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Hallo liebe User,
so, wie es ausschaut, haben mich meine Panikattacken, die ich mal vor 4 Jahren hatte, wieder eingeholt. Noch ist mir schleierhaft, warum und wieso. Nun kann ich zum jetzigen Zeitpunkt immer noch nicht zweifelsfrei sagen, ob Panikattacke oder doch irgendwie was am Herzen. Daher bitte ich hier um Eure Mithilfe, um die Sache anhand der Symptomatik einzuordnen. Das würde mir extrem helfen damit umzugehen:

Angefangen hat alles vorige Woche beim Joggen, alles völlig aus dem Nichts mein Puls weit nach oben gerast ist. Ich war etwas benommen und habe dann angehalten, der Puls fiel dann im weiteren Heimgehen. Ich dachte zunächst, dass das ja mal vorkommen kann. Nächsten Tag ist genau das selbe Phänomen auf dem Heimtrainer passiert und erst da habe ich mir ernsthaft Sorgen gemacht.

Da ich vor 5 Woche eine Mandelentzündung hatte und danach auch gleich wieder mit Sport begonnen habe, war die Angst vor einer Herzmuskelentzüdnung da. War nun Anfang der Woche alles durchchecken und es liegen keine Befunde vor. Allerdings schenke ich dem bis jetzt nur halbes Vertrauen, da es auch nicht wenige Fälle gibt, in denen eben diese Befunde auch in Ordnung waren. Für mich steht daher irgendwie zur Debatte diese Attacken abzugrenzen, damit ich etwas unternehmen kann.

Ich war z.B. heute spazieren. Generell gehe ich da mittlerweile mit einem panischem Gefühl aus dem Haus, stelle mich aber dieser Angst. Mit entsprechender Atemtechnik kann man diese Grundangst recht gut in Schach halten. Auffällig dabei sind meine schwitzigen Hände. Diese Grundpanik/-angst habe ich teils auch zu Hause. Ich merke dann hier und da, wie sich mein Körper plötzlich wieder entspannt - das kann ich auch nicht beeinflussen, es passiert.

Zu dieser Grundangst gesellt sich aber ausschließlich unter Kreislaufbelastung (Spazieren, Sport, Trainer) irgendwann die richtige Attacke, wo es dann wie ein Blitz durch meinen Körper schießt, die Beine werden weich und mir wird ganz heiß. Der Atem geht auch schwer und ich habe das Gefühl, als hielte mich jemand fest. Man hat das Gefühl jeden Moment umzukippen. Dann nach nicht mal 30 Sekunden ist es so, als würde jemand wieder loslassen - regelrecht schlagartig, die Beine bekommen wieder Energie und der Spuk ist vorbei. Heute habe ich das mal etwas beobachtet.

Ich bilde mir ein, dass eine Erkrankung am Herzen, als spezielle HME, nicht so abrupt eingreift. Wenn das Herz krank ist, müsste es doch eher in den "Sättigungsbereich" reinfahren und dann mit entsprechenden Symtpomen kommen. Es passiert aber völlig aus dem Kalten, ungeplant und eben nur bei Belastungssituationen und geht vor allem dann auch wieder. Auf der Couch war bisher nichts. Das irrtiert mich halt sehr an der Sache.

Vielleicht habt Ihr einige Anhaltsunkte, um diese Attacken einzuordnen.
Würde mich wirklich extrem helfen!

18.02.2012 21:22 • 09.09.2018 #1


23 Antworten ↓


Richtig war, dass du bei einem Arzt warst. Ich bin kein Arzt hätte aber, so wie du deine Symptome beschreibst, wahrscheinlich ein Belastungs EKG durchgeführt. Du meintest ja, dass deine Symptome nur bei Anstengung auftreten. Bei einem Belastungs EKG kann man sofort feststellen ob es etwas am Herzen ist oder nicht.
Ich habe letztes Jahr auch eines machen lassen.

So wie du deine Situation schilderst, klingt es für mich schon sehr nach Panikattacken. Du meintest, du schwitzt an den Händen beim sparzieren gehen.
Das klingt für mich nach der Angst vor der Angst, die typisch für Angstpatienten ist.

