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Ich habe seid mehreren Monaten immer wieder PA bekommen bzw eine Angststörung entwickelt . Ich bin auch in Behandlung und es ist wirklich besser geworden eine Zeit lang bin ich kaum raus gegangen , die ganze Zeit habe ich nur eine Sache im Kopf und zwar fängt morgen meine Ausbildung an und ich frage mich nur was passiert wenn ich dort die Symtome verspühre . Die letzten Tage habe ich mich außerdem unterzuckert gefühlt gefühlsmäßig war ich kurz vor der Ohmacht . Es war in mein Augen keine PA sondernd eine Ubterzuckerung die aber wie ich gelesen habe mit den Angstzuständen zusammenhängt und bei einer unterzuckerung kam man wirklich ohnmächtig werden oder nicht? Außerdem habe ich immer wenn ich messe ein zu hohen Blutdruck war deswegen auch beim Arzt und cardiologen mein Hausarzt möchte mir keine Tabletten verschrieben da es noch nicht nötig wäre das verstehe ich auch aber die ganzen Sachen machen mir sorgen und ich habe so Angst das ich deswegen die Ausbildung nicht schaffe oder durch die Symtome da einfach nur weg will. Ich persönlich glaube aber nicht das dieser neuer Lebensabschnitt Grund für die Symtome sind ! Habt ihr irgendwelche Tipps wenn es mir mal komisch wird und ich denke ich muss hier weg was ich machen kann ?
Danke

31.07.2017 13:38 • 31.07.2017 #1


8 Antworten ↓


Hallo, Sopranos,

was du hast ist ja eine Angsterkrankung. Und eine Angsterkrankung zeigt sich so, dass man sich mal besser fühlt und dann aber auch wieder vermehrt Angst hochkommt. Was du zurzeit machst, ist, dich auf den Teufelskreis Angst einzulassen. Ich kenne das aus persönlicher Erfahrung, denn ich hatte vor 20 Jahren eine Agoraphobie. Ich dachte, ich sterbe in bestimmten Situationen. Ich habe damals auch einen neuen Job angefangen und genau solche Gedanken gehabt, wie du jetzt. Was mache ich, wenn ich dort eine PA bekomme? Soll ich nicht evtl. das Ganze von vornherein sein lassen? Das krieg ich dort nicht hin. Womöglich falle ich dort in Ohnmacht und alle schauen mir dabei zu und merken dann, dass ich eigentlich sehr krank bin und stempeln mich dann als Psycho ab.

Was bei mir passiert ist, war, dass bei meiner neuen Stelle so viele neue Eindrücke auf mich zukamen, die mich erst einmal völlig abgelenkt haben. Das war schon mal gut. Selbstverständlich bekam ich, sobald ich wieder über meine Angsterkrankung nachdachte, Anzeichen von einer PA. Ich habe mir dann immer gesagt: Das gehört zu meiner Erkrankung einfach dazu. Ich habe mir kleine Hilfsmittel eingebaut. Z.B. habe ich mir meine Angst als eine kleine Person vorgestellt, die mich stört. Und immer dann, wenn ich in den Büros oder draußen unterwegs war und ich eine Mülltonne sah, habe ich den Deckel imaginär aufgemacht und die Person dort reingeworfen und den Deckel zugemacht und bin weitergegangen. Das hat mir damals im Büro sehr geholfen. Ab und zu habe ich dabei auch schmunzeln müssen, weil ich mir ihr gegenüber dann mächtiger vorkam.

Vielleicht hilft dir meine kleine Geschichte erstmal weiter.

Hier noch ein Link zu einem schönen Video dazu:

31.07.2017 13:49 • x 1 #2



Meine größte Angst und Sorge

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Schlaflose
Zitat von Sopranos :
Es war in mein Augen keine PA sondernd eine Ubterzuckerung die aber wie ich gelesen habe mit den Angstzuständen zusammenhängt und bei einer unterzuckerung kam man wirklich ohnmächtig werden oder nicht?


Einer Unterzuckerung kann man leicht vorbeugen, indem man Kohlenhydrate zu sich nimmt.

31.07.2017 14:18 • #3


Zitat von Schlaflose:

Einer Unterzuckerung kann man leicht vorbeugen, indem man Kohlenhydrate zu sich nimmt.


Das ist mir bewusst aber bei mir ist es so das ich morgens zum Beispiel einfach noch nicht essen kann und dann lange mit leeren Magen rumlaufe

31.07.2017 14:25 • #4


Wichtig ist auch, denke ich, sich zu sagen: Ich kann nichts dafür. Ich kann nichts für diese Erkrankung. Häufig habe ich damals gedacht: "Eey, ich bin doch völlig durchgeknallt. Ich bin doch für die Gesellschaft gar nicht mehr tragfähig. Ich hab doch so einen großen Knall, dass ich eigentlich in eine Zwangsjacke gehöre."
Besonders, als ich mich gegenüber meinen Geschwistern "outete" und ab da keine Anrufe mehr bekam und sie mich ingsgeheim als "Psycho" abstempelten, war es für mich besonders schwer. Ab da hab ich mich dann keinem mehr anvertraut. Denn ich hatte dann wieder vermehrt Angst, man würde mich evtl. einweisen.
Erst als ich zu meinem Psychologen kam, der mir sagte, 2 % der Bevölkerung hat diese Erkrankung. Niemand wird dich hier abholen und das geht alles wieder weg. Erst da konnte ich anfangen, überhaupt gegen die Krankheit was zu tun.

