BenniB

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Guten Nabend,

mein Name ist Benni ich bin neu hier im Forum. Zu meiner Geschichte:

Ich habe vor 4 Jahren erfolgreich eine Verhaltenstherapie gemacht um meine
Agoraphobie mit Panikstörung loszuwerden.

Mir ging es wesentlich besser und der Therapeut hatte gute Arbeit geleistet.
Ich bin mitunter nicht mehr aus dem Haus ohne meine Sicherheitsgegenstände
(etwas zu trinken, Handy, MP3-Player,..etc.). Nachts bin ich Panikerfüllt aufgewacht
schweißgebadet und mit einem ziemlich hohen Puls in der Angst gleich zu ersticken
zu Sterben...Ich bin in keinen Fahrstuhl mehr gegangen kein Bus und Bahn mehr
gefahren, allein draußen war ich selten,..naja eine übliche Angstlaufbahn.


In den Jahren nach der Therapie ging es mir wesentlich besser ich konnte mich wieder
Angstfrei bewegen und brauchte nicht mehr den ganzen Kram mitzuschleppen, als sei
eine große Last von mir gefallen. Natürlich ist man nicht komplett Angstfrei, aber ich
hatte ja gelernt, wie man mit PAs und seiner Agoraphobie umgeht.

Vor einem Monat hatte ich wieder eine PA; ich dachte mir erst nichts dabei aber es wurde
immer schlimmer. Vor einer Woche fuhr mit meiner Freundin im Auto und hatte eine echt heftige PA und wir mussten anhalten, ich hatte das Gefühl zu ersticken und einen ziemlich
widerlichen Schluckreflex. Ich kaufte mir was zu trinken, was wohl das dümmste war was ich tun konnte. Gestern waren wir in der Stadt wieder in Begleitung meiner PAs. Es wurde so schlimm das ich mir etwas zu trinken holen musste. Danach ging es mir schlagartig besser dennoch löst das mein Problem nicht. Vorhin war ich nur kurz unten den Müll rausbringen und hatte die nächste PA.

Ich bin am Ende, im Endeffekt weiß ich ja "eigentlich" wie ich damit umzugehn habe,
aber meine Angst macht mich fertig...

Muss nun wieder in Therapie?

LG

Benni

30.01.2011 20:34 • 09.02.2011 #1


16 Antworten ↓


zsolt_grabenhor.


sie kann immer mal wieder zurück kommen, die angst, das bedeutet aber nicht, dass du wieder von vorne anfangen musst. mach weiter und besser... es ist def. nix verloren...

30.01.2011 20:38 • #2


BenniB


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Danke Horst für die aufmunternden Worte,

fühle mich grad einfach nur hilflos, hab das Gefühl die Angst beherrscht mich mal wieder.

Das NERVT ungemein vor allem weil es in Situationen ist, wo ich vor 2 Monaten noch
drüber gelacht habe....

Und jetzt ist sie halt wieder da...

30.01.2011 20:43 • #3


zsolt_grabenhor.


das gehirn ist pragmatisch, das haste überwunden mit der therapie... den wahren hintergrund auch? warum sollte sie sonst wieder kommen... da ist der ansatz zu suchen... du bist noch nicht durch mit dem ding...

was das ist, weißt nur du...

30.01.2011 20:48 • #4


BenniB


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Na super also wieder einem Therapeuten meine ganze Le(id)bensgeschichte erzählen....

30.01.2011 20:54 • #5


zsolt_grabenhor.


nein, du dir selber... denn medis oder n terrorpoit hilft doch gar nicht wirklich. um dein ding für dich zu beenden, kannst nur du dir helfen, denn kein doktor hat dafür zeit...

mache keine weiteren fehler mehr, die dir bewusst sind... 1. ziel...

30.01.2011 21:08 • #6


BenniB


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Sorry Horst das hab ich nicht wirklich verstanden...

