Hey hopeful,
ja, 3 Jahre Therapie. Das erste 3/4 Jahr wurde es sogar erst schlimmer, weil meine Therapeutin alles mit mir aufgewühlt hat. Dann habe ich erst mal gelernt, was mir in den Situationen hilft, was mich gut ablenkt, bis ich psychisch wieder so stabil war (ca. 1/2 Jahr später) dass ich mich bewusst den Situationen, die ich z.T. vermieden habe, stellte. Da lernte ich die Angst zuzulassen, sie über mich ergehen zu lassen. @Saragossa: die Panikattacken dauern dann vllt max. 25 min, es war bei mir aber nie so lange. Höchstens der allgemeine Angstzustand kann länger sein (z.T. den ganzen Tag), aber der ist ja auch besser zu ertragen. Der positive Effekt beim Zulassen ist ja, dass man sich schneller beruhigt und die körperlichen Symptome nicht durch negative Gedanken noch verstärkt. Dies übt man erst bewusst und irgendwann rutschen die erlernten Mechanismen ins Unterbewusstsein und greifen von dort fast alleine.
Das letzte Jahr meiner Therapie ging es mir bereits viel besser! Nur Mut hopeful, wenn ich das schaffe schafft ihr das auch. Ich habe bei euch allen hier in diesem Beitrag ein gutes Gefühl. So wie ihr schreibt,seid ihr bereits auf dem richtigen Weg. Ihr habt schon einmal die Ursachen und Zusammenhänge verstanden, was meiner Meinung nach der erste wichtige Schritt ist.
Ganz 100% geheilt wird man nie, da gebe ich saragossa recht. Die Angst bleibt ein ständiger Begleiter, man ist diesbezüglich einfach sensibler als andere. Aber man lerntmit ihr umzugehen. Ich habe sie mir mittlerweile sogar zu Nutzen gemacht und mich mit ihr "angefreundet". Ich nenne sie meinen persönlichen Aufpasser oder Barometer. In stressigen Situationen, wenn die oben beschriebenen Mechanismen des Unterbewusstsein nicht ausreichen, warnt sie mich. Dann reagiere ich wieder bewusst auf die jeweilige Situation, z.B. nehme mir Pausen und Auszeiten, mache überpünktlich Feierabend, auch wenn ich viel auf dem Schreibtisch habe, tue die Dinge, die mir guttun....
Ihr könnt euch das jetzt nicht vorstellen, aber glaubt mir, wenn ihr dran bleibt, kommt auch irgendwann die Zeit, in der ihr euch die Panikattacken nicht mehr richtig vorstellen könnt. Vergessen werdet ihr sie nie, aber es ist als ob ihr über einen Film redet oder über eine andere Person.
Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass ihr dies auch erreichen werdet.
Lg
Alice01