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TheSaint
guten abend zusammen,

ich war heute, wie jede woche, in meiner selbsthilfegruppe. es is ne gruppe, in der auch fast nur agoraphobiker und paniker sitzen, ein bisschen soziale phobie is auch noch mit dabei, aber fast nich erwähnenswert

nun is es ja so - für mich is die gruppe an sich so gut wie immer sehr anstrengend, weil man ja im kreis sitzen muss, aufmerksam sein sollte, mit zum gruppengeschehen beitragen sollte und das ganze dann auch noch zwei stunden lang mit einer kurzen fünf minuten pause dazwischen.

nun is es ja super sich mit betroffenen auszutauschen und zu wissen, dass man mit diesen problemen, die wir angsthasen so haben, nicht alleine auf der großen weiten welt is. dennoch kostet es mich immer wieder überwindung in die gruppe zu gehen, weil es für mich so anstrengend is, zwei stunden lang da rumzusitzen zwischen vielen leuten und dann noch die tür zu und das gefühl - nur nicht auffallen und auch nich rausdürfen. nun weiß ich ja, dass das quatsch is und jeder da drin das gleiche oder ein ähnliches problem hat. aber manche sagen auch, die gruppe is ihr fester fixpunkt in der woche, auf den sie sich freuen, oder eine "oase" und und und... das seh ich nich so, für mich is es immer wieder ne überwindung dort hin zu gehen und die erste stunde is in der regel auch sehr anstrengend für mich, weil ich dauernd damit beschäftigt bin "nicht ohnmächtig vom stuhl zu fallen", mir zu sagen, dass es von der angst kommt, wenn wieder alle stimmen "ganz weit weg sind" und was dann eben sonst noch für symptome kommen in der situation.

trotzdem muss ich sagen, dass es mir nach der gruppe immer besser geht, auch wenn ich meist froh bin, wenn sie rum is. aber fakt is, es ging mir nach der gruppe noch nie schlechter als davor, das gegenteil ist wie gesagt der fall

geht denn von euch jemand in ne selbsthilfegruppe und wie is das für euch so? auch eine oase, das highlight der woche, auf das man sich freut? oder auch eher überwindung und anstrengend? und wenn das so ist, was macht ihr, um den "inneren schweinehund" zu besiegen und regelmäßig in die gruppe zu gehen?


lg und schönen abend
The Saint

07.11.2008 23:20 • 10.11.2008 #1


19 Antworten ↓


Hallo Saint,

ich finde es ist eine starke Leistung, dass Du es schaffst Dich jedesmal wieder zu überwinden!

Ich habe heute in einer Serie einen schönen Satz gehört:

Wenn man immer nur wartet, wird sich nichts ändern!


Ich finde, Du machst das ganz gut!

Ich habe keine Selbsthilfegruppe an sich, meine Selbsthilfegruppe ist meine Familie bzw meine Tante und meine beiden Cousinen bzw "Schwestern"
Es gibt mir soviel halt dort zu sein, Es erfüllt mich immer mit einem Glücksgefühl wenn ich es wieder geschafft habe!
Und was mich am meisten mit Glück und Freude erfüllt ist es, mal ehrlich in den Arm genommen zu werden, unbeschwert zu lachen und zu SPÜREN bekommen dass sie mich lieben und so annehmen wie ich bin..

08.11.2008 00:14 • #2



Meine selbsthilfegruppe

x 3


Huhu Saint,

ich war auch noch nicht in einer Selbsthilfegruppe, die gäb es hier ca. 25 km weg.

Ich denke aber sie kann auch vielen gut helfen.
Vor allem find ich toll, dass du das so gut durchhälst - ist ja auch immer wieder eine Übung für dich.

Ich war mal für Alleinerziehende, das hat mir auch gut geholfen, einfach zu wissen man ist nicht allein.

LG
Gabi

08.11.2008 00:22 • #3


Ich bin in keiner Selbsthilfegruppe aber ich habe Familie und Freunde und meine Heilpraktikerin und ,hier das Forum was mir gut tut und ich mich austauschen kann und Hilfe und die nötige Ratschläge und Tipps bekomme,


Aber toll das du es schaffst trotz bedenken und Überwindung zur Gruppe zu gehen und es dort auszuhalten,


Ein grosser Schritt nach vorne,

Klasse,



Alles gute und weiterhin viel Mut Kraft und Erfolg fürdich,


Glg Biggi

08.11.2008 10:20 • #4


Ich kann mir auch sehr gut vorstellen,dass das enorme Überwindung kostet.Ich hab nur Erfahrung damit von meinem psychiatrischen Aufenthalt,da gab es auch immer den "Morgenkreis",da sitzen auch alle zusammen und jeder erzählt so wie es ihm geht.Nur war halt da der Vorteil dass man direkt im Krankenhaus ist,man muss sich nicht erst aufrappeln und irgendwohin fahren.
Leider gibt es bei uns solche Gruppen nicht,denke aber schon dass das hilfreich wäre.