Stehst du im Moment noch anderweitig unter Stress?
(Arbeitsplatz, Beziehung, Umzug, Krankheitsfall in der Familie, usw.)

Vg

19.02.2012 13:56 • #2



Mithilfe: Panikattacke von Herzkrankheit unterscheiden

x 3


Hallo, danke für die Antwort.

Ja, wir haben ein Belastungs-EKG (bis zum Schluss) durchgezogen. Da war absolut gar nichts. Alle sind mit schwitziger Stirn aus dem Zimmer, ich habe das recht locker absolviert als Radsportler. Ultraschall am Herz auch OK, Labor auch OK - alles super, keine Entzündung und nichts. Meine Befürchtung ist/war halt die, dass es auch Herzmuskelentzündungen gibt, die leichte Formen haben und keine Befunde liefern bzw. das Stadium noch zu früh ist.

Und trotzdem: am selben Tag frohen Mutes auf den Trainer und nach 20 Minuten wieder Leistungsknick und hoher Puls. Aber halt auch wieder mit dem komischen Blitz-Kribbel, der durch den Körper geht - schwitzige Hände. Keine Atemnot, o.ä. - das Herz hat sich selbst bisher nicht wirklich gemeldet. Ähnlich wie gestern beim Spaziergang. Der Hammer war heute nach: um 5:30 Uhr wach geworden, schon mit komischen Gefühl. Habe dann Atemübungen gemacht und bin rumgelaufen und dann fings erst recht an: krasses Herzrasen, Kontrollverlust, Zittern - wollte den Notruf holen, konnte mich aber mit den restlichen 1% Verstand zurückpfeifen. Habe dann noch ca. 15 Minuten zitternd auf dem Bett gelegen. Ich konnte das nicht unterdrücken, habe da echt an mit gezweifelt.

Das kuriose: heute mit der Familie spazieren gegangen, eine gute Stunde. Absolut nichts, keine schwitzigen Finger, kein Knall und kein Plautz. Das kann irgendwie nur der Kopf sein. Gerade wie ich hier schreibe wieder ein Anflug - ich habs "verjagt", aht geklappt.

Was haltet Ihr eigentlich vom "Nitro-Test"? Bei einer Attacke mal Nitro einsprühen. Wenn es vom Herz kommt, müsste ja was passieren, ist es Angst passiert nichts. Hatte ich irgendwo gelesen und finde ich gar nicht so doof.

Welche Erfahrungen habt denn Ihr so mit der Panik? Ähnliches?
Auch beim Sport?

19.02.2012 19:45 • #3


Das mit dem "Nitro" würde ich lassen
Hatte ich mal bekommen so auf TEst im Notarztwagen und dann geht es dir erst recht schlecht und außerdem ist unser Kopf so tricky der reagiert da glatt drauf und prompt geht der Puls runter
Bei mir wurde nie irgendwas gefunden auser SVES und mal VES im Ekg ohne Krankheitswert...
Ich habe meine extrem gute Fitness aus Angst vor der Belastung fast verloren und versuche es grade wieder aufzubauen..

22.02.2012 12:24 • #4


Genau da liegt meine Angst. Ich bin Radsportler und werde mir das durch meine Angst nicht nehmen lassen. Und wenn ich mit 160 Puls 25km/h fahre, ist es halt so.

Bei mir kommt die Angst mit der Belastung. Kapier ich nicht und da ist es schon verdammt schwer keine Herzkrankheit zu vermuten. Allein wenn ich nur spaziergehe, werden die Hände schwitzig und ich verkrampfe total. Ich teste das hin und wieder am Trainer und da ist das absolut verrückt. Gestern war ich 10 Minuten drauf, ganz simple von 60-120Watt Test gemacht. Der Puls war bei 60W schon bei 110, bei 120W dann auf 140. Unglaublich! Heute selbes Spiel, aber bei 60W Puls 90 und bei 120W Puls 115 - daher normal. Das alles will absolut nicht in meinen Kopf rein und mir fällt es extrem schwer das nur der Psyche zuzuordnen. Allerdings sagt mir mein Verstand, dass eine Krankheit am Herz nicht wählerisch ist und sich so äußert oder irgendwas über Nacht auflädt, damit ich am nächsten Tag mal 10 Minuten durchstarten kann.

