auf Fahrerhöhe bin, glaube ich der LKW kommt rüber
3.) Stau
4.) Angst, dass es mir schwindelig wird.

u.U. kann es zusammenhängen mit einer Platzangst für weite Strecken...ich habe z.B. Schwierigkeiten über einen leeren Parkplatz zu gehen...

Mein Thera hat mir folgendes geraten, speziell beim LKW..
Wenn ich jedes Mal das Gefühl habe, dass er rüber kommt, dann ist es eine Einbildung und ich solle versuchen nicht auf den Reifen zu schauen, sondern mich auf einen anderen Punkt zu konzentrieren..

Elbtunnel:
Es hat sich für mich rausgestellt, dass ich Problem damit wohl hatte, weil es ja doch einige Meter runtergeht, dabei noch eine leichte Kurve und Lichtschatten...sowas kann schon die Wahrnehmung beeinträchtigen..also Lüftung auf kalt, gute Musik anmachen und laut mitsingen und auf dich einreden, ja sogar schreien...ich habe immer gerufen: du schaffst das, du schaffst das (ich muss da jeden Morgen durch )

Stau:
Ich habe mir angewöhnt im Stau rechts rüber zu fahren, solange bis es mir langweilig wird...und dann immer nur ein Auto als ziel nehmen zum überholen..

Angst vor Schwindel:
Spezielle Strecken, wie Berg runter, Kurven etc. gehe ich prinzipiell rechts rüber, vor langen Fahrten viel Wasser dabei haben, notfalls Traubenzucker etc...

Ich glaube es liegt daran, dass man damals in Stresssituationen einfach eine Auszeit bekam, gerade weil man beim Autofahren eigentlich entspannen kann...Diese Erinnerung ist aber jetzt so fest, dass man davor immer Angst hat und sich an die Erinnerung erinnert..

Ich kann nur den Tipp geben, kleine Schritte solange machen, bis sie einem langweilig werden und dann die höhere Stufe..
Eine gute Bekannte von mir ist auch jahrelang nur eine bestimmte Kurzstrecke gefahren. Mittlerweile kann sie wieder A-Bahn fahren..

Überprüft ob ihr vielleicht in anderen Bereiche in eurem leben noch stress habt.

lg
nicita

23.05.2008 21:49 • #7


Hallo Nicita,

Also bei mir dürfte da die Symptomatik doch ein wenig anders sein.

Bei mir ist es so, daß ich in gewissen Zeitabständen solche Adrenalinflashs bekomme und für sekundenbruchteile das Gefühl habe, daß ich jetzt das Auto überhaupt nicht unter Kontrolle habe.
Und das geht dann die ganze Fahrt so.
Besonders "hilfreich" ist das natürlich, wenn man gerade einen LKW überholt.
Ich nenne das alles halt Schwindel, obwohl es nicht so ein Schwindel ist, wie wenn man sich z.b. 5 Minuten immer wieder im Kreis drehen würde.
Es hat eher die Qualität von Höhenschwindel. Weil wenn ich diese Flashs habe ist das so, als würde ich über einen Abgrund blicken über den ich runterfallen könnte.

Bei einem Stau habe ich z.B. überhaupt keine Probleme - ganz im Gegenteil. Wenn auf der Autobahn irgendwelche Staus oder Baustellen waren, war das für mich immer eine Erholungsphase.

Was ich Dich aber fragen wollte:
Wie würdest Du Deinen Schwindel beschreiben ?
Rauchst Du ?
Wann und wie ist das bei Dir das erste Mal aufgetreten ?
Hast Du eine herkömmliche Therapie gemacht oder ein Fahrtraining (mit einer auf Autofahrängste spezialisierten Psychologin) ?

Ablenkung bringt bei mir übrigens gar nichts. Es nützt z.B. überhaupt nichts, Radio zu hören oder mit einem Beifahrer zu sprechen.
Bei mir funktioniert das leider auch überhaupt nicht mit den kleinen Schritten und der Konfrontation.