Heute ist das 20 Jahre her und ich kann eigentlich sagen: "Es war zwar extrem anstrengend, dass ich diese Erkrankung bekam, aber es hat mir auch geholfen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, wahre Freunde zu erkennen und für die Werkzeuge, die mir der Psychologe damals an die Hand gegeben hat, dankbar zu sein."

Hier ist noch ein schönes Video, falls du Interesse hast, etwas über "Versprechen" zu hören.

31.07.2017 14:27 • #5


Zitat von Sopranos :

Das ist mir bewusst aber bei mir ist es so das ich morgens zum Beispiel einfach noch nicht essen kann und dann lange mit leeren Magen rumlaufe


Das macht doch nix. Das mach ich jeden Tag so .. ich esse nur dann, wenn ich wirklich Hunger habe. Die Uhrzeit ist mir völlig egal. Wenn dir dann schwindelig wird, trinkst du halt was. Schwindel und Unwohlsein ist ein typisches Zeichen bei einer Angsterkrankung. Versuche, das nicht zu sehr ernst zu nehmen, auch, wenn sich dann die Teufelsspirale wieder in Gang setzt. Das sind ganz typische Symptome dieser Erkrankung, die alle Patienten haben.

Mir ist das übrigens mal passiert. Ich bin vor einer versammelten Manschaft ohnmächtig geworden. Als ich aufwachte, lag ich auf dem Fußboden und alle guckten mich von oben an - noch mit ihren Kaffeetassen in der Hand. Vorher hatte ich mir immer ausgemalt, wie schlimm das sein würde. Ich würde dann im Mittelpunkt stehen und das wäre superpeinlich. Das Gegenteil ist eingetreten. Alle waren sehr lieb und fürsorglich zu mir und haben sich sehr nett und lieb und mich gekümmert. Das war insgesamt also überhaupt nicht schlimm. Ganz im Gegenteil, die anderen haben mich als Menschen gesehen, dem sowas eben passiert ist. Und einigen ist ähnliches auch schon mal passiert, wie mir einige hinterher erzählt haben. Mich hat das Erlebnis eigentlich den anderen nur näher gebracht und war bei weitem nicht so unangenehm, wie ich es mir vorher immer ausgemalt hatte.

31.07.2017 14:31 • #6


Zitat von Bernsteinchen:

Das macht doch nix. Das mach ich jeden Tag so .. ich esse nur dann, wenn ich wirklich Hunger habe. Die Uhrzeit ist mir völlig egal. Wenn dir dann schwindelig wird, trinkst du halt was. Schwindel und Unwohlsein ist ein typisches Zeichen bei einer Angsterkrankung. Versuche, das nicht zu sehr ernst zu nehmen, auch, wenn sich dann die Teufelsspirale wieder in Gang setzt. Das sind ganz typische Symptome dieser Erkrankung, die alle Patienten haben.

Mir ist das übrigens mal passiert. Ich bin vor einer versammelten Manschaft ohnmächtig geworden. Als ich aufwachte, lag ich auf dem Fußboden und alle guckten mich von oben an - noch mit ihren Kaffeetassen in der Hand. Vorher hatte ich mir immer ausgemalt, wie schlimm das sein würde. Ich würde dann im Mittelpunkt stehen und das wäre superpeinlich. Das Gegenteil ist eingetreten. Alle waren sehr lieb und fürsorglich zu mir und haben sich sehr nett und lieb und mich gekümmert. Das war insgesamt also überhaupt nicht schlimm. Ganz im Gegenteil, die anderen haben mich als Menschen gesehen, dem sowas eben passiert ist. Und einigen ist ähnliches auch schon mal passiert, wie mir einige hinterher erzählt haben. Mich hat das Erlebnis eigentlich den anderen nur näher gebracht und war bei weitem nicht so unangenehm, wie ich es mir vorher immer ausgemalt hatte.

Wieso bist du denn umgekippt?
Ich habe Gelsen das man bei einer Panik Attacke nicht ohmächtig werden kann da der Blutdruck steigt und nicht sinkt

31.07.2017 14:37 • #7


Das war ganz profan. Ich hatte lediglich meine Regel und nichts gegessen und nichts getrunken. Also eine völlig normale Reaktion meines Körpers. Das war zwar blöd, mehr aber auch nicht. Und die anderen waren supernett zu mir. Es ist wirklich nicht schlimm, wenn man mal in Ohnmacht fällt. Das passiert jedem mal.

Schau dir mal das Video über "Vertrauen" an. Denn darum geht es auch bei einer Angststörung.

31.07.2017 14:40 • #8


Schlaflose
Zitat von Sopranos :

Das ist mir bewusst aber bei mir ist es so das ich morgens zum Beispiel einfach noch nicht essen kann und dann lange mit leeren Magen rumlaufe


Dazu reicht eigentlich auch, dass man reichlich Zucker in den Kaffee oder Tee macht.

31.07.2017 15:38 • x 1 #9





Dr. Christina Wiesemann