08.11.2008 10:38 • #5


TheSaint
hallo zusammen

danke für eure antworten. ich selber seh das immer gar nicht so als große leistung, trotz meiner befindlichkeiten in die gruppe zu gehen... aber das is was, was mir generell fehlt. dieses *ich klopf mir mal auf die schulter, wenn ich was, trotz der angst, gemacht habe* auch hab ich schon öfters in der gruppe zu hören bekommen "du führst doch eigentlich ein ganz normales leben" - aber auch das sehe ich nicht so, weil es eben viele viele dinge gibt, die ich nicht kann und auch nicht tue. und vielleicht sehe ich das mit auch so, weil ich da viele "denkmuster" von meiner letzten freundin in den kopf "geparkt" bekommen habe, wie z.b. "du bist ein mann, du musst sowas nicht haben" oder auch "benimm dich mal männlicher"...

dennoch, es ist realität, dass ich einiges vermeide, wie z.b. autofahren, auf große volksfeste gehen, ohne mein "handtäschchen" aus dem haus gehen, ne bergwanderung mit kollegen im rahmen eines betriebsausfluges, in gruppen spazieren gehen, busreisen, nen see schwimmend überqueren und und und - die liste is endlos... ich bin also gar nicht soooooo weit, wie auch hier und da im forum mal geschrieben und vermutet wurde. ja, ich gehe vor die tür und ja, ich kämpfe jeden tag wieder - versuche es zumindest. aber leicht is das weiß gott nicht und manchmal sitz ich auch frustriert zuhause und denk mir, nimmt das denn nie ein ende? jetzt bist du bald mitte 30, hast keine frau, keine freundin, kein kind, keine familie, kein auto, nen unterbezahlten job mit viel zu viel streß für das bisschen kohle und wohnst auch noch in ner kleinen single-einzimmer-wohnung im hochhaus-block, die noch nich mal mein eigentum is... ja, ich kann auch jammern... und ich denke, ich wäre heute ohne meine angst weiter, zumindest, was den familiären und materialistischen kram angeht. das kotzt mich manchmal ganz schön an. und das is der punkt, wo ich mich bei weitem noch nicht so weit sehe, wie viele immer sagen oder meinen.

was die selbsthilfegruppe an sich betrifft - es is tatsächlich so, wie in den psychosomatischen kliniken, oder auch der tagesklinik, wo ich vor jahren mal war. am anfang und am ende gibt es ein "blitzlicht" - kennt sicher jeder von euch, der mal ambulante oder stationäre therapie gemacht hat. und innerhalb der gruppe wird dann über themen geredet, die von den teilnehmern eingebracht werden. unterschied ist lediglich, dass die gruppe nicht professionell von nem therapeuten, sondern von jemand selbstbetroffenem, der jedoch stabil ist, und jahre vorher selber teilnehmer einer gruppe war, geleitet wird. ich finds gut und eine echte alternative zu therapeuten, denn ich sehe mich als "austherapiert" an und glaub nich, wenn ich zur xten verhaltentherapie oder zu noch ner hundertfünfundzwanzigsten gesprächstherapie renne, das da noch was bei rumkommt... drum selbsthilfe als kompromiss


viel mut und kraft bei eurem weg und danke für den positiven zuspruch

08.11.2008 12:38 • #6


Wir haben zwar auch Selbsthilfegruppen, die zum Teil auch von Heilpraktikern angeboten werden, nur ich habe mich mal telefonisch informiert, und die kosteten alle Geld, auch wenn es nur 25 oder 40 Euro im Monat waren, aber was mich dran störte ist, das keine Gruppe nur für Paniker waren, sondern auch Leute da waren die andere psychische Probleme hatten, wie z. B. soziale Phobie, oder spinnenphobie etc, das war nicht nach meinem Sinn, denn ich brauch nicht die Probleme anderer, habe mit meinen eigenen genug zu tun als mir noch mehr Probleme aufzuhalsen. Also, ich freu mich für dich das du es so toll getroffen hast. LG

08.11.2008 13:06 • #7


TheSaint
selbsthilfegruppen kosten, so weit ich weiß, in der regel immer nen beitrag. das ist in meiner gruppe nicht anders mäuselpups

das man generell in der shg mal mit dingen konfrontiert wird, die man selbst nicht hat und dann darüber "nachgrübelt" ob man das nicht doch auch haben könnte, also sich noch mehr probleme an land zieht, als man eh schon selbst hat, das kann sein, muss aber nicht! das hat man uns auch im infogespräch vorab gesagt. gerade in der anfangszeit kanns mal ein wenig schwer sein, aber das legt sich wieder. trotztdem gibts auch manchmal themen, die nicht so "meins" sind, wo ich mir auch denke, ich wills nicht wissen und ich wills nicht hören - aber dann bemühe ich mich, das als übung zu sehen

lg

08.11.2008 13:54 • #8


laika
the saint!
wie hast du deine gruppe gefunden? im internet?
suche auch eine gruppe in meiner stadt, weiss aber nicht genau wohin ich mich da wenden soll! da ich noch auf gefühlten millionen wartelisten für einen therapieplatz stehe, kann ich mich nicht an einen therapeuten wenden der mir eine nennen könnte!!

