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Hallo Ihr Lieben,
Bin durch Google aufmerksam geworden auf dieses Forum, und fühlte mich nichtmehr alleine nachdem ich ein paar Beiträge gelesen habe.

Mein Problem: Ich hab Angst und Panik Zug zu fahren ! Allein der Gedanke macht mir schon Angst.
Nachdem ich meine Angst was Bus und Auto-fahren in den Griff bekommen habe fehlt noch der Zug.
Heute habe ich es 2 mal versucht zu fahren und beide male war die Angst stärker als Ich.

Das größte Problem ist das ich nur noch raus will aus dem Zug selbst nachdem ich erst eingestiegen bin, und das geht nicht. nur an einer Station.
So wenn die Panik aber kommt habe ich Angst das ich im Zug an die Fenster klopf, panisch umherlaufe und womöglich noch die Notbremse aktiviere/ziehe !

Ich hab sehr großen Willen das zu schaffen.
Teilt mir bitte eure Erfahrungen, Tipps Ratschläge mit !
Sehr gerne auch Erfahrungen wie der Prozess bis zur Heilung war,


Mfg,
coeur

09.02.2014 17:39 • 18.05.2019 #1


16 Antworten ↓


Hallo coer,

ich habe seit meiner PAstörung als seit letztes Jahr auch damit zu kämpfen, viele Dinge mache ich inzwischen wieder, zugfahren ist immer noch ein Problem, aber ich möchte dir Mut machen, mir ging es letztes Jahr noch genauso wie dir. Aber ich habe mich gezwungen, muss mit dem Zug zu meiner Uni fahren ca. 35 Min. ich wollte nur ungern mein Studium wegen der Angst abbrechen.
Bei mir ist es genauso, so bald ich drin bin fühle ich mich eingesperrt, habe immer noch manchmal mit Anflügen von PA zu kämpfen, die Abstände zwischen den Haltestellen sind ca. 5-7 Minuten, und auch ich habe Angst vor dem Kontrollverlust, sprich mich auffällig vor anderen Leuten zu benehmen, denn immer wenn ich PA bekomme, habe ich Herzrasen und den total Drang wegzulaufen, wirklich wie beschrieben, Gefahr gleich Flucht, und wenn ich weiß ich kann einfach nicht so raus wie ich möchte fühle ich mich eingesperrt und habe das Gefühl ich werde verrückt.
Aber man muss es aushalten, das ist leider einzige Methode um die Angst zu besiegen. Wir haben zwar Angst dass wir die Kontrolle verlieren, aber ganz ehrlich haben wir das jemals gemacht.
Welche Symptome hast bei einer PA?
Es ist eigentlich sehr selten dass die anderen merken, wenn wir eine PA haben.
Bist du in einer Verhaltenstherapie?
Meine Therapeutin sagt Folgendes:
Die Angst zulassen, dann beobachten welchen Level hat die Angst erreicht von 0-10
Welche Symptome habe ich, sich nicht reinsteigern!
Die Symptome und die Angst wahrheitsgemäß bewerten, z. B. Ich kann doch gar nicht umkippen, bei einer PA steigt der Blutdruck
Die Leute werden es nicht merken, klar das herz rast, meine Hände schwitzen, die Knie sind ganz weich, aber wenn schon, es ist bloß die Angst. Wenn man sich dies bewusst man, hat man schon viel gewonnen, die PA dauert dann meist nur wenige MInuten und flacht ab.
Nur wenn man sich reinsteigert, und weiter Todesangst empfindet dauerst es länger bis die PA abflacht. Je mehr man dies durchgemacht hat, desto seltener treten die PA auf und sie werden immer milder in ihrer Verlaufsform.

09.02.2014 19:25 • #2



Panik vor Zug-fahren !

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Danke hoperful, das hilft ungemein von deinen Erfahrungen zu hören.
Bin seit 2 Monaten in einer Therapie und wir hatten nie über Konfrontation gesprochen
Jetzt mach ich den Selbstversuch heute und bin natürlich total hilflos.
Meine Symptome sind: Schwitzen, Meine Beine wackeln wie Bäume im Wind und Herzrasen
Aber vorallem der Fluchtgedanke ist sehr sehr stark.

Aber ich habe auch vor mich zu konfrontieren und dadurch mit der Angst arbeiten zu können bis sie nichtmehr stark ist.
Aber die Angst vor der Angst is natürlich auch sehr groß.


