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Hallo ihr Lieben,
ich bin die Sophie (19)!
in den letzten Tagen komme ich immer mehr in die Verzweiflung weil ich merke wie tiefgründig ich von dem Zwang, mein Auftreten vor anderen Leuten zu kontrollieren, beeinflusst bin und wieviel Sorgen und Ängste deswegen meine "Lebensqualität" einschränken. Ich muss vor allen gut aussehen, es allen recht machen und vor allem mache ich mir extrem viele Sorgen um andere und komm gar nicht zur Ruhe. Ich mache lieber alle anderen zufrieden als mich selbst.


Und ich habe wirklich noch absolut wenig Selbstbewusstsein und ich fühle mich unbewusst einfach minderwertig. Das ist einfach eingebaut bei mir irgendwie. Und es quält mich so .. ich bin selber so genervt davon und will das nicht. Ein paar Beispiele wie sich dieser "Minderwertigkeitskomplex" äußert:

Sobald mir jemand eine Kleinigkeit hilft oder so fühl ich mich total schlecht und habe das Gefühl vor demjenigen jetzt nichts mehr falsch machen zu dürfen und ich fühle mich so schuldig vor ihm. Außerdem kann ich gar nicht natürlich sein, ich muss mich immer verstellen, habe beispielsweise (banal gesagt) Angst nicht überzeugend zu lachen wenn jemand einen Witz macht (es geht mir gar nicht um den Witz sondern darum, dass ich angemessen reagiere ;D) und durch diesen Kontrollzwang wirkt es wohl eher künstlich weil ich unter Druck stehe und nicht mal die Maske gut spielen kann.

Ich werde auch sehr schnell rot und kann das dann auch nicht unterdrücken und das ist schrecklich. Eine selbstbewusste Maske kann ich nur aufsetzen wenn jemand richtig unfreundlich zu mir ist. In solchen Momenten habe ich es gelernt meine Meinung zu vertreten und irgendwie bin ich dann auch stolz, aber hinterher, falls sich derjenige entschuldigt, fühl ich mich wieder total schlecht und entschuldige mich fast wieder bei ihm.

Ich rechtfertige und endschulfige mich sowieso die ganze Zeit. Und dementsprechend fühle ich mich auch innerlich. Wie ein schwarzes Schaf. Vor allem die letzten Tage habe ich sehr viel darüber nachgedacht und zum ersten Mal meinem Freund deutlich gemacht, dass mich dieses Problem wirklich quält. Ich bin nämlich mit ihm im Urlaub in polen und lerne seine ganzen Freunde und die ganze Familie kennen und da sind schon genug von solchen Situationen entstanden.

Ich seh einfach wie locker andere über ihre Gefühle vor allen reden und zu ihren Fehlern stehen, aber ich habe solchen Angst vor Kritik oder dass ich etwas falsch mache, dass ich wirklich total unter dDruck stehe. Hier bin ich besonders traurig geworden weil ich gemerkt habe wie abhängig ich mich von meinem Freund gemacht habe, einfach weil ich mich sehr an Leute binde, vor allem weil er mich so akzeptiert wie ich bin (im Gegensazu zu mir) und ich einfach sehr eifersüchtig bin; aber das ist wohl ein eeigenes Thema,.... es ist nur: Ich mache mir einfach viel zu viel Gedanken und mache mich total kaputt damit und leide nur noch an Depressionen.

Ich bin aufjedenfall total verletzlich und hab ein viel zu belastenden Alltag und weiß nicht wie ich aus diesem Teufelskreis rauskommen soll. So ich wollte es ja eigentlich kurz machen, aber wenn man einmal anfängt über seine Probleme zu redne... Ich weiß nicht was ich erwarte ... Vielleicht würde es mir helfen zu hören, dass es jemanden gibt, der sich da hineinversetzen kann weil es ihm ähnlich geht. Jedenfalls danke falls es jemand lesen sollt.


