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Hallo liebe Community,

seit ein paar Monaten geht es mir sehr schlecht und zunehmend schlechter weil ich keine Energie mehr habe.
Hatte am Anfang eine Panikattacke dann hin und wieder ein paar Schübe aber das sowas daraus entsteht hätte ich nie gedacht.
Ich kann ja nicht mehr außer Haus gehen n bisschen laufen ohne dass ich ständig extremen Schwindel, schnellen Puls und das Gefühl gleich umzufliegen habe, was mich viel Kraft kostet weswegen ich mich schonen muss.

Aber das Schlimmste ist, dass ich ständig so eine extrem starke Unruhe habe, welche mir Übelkeit und
Muskelspannungen bis hin zu brennen und ziehende schmerzen meist im Oberkörper bereitet.
Unruhe und Nervosität habe ich wenn ich länger nicht geraucht habe auch aber im vergleich dazu ist die ja gemütlich auszuhalten.
Es fühlt sich so an als würde man erdrückt und gequält oder erstickt wird und es aushalten muss.
Tag und Nacht bin ich davon geplagt, kann deshalb nicht einschlafen und wenn ich schlafe dann wache ich davon auf.
Das Einzige was sich ändert ist die Intensität. Wie so ständige Wellen die beim Höhepunkt nicht auszuhalten sind.
Bekomme dann manchmal Hitzewallungen und Herzrasen und dann geht das ganze wieder von vorn los.

Was ist da bloß mit mir los sind ja keine klassischen Panikattacken so richtig Angst habe ich auch nur noch selten das sind mehr quälende Anfälle welche mich plagen und ich nichts dagegen tun kann.
Meine Umwelt ist mir da leider keine Hilfe versteht sowas nicht wie auch könnte ich wohl auch nicht verstehen wenn ichs nicht selbst mitmachen würde.
Wie werde ich wieder halbwegs normal, hat das schon jemand mitmachen müssen? Habe auch im Moment auch echt null Stress und nichts was mich belastet außer mein Körper selbst und der quält mich aufs übelste.

21.11.2015 23:16 • 22.11.2015 #1


2 Antworten ↓


Kokiri
Hallo Liam,

zuerst einmal willkommen im Forum. Deine Symptomatiken kenne ich sehr gut. Selber habe ich schon seit knapp 10 Jahren mit Angst und Panikattacken zu tun, welche in der Regel bei mir durch meine Hypochondrie ausgelöst werde.

Vorweg, ich kann dir sagen, dass es besser wird. Aber du müsstest natürlich auch daran arbeiten. Zuerst einmal solltest du wissen, dass die Panikattacken nur verstärkte Symptome von Stress sind. Treten also in der Regel auch dann auf, wenn du stark unter Stress stehst, bzw. dir etwas viel Stress machst. Das kann zum Beispiel durch negative Gedanken sein. Irgendwann ist der Stresspegel dann so hoch, sodass der Körper darauf reagiert.

Wichtig ist zu wissen, dass eine Panikattacke nichts schlimmes ist. Du kannst davon nicht tot umfallen, auch wenn es sich so anfühlt als ob man jeden Moment verrückt wird oder Ohnmächtig umfällt und einen Herzinfakt bekommt. Aus meiner 10 Jährigen Panikkarriere kann ich dir das versichern.

Du solltest anfangen deinen Stress abzubauen. Dazu gehört erst einmal zu ergründen, was deine Stressoren sind. Zudem solltest du dir Auszeiten nehmen und dich ganz auf dich und deinen Körper konzentrieren. Da hilft zum Beispiel (PMR) Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training ganz gut. Hauptsache eine Form der Entspannung, denn wenn du langfristig deinen Stresspegel niedrig hälst, dann solltest du das mit den Panikattacken auch gut in den Griff bekommen.

Was auch noch gut hilft ist positive Selbstverbalisierung. In der nächsten Panikattacke könntest du dir zum Beispiel gut zureden und sagen, okay ich kenne diese Panikattacke und weis das mir nichts passiert. Gleich ist es wieder vorbei. Sowas kann schon wahre Wunder bewirken! Negatives Denken füttert deine Angst ungemein und nährt regelrecht deine Symptome und Angst.

