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Nikieagle
Ach ihr lieben ich bin verzweifelt.
Meine Panikattacken bzw mein Angstwesen ist so hartnäckig dass es sich nun was neues ausgedacht hat. Meine Hauptpanik war ja immer Angst vor einem allergischen Schock zu bekommen. So hat sich dann auch eine Panikattacke bei mir angefühlt. Sie kam sehr plötzlich war super intensiv und verschwand dann aber auch bald wieder. Da ich ja nun aber weiß, dass ich körperlich sehr gesund bin gibts nun was neues.

Ich habe Angst durchzudrehen. Es geht damit los, dass ich mich sehr unwirklich fühle. Das dauert meist paar Stunden bis ich das Gefühl habe "heute drehst du durch" "dieser Zustand hält für immer an"

Als würde die Panikattacke festhängen. Und das über einen langen Zeitraum.

Sie ist viel länger und halt ganz anders. Mir macht das leider echt angst.

Tavor nehme ich nicht weil ich denke
"dein Körper muss alleine lernen dass es wieder aufhört!" ich möchte diesen "Heilungsprozess" nicht von außen beeinflussen. Macht das Sinn?

Ach ist doch zum "verrückt werden" .

20.02.2021 16:23 • 21.02.2021 #1


20 Antworten ↓


Nee, ganz normale und gesunde Reaktion deines Körpers. Deine Angsterkrankung will, dass du was änderst. Wenn du nicht an der/den Ursache/n arbeitest, wird sie immer lauter. Wenn du eine Angst in den Griff bekommen hast, die Ursachen noch bestehen, dann kommt die nächste Angst.

Ich hatte auch lange Zeit Angst, dass ich Ersticke. Aber das konnte ich mir mit Logik abtrainieren. Dann bekam ich Angst, generell einfach so zu sterben. Das war schon schwieriger, sich das auszureden. Und dann kam die Angst, verrückt zu werden und die hat gesessen!

20.02.2021 16:45 • x 1 #2



Meine Angst denkt sich immer was Neues aus

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Nikieagle
Ich bin ja seit Dienstag in der Tagesklinik um ganz intensiv an den Ängsten zu arbeiten. Ambulant ist zu wenig für mich. Ich möchte das so schnell wie möglich besiegen. Damit es sich gar nicht erst über viele Jahre festhängen kann.

20.02.2021 17:01 • #3


Sydaemeni
Zitat von Nikieagle:
Ich habe Angst durchzudrehen. Es geht damit los, dass ich mich sehr unwirklich fühle. Das dauert meist paar Stunden bis ich das Gefühl habe "heute drehst du durch" "dieser Zustand hält für immer a


Klingt nach DR/DP. Also Derealisation oder Depersonalisation.
Wenn du grade ganz intensiv arbeitest schaltet deine psyche auf selbstschutz und du landest in diesem zustand.
Bei fast allen ist dann der bewusste angstgedanke verrückt zu werden odee ähnliches.
Deine angst sucht Ventile nach Außen und je mehr du arbeitest um so mehr wird es erstmal. Dann werden die symptome durchprobiert... Is eins okay kommt das nächste und is es in der masse zu viel kommt der schritt zurück des bewussten seins.
Du beobachtest dich irgendwie selbst, bist dir dessen aber bewusst und es macht dir angst.
Keine sorge
Da kommt noch bissi was auf dich zu aber das kriegst du hin!

20.02.2021 17:07 • x 1 #4


Nikieagle
Zitat von Sydaemeni:
Klingt nach DR/DP. Also Derealisation oder Depersonalisation. Wenn du grade ganz intensiv arbeitest schaltet deine psyche auf selbstschutz und du landest in diesem zustand. Bei fast allen ist dann der bewusste angstgedanke verrückt zu werden odee ähnliches. Deine angst sucht Ventile nach Außen und je ...



Also kann ich es so verstehen dass es an sich aber ein gutes Zeichen ist weil was "passiert"?

Es fühlt sich einfach soooo wahnsinnig schrecklich an! Ich bin nur am weinen weil ich so Angst habe in diesem Zustand zu hängen.

Wir sind vorhin dann trotzdem eine Runde raus gegangen. Heute Vormittag sahs ich auch das erste mal wieder im Auto weil ich dieser Angst ja auch kein Raum geben möchte. Sobald ich merke "das fühl sich bedrohlich an" versuche ich sehr schnell dagegen zu arbeiten um mich nicht beherrschen zu lassen. Ich will diese blöde Angst einfach nicht. Dafür ist kein Platz in meinem Leben!