Langsam legt es sich wieder, aber man macht sich halt so Gedanken. Am WE werde ich mal das Rad rausholen, wenn das Wetter gut ist und langsam durch die Gegend gondeln. Da werde ich ja nicht gleich tot umfallen.

22.02.2012 23:40 • #5


@manitou

Deine Schilderung drängt mich intuitiv zur Aussage, dass bei "Deinem Geschehen" die Psyche im Vordergrund steht.

Ich weiss, dass Dir ein "handfester", greifbarer Grund lieber wäre, obwohl ja ein krankes Herz natürlich lebensbedrohlicher ist als Psychostörungen.

Und wenn Belastungs-EKG und Koronarsonographie nichts negatives zeigen, gilt schulmedizinisch das Herz zunächst mal als OK.

Das sage ich vor dem Hintergrund eigener, jetzt 2-jähriger vergleichbarer Odysee, allerdings mit bestehender, offensichtlich progressierender KHK, eingebauten Stents, ständiger MI-Symptomatik, zwischenzeitlich ausgebildetem Diabetes, 12-maliger Notaufnahme ... etc, etc.

Aber natürlich auch einer Diagnose F33.1 (Depression, Angsstörung, oder wie auch immer).

Die kam halt mal irgendwann rein, weil meine Herz-Symtomatik nach Einwurf von 1 mg Tavor exp. schlagartig besser wurde. Seitdem fehlt sie natürlich in keinem Arztbericht...

Was ich sagen will: es ist eine helle Freude, 24 Stunden am Tag (ja, auch im Schlaf ), die unglaublichsten Empfindungen, Schmerzzustände etc im Herzbereich zu spüren, mal mit BD- und Pulsänderung, mal ohne, mal mit Angst, mal ohne, mal ist die Angst die Ursache, mal ist sie die Folge...

Wer soll das eigentlich differenzieren können??

Und vor allem in diesen 3 Minuten, die ihm das System für Deine "Behandlung" zubilligt...

Und als ultimativer Trost: letztlich sterben wir alle an Herzversagen, zumindest steht das in den meisten Totenscheinen...

23.02.2012 14:56 • #6


Du bist angstpatientin und kennst all das. Du hast nichts mit dem Herzen und Hör vor allem auf Nitro zu nehmen, sonst bekommst du noch was. Die Ärzte haben dir alle Antworten gegeben. Dein Herz ist gesund und kein Laie der dich nicht kennt kann dir was anderes sagen. Gehe wieder zu deinem alten Therapeuten und Versuch raus zu finden, warum die Ängste zurück gekehrt sind. Klär deine seelische Situation, dann werden auch die Beschwerden weniger. Du müsstest es eigentlich besser wissen, als jetzt wier von einem Arzt zu anderen zu laufen um endlich jemanden zu finden, der dir eine Krankheit bescheinigt. Stell dich der Realität, die Ängste sind zurück. Du hast es einmal geschafft, du schaffst es wieder. Er nur wenn du dich darauf konzentrierst und nicht auf irgendwas anders

23.02.2012 17:52 • #7


Jetzt hab ich in diesem Zusammenhang einen interessanten Typen entdeckt:

http://www.a-gittinger.de/page7.html

Kardiologe mit Zusatz Psychotherapie, nicht alltäglich.

Was er so von sich gibt find ich nicht schlecht, allerdings in Duisburg, für mich zu weit.