30.01.2011 21:12 • #7


zsolt_grabenhor.


was dich stört, das schreibste auf. und das musste ändern... von ganz vorne an... du musst nicht lernen, wie du deine änsgte im alltag unterdrücken kannst, sondern die ursache beseitigen. findest du die ursache nicht - therapie... ansonsten probleme ändern und danach die elernten dinge aus der therapie anwenden. die therapie hat anscheinden nicht den kern gefunden und damit nicht den brandherd gelöscht, sondern nur funken gelöscht. soooo geht es nicht...

30.01.2011 22:22 • #8


BenniB


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Ok Horst, das hab ich verstanden. Ich werds versuchen. Ein wenig Selbstreflektion hat noch niemandem geschadet. Ich hoffe damit komme ich weiter.

31.01.2011 10:46 • #9


Hexepeggy


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Hallo Benni,

mein Name ist Judith, ich bin zur Zeit in der Phase der Therapie und des Entzuges von Lorazepam ()25 Jahre genommen, Niedrigdosisabhängigkeit). Seitdem befinde ich mich in einem ständigen auf und ab die Entzugserscheinungen sind mal besser und mal schlimmer und nun fast 6 Wochen nach der letzten Einnahme meiner "Krücke" 1/2 Lorazepam geht es mir wieder sehr schlecht.... und das wirft mich in meiner gewonnenen Sicherheit um Längen zurück und dann denke ich, das ich niemals aus diesem Mist herauskomme.

Ich denke mir, das der Kampf mit meinem Körper, denn ich nun schon so viele Jahre führe, so manifestiert in mir ist, das es sehr schwer ist, diesen Automatismus umzukehren. Sogar während der Therapiestunden letzte Woche ging es mir so schlecht, das ich gedacht habe, ich muss sterben - und das in der 15.Stunde!! Dabei ging es mir schon so viel besser.....

Auch ich kenne alle die Werkzeuge, die ja hier schon in etlichen Beiträgen genannt wurden, mein Kopf sagt mir auch, das alle meine Symptome nur Einbildung sind und ich körperlich gesund bin, aber dieses sich mies fühlen mit Herzrasen, Ohrensausen, Sehstörungen, Schwindel und die Angst, umzufallen, bleiben... auch wenn mein Therapeut immer wieder betont, das niemand vor Angst umfällt.....nützt mir das wenig .....

Ich weiß, das Dir mein Beitrag nicht weiterhelfen kann, aber ich wollte Dir nur mal schreiben, das ich genau weiß wie Du Dich fühlst...... ich glaube, das Menschen wie Du und ich und viele andere hier nur lernen können, irgendwie mit der Angst umzugehen, aber ganz weg wird das nie gehen..... es wäre schön, wenn mein Therapeut mich eines besseren belehren kann, denn er meinst, in einem halben Jahr lache ich über alle meine Beschwerden...... ich warte mal ab.

Ich hoffe nur, das ich mit Hilfe meines Therapeuten herausbekomme, warum ich so fühle, wie ich fühle......


Ich wünsche Dir gute Besserung und mir und Dir und all den anderen hier viel Kraft!

Judith

31.01.2011 12:36 • #10


BenniB


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Hallo Judith,

tut mir leid zu hören. das deine Therapie nicht so super läuft, wie du dir das vorstellst.

Ich danke dir sehr für deinen Beitrag, es ist wie gesagt schön zu wissen, das es noch
viel mehr Angsthasen gibt als mich selbst.

Ich drücke dir die Daumen, das du wieder dein Leben zurück bekommst,
aber ich denke das wollen wir hier alle, bzw. das haben ja einige die hier schreiben
bereits schon geschafft! Auch mir ging es nun fast 5 Jahre gut ohne große PAs und
andere Attaken. Aber auch ich muss noch lernen, das der Kern wie Horst schon
schrieb wohl doch tiefer sitzt, als ich dachte...

Wie gesagt, ich danke dir und drücke dir die Daumen für deinen weiteren Heilungs-
prozess!