20.02.2021 17:11 • #5


Sydaemeni
Ich habe gelernt es als das zu sehen was es ist. Ein selbstschutz der psyche.
Wenn der innere kampf zu groß wird dann wird einfach n riegel vor geschoben.
Versuchs mal mit etwas intensiveren düften oder Bewegungen, handlungen die dich wieder in die" Realität " holen.
Mir reicht ea mich auf was bestimmtes zu konzentrieren. Aber das braucht ein wenig Übung und du steckst in diesem Prozess ja noch mittendrin.

Sollte dich der zustand aber so derart aufregen würde ich es ansprechen in der klinik. Dann muss man vielleicht mal mit einem Hilfsmittel ausbrechen aus diesem kreis.

Und wenn ich so frei sein darf: nicht dagegen arbeiten. Damit arbeiten!
Im auto.. Lass es bedrohlich sein, raste aus solange es nötig ist... Is eklig aber es wird immer schwächer. So funktioniert die Konfrontation. Zulassen das dein hirnstamm die Gefahr überbewertet und so lange dort bleiben bis er kapiert das nichts passiert.

Die angst wird dich dein leben lang begleiten. Das tut sie jeden Menschen. Die Ausprägung und die Handhabung damit sind aber Sachen an denen man arbeiten kann.

20.02.2021 17:19 • x 2 #6


Nikieagle
Zitat von Sydaemeni:
. Dann muss man vielleicht mal mit einem Hilfsmittel ausbrechen aus diesem kreis.

Meinst du damit Tavor? Oder kein Medikament?

Wie du sagst bin ich ja noch ganz am Anfang . vielleicht will ich auch zu schnell zu viel. Und das überlastet mich dann. Ich möchte einfach schnellst möglich mein Leben zurück. Diese Rückschläge bringen mich total aus der Fassung weil ich direkt denke: die Therapie schlägt nicht an. Du wirst nicht mehr gesund etc. Ich muss mir einfach mehr Zeit geben. Aber das ist halt so schwer.

20.02.2021 17:26 • #7


Sydaemeni
Ja zb mit tavor. Aber solche Geschichten ja eh nur in Rücksprache mit der klinik denn die sind aktuell ja zuständig.

Du wirst noch einige Rückschläge haben... Es is auch gut möglich das es diesmal schnell geht und du einen bekommst in ein paar jahren. Das ist jedes mal frustrierend aber wie gesagt, wichtig ist zu lernen wie man damit umgeht, auf sich auf zu passen und die Zeichen zu erkennen. Das allerdings erst zum ende der ersten Phase. Mir war beim ersten Ausbruch das wichtigste wieder klar zu kommen also gabs medis,Verhaltenstherapie, viel wissen was genau das alles ist und Konfrontation.

Im Endeffekt war es vor ca 15 jahren das erste mal. Insgesamt gab es drei angstphasen in dieser zeit. Ist wie es ist.
Aber es wird anders. Und leichter. Und wenn man mehr auf sich acht gibt dann kann man es meist ausbügeln bevor es kommt. Meine letzte Phase kam sehenden auges aber ich habe mich geweigert was zu ändern und musste einfach damit leben bis es vorbei war.

Geduld ist ein allseits verhasstes wort und man hat sie nicht. Ich hab sie selbst nicht. Am anfang der letzten Phase ging es mir wie dir. Es ging alles nicht schnell genug usw. Gebracht hat die Ungeduld nix außer noch n Stressfaktor.

Du tust mehr als andere die in ihrer angst gefangen sind. Aber alles braucht seine zeit!

20.02.2021 17:54 • x 1 #8


Nikieagle
Ich habe einfach nur große Angst das ich nun diesen Zustand ständig ertragen muss. Ich möchte mich ja allen Ängsten stellen und nehme jeden Tipp an. Ich hoffe die Tagesklinik wird mir dabei helfen können. Ich bin so wirklich sehr gewillt den schweren Weg zu gehen. Falsch machen möchte ich aber auch nichts. Und hinterfragte dann immer meine Gedanken ob ich auf dem richtigen Weg bin.