24.02.2012 03:48 • #8


Zitat von prinzessin22589:
Du bist angstpatientin und kennst all das. Du hast nichts mit dem Herzen und Hör vor allem auf Nitro zu nehmen, sonst bekommst du noch was. Die Ärzte haben dir alle Antworten gegeben. Dein Herz ist gesund und kein Laie der dich nicht kennt kann dir was anderes sagen. Gehe wieder zu deinem alten Therapeuten und Versuch raus zu finden, warum die Ängste zurück gekehrt sind. Klär deine seelische Situation, dann werden auch die Beschwerden weniger. Du müsstest es eigentlich besser wissen, als jetzt wier von einem Arzt zu anderen zu laufen um endlich jemanden zu finden, der dir eine Krankheit bescheinigt. Stell dich der Realität, die Ängste sind zurück. Du hast es einmal geschafft, du schaffst es wieder. Er nur wenn du dich darauf konzentrierst und nicht auf irgendwas anders


Hallo, ich bin wenn dann "Angstpatient" und auch noch lange nicht von der Sache befreit. Daher, meine Therapie beginnt ja erst gerade. Bis vor 14 Tagen hat sich meine Angst aber in Richtung Krebs bewegt, als dann völlig aus heiterem Himmel der Puls beim Sport anfing wie verrückt zu rasen. Auf dem Trainer zeigten sich dann weitere Anomalien. Als Sportler kennt man seinen Kreislauf. Ich bin dann wirklich als "normaler Patient" zum Arzt, das hätte jeder gemacht. Sobald man aber eine Agnststörung hat, "darf" man ja gar nicht mehr gehen, sondern wir sofort in eine Schublade geschoben. Finde ich auch nicht toll.

Ich ordne das schon alles der Angst zu und arbeite da auch extrem dran. Übrigends habe ich kein Nitro genommen - wo steht das? Allerdings habe ich komische, kleine Symtpome, wie öfter Schmerzen im linken Arm oder auch mal punktuell im Kiefer. Das kann natürlich auch alles nur von der Verspannung/Rücken sein, trotzdem macht man sich Sorgen, weils eben auch nicht angsttypisch ist. Sobald ich mich anfange zu bewegen (Spazieren, Treppensteigen, etc.) bekomme ich schwitzige Hände. Ist zwar angsttypisch, aber hier auch recht gebunden an eine Bedingung. Allerdings bekomme ich auch so schwitzige Hände - ist seitdem auch neu, kenne ich gar nicht und nervt ungemein. Wirklich herzliche Sorgen, wie Atemnot, ö.ä. kann ich nicht sagen.

Das macht einen schon ziemlich kirre!

24.02.2012 11:41 • #9


War vorhin noch mal testweise auf dem Trainer (Ergometer). Die Werte waren überraschend gut, so wie zu besten Trainingszeiten. Selbst bei 140Watt ist der Puls nicht über 120 gekommen. Kapier halt nicht, dass das so extrem schwankt, vielleicht war es doch zu viel Training und der Körper erholt sich langsam. Die Ärzte wissen es nicht und ich auch nicht.

Ich weiß nur, dass eine Reihe komische Symptome habe, die ich nirgends einordnen kann. Kann mir zb auch nicht erklären, dass ich aktuell früh mit geschwitzen Beinen aufwache. Aber eben nur die Beine, der Rest ist absolut trocken. Hää? Dann gibts Zeiten, wo ich regelrecht friere und dann wo ich wieder eher zum Schwitzen neige und die Heizung runterdrehe. Manchmal ist zB ein Ohr glühend rot, das andere kalt. Dann habe ich mal über längere Zeit richtige Schmerzen im rechten Schultergelenk. Ich dachte vom Bürojob o.ä. - dann ist es aber plötzlich zeitweise komplett verschwunden und kommt irgendwann wieder.

Vielleicht doch nochmal nen Borreliose-Test machen - die sind damals ohne Befund gewesen ... hat jetzt absolut nix mit Angst zu tun. Da kriegt man ja keine Gelenkschmerzen. Ich meine nur: da arbeitet man Jahre an sich und denkt, dass alles psychosomatisch ist und nach 3 Jahren stellt sich vielleicht raus, dass es was ganz anderes ist.

24.02.2012 14:49 • #10


Natürlich kann das alles von der Psyche sein, selbst Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und viel mehr. Es ist nur schwer, es zu akzeptieren. Warum musst Du denn jedes Symptom einordnen können? Genau da liegt das Problem. Jedes Symptom möchte man einem körperlich kranken Hintergrund zuordnen. Und dabei ist es oft "nur" die kranke Psyche. Oft erkennt man das nicht, weil es für viele Leute keinen klar erkennbaren Grund gibt.