Benni

31.01.2011 19:55 • #11


Ney0805


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Hallo BenniB,

ich bin NEU hier und lese mir gerade deine Geschichte durch. Ich leide seit 2 Jahren unter APs und bin seit 1 Jahr in Behandlung. Die ganze Leidensgeschichte habe ich auch mitgemacht und mache sie heute auch noch mit, aber in etwas abgeschwächter Form. Ich bin 51 Jahre alt und stand mitten im Leben. Ich ging immer auf die Leute zu, hatte ein offenes Ohr und habe in der Politik mitgemischt (naja, in der kleinen ländlichen) und mich mit Medien und Fernsehen (auch hier nur ländlich) auseinandergesetzt. Aber als meine Tochter vor 2 Jahren konfimiert wurde und wir (die gesamte Familie) in der Kirche waren, bekam ich auf einem Mal eine heftige Schwindelattacke, extremes Zittern und ich konnte nichts mehr sehen. Ich geriet in Panik! Das eskalierte dann, so dass ich noch nicht einmal Zig. von der Tanke kaufen konnte, sondern nur noch aus dem Automaten. Ich bin allem fern geblieben und habe selbst meine Freunde nicht mehr getroffen.

Heute (nach 1 Jahr) geht es mir etwas besser. Ich mache wieder alles, habe zwar meine APs , aber ich lasse mich nicht mehr davon unterkriegen.

Ich habe sehr viel über mich nachgedacht, was wohl jeder Angstpatient macht und mit der Zeit habe ich gemerkt, was mir Angst macht. Die Dinge, die mir Angst machen sind vollkommen unrealistisch, denn Andere würden sie lächerlich finden. Ich nicht - jedenfalls in diesem Zustand nicht. Aber genau dies ist es, zu ändern.

Wir alle machen Fehler, oder es belasten uns Ereignisse, die wir nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Versuche zu ergründen, ob es da nicht doch noch etwas gibt, was dich belastet, was du immer versucht hast zu verdrängen, aber was doch täglich in deinem Kopf schwirrt.

Wenn du es gefunden hast, dann versuche eine Änderung herbeizuführen.

Ich bin dabei, genau das selbe zu tun.

Ich wünsche dir viel Glück - und sei ehrlich zu dir selbst.

Alles Gute Ney0805

01.02.2011 00:04 • #12


Ozonik




Vieleicht hilft Dir das ja etwas ,-)

GLG

01.02.2011 06:30 • #13


BrudaSven

BrudaSven


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Hi,

bei mir war es ganz genau so. Ich dachte, ich hätte die Panik überwunden. Hatte hier sogar einen Thread aufgemacht und über meine "Heilung" erzählt ("Ein ehemaliger Paniker erzählt"). Aber seit letztem November sind sie wieder da.
Ich kenne das Problem also nur zu gut: An sich weiß man was man machen soll, aber irgendwie funktioniert es nicht weil die Angst wieder zu groß ist.
Ich versuche gerade dagegen anzukämpfen, aber es ist wirklich nicht einfach.
Ich wünsche Dir viel Kraft !

05.02.2011 21:35 • #14


BenniB


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Hallo ihr lieben,

ich möchte euch allen herzlichst für eure tollen Beiträge danken.

Momentan lassen mich meine PAs in Ruhe, ich bin auf der Suche nach
einem Terrorpeuten, da ich die wirkliche Ursache meiner Angst alleine nicht
ergründen kann. Vielleicht war ich auch noch nicht soweit vor ein paar Jahren
die Therapie zu machen (einfach nicht die geistige Reife).

Ich habe mir ein Buch bestellt (das welches hier so angepriesen wird ), versuche mich nicht unterkriegen zu lassen und werde diesen Weg weiter gehen, um diesen Mist loszuwerden.

Auch euch alle wünsche ich Kraft und Willen, irgendwann Angstfrei zu sein!

Denn das ist es was uns alle verbindet.

Auf diesem Weg einen schönen Sonntag!