Wie gesagt, Streß habe ich eigentlich gar keinen momentan. Der einzige Streß, der entsteht ist, daß meine Ängste mein Leben ruinieren. Wenn ich jetzt noch lange mein Umfeld analysiere und nichts gegen die Ängste unternehme, dann wird es bald kein Umfeld mehr geben, welches ich überhaupt analysieren könnte. Da beißt sich die Katze irgendwie in den Schw.nz

23.05.2008 23:20 • #8


Zitat von winston:

Zweiteres frage ich deshalb, weil ich diesen früher in anderen Situationen hatte (z.B. beim Stehen in Gruppen, beim Sitzen in Besprechungen).


Morgen Winston,

ich frage bzgl. Stress wg. dem oben geschriebenen...(vielleicht doch "Stress" ? )

Ich weiß was du meinst mit diesem Schwindel.. Ich kenn dieses Gefühl durchaus.

Bei mir ist es so, dass ich das Gefühl habe, plötzlich die Kontrolle zu verlieren, ich bekomme eine Rauschen im Kopf und habe das Gefühl nicht mehr Herr/Frau des Lenkrads zu sein..

Ich glaube es hat angefangen mit dem Elbtunnel, das ist jetzt ca. 4-5 Jahre her...Außerdem nach der Geburt meiner Tochter..Da war ich immer so müde und konnte kaum länger als eine Stunde Autofahren ohne dass Gefühl zu haben einzuschlafen. Ich glaube dadurch entstand die Panik..und die LKW-Panik kommt bei mir glaube ich aus der Kindheit. Wir sind da immer über die Bundesstraße zur Schule gefahren und die LKW's sind da so knapp an einem vorbeigefahren...

ABER:
Wie du schon sagst, es bringt nichts in der Vergangenheit rumzuwühlen = deshalb wenn eine Threapie dann Verhaltenstherapie

Ich rauche nicht mehr und habe zu dem damaligen Zeitpunkt auch nicht geraucht.

Ich mache derzeit eine Therapie wg. allen möglichen sozialen Ängsten und in diesem Zusammenhang habe ich eben auch das Thema Elbtunnel und LKWs angesprochen.

Hast du hier auf der Seite schon das Thema Ängste durchgelesen ? Auch vielleicht das Thema Flugangst...DAs könnte eventuell in die gleiche Richtung gehen.

Ich gehe fast davon aus, dass es bei dir sich jetzt um die Angst vor der Angst handelt und das kann ich sehr gut nachvollziehen.

lg
nicita

24.05.2008 05:11 • #9


Zitat von winston:
Was mich interessieren würde:
Raucht ihr ?
Habt ihr schon mal von "phobischen Attackenschwankschwindel" gehört ?



Nein - ich rauche nicht, ich trinke nicht und nehme kein Koffein zu mir......

Von Attackenschwankschwindel hab ich noch nicht gehört aber ich werde das mal googlen - wenn die Migräne mich mal wieder aus dem Griff lässt. Wieder ein Grund, zu grübeln..... Nun hab ich seit einer Woche durchgehend Migräne - ob da doch ein Tumor.........

24.05.2008 10:53 • #10


Habe mit Hilfe der "Suchmaschine" nun auch mal etwas näheres über
"phobischen Attackenschwankschwindel" erfahren...
Genau das beschriebene Gefühl trifft bei meinen Höllenfahrten zu!

Schlimm ist allerdings ja nicht nur das eigene Empfinden - man darf auch nicht vergessen, daß u.U. andere Verkehrsteilnehmer durch unser "eigenartiges" Fahrverhalten zu Schaden kommen könnten!

24.05.2008 11:18 • #11


Zitat von Carmen:
Habe mit Hilfe der "Suchmaschine" nun auch mal etwas näheres über
"phobischen Attackenschwankschwindel" erfahren...
Genau das beschriebene Gefühl trifft bei meinen Höllenfahrten zu!

Schlimm ist allerdings ja nicht nur das eigene Empfinden - man darf auch nicht vergessen, daß u.U. andere Verkehrsteilnehmer durch unser "eigenartiges" Fahrverhalten zu Schaden kommen könnten!


Dieses Thema ist ein zweischneidiges Schwert.

Meine Therapeuten waren nie müde zu behaupten, daß nichts passieren wird, weil man durch die Angst/Schwindel nicht die Kontrolle verlieren wird. Und ich muß zugeben, daß es eigentlich nie zu einer wirklich brenzligen Situation kam.