um ehrlich zu sein, finde ich es toll wie du dein leben meisterst! ich hab irgendwo gelesen, dass du sogar u-bahn fährst...wow!! ich hab meinen alltag auch ganz gut im griff, aber es ist alles andere als normal! jeden tag ein kampf! aber jede kleine hürde, die wir schaffen, ist etwas besonderes! somit behalten wir paniker irgendwo das kindliche in uns und können uns an kleinigkeiten erfreuen!
und lass dir nie sowas einreden wie "du bist ein mann, du musst sowas nicht haben!" angst haben ist nicht unmännlich, sondern es nicht zugeben zu können! frauen stehen nicht auf männer, die ihre gefühle nicht rauslassen können

08.11.2008 19:18 • #9


TheSaint
guten abend laika,

zu meiner shg habe ich tatsächlich über das internet gefunden. und zwar über die seite http://www.panik-attacken.de/. die seite kenne ich schon seit ca. 8 jahren und dort hat sich seitdem viel verändert. früher gab es da auch noch ein forum, ähnlich diesem hier. das gibts dort leider nicht mehr, weil es wohl keinen admin mehr dafür gab. aber dennoch is die seite voll von infos, tips und ratschlägen, u.a. eben auch kontaktadressen für shg.

du musst aber nicht über diese seite gehen, sondern kannst sicher mit den entsprechenden suchwörtern bei google in deiner nähe auch was finden - viel erfolg dabei, falls du das in angriff nehmen magst

jaja, ich fahr ubahn, aber es gibt auch tage, da meide ich selbige wie die pest oder der teufel das weihwasser mit auch ein grund, warum ich heute so kämpfe, weil ich mit jammern, selbstmitleid und vergraben nichts gewonnen habe. ich habe aber jeden tag wieder aufs neue angst und sorge, vorallem bei dem beruflichen streß, den ich gerade habe, dass mein mühsam erkämpftes "normales" leben von jetzt auf gleich wieder zusammenbrechen kann. aber ich versuche mir, meinem körper und dem leben zu vertrauen. das dies nicht leicht is, weiß ich sehr genau.

vielleicht ist angsthaben nicht unmännlich, aber frauen, die einem mann das zugestehen und die drauf stehen, dass ein mann gefühle zeigt, die gibt es höchst höchst selten - es gibt sogar frauen mit angst und panik die ganz klar sagen, obwohl sie wissen, um was es geht - nee, so nen mann, der sowas hat, möchte ich auf gar keinen fall als partner... was das betrifft, bin ich "kuriert" und realist

dennoch lasse ich mich nicht unterkriegen - und das sollte keiner von uns angsthasen tun, denn dann hat die angst gewonnen


dir alles gute und ganz viel mut und kraft, lg
TheSaint

08.11.2008 21:09 • #10


Für jeden Pott gibts nen Deckel, hat meine Oma immer gesagt:

08.11.2008 21:37 • #11


TheSaint
dann bin ich kein pott

08.11.2008 21:41 • #12


Och menno, aber da siehst du das sie auf jedenfall versucht ihren deckel auf deinen Pott zu packen. Aber der Deckel muß fest aufliegen und darf nicht klappern, dann ist der Topf perfekt:

08.11.2008 21:43 • #13


TheSaint
schnellkochtopf? mit verriegelung?

08.11.2008 21:56 • #14


oh man, da gibt es doch das bekannte Auktionskaufhaus im Internet, da kriegst ihn bestimmt billig.

08.11.2008 21:57 • #15


TheSaint
ich bin stockkonservativ... ich koche mit normalen töpfen und suche einen ebensolchen deckel

08.11.2008 22:02 • #16


Ich werde dich in meine Gebete mit einbeziehen und wünsch dir gannzzzz dolllleeee eine.

08.11.2008 22:06 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

TheSaint
danke danke danke wird schon werden...

08.11.2008 22:55 • #18


Mensch ich bin auch noch hier, wollte schon längst TV gucken, aber kleine Mami gehts nicht gut, und ich bleib noch bei ihr bis es ihr besser geht. LG und gute Nacht

08.11.2008 22:57 • #19


laika
erstmal vielen dank für deine lieben worte!!

und ja, es gibt für jeden topf einen deckel aber den zu finden, ist gar nicht so einfach

und mal ehrich, jeder mensch, egal ob mann oder frau, der glaubt, dass ein partner mit angst und unsicherheit, es nicht wert ist geliebt zu werden, der hat unendlich krasse koplexe, wünscht sich einen starken partner an seiner seite, der ihm die eigenen emotionalen löcher füllt!!

wahre größe besteht doch darin, sich selbst nicht aufzugeben! trotz der ängste in der lage zu sein, jemandem zur seite zu stehen und auch hlfe annehmen zu können!

10.11.2008 15:26 • #20



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