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K
Hallo,

mich würde mal interessieren, was ihr tut, wenn ihr alleine unterwegs seid und Panik bekommt. Ich muss ja derzeit immer alleine Autofahren um zu meiner neuen Arbeitsstelle zu kommen. Es sind zwar nur 30 km, aber weil ich keine Autobahn fahre, bin ich recht lange unterwegs. Ich bekomme jetzt seit kurzem immer wieder Angst, wenn ich durch die Stadt fahren muss. Heute auf der Rückfahrt habe ich auch wieder Angst bekommen. Mir wurde auf einmal bewußt, dass ich in einer mehr oder weniger fremden Stadt bin, eingesperrt im Stadtverkehr und um mich herum nur fremde Menschen, mir fiel auf, dass ich ganz alleine bin. Jetzt mache ich mich wegen morgen schon wieder verrückt, wenn ich alleine unterwegs bin. Ich habe es dann irgendwie geschafft mich zu beruhigen, aber es ist ein total schreckliches Gefühl. Was macht ihr, wenn ihr alleine unterwegs seid und euch die Umgebung so fremd vorkommt, was tut ihr, wenn ihr Panik bekommt und euch bewußt wird, dass ihr in dem Moment ganz alleine seid?

lg Kad

02.12.2008 18:36 • 02.12.2008 #1


5 Antworten ↓


M
Hallo Kad,

bei mir war es so, dass ich zuerst PA's auf Autobahnen bekam, dann
erging es mir genauso auf Landstraßen.

Du siehst, dass das Vermeiden in einer Falle münden kann, die PA's
erweitern sich auf andere Lokalitäten. Erst duch die Einnahme von
Citalopram verschwanden die Symtome, es war wichtig, ein Medi
einzusetzen. Jetzt arbeite ich mit meinem Psychologen daran, auch
ohne Medis zu leben.

Übrigens: Bei mir war es genau umgekehrt: Wenn ich alleine fuhr, waren
die PA's weniger als wenn ich mit meiner Frau unterwegs war; die zusätz-
liche Verantwortung belastete mich sehr.

Mir geht es - dank Medi - dank Progress.Muskelentspannung - dank
Änderung der Einstellung zu bestimmten Dingen - und dank Bewegung
zur Zeit gut.

Alles gute für dich, Kad!

Michael

02.12.2008 18:59 • #2


A


Panik beim alleine Unterwegssein!

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I
Ich hatte früher auch Panikattacken und ich weiß, wie Du Dich fühlst. Ich habe etliche Bücher gelesen, u.a. auch die hier vom PAL-Verlag. Sie haben mir sehr geholfen. Als ich die Attacken bemerkte, habe ich mir in Gedanken immer Mut zu gesprochen und Atemübungen gemacht. Z.B. beim Einatmen sagte ich mir: Ich atme Mut und Ruhe ein. Beim Ausatmen sagte ich mir: Alle Anspannungen und Ängste fließen aus meinem Körper und stellte dies mir in Form von kleinem Sternenregen vor. Nach kurzer Zeit wurde ich ruhiger und es half.

Wenn Du merkst, dass die Angst ankommen will, sage: Hallo Angst, mir war klar, dass Du in dieser Situation kommst, ich habe Dich schon erwartet. Aber Du kannst mir nichts, denn du bist mir vollkommen egal. Denn ich weiß, dass nichts passieren wird, denn ich bin mutig und selbstbewusst und schaffe durch die Stadt zu fahren.

Gehe in Gedanken die heutige Situation noch mal durch.
Was war die Situation? Du warst im Auto und fuhrst durch die fremde Stadt.
Was ist geschehen/was dachtest Du? Du hast Angst bekommen, du bist allein.
Wie war Dein Gefühl? Schlecht, Dir ging es nicht gut.

Setze diese Gedanken doch jetzt ein mal positiv um:

Wir wird die Situation? Du sitzt im Auto und fährst durch die Stadt.
Was geschieht/was denkst Du? Du bist alleine. Mach Dir Deine Lieblingsmusik an und singe mit. Du hast den Mut, alleine mit dem Auto durch die Stadt zu fahren. Andere Menschen trauen sich dies nicht. Freu Dich, dass Du jetzt im warmen Auto sitzt und nicht auf einen kalten Bahnhof stehen muss und frierst.
Wie fühlst Du Dich? Zufrieden und glücklich.