Auf der anderen Seite ist es natürlich schon so, wie Du sagst: Man ändert sein Fahrverhalten.
Bei mir ist es dann immer so, daß ich total ins Lenkrad verkrallt bin und jede meiner Bewegungen als Gefahr wahrnehme. Ich bin förmlich starr vor Angst - meine ganze Muskulatur verkrampft sich.
Manchmal war ich auf der Autobahn schon beinahe auf dem Pannenstreifen, hinter mir LKWs 2mm hinter der hinteren Stoßstange mit Lichthupe.
Ich traue mich dann nicht mal mehr schalten (denn dazu müßte ich die Hand vom Lenkrad nehmen) oder in den Rückspiegel schauen.

24.05.2008 14:23 • #12


@Nicita
Bei Dir könnte es natürlich auch sein, daß Du jetzt vermehrt Verantwortung für Deine Tochter verspürst und damit manche Situationen kritischer und ängstlicher bewertest als früher (so nach dem Motto: "Es darf mir nichts passieren, ich muß für meine Tochter da sein")

Solche Ansätze fehlen bei mir völlig.
Ich bin jetzt 35, war eigentlich bis auf ganz kurze Unterbrechungen immer Single und in meinem näheren Umfeld gibt es eigentlich nur ganz wenige Leute.
Eine der wenigen ist kurioserweise ein Mädel, daß ich durch meine Unterstützung vor ihrem Untergang bewahrt habe - ich glaube, man kann das so sagen.
Brutal ausgedrückt: Wäre ich morgen nicht mehr da, würde kaum ein Hahn nach mir krähen.

24.05.2008 14:40 • #13


Eine meiner Meinung nach sehr gute Beschreibung dieser Art des Schwindels gibt es hier:

http://www.weiss.de/542.html (ihr müßt Euch alle Unterpunkte zu "Schwindel ohne Befund" durchlesen)

Vielleicht hilft es Euch ja weiter, wenn ihr den Mechanismus versteht. Ich finde, er ist hier sehr gut erfasst.

Bei Beschreibungen über diesen Schwindel liest man auch sehr oft, daß dieser Schwindel beim Autofahren auftritt:
Eine solche Beschreibung findet sich z.B. hier:

http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesund ... windel.jsp

Bei mir hat übrigens eine zeitlang Sport geholfen. Jetzt nützt das leider auch nichts mehr. Ist aber vielleicht auch ein Ansatz.

Tja, am Rauchen allein kann es wohl auch nicht liegen.

24.05.2008 14:46 • #14


Zitat von winston:
@Nicita
Bei Dir könnte es natürlich auch sein, daß Du jetzt vermehrt Verantwortung für Deine Tochter verspürst und damit manche Situationen kritischer und ängstlicher bewertest als früher (so nach dem Motto: "Es darf mir nichts passieren, ich muß für meine Tochter da sein")


Genau das ist mein Problem. Meine Panik ist seit der Kleinen so richtig heftig ausgebrochen. Ich bin allein erziehend und meine größte Sorge ist, dass sie ihrem Vater in die Hände fällt (Missbrauch!) oder was eben sonst aus ihr wird. Und dazu kommt, dass ICH nicht auf sie verzichten will. Ganz viele Ängste drehen sich darum, dass IHR was passieren könnte....

Aber durch die Erlebnisse von Euch beginne ich darüber nachzudenken, dass mir mehr Zeit MIT Panik weniger bringt als weniger GUTE Zeit und ich versuche mehr loszulassen. Que sera, sera....

24.05.2008 16:08 • #15


Zitat von sommersonne888:

Genau das ist mein Problem. Meine Panik ist seit der Kleinen so richtig heftig ausgebrochen. Ich bin allein erziehend und meine größte Sorge ist, dass sie ihrem Vater in die Hände fällt (Missbrauch!) oder was eben sonst aus ihr wird. Und dazu kommt, dass ICH nicht auf sie verzichten will. Ganz viele Ängste drehen sich darum, dass IHR was passieren könnte....

Aber durch die Erlebnisse von Euch beginne ich darüber nachzudenken, dass mir mehr Zeit MIT Panik weniger bringt als weniger GUTE Zeit und ich versuche mehr loszulassen. Que sera, sera....


Süß seid ihr, ihr Mütter .