Grüße aus Polen
Sophie

30.07.2011 00:50 • 03.08.2011 #1


4 Antworten ↓


willkommen sophie!

das klingt wirklich als hättest du riesen-probleme mit deinem selbstbewusstsein...und in einigen sachen kann ich mich auch gut wiedererkennen. leider muss ich dir sagen, dass es ziemlich langwierig ist, sich selbstbewusstsein aufzubauen. leider.

ich versuche mich auch beispielsweise jeden tag zu ermahnen, mich nicht ständig bei allen zu bedanken und entschuldigen (es ist nämlich zuletzt so massiv gewesen, dass das allen aufgefallen ist ). aber das sind alles nur kleine schritte.

hast du denn schonmal an eine therapie gedacht?

lg

30.07.2011 01:02 • #2



Gefühl, es niemandem recht zu machen

x 3


oh danke zimtsternlein

Das mit der Therapie ist auch noch so eine Sache. Mir ging es so schlecht, dass ich seit 2 Jahren eine Psychotherapeutin aufsuche. Und irgendwie rede ich ja mit ihr sändig darüber und es hilft darüber zu reden aber ich sehe keine Verbesserung. Vor allem in letzter Zeit reden wir wirklich nur noch so nebenbei über alles, sowas halbes und nix ganzes. Ich schäme mich sogar vor meiner eigenen Familie und sag auch ständig, dass die mir was bring´t und ich bald nicht mehr hingehe. Aber eher brauche ich einen neuen guten psychologen. Ich seh einfach keinen Prozess. Aber sogar meine Therapeutin will ich nicht verletzen. Aber so nach zwei Jahren frag ich mich schon ob die Frau überhaupt ein Konzept hat ... Wir redne halt immer so hin und her.. ich hab das nie angezweifelt und immer gedacht das wäre normal so.. Ich zweifle eh immer nur an mir selber Aber es ist für mich wirklich ein großer Schritt die Psychologin zu wechseln weil ich bei meinen Eltern lebe und ich nicht will dass die das mitkriegen.. Das klingt für jemandne der meine Familie nicht kennt nicht überzeugend ... aber es hat mich so viel Überwindung gekostet schon diese Therapie anzufangen und dann sagen meine eltern eh das bringt bei anderen auch nichts.


es würde mich so interessieren ob jemand mit selchen Problemen wirklich professionelle Hilfe gefunden hat und wirklich einen, wenn auch langsamen, Prozess erleben konnte.

Sophie

30.07.2011 01:21 • #3


da steckst du jetzt natürlich in einem dilemma, denn du willst es mal wieder allen recht machen: eltern und therapeuten. tatsächlich hab auch ich seit nicht allzu langer zeit eine therapie begonnen und kann dir also auch noch von keinen gloreichen erfolgen berichten. ich kann dir aber sagen, dass ich das gefühl habe, mein therapeut hat ein konzept. er versucht meine sichtweise auf mich und meine außenwelt zu ändern und langsam fruchtet seine mühe.
wenn du das gefühl hast, dass deine therapeutin nicht die richtige ist, dann solltest du dich von ihr verabschieden. du musst ihr ja keine verbale ohrfeige geben! mach ihr einfach klar, dass du keinen prozess siehst! das ist dann übrigens eine gleichzeitige übung für dein selbstbewusstsein! deinen eltern kannst du doch erzählen, dass die therapeutin umzieht, oder kürzer treten will oder sich zur ruhe setzt oder was auch immer...und somit musst du dir - auf dringenden anrat deiner therapeutin, die auch sagt, dass man eine therapie nicht abrupt beenden darf! - einen neuen suchen. musst ihnen ja nicht die wahrheit sagen. lass deiner phantasie freien lauf.
gehst du nämlich weiter zu dieser frau, vergeudest du bloß deine zeit wie mir scheint. und das solltest du nicht länger.

30.07.2011 01:35 • #4


Magst Du Dich selber nicht ?
Denkst Du, dass andere Menschen "besser" oder "mehr wert" sind als Du ?

Ich denke, Du brauchst ein bisschen mehr Selbstliebe, aber die kannst Du Dir nur selbst vermitteln.
Mir helfen da Affirmationen. Mir selbst immer zu sagen, dass ich mich liebe und ein guter Kerl bin.

Noch besser ist das Visualisieren von etwas Schönem.

03.08.2011 11:02 • #5




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