Liebe Grüße

Benni

06.02.2011 09:27 • #15


jadi

jadi


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Zitat von BrudaSven:
Hi,

bei mir war es ganz genau so. Ich dachte, ich hätte die Panik überwunden. Hatte hier sogar einen Thread aufgemacht und über meine "Heilung" erzählt ("Ein ehemaliger Paniker erzählt"). Aber seit letztem November sind sie wieder da.
Ich kenne das Problem also nur zu gut: An sich weiß man was man machen soll, aber irgendwie funktioniert es nicht weil die Angst wieder zu groß ist.
Ich versuche gerade dagegen anzukämpfen, aber es ist wirklich nicht einfach.
Ich wünsche Dir viel Kraft !


hallo sven das tut mir sehr leid...habe deinen bericht damals gelesen....und er hat sehr vielen mut gemacht....bitte versuche da wieder raus zukommen du schaffst das...du hast es schon mal geschafft...führe dir das bitte immer vor augen.schau was dich so aus der bahn wirft und sorge dafür das es verschwindet....lg jadi

09.02.2011 22:44 • #16


Deelight

Deelight


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Hallo Benni,

ich weiß wie Du Dich fühlst, ich habe eine ähnliche Geschichte. Ich war auch etwa 4 Jahre Panikfrei und auf einmal (ohne einen für mich ersichtlichen Grund) waren sie wieder da und as heftiger als je zuvor.
Zuerst habe ich alleine versucht da wieder raus zu kommen, aber nach einem dreiviertel Jahr habe ich aufgegeben und habe wieder eine Therapie angefangen.

Wie Du sagst eigentlich wissen wir, wie wir mit einer PA umgehen müssen, aber man hat das Gefühl es funktioniert nicht mehr, man hat versagt.

Meine Therapeutin hat mit meiner hilfe versucht rauszufinden was die angst bei mir auslöst. Dazu musste ich mit Ihr gefühlte 1000x eine PA durchspielen um mir im klaren darüber zu werden was das schlimmste sein könnte was passiert.
Zuerst war meine Antwort, das ich angst davor habe zu sterben. Wie wahrscheinlich jeder Paniker.
Sie hat mir in sehr harten und langwierigen Stunden immer wieder gesagt das ich nicht sterben werde und das einfach mal außen vor lassen soll. Gar nicht so einfach wie gesagt.
Aber langsam hab ich mich von meinem großen "Endgegener" entfernt.
Und meine wirkliche angst ist nicht der Tod, meine angst beruht auf einer unsagbaren angst vor Ärzten und Krankenhäusern, das Gefühl ausgeliefert zu sein, den Ärzten, Medikamenten, einer Krankheit usw.
D.h meine Hauptangst ist also eigentlich eher eine Form der Hypochondrie verbunden mit Iatrophobie. Der "normale" Hypochonder geht ja eigentlich immer wieder zu Ärzten um sich seine Gesundheit bestätigen zu lassen, für mir ist das der größte Horror.

Es hat jetzt fast 10 Monate gebraucht bis wir das rausgefunden haben und jetzt arbeiten wir daran, diese angst zu besiegen.
Die Panikattacken waren/sind bei mir also eigentlich "nur" Begleitsymptome meiner eigentlichen Ängste.

Seit ich weiß vor was ich wirklich angst habe, geht es mir wieder besser auch wenn ich mich mittlerweile wieder in einem Loch befinde nach knapp 1 Jagr "ruhe".
Allerdings war es bei mir eine längere Erkrankung die alles wieder verschlimmert hat. Meine Thera meinte, was besseres hätte mir gar nicht passieren können. Auch wenn ich Ihren enthusiasmus im moment noch nicht teilen kann.

Wenn Du es alleine nicht schaffst, gehe wieder zu einem Therapeuten und gehe dem ursprung Deiner Ängste auf den Grund. Man muss Probleme an der Wurzel packen, alles andere ist in meinen Augen nur eine oberflächliche sanierung und muss immer und immer wieder nachgebessert werden.

Alles gute für Dich

09.02.2011 23:26 • #17



Dr. Hans Morschitzky


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