Hallo , ich leide unter Klaustrophobie- seit kurzem merke ich wie unwohl ich mich fühle wenn die Bahn durch einen Tunnel fährt und dann zB aufgrund eines vorausfahrenden Zuges kurz im Tunnel halten muss. Sobald sie im Tunnel steht bekomme ich Herzrasen und das Gefühl schlecht Luft zu bekommen.
Jetzt zu meiner Frage:
aufgrund einer Baustelle bin ich mit dieser besagten Bahn gefahren die durch diesen Tunnel fährt. Aber nächster Woche könnte ich wieder mit der regulären Bahn fahren. Ich überleg jetzt halt ob es ab und zu Sinn macht auf diese Bahn umzusteigen um mich bewusst diesem Stress auszusetzen und dann hoffentlich gelassener zu werden. Was würdet ihr mir empfehlen?
@Duddy Exposition ist ein hervorragender Weg eine Angst loszuwerden. Mach es auf jeden Fall.
Und Respekt für Deinen Mut, das überhaupt anzugehen.
Alles Gute ✌
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#2
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Panik im Tunnel beim Bahn fahren
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Ex-Mitglied Gast
Ab durch den Tunnel. Konfrontation ist die effektivste Art Ängste loszuwerden. 👍😉
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#3
Nachtsocke Mitglied
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@Duddy Aber nicht um jeden Preis. Wenn Du übermüdet bist oder morgens durch was anderes schon einen höheren Stresslevel hast, dann wähle die entspanntere Variante. Übers Knie brechen geht nicht bei einer Angsstörung.
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Duddy Mitglied
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@Benutzer419 @Kermit danke für eure Nachricht., Ich bin auch schon am überlegen ob ich demnächst zum Hausarzt gehe und mir nochmal Escitalopram verschreiben lasse ( hab ich vor ca 3 Jahren mal genommen). Was denkt ihr darüber?
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Benutzer419 Mitglied
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@Duddy Lass Dich beraten. Aber ehrlich gesagt, wenn Du wirklich darüber nachdenkst Dich der Angst zu stellen, würde ich es erstmal ohne Medis versuchen.
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Drkingschultz Mitglied
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Hast du denn im Alltag noch andere Probleme als durch den Tunnel zu fahren?
Wenn es nur das ist, was aktuell ein Problem ist, würde ich keine Medikamente nehmen deswegen. Vor allem nicht, wenn man das Problem genauso umgehen kann.
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Nicky78 Mitglied
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Hallo,
ich kenne das Problem und es ist einer der Gründe, warum ich niemals Bahn fahre. Auch das Stehenbleiben auf der Strecke ohne Klimaanlage ist so ein Horror für mich. In diesem Fall hab ich mich tatsächlich für Vermeidung entschieden.
LG Nicky
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Lina60 Mitglied
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Als Kind war ich zweimal Überlebende von zwei Totalschäden. Meine Mutter war jedes Mal die Schuldige, und ich fahre bis heute nur in Notfällen Auto. In USA habe ich selbst den Führerschein gemacht ( hatte also die Kontrolle) das ging gut. Als ich zurück in die Schweiz kam, liess ich das Fahren sein. Damals war es auch "in" auf Autos zu verzichten. Ich hatte und habe nie Nachteile durch das Nicht-Fahren, denn ich habe das Glück, dass man bei uns überall mit dem öffentlichen Verkehr gut hinkommt.
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#9
Psychic-Team Moderator
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Hallo Duddy,
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Beste Grüße Carsten
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Krylla Mitglied
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Das kenne ich. Mir wird da auch immer etwas komisch im Magen ...
Wo es wirklich mal schwer war, war in einem Urlaub in Tschechien. Dort kommt man am besten mit der Untergrundbahn in die Innenstadt. Unter der Erde ist nicht meine erste Wahl, aber es wird mir eben nur etwas komisch. Also war der Tunnel für mich nun auch noch kein Grund es zu lassen. Als ich einstieg, ist mir allerdings das Herz in die Hose gerutscht. Es ist stockdunkel draußen und man spürt nur, wie viel schneller diese U-Bahn war als in Deutschland und wie es manchmal auf und ab ging. Ich konnte das nicht. Wir hatten dort geplant eine Woche zu bleiben. Die ersten zwei Tage bin ich jede Station ausgestiegen, um mich zu beruhigen und dann wieder rein. Die Rückfahrt ging natürlich immer etwas besser, weil der Weg nach Hause der leichteste ist. Ich kann aber sagen, dass ich nach fünf Tagen entspannt durchfahren konnte. Wobei ich dabei dennoch immer am Fenster sitzen musste, damit ich den schemenhaften Kabeln mit den Augen folgen konnte. Das hat mir sehr geholfen, weil ich sonst manchmal das Gefühl hatte, dass ich in dieser Dunkelheit keinen "Halt" finde, wo mir sonst zusätzlich noch schwindelig wird. Mein Gleichgewichtssinn ist da etwas merkwürdig.
Ich denke also auch, dass eine Konfrontation nicht der falsche Weg ist, aber es ist sehr wichtig zu sehen, dass man es macht, wenn man sich gut fühlt und sonst gerade nicht angeschlagen ist. Da kann man besser Dinge aushalten. Setze dich nicht unter Druck. Motivation, die von einem selbst kommt, kann eine große Hilfe sein.
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Duddy Mitglied
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@Drkingschultz @Benutzer419 nochmals vielen Dank für eure Antworten!
Was ich mich noch frage: soll ich bewusst den Tunnel wahrnehmen und mich versuchen zu beruhigen oder soll ich mich vor der Einfahrt in den Tunnel schon bewusst auf was anderes konzentrieren um ihm quasi keine Aufmerksamkeit zu schenken?
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#12
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Duddy Mitglied
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@Drkingschultz ich bin oft unter Stress (war aber schon länger so) und ich denke immer 5 Schritte voraus und male mir oft das schlimmste aus…
@Duddy Ja, unbedingt bewusst wahrnehmen und sich auf die Angst einlassen. Bei einer Exposition muss man so lange in der Situation verbleiben bis es besser wird. Das wird schwierig im Tunnel, der ist ja nicht 200km lang. Deshalb bewusst drauf konzentrieren, sobald der Zug in den Tunnel fährt. Dann wirst Du sehen, dass nichts passiert ist. In dem Moment fängt Dein Gehirn an die Erfahrungen und Befürchtungen zu überschreiben.