Gestern erst sagte eine Ärztin in der Sendung "Hauptsache gesund" (MDR), bei vielen Leuten die mit Rückenschmerzen in die Praxis kommen stellt sich später raus, es ist körperlich alles i.O. und es ist die Psyche, weil die Psyche Verspannungen macht und das letztlich am ganzen Körper zu Schmerzen führen kann, auch Rückenschmerzen. Nur können die Leute das immer schwer einsehen, weil ihnen Psyche fremd vorkommen, nicht greifbar.

Und ich kann das nur bestätigen, weil ich auch schon verschiedene chronische Schmerzen hab, für die es keinen klaren körperlichen Hintergrund gibt. Und da kann man irgendwann mal aufhören zu suchen, weil es kostet die Solidargemeinschaft auch viel Geld, wenn man wegen Problem A immer und immer wieder zum Arzt rennt und vielleicht noch in 3 Jahren zu 20 verschiedenen. Und letztlich kommt nie was raus, man kann es nur nicht akzeptieren.

24.02.2012 15:13 • #11


Ich bin ja privat versichert und keinesfalls jemand, der oft zum Arzt geht. Im Jahr vielleicht 10 Mal - als Hypochonder!! Da liege ich klar im Mittelfeld. Letztens war ich z.B. wegen ordinären Rückenschmerzen da - mal richtig körperlich. Mein Asthma ist auch nicht psychisch.

Es ist hier schwer zu vermitteln, was ich sagen will. Die Ärzte nutzen mittlerweile die "Psyche" als Diagnose-Müllhalde. Alles, was in den 10 Minuten beim Arzt nicht geklärt werden kann, wird als somatoform abgestempelt und man wird maximal zum Psychologen geschickt. Da braucht man sich nur mal in den Borreliose- oder Schilddrüsen-Foren umschauen. Die meisten da haben eine Marathon hinter sich und wurden von mind. 10 Ärzten als somatoform eingestuft. Da fällt einfach ein gewisser Prozentsatz hinten runter und da gibts etliche Dinge, die so nicht erkannt wurden.

Ich möchte hier keinesfalls behaupten, dass ich dazu gehöre. Ich weiß sehr gut, dass ich ein psychologisches Angstproblem habe und arbeite (mit steigendem Erfolg) auch daran. Das rechtfertigt aber nicht die Aussage, dass ich nicht auch mal krank werden kann. Mir ist es aber im Endeffekt zu einfach alles fraglos in diese Schublade zu schieben. Auch als Angstpatient nehme ich mir "ganz frech" das Recht heraus Dinge und Symptome zu hinterfragen. Natürlich muss ich lernen damit auf natürlichem Wege umzugehen und darf mich nicht in Dinge hineinsteigern - ich denke genau da liegt die Kunst und der Ansatz. Auch nach einer hoffentlich erfolgreichen Therapie werde ich jedoch ein kritischer Patient bleiben - Verhaltenstherapie heißt mich nicht leichtsinnig werden.

24.02.2012 18:47 • #12


3fach_daddy
Ich finde es auch das die Ärzte alles schnell als psychisch einstufen.
Merke ich bei mir.
Wobei 10 minuten beim Arzt lang ist.
Solange nimmt sich mein Arzt für keinen Zeit

24.02.2012 20:26 • #13


Zitat:
Die Ärzte nutzen mittlerweile die "Psyche" als Diagnose-Müllhalde. Alles, was in den 10 Minuten beim Arzt nicht geklärt werden kann, wird als somatoform abgestempelt und man wird maximal zum Psychologen geschickt.

Nein, sehe ich völlig anders und da kann ich von mir ausgehen und auch von Leuten in meinem Umfeld.

