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Hallo ihr Lieben,
ich bin neu hier und hoffe ein paar Hilfen Tipps Tricks zum Thema Panikattacken zu finden.
Ich bin 28 Jahre alt, weiblich und seit Ende Januar auf Arbeitssuche.
Ich nehme keine Medikamente, rauche und trinke gelegentlich mal einen Wein.

Meine PA's habe ich seit Anfang Februar diesen Jahres. Es begann damit, dass mein Freund und ich eine ziemlich starke Grippe hatten, mit Fieber und allem was dazu gehörte.
Bis dahin war ich eigentlich immer ziemlich hart im Nehmen, aber diese Grippe mit anschließender Nasennebenhöhlenentzündung hat mich echt nieder gemacht.
Während der Grippe bemerkte ich immer einen leichten, ziehenden, stechenden Schmerz im linken Brustbereich. Ich dachte natürlich sofort, es sei das Herz und googelte mich bekloppt...
Ich steigerte mich so hinein, dass ich meine allererste PA bekam.
Es ging los mit Schwitzen, sehr schnellem Atmen, Herzrasen bis unter die Schädeldecke, zittern und einer unglaublich widerlichen Angst sterben zu müssen. Ich dachte ich würde jetzt einen Herzinfarkt haben. Dies war Gott sei Dank nicht der Fall.
Die PA legte sich nach ca. 5 Minuten indem ich versuchte mich zu beruhigen und ruhig zu atmen.
Dann hatte ich für ca. 3-4 Wochen Ruhe und ich dachte, es läge vielleicht an den Medikamenten die ich während der Grippe nahm.

Da ich mich aber immer öfter in dieser Zeit mit den Anzeichen eines Infarktes beschäftigte, wurde alles wieder schlimmer. Bis ich schließlich auch kaum noch eine Nacht schlafen konnte ohne daran zu denken, ich könnte jetzt sofort gleich daran sterben.
Also ging ich zu meinem Hausarzt um mich durchchecken zu lassen und dieser bestätigte mir, dass alles in bester Ordnung sei.
Das ziehen in meiner Brust würde von einem eingeklemmten Nerv der vom Rücken nach vorne über die Brust läuft kommen.

Danach war ich natürlich erstmal beruhigt, bis ich es mir irgendwann selbst nicht mehr ausreden konnte, dass mir nichts passieren wird und das alles ok ist.
Dann kam meine nächste Angst hinzu die da heißt; Angst vor Schlaganfällen...
Es gibt weder von dem einen noch von dem anderen Vorerkrankungen in der Familie. Aber ich habe mir meine Gedanken gemacht und nun ging der Mist von vorne los.
Schlaflose Nächte. Panikattacken. Ausgelöst durch eine erneute Erkältung.
Mittlerweile habe ich in den 2 Monaten 5 PA's gehabt. Ich weiß dass das Verhältnismäßig wenig ist, aber alleine heute waren es schon 2 und gestern eine.
Ich bin momentan viel alleine, da mein Freund oft arbeiten ist, dass heißt ich habe noch mehr Zeit in mich rein zuhorchen...
Dazu kommt, dass ich mich seit Samstag sehr schwammig und unwirklich fühle und jederzeit das Gefühl habe die Kontrolle zu verlieren. Ohnmachtsangst sozusagen.

Ablenkung hilft mir nicht, selbst dabei denke ich daran, dass mir das passieren könnte. Jederzeit. Überall.
Nach meinen PA's fühl ich mich immer sehr leer und träge. Fast so als hätte ich einen Dauerlauf hinter mir. Das zittern hört kaum auf und die Gedanken kreisen natürlich weiter nur um das eine Thema.

Früher war ich nicht so ein Jammerlappen, da war ein Zwicken ein Zwicken und nicht gleich eine tödliche Bedrohung.

