Liebe @kathrinheinz
Alk. ist eine Dro. wie jede andere auch, die uns physisch aber weit davor schon insbesondere erst einmal psychisch abhängig macht. Alk. versetzt uns bereits in geringen Dosen in einen Zustand der gefühlten Leichtigkeit, ja der Erleichterung von allen Sorgen.
Wie jede andere Dro. erleichtert sie die temporäre Flucht vor der/den unangenehmen Realität/en des Lebens.
Da die Dro. Alk. legal, ist der Zugriff ein leichtes. Selbst für Minderjährige stellt dies kein allzu grosses Problem dar.
In jungen Jahren hab ich mich auch hin und wieder „weggeschmissen“, als ich in Gesellschaft mit anderen Jugendlichen zu schnell und weit über den Durst getrunken habe. Doch das Elend des Katers und die Erinnerung bzw. die Reminder meiner Saufkumpanen wie daneben man sich, ich mich dann in diesem Zustand daneben benommen habe, ließen mich umdenken.
Auch der Anblick von Alk., die man oft an Bahnhöfen oder an den Strassenrändern so gefunden hat, ließen mich eine bewusste Entscheidung treffen, der ich bis heute treu geblieben bin. Ein gutes Glas Wein oder auch mal ein Bierchen ist okay und vertretbar, doch jeden Tag und noch dazu bis zum Rausch trinken kommt für mich nicht mehr in Frage. Nie wieder wollte ich einen Kater haben oder alleine schon nur die Vorstellung die bewusste Kontrolle über mein Handeln zu verlieren oder noch schlimmer, als Alk. in der Gosse zu enden, waren für mich Motivation genug HALT zu sagen. So wollte und will ich niemals enden!
Der bewusste Genuss unterscheidet sich vom Saufen, wesentlich in der Weise, dass wenn ich heute Alk. trinke ich mir immer bewusst bin was das, insbesondere auf Dauer, mit meinem Körper und meinem Geist macht. Das er mir die Wahrnehmung der insbesondere unangenehmen Realitäten verschleiert und mir verunmöglicht zu. denken und bewusste Entscheidungen zu treffen.
Irgendwann übernimmt in der Sucht der Alk. die Kontrolle über mein Leben, ja mein gesamtes Dasein. Dann, wenn ich es mir zur Gewohnheit mache zu trinken, um meinen Frust, über meine eigene Ohnmacht gegenüber den Herausforderungen des Lebens nicht gewachsen zu sein, zu betäuben.
Das, diese erlebte Ohnmacht, ist jedoch nur eine Vorstellung, eine Selbstprogrammierung die sich in meinem Geist abspielt und die ich jederzeit, solange ich nicht schon physisch abhängig, sprich tatsächlich Alk. bin, umschreiben kann.
Die Entscheidung für ein Leben mit begrenztem Genuss, der Dich niemals aus der Rolle fallen, die Beherrsachung verlieren lässt, fällt umso leichter, je mehr Du aus Dir selbst heraus bewusst wahrnimmst ob Du die Kontrolle über Dein Leben einer Dro. überantworten willst oder behalten möchtest.
Nicht für andere sondern ganz besonders für Dich selbst. Ob Du jederzeit Herr über Dich selbst bleiben möchtest oder anderen, ja einer Dro., egal welcher, die Kontrolle, die Verantwortung über Dein Leben, überlassen willst?
So paradox es auf den ersten Blick erscheinen mag, nutze, ja sublimiere Deine Zwangsveranlagung, um Dir die reale Bedrohung, ja die wahrlich gerechtfertigte Angst vor dem Verfall durch den Alk. oder jedwede andere Dro. stets vor Augen zu halten. Mache Dir die Angst zum Verbündeten, denn Deine Seelenstimme tief in Dir drinnen sagt Dir ja schon, dass Dir das nicht gut tut.

Überlege stattdessen, nutze diese frei werdende Energie, denke nach was Du tun könntest, um auf anderen, wahrlich weisen Wegen Deine Dich quälenden Probleme in den Griff zu bekommen.
Das wünsche ich Dir von ganzem Herzen
Ganz liebe Grüsse
Achtsamkeit