Hier habe ich mal einen kleinen Leitfaden was du bei der nächsten Attacke machen kannst:

Die 10 Regeln für ein Selbstgespräch während einer Panikattacke:
1. Deine Angstgefühle und dabei auftretende körperliche Symptome sind verstärkte normale Stressreaktionen
2. Angstreaktionen sind nicht schädlich für deine Gesundheit
3. Verstärke Deine Angstereaktionen nicht selbst durch furchterregende Phanatsievorstellungen.
4. Bleibe trotz der Panikgefühle in der Realität. Beobachte und beschreibe dir, was wirklich geschieht.
5. Warte in der Situation, bis die Angst vergeht
6. Beobachte, wann und wie die Angst wieder von alleine abnimmt.
7. Gib dir eine Chance Fortschritte zu machen. Vermeide nicht!
8. Führe die Übung bis zum Abschluss durch.
9. Sei stolz auf deine bisherigen Bemühungen und Erfolge (auch die kleinen!)
10. Nimm dir Zeit für die Übungen.

Diese 10 Regeln haben mir immer sehr gut in einer PA geholfen. Daneben kannst du neben den oben genannten Techniken von PMR und autogenes Training auch eine Atemübung machen. Das ist super um, eine schnelle Enstpannung zu erreichen.

Wichtig ist auch, dass du nicht vermeidest. Trotzdem aus dem Haus gehen und der Angst sagen, du kannst mich nicht einschränken! Denn wenn du das tust, dann lässt du die Angst über dich regieren und dann kommst du in einen Teufelskreislauf rein. Ich weis jetzt leider nicht wie alt du bist, aber denke mal doch so fit, dass du dich nicht schonen musst/solltest. Der Körper hält viel mehr aus, als wir manchmal selbst denken.

Mit den oben genannten Tipps kannst du schon ganz gut was gegen Unruhe, Nervösität und Anspannung bewirken. Naja und null Stress hast du ja nicht, denn mit sich selbst beschäftigt zu sein und Angst zu haben ist ein enormer Stress, denn du aber unter Kontrolle bekommen kannst.

Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass es besser wird und hoffe du kannst etwas mit den Tipps anfangen.

Gruß Leon

22.11.2015 00:41 • #2


Hallo Kokiri,

Bist wohl auch n Zelda Fan
Erstmal vielen Dank für deinen hilfreichen Post, hat mir geholfen und vor allem tut es gut zu wissen dass man das schaffen kann und vor allem aushalten kann. Man muss aber wohl echt richtig daran arbeiten...

Was ich bisher über Panikattacken gelesen habe trifft nur teils auch mich zu. Habe teilweiße Stundenlangen anschwellende Panikattacken die nicht ausbrechen...
aber war auch immer wieder verwundert was alles dazu gehört.
Habe zwar auch diese Akuten Phasen vor allem Anfangs gehabt und alle Symptome die man nur haben kann aber dass ziehen Schmerzen zu der Beklemmung und Atemnot auch jetzt noch dazugekommen sind macht nicht schon echt fertig.
Vor allem da Mental noch positiv zu denken ist sauschwer.
Ich bin 29 also sollte ich noch fit genug sein um mich außerhalb vom Bett bewege zu können fühlt nur im Moment nicht so an obwohl ich auch merke nur im Bett liegen ist nicht die Lösung (außer für den Schwindel der ist damit echt weg).
Vermieden hab ich die Bewegung halt wegen dem Schwindel, Schwächeanfälle und PA in Bewegung sind der blanke Horror.

Ist halt immer das gleiche erst zieht es irgendwo wenn mans dann erfolgreich ignoriert hat sticht in der Brustgegend oder zieht am Unterbauch überhaupt strecken ist in dem Zustand keine gute Idee da verkrampft sich übelst mein Rücken.
Überhaupt jede Bewegung kann schon zu Verkrampfungen führen. Da muss man echt Aufpassen was man macht versuche es halt immer besonnen durchzustehen und hoffe dass sich nicht alles verkrampft.
Da keine schlimmen Gedanken haben ist schon echt schwer.
Ich merke auch wie Stress das verstärkt teilweiße ist für mich lesen, was essen und spazieren schon stress wenns dann mal n bisschen bergauf geht erst recht. Das war Anfang des Jahres nicht so.

Ja ist schon was dran alleine dass ich mich damit beschäftige ist auch schon Stress da mich das auch im Schlaf verfolgt und teilweiße sogar schon einen Tagesrhythmus hat sich das aber auch irgendwie verselbständigt d.h. es braucht nicht zwingend n Auslöser bin ständig angespannt und irgendwann kochst über und alles entlädt sich.
Du meinst dann mit seinen Gedanken das ganze nicht noch schlimmer machen gelingt mir teilweise... Da denn Stresslevel ohne einer PA zu entladen wäre ne feine Sache, und vor allem die Dauerhafte Anspannung loswerden das es erst gar nicht soweit kommt, weil das Spielchen geht ja immerwieder von vorn los.

22.11.2015 03:19 • #3




Dr. Reinhard Pichler