Mfg, coeur

09.02.2014 21:06 • #3


Das wird deine Therapeutin bestimmt nochmal mit dir besprechen. Ich gehe davon aus, du machst eine Verhaltenstherapie, sie sich auch aus Konfrontationen zusammensetzt. Die PA Erkrankung gehört zu den am besten und effektivsten behandelbaren psychischen Störungen ..., dazu gehören auch Konfrontationen, nur leider speichert das Gehirn die negativen Erfahrungen viel schneller als positive. Es hat sich auch herausgestellt, dass wenn man die aufkommende PA nur unterdrückt indem man sich ablenkt, wird die PA nicht geheilt, man muss lernen die PA auszuhalten. Leider habe ich das auch extrem mit dem Bewegungsdrang und Herzrasen bei einer PA. Das ist so schlimm, wenn man weiß, dass man in dem Moment nicht raus kann!

09.02.2014 21:25 • #4


Hallo coeur,
mich würde interessieren, ob deine Angst nur in Zügen oder auch in anderen Umgebungen oder Situationen vorkommt zum Beispiel in Bussen, Autos, U-Bahnen, oder allgemein in engen Räumen.

10.02.2014 11:39 • #5


ja und ob negative Erfahrungen dahinterstecken, die sich im Zug ereignet haben.
Bei mir überhaupt nicht. Es ist bloß die Angst vor 'Angst, dass ich durch eine PA vor anderen Leuten auffallen kann und weil ich eben den Zug öfters benutzen muss, ist es vor allem dort so:(

10.02.2014 15:52 • #6


Wie ist es, wenn Du mit jemanden zusammen Zug fahren würdest?
Wie weit ist die nächste Station?
Bei einer Konfrontationstherapie würdest Du anfangs auch mit Therapeut fahren später alleine.

Beim alleine fahren als Ablenkung mp3-Player mit Musik, die Dich beruhigt. Oder auch telefonieren (in angemessener Lautstärke) oder versuchen ein Spiel auf deinem Handy zu machen.

10.02.2014 16:56 • #7


genau, meine Therapeutin hat mir auch angeboten, dass sie mitfährt, ich habe es aber von Anfang an alleine gemacht. Aber jeder entscheidet es für sich. Musik und Sudoku habe ich auch dabei, das lenkt sehr gut ab und bringt dich auf andere Gedanken.

10.02.2014 17:04 • #8


widesea
Hallo coer,

was du beschreibst, kenne ich nur zu gut.
Bei mir fing dieser Prozess sehr schleichend an und hat sich verschlimmert, umso mehr ich vor den Situationen, die mir Angst bereitet haben Abstand genommen habe.
Heute bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich wirklich sehr eingeschränkt bin. An Zug fahren wäre momentan nichtmal zu denken, da ich ebenso wie du, das Gefühl habe nicht flüchten zu können und allein dieser Gedanke bringt Wellen der Panik in mir hoch.
Durch die Angst vor der Angst verschlimmert sich das meiste noch, da man in diesem Fall schon mit einem schlechten Gefühl in die Situation geht.

Du bist also nicht alleine mit deinen Problemen, aber ich hoffe wir finden schnell aus diesem Teufelskreis heraus, denn so ist das Leben wirklich nicht schön

10.02.2014 18:38 • #9


Nein, eben. Ich habe mir vorgenommend, dass ich mein Studium wegen der Erkrankung nicht aufgeben mag. das wäre fatal, sagt meine Therapeutin, denn so gebe ich der Angst nur die Bestätigung, dass sie ihre Anwesenheit berechtigt ist. Ich hatte in den ersten Wochen meiner Erkrankung auch eine starke Agoraphobie, aber dank der Therapie fing ich an wieder fast alles zu machen, wie früher. Natürlich sitzt mir oft noch die Angst im Nacken, aber ich mache es trotzdem und merke dann wie die Angst weniger wird. Straßenbahnen, Ubahnen gehen auch wieder, zumal Haltestellen nah beieinander sind und man nicht so lange eingesperrt wird. Wir wollen diese Jahr Urlaub machen, letztes Jahr haben wir schon aufs Fliegen verzichtet, da ich nun auch Angst vor dem Fliegen habe! Dabei habe ich Fliegen geliebt, konnte nie nachvollziehen, wie jemand Flugangst haben kann und jetzt.....graut es mir vor.