Ich hab keine Lust mehr so weiter zu machen und möchte dass das endlich aufhört. Ich kann kaum noch ruhig schlafen, habe kaum noch Spaß an den Dingen die mir sonst Spaß machen und kann mich auch Partout nicht ablenken, oder sagen wir es fällt mir sehr schwer.
Morgen werde ich noch mal zu meinem Hausarzt gehen und einen Termin bei einem Psychologen habe ich auch schon vereinbart.

Wenn ihr Tipps Anregungen für mich habt, wie man das ganze erträglicher machen kann wäre ich euch unendlich dankbar.


Liebe Grüße Ima

03.04.2016 15:56 • 03.04.2016 #1


3 Antworten ↓


Erst einmal willkommen im Club, liebe Ima. Du hast dieselben Symptome wie viele hier, ich bin eine davon.
Ich finde, wenn ich so lese, wie du damit umgehst, machst du es eigentlich schon genau richtig. Du rennst nicht ins Krankenhaus, sondern wartest, bis die Panikattacke vorbei ist. Du stellst fest, dass sie dir nichts tut und dass du sie nach wenigen Minuten überstanden hast. Das ist auf jeden Fall schon mal ein guter Anfang.

Auch der Weg zum Psychologen ist auf jeden Fall der richtige. Ich habe genau dieselben Haupt Ängste wie du, ganz obenauf stehen Schlaganfall und Herzinfarkt. Auch ich habe die seit einem Jahr mit mehreren Panikattacken. Und auch mir ist bisher noch nichts schlimmes passiert, bis auf die Attacken selbst. Vielleicht beruhigt auch diese Erkenntnis.

Mein Psychotherapeut hat mir als allererstes eine Atemübung mitgegeben: in den Bauch tief einatmen, ausatmen, ein paar Sekunden warten, bis der Körper von alleine das Bedürfnis hat, wieder ein zu atmen. Circa 5 Sekunden oder so. Vielleicht auch etwas länger. Allein das beruhigt schon mal in so einer Situation. So als allererster Tipp.

Ansonsten sollte man wissen, dass man durch die Panikattacken aus den Panikattacken herauskommt. Das heißt, anstatt wegzulaufen oder sich panisch abzulenken, auf die Panikattacke konzentrieren, die Symptome bewusst erleben und bewusst erleben, dass sie auch wieder nachlassen und dir nichts schlimmeres tun. Vielleicht hilft das auch ein wenig.

Ich wünsche dir, dass du einen Psychologen findest, der dein Problem richtig erkennt und behandelt und bei dem du dich wohlfühlst. Ich bin immer noch auf der Suche nach dem richtigen Psychologen.

03.04.2016 16:14 • #2



Panikattacken - ich komm damit nicht zu recht

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Dankeschön liebe Molly,
ja ein bisschen beruhigender ist das schon.

Ich stand halt vorher immer unter Volldampf und bin dann arbeitslos geworden und habe wohl zuviel Zeit investiert in mich selbst zu horchen.
Das ist irgendwie ein Teufelskreis aus dem man so schnell nicht wieder rauskommt.
Ich versuche die Attacken und die Ursachen zu bekämpfen, da ich nicht möchte das diese den Rest meines Lebens bestimmen.

Das mit der Atemübung werde ich mal ausprobieren, herzlichen Dank dafür.

Ich hoffe dass auch du bald einen guten Psychologen findest der dir hilft mit deinen Ängsten besser umgehen zu können.

Ich gehe jetzt ein wenig spazieren, vielleicht hilft mir das ein wenig.

LG Ima

03.04.2016 16:25 • x 1 #3


Das hilft bestimmt. Und Sonne und Vitamin D auch
Ich hocke leider auch zu viel in meiner Bude rum, teils aus Faulheit, weil ich gerne Fernsehen schaue und irgendwelche Serien archiviere. Teils auch, weil ich einfach keine Lust habe, alleine spazieren zu gehen. Da fehlt einem irgendwie doch jemand, der mitgeht.

03.04.2016 16:28 • #4




Dr. Christina Wiesemann