Probier diese Gedanken einfach mal aus, ich hoffe sie helfen Dir.

Eine gute und fröhliche Autofahrt wünsch ich Dir.
Sabine

02.12.2008 19:19 • #3


C
Zitat von Kad:
Was macht ihr, wenn ihr alleine unterwegs seid und euch die Umgebung so fremd vorkommt, was tut ihr, wenn ihr Panik bekommt und euch bewußt wird, dass ihr in dem Moment ganz alleine seid?

lg Kad


Kuhl (cool), mir ist heut dasselbe passiert. Ich fühlte mich beim Einkaufen plötzlich sauwehrlos, ausgeliefert, allein und die Horrofantasien zogen alle Aufmerksamkeit auf sich.

Was ich in der Situaiton getan habe; wie immer hab ich mich bunjee-jumpingmäsig in dieses Drecksgefühl fallen lassen, aggressiv genug mir das dafür verantwortliche Stück Hirn mit nem Brotmesser rauszuschneiden. Ich habs drauf angelegt, ''komm mach mich fertig, dann endet hier mein Leben, sowas passiert halt von Zeit zu Zeit!'' ich habs herausgefordert wollte mehr Panik wollte endlich zur Hölle fahren. Es hat gedauert aber es wurde schwächer und jetzt, nach ner guten Runde Sport und guter Musik fühl ich mich richtig super.

Bloß nicht vermeiden, bloß nich weglaufen, da wo die Angst ist, da sollst du hin. Und jeder umweg ist ein Schnitt ins eigne Fleisch.

Ich schaffs jedesmal mit der Pank umzugehn aber wie man sie komplett an der Wurzel auslöscht weiss ich noch nicht.

02.12.2008 19:24 • #4


J
Hi,

das Problem habe ich auch manchmal wenn ich unterwegs bin. Ich habe mir klar gemacht, dass um mich herum Menschen sind und ich ein Teil dieser Menschen bin, ein Rad in einem zufälligem sozialen Gefüge. Das hat mir sehr geholfen. Wenn wir in solchen Situationen Angst haben, ist unser Selbstwertgefühl im Eimer, d.h. wir müssen es möglichst ad hoc wieder aufbauen. Bleibt zu beachten dass eine fremde Stadt nie ganz remd ist. Auch dort gibt es notfalls Krnakenhäuser und es gehen/fahen Menschen auf der Straße die ebenfalls PA`s haben. Manchmal überlege ich mir auf der Straße, egal ob im Auto oder zu Fuß, was wäre wenn die Leute um mich herum mit PA jetzt sich bloßgeben würden, so richtig mit allen Symptomen. Dann wäre auf den Straßen permanente Ausnahmesituation. Ich stelle es mir manchmal bildlich vor und fange dann an, vor mich hin zu lächeln und das hilft auch ne ganze Menge.

Janus

02.12.2008 20:51 • #5


K
Hallo alle Zusammen,

vielen lieben Dank für eure aufmunternden Worte. Es tut gut, wenn man weißt, dass man mit dieser Krankheit nicht alleine ist. Trotz Angst und Panik stelle ich mich dieser Angst auch immer wieder, obwohl ich mich manchmal schon frage, warum sie nicht nachläßt. Ich dachte immer, die Angst geht irgendwann weg, wenn ich aus der Stadt erst einmal raus bin und auf die Landstraße komme, ist es manchmal ein Gefühl der Befreiung und ich enstpanne mich langsam wieder. Ich möchte auch unbedingt meine Therapie weitermachen, leider bekomme ich keinen guten Draht zu meinen Therapeuten, derzeit ist auch gerade Pause. Mein Therapeut ist zwar nett, aber irgendwie stimmt die Chemie trotzdem nicht.

Ich werde also meinen Mut zusammen nehmen und morgen wieder losfahren, was mich zusätzlich stresst ist der Winter und die Dunkelheit, diese Fahrrei im Dunkeln schlaucht zusätzlich. Ich hoffe die Angst läß irgendwann nach und das Selbstvertrauen kommt zurück....

lg Kad

02.12.2008 22:16 • #6






Dr. Hans Morschitzky