Ja, wenn ich so recht nachdenke, dann empfinde ich für diese eine Bekannte eigentlich auch wie wenn sie meine Tochter wäre. Und unser Verhältnis ist eigentlich auch so ein Vater-Tochter-Verhältnis. Sie fragt mich ja oft, wie sie z.B. dieses oder jenes am besten machen soll.
Es klingt eigentlich total bescheuert. Ich kann eigentlich nicht sagen, wieso ich ihr geholfen habe - ich meine abgesehen davon, daß ich sie mag und das kann ich nun auch wieder nicht erklären. Sie meinte mal, ich wäre ihr Halt im Leben.
Kontakt haben wir ja nur sehr unregelmäßig.
Naja vielleicht ist sie sowas wie ein Tochter-Ersatz - immerhin bin ich längst in dem Alter, wo ich Familie haben könnte.

Wie alt ist denn Deine Tochter wenn ich fragen darf ?

24.05.2008 17:55 • #16


Hallo Winston,
dein Beitrag hat mich tief berührt, weil es mir so ähnlich geht. Bei mir fing es vor ungefähr 7 Jahren an. Ich weiß nur noch, dass mein Autoradio kaputt war und am Fahrbahnrand ein tiefer Graben ausgehoben wurde. Dann hatte ich totale Angst beim Fahren. Angst vor geraden Strecken, wo ich Geschwindigkeit machen konnte, Angst vor der kleinsten Kurve. An Überholen war gar nicht mehr zu denken. Ich musste mich zwanghaft ganz nah an der Mittellinie bewegen. Zwischendurch hatte ich ziemliche Adrenalinstöße. Ich habe es richtig in den Adern gemerkt. Naja, du kennst das ja. Ich bin beruflich auf mein Auto angewiesen. So habe ich mich jeden Tag zur Arbeit gekämpft. Irgendwann habe ich die Angst dann besiegt. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange es gedauert hat. Ein 1/4 Jahr vielleicht. Vielleicht hat das bei mir wie eine Konfrontationstherapie gewirkt. Es war damals auch Winter. Als die Tage länger wurden, habe ich mir eingeredet, dass ich bei besserer Sicht besser fahren kann. Vielleicht habe ich die Angst auch so überlistet. Jedenfalls war danach alles wieder in Ordnung. Nach ein paar Jahren ging es dann wieder los. Da wußte ich aber genau, was der Auslöser war. Es ist bei mir psychisch. Wenn meine Seele an einer bestimmten Stelle angesprochen wird, setzt sich der Mechanismus automatisch in Gang. Irgendwie habe ich es wieder geschafft,da rauszukommen. Im November des vergangenen Jahres ging es wieder los. Dazu ging es mir krass schlecht. Ich hatte nur noch Angst, konnte nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, war völlig fertig. Zu dem Zeitpunkt hätte ich mich ohne Zögern irgendwo einweisen lassen. Mein Arzt meines Vertrauens hat mir dann Psychopharmaka verschrieben. Die wollte ich nicht nehmen. Alle anerkannten Therapien erschienen mir irgendwie sinnlos. Was die Ursache war, konnte ich mir zusammenreimen. Da würde auch keine Gesprächstherapie helfen. Konfrontationstherapie hatte ich jeden Tag. Ich mußte ja zur Arbeit fahren. Ich habe im Internet das IFA Institut für Angstbefreiung gefunden. Die Seiten haben mir sehr gut gefallen. Ich konnte mir das sehr gut vorstellen. Seit Dezember mache ich diese Hypnosetherapie. Es geht mir heute sehr gut. Das Autofahren klappt auch schon wesentlich besser. Obwohl ich noch lange nicht an meinem Endziel angelangt bin. Einziger Nachteil, die Therapie hat natürlich ihren Preis und wird von der Krankenkasse nicht übernommen. Du kannst dir die Seite im Internet ja mal anschauen.
Alles Gute für dich
Carmen

24.05.2008 20:14 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hallo zuammen,

habe mich extra für dieses spezielle Problem angemeldet. Nicht dass ich nicht auch noch andere Probleme hätte aber das hier geschilderte beschäftigt mich im Moment besonders.

Ich bin 38, habe mit 26 den Führerschein gemacht und in meiner kurzen Fahrzeit danach mit eben diesem Problem zu tun gehabt. Allerdings mit solchen Ängsten, dass ich seitdem nicht mehr fahre.