10.02.2014 18:48 • #10


Annelsche
das kenne ich auch alles nur zu gut...ich verrate euch mal was nach bei ner PA im zug passiert, wenn du sie durchstehst..zuerst merkst du wie sie aufkommt, du versuchst dich krampfhaft auf etwas zu konzentrieren, die bahn ist so voll, dass du nicht flüchten kannst, aber wirklich: kein hans schaut dich an, alle versuchen irgendwo hinzuschauen, nur niemanden anstarren, du denkst du bekommst keine luft mehr, der atem geht ganz kurz und flach, deine hände sind nass und dein herz klopft als wolle es aus deinem körper springen, nun ist der zeitpunkt gekommen, an dem du meinst du kippst um (im sitzen versteht sich )

x.

was tatsächlich passiert: du kippst nicht um, du stirbst nicht, dein herz bleibt nicht stehen, sondern die spitze ist gekommen und sie geht auf einmal zurück und du fühlst dich wie auf wolken, weil du es ausgehalten hast...

das war meine heftigste panikattacke in der bahn...haltet es aus, es hört wirklich wirklich irgendwann auf...und dann gehts euch besser, zumindest für einen längeren moment

grüße an alle angsthäschen...wir packen das!

annelsche

p.s. hab trotzdem panik vorm bahnfahren

10.02.2014 22:46 • #11


Man Seid ihr Klasse !
Vielen Vielen Dank für eure Antworten. MAN IS HALT DOCH NICHT ALLEINE
Ich werde demnächst mit meinem Therapeuten zusammensitzen und dann werden wir einen Plan erstellen wie ich das schaffe.
Ich berichte dann
Man darf aber auch nicht frustriert sein und aufgeben wenn es mal nicht klappt. Es geht weiter !
Der Zug geht auch weiter
Unsere Gedanken auch irgendwann

Wir Angsthasen werden es schaffen !

PS: Bald kann ich ausführlicher schreiben und auch eingehen auf das was ihr im Detail geschrieben habt.


In Verbundenheit,
coeur

10.02.2014 23:26 • #12


Annelsche
coeur, wenn du wüßtest wievielen leuten es so geht. ich bin mir ganz sicher, dass es in der bahn mindestens 20 % genau so geht.

ach ja und bin gespannt auf deine berichte



grüße annelsche

10.02.2014 23:34 • #13


18.05.2019 06:33 • #14


Lottaluft
Das klingt echt heftig
Kam das mit einem mal das deine Panik da war oder gab es einen konkreten Auslöser ?

18.05.2019 06:45 • #15


koenig
Zitat von Matze1988:
Das körperliche ist da. Auch wenn es vom Kopf kommt ist es keine Einbildung).


Natürlich ist es da. Dein vegetatives Nervensystem reagiert mit den typischen Symptomen.

Wenn du solch eine Angst derzeit hast, wird sie nicht einfach weggehen. Du brauchst Geduld.

Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf je näher du der Bahn kommst? Versuche sie dir einmal bewusst zu machen.

Fakt ist, dass trotz der vielen Symptome dir nichts passieren wird. Man steht zwar total neben sich, aber es sind deine Gedanken, die diese Symptome auslösen.

18.05.2019 06:51 • #16


Ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Also kann nicht beschreiben was mir durch den Kopf geht. Alles und nichts. Davon aber eine Menge und in rasender Geschwindigkeit.

Ich bin letztes Jahr im Sommer einmal im Zug umgekippt wegen sowas. Danach konnte ich aber bis Januar halbwegs Zug fahren.

Ich glaube jedem der sagt, dass nichts passiert. Ich versuche auch logisch zu denken, dass nichts passiert. Aber ich glaube mir selbst nicht und habe das Gefühl, dass ich meinem Körper nicht vertrauen kann. Zumal es dazu schwer ist mit Durchfall überhaupt von zuhause wegzukommen oder nicht auf halbem Weg umzudrehen (Durchfalltabletten helfen da auch kaum).

Jetzt aktuell ist mir schon schwindelig + Magenkrämpfe, wenn ich nur daran denke aus dem Bett aufzustehen. Umso mehr ich an Zug fahren denke umso mehr kommt dazu. Wenn ich versuche gar nicht daran zu denken, passiert es jedesmal doch spätestens 10min bevor ich los muss und ich dann auf dem Klo fest hänge oder mich setzen muss wegen Schwindel.

Wenn ich zu Fuß zur Arbeit gehe habe ich zum Beispiel niemals solche Probleme.

18.05.2019 08:06 • #17



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