Patienten sind aber oft der Meinung, bei einem gewissen Symptom müsste man 20 Untersuchungen machen. Das ist aber oft nicht notwendig. Ein Neurologe z.B. hat erstmal schon einen Blick, dann gibt es ganz einfach Untersuchungen, wozu er nicht mal Geräte braucht und das ist in 10-12 Minuten erledig. Und dann kann der ganz klar abschätzen, es gibt neurologische Ausfallerscheinungen oder nicht.
Und so ist es auch bei anderen Fachärzten. Ihr solltet mal bitte nicht die Kompetenz der Ärzte unterschätzen. Klar passieren überall Fehler, aber das ist nicht die Regel.

Ich hab wirklich schon viel durch, bei Kardiologen, Internisten, Psychiatern, Neurologen, HNO, Orthopäden etc. Und auch wenn man zu 5 Kardiologen rennt, wenn der 1. keinen Herzfehler finden, werden alle bis zum 5. auch keinen finden.

Und leider ist es so, es ist auch sehr oft die Psyche, selbst bei Leuten, die jahrelang Schmerzen haben oder was auch immer. Mir sagte mal ein Kardiologe (Prof.), 60-70% der Leute die zum Kardiologen wegen angeblicher Herzprobleme kommen, selbst auf Überweisung, haben nichts am Herz, sind in Sachen Herz/Kreislauf völlig gesund. Es ist die Psyche.

Leute mit chronischen Schmerzen schickt man heute in neurologisch-verhaltensmedizinische Kliniken, weil sich bei fast allen viel über die Psyche behandeln lässt.

Und der Bereich Psychosomatik gewinnt auch immer mehr an Bedeutung, dazu sollte man dann aber zu einem Arzt für Psychosomatik gehen (das sind keine Neurologen oder Psychiater), nicht zum Hausarzt.

Viele hier sollten auch nicht vergessen, wir sind auch ein ganzes Stück Hypochonder. Man muss es sich aber auch eingestehen.

24.02.2012 21:53 • #14


Kritischer Patient sein ist doch gut und Super, hat nichts damit zu tun, dass trotzdem viele Symptome psychisch sind. Das was du da beschreibst bei dir hat meine Therapeutin bei mir mal als Wanderaua verschrieben. Und das ist, im Gegensatz zu deine Aussage, sehr typisch für angsterkrankung. Und ja, es gibt ein paar Erkrankungen die den Symptomen sehr ähnlich sind wie Diabetes, Schliddrüsenüber - oder unterfunktionen oder auch bolliose. Ds was du hier von die geschrieben hast läst vermuten, dass vielleicht eine VT nicht wirklich erfolgreich sein wird, da du dich scheinbar von deinen Symptomen nicht einschränken lässt. Weißt du den, warum du die Ängste hast? Hast du eine Idee davon warum dein Körper so reagiert? Vielleicht kommst du weiter, wenn du deine Gedanken in die Richtung bewegst

25.02.2012 17:26 • #15


Ich habe keine Ängste. Ich hab immer mal Symptome die man auch Angst zuschreibt, aber dafür gibt es keinen gedanklichen Hintergrund, auch keine Sorgen oder Probleme. Darum kann ich auch keine Gedanken umleiten, die gibt es nicht.

25.02.2012 18:22 • #16


Ihr habt ein wenig an meinem Beitrag vorbei diskutiert. Mir ist sehr wohl bewusst, dass ich ein Angstproblem habe und kenne auch zum großen Teil die daraus resultierenden Symptome. Im "Idealfall" treten die dann auch auf, wenn die Psyche das bereits ankündigt. Ist ja prinzipiell eine normale Ursache-Folge-Reaktion. Und natürlich lernt man da auch ständig dazu, was die Symptome angeht.

Aber ich sags noch mal: Das heißt doch nicht, dass ich ab nun an gänzlich zu 100% Symptome habe, die nur aus Angstreaktionen des Körper resultieren. Prinzipiell kann das auch alles sein. Wenn ich beispielsweise Magenschmerzen habe, weil anfgenommen wirklich ein Geschwür da ist, würde doch jeder Arzt tendentiell bei mir auf die Psyche tippen. Damit möchte ich nur sagen, dass man psychische Symptome nicht "abstempeln", sondern auch im Auge behalten sollte. Vielleicht ist auch genau diese Einstellung falsch oder vielleicht macht es ja auch die Dosis: besorgtes Beobachten oder "lockeres" Beobachten. Was denn nun?