Ich will das in den nächsten Wochen und Monaten ändern und hatte ein bisschen mit der Psychologin geliebäugelt, die du hier scheinbar auch erwähnst. Habe aber ähnliche Zweifel ob das was bringt und würde auch lieber erstmal verstehen, was hinter diesem dubiosem Schwindelgefühl steht.

Ich kann gut verstehn, dass dir dein Problem auf psychischer Ebene nicht erklärbar erscheint. Ich kapier das auch nicht. Auch nicht nach zwei Therapien, die ich zwar nicht deswegen gemacht habe -aber in denen das Problem auch angesprochen und eben nicht gelöst bzw. begreifbar gemacht wurde.

Ich habe inzwischen herausgefunden, dass das Nichtrauchen in jedem Fall lohnt aber nicht die Universallösung für alle Probleme ist.

Ich versuche jetzt darum mithilfe diverser Bücher, you tube und eben diesem Forum der Sache auf den Grund zu gehen. Mir sind dabei alle Denkanstösse recht. Auch scheinbar abwegige. Ich trag mal zusammen, was ich bisher an Erklärungen finden konnte:

-Angst vor Kontrollverlust:
-Unfähigkeitsgefühle
-Ich habe irgendwo gelesen, dass das Auto das ich ist und die Strasse/Autobahn der Lebensweg. Ok. Vielleicht wirds einem da schonmal schwindelig. Könnte man nochmal genauer drüber nachdenken.

So, ich hoffe ich habe nicht allzusehr am Thema vorbeigesülzt.

Gruß Success

24.05.2008 20:59 • #18


Zitat von Ute Martens:
Hallo Winston,
Nach ein paar Jahren ging es dann wieder los. Da wußte ich aber genau, was der Auslöser war. Es ist bei mir psychisch. Wenn meine Seele an einer bestimmten Stelle angesprochen wird, setzt sich der Mechanismus automatisch in Gang. Irgendwie habe ich es wieder geschafft,da rauszukommen.


Danke, daß Du Dich gemeldet hast. Ich bin wirklich über jede Erfahrung dankbar.
Bei Dir scheibt es ja so wie wenn das ganze fluktuiert.
Das ist bei mir teilweise auch so gewesen. Wobei es NIE wieder so war wie früher. Ich habe es manchmal sogar geschafft, länger Autobahn zu fahren - allerdings war da immer so ein mulmiges Gefühl da.

Zitat von Ute Martens:
Im November des vergangenen Jahres ging es wieder los. Dazu ging es mir krass schlecht. Ich hatte nur noch Angst, konnte nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, war völlig fertig. Zu dem Zeitpunkt hätte ich mich ohne Zögern irgendwo einweisen lassen. Mein Arzt meines Vertrauens hat mir dann Psychopharmaka verschrieben. Die wollte ich nicht nehmen.


So umgefähr geht es mir jetzt. Allerdings sehe ich das als Folge meiner Probleme, die mich extrem einschränken und als Folge der erfolglosen Therapien.

Zitat von Ute Martens:
Alle anerkannten Therapien erschienen mir irgendwie sinnlos. Was die Ursache war, konnte ich mir zusammenreimen.


Und was war Deiner Meinung nach die Ursache ?

24.05.2008 21:41 • #19


Hallo Winston,
bei mir braucht meine Psyche nur den "richtigen" Anstoß, um meine Angst auszulösen. Beim 2. Mal hat eine Kollegin etwas zu mir gesagt, was mich seelisch belastet hat. Danach konnte ich wieder nicht fahren. Dieses Mal war es eine Meinungsverschiedenheit mit meinen Eltern. Das diese Sachen der Auslöser waren, weiß ich genau. Kurz darauf fing es immer an. Warum das so ist, und warum ich dann ausgerechnet kein Auto fahren kann, weiß ich auch nicht. Ich will jetzt auch nicht mehr analysieren und zurückschauen. Bei dieser Therapie soll es so sein, dass die alten Ängste aufgelöst werden. Ich hoffe sehr, wenn ich es geschafft habe, dass mich diese Ängste dann nie wieder einholen. Als ich meine Ängste damals überwunden hatte, konnte ich wieder ganz normal fahren und es hat mir tierischen Spaß gemacht, alles zu überholen, was Räder hat. Ich hoffe, dass ich das bald wieder kann. Ich bin sehr zuversichtlich-

24.05.2008 21:57 • #20



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