Und na klar, das Urteil eines Arztes ist natürlich viel gewichtiger, als das eines Laien. Wir maßen uns ja nicht selten an mehr davon zu verstehen. Ist eigentlich auch ein Witz - aber der Arzt steckt auch nicht in diesem Körper und trägt nicht die Sorgen mit sich rum, die wir ja nun mal haben.

Zitat:
Ds was du hier von die geschrieben hast läst vermuten, dass vielleicht eine VT nicht wirklich erfolgreich sein wird, da du dich scheinbar von deinen Symptomen nicht einschränken lässt.


Zumindest habe ich aktuell noch ein paar Probleme, die ich allerdings selbst nicht definieren kann. Mir sagt auch irgendwie keiner deutlich, WAS ich denn ändern muss. Meine VT ist erst knappe 5-6 Sitzungen lang und wir erarbeiten aktuell die Grundlage bzw. die Analyse. Mein Psychologe meinte auch, dass ich mich nicht immer rechtfertigen soll. Auf der einen Seite glaube (und weiß) ich, dass ich viel gelernt habe - andererseits sagen mir dann andere, dass da noch viel Arbeit ist.

Konkrete Tipps sind enorm gern gesehen!

25.02.2012 22:47 • #17

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manitou

Natürlich kann man alles im Auge behalten, also physisch und psychisch. Wenn Du aber gewisse Symptome hast, wie eben Magen/Darm, die kann man ja abklären. Aber wenn es dann abgeklärt ist, dann sollte man es auch dabei belassen und nicht immer weiter suchen.

Und um noch mal ganz konkret auf "Panikattacke von Herzkrankheit unterscheiden" zu kommen. Wie? Du würdest es merken. Den Unterschied, glaub mir. Fakt ist aber und das weiß ich auch, damit ist vielen Leuten nicht wirklich geholfen. Ich kenne es doch selbst von den Panikattacken, als ich die noch extrem hatte. Da liegt man auf der Couch mit Blutdruck 180/120, Puls 140, kalten Schweißausbrüchen, linker Arm taub, Beine wie taub, Stiche im Hals Richtung Kiefer. Wie Symptome beim Herzinfarkt. Ich hatte das oft genug, der Notarzt war Stammgast bei mir.

Wenn man das aber 3, 4 oder 5 mal durch hat, bei mir war es sicher 25-30 mal, dann MUSS man doch mal irgendwann merken, man hat ne Meise! Merken, es ist 100% Psyche.

26.02.2012 00:42 • #18


crazy030,

Deine Beiträge faszinieren mich jedes mal. Wie um alles in der Welt hast Du es nur geschafft, Dich selbst wieder so zusammenzuflicken? Neid ist es nicht, was ich empfinde, wenn ich DeineBeiträge lese, aber auf jeden Fall ganz große Achtung und Respekt vor Dir. Es muss wirklich auch schlimm gewesen sein bei Dir-unglaublich, das es wirklich möglich ist, sich wieder so aufzurappeln. Du bist wirklich ein großes Vorbild für mich und dafür will ich kurz mal Danke sagen.

kalina

26.02.2012 01:46 • #19


Kalina71

Danke.

Das schaffen hier aber andere Leute auch.
Gut geht es mir auch bloß nicht, aber ich bin zumindest die Panikattacken los. Es sind halt körperliche Beschwerden weiter vorhanden, aber es ist besser, sich damit irgendwo anzufreunden, als immer wieder darüber zu reden und wöchentlich einen Thread dazu aufzumachen, was dann schon einige 100 wären, weil es geht schon Jahre.

Ob Migräne oder was auch immer, damit bin ich kein Einzelfall und andere auch nicht. Nach Jahren hab ich gemerkt, es ist besser, damit zu leben und es anzunehmen. Wirklich gute Ärzte suchen und gut ist.

26.02.2012 14:22 • #20



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