20.02.2021 18:09 • x 1 #9


cube_melon
Wenn man noch neu in der Therapie ist, die ganzen Zusammenhänge/Fakten über Angst, Stress, Unterbewusstsein usw. nicht kennt, zudem unzureichend Werkzeuge erlernt hat, kann sich das so anfühlen wie Du das beschreibst.

Therapie ist ein Gesamtkonzept aus Wissen und Eigenanleitung, verpackt in einzelne Module.

20.02.2021 19:31 • #10


Nikieagle
Zitat von cube_melon:
Wenn man noch neu in der Therapie ist, die ganzen Zusammenhänge/Fakten über Angst, Stress, Unterbewusstsein usw. nicht kennt, zudem unzureichend Werkzeuge erlernt hat, kann sich das so anfühlen wie Du das beschreibst. Therapie ist ein Gesamtkonzept aus Wissen und Eigenanleitung, verpackt in einzelne Module.



Ja wie gesagt ich bin seit Dienstag in der Tagesklinik und hatte natürlich deswegen noch wenig Therapie. Ich bin einfach so hin und her gerissen. Ohne Medikamente ging es mir ja auch schlecht aber jetzt mit halt noch schlechter. Diese Symptome kenne ich nicht. Das ist alles neu für mich :-/

20.02.2021 19:36 • #11


cube_melon
Da wo Du gerade durch gehst, sind viele hier schon durchgegangen.

Es ist für einen Erfahrenen leicht zu sagen "das ist normal". Ein Betroffener mag das vielleicht logisch noch verstehen. Es aber emotional zu verstehen, damít meine ich es wirklich spürbar in dir zu glauben, ist eine andere Sache.

Bei einer solchen Einschränkung der Handlungsfähigkeit wird üblicherweise ein Dauermedikament eingeschlichen und zudem wird ein "Bedarfsmedikament" festgelegt. Tavor wird eher als Bedarf, als auf Dauer verschrieben.

Versuche das hier anzunehmen, was @Sydaemeni bereits geschrieben hat.

Du hast begonnen einen Weg aus dem Leiden zu gehen. Versuche den Therapeuten einen Zugang zu dir zu gewähren und vertrauen zu ihnen aufzubauen. Arbeite mit und versuche das anzunehmen was dir professionelle Menschen dort vermitteln.

Die erste Zeit kann sich verloren und endlos anfühlen. Das tut es weil Du noch am Anfang stehst.

Wünsche dur Mut, Kraft und Gleichgewicht auf deinem Weg.

20.02.2021 19:54 • x 2 #12


Nikieagle
Ich bekomme ja escitalopram. Das einschleichen ist für mich die Hölle. Alles wurde schlimmer. Ich habe noch nie so viel in meinem Leben geweint wie in den letzen Wochen. Tavor habe ich da will ich aber nicht nehmen. Atosil nehm ich 3x täglich heute spüre ich davon leider nix... ich habe ständig Panikschübe. Es ist wirklich schlimm. Ich hoffe einfach morgen ist es besser.

20.02.2021 20:05 • x 1 #13


Nikieagle
Ich muss nochmal was fragen. Diese Panikschübe habe ich erst seit dem escitalopram. Vorher hatte ich ja immer dieses Gefühl schlecht Luft zu bekommen aber das kann man überhaupt nicht mit diesen Schüben vergleichen. Ist das Medikament vielleicht doch nix für mich? Und würden die Schübe verschwinden wenn ich das Medikament absetze?

21.02.2021 12:49 • #14


Du bist noch am Einschleichen, oder? Deine gesteigerte Unruhe, die du als Panikschübe wahrnimmst, sind ganz normale Einschleichsymptome. Das wird ca. 14 bis 21 Tage nach Dosissteigerung besser. Die Unruhe kann bei jeder Dosissteigerung auftreten.

21.02.2021 13:03 • x 1 #15


Nikieagle
Ja genau. Bei 6mg seit fast 3 Wochen. Ich versteh halt nicht warum es jetzt nun auf einmal wieder so viel schlechter ist als vor paar Tagen. Habe meine meine Periode heute aber auch richtig bekommen.

Grundsätzlich ging es mir vor Medikament besser. Mir ging es definitiv nicht gut aber deutlich besser. Deswegen bin ich so hin und her gerissen weiß du. Ich bin einfach zu unsicher ob es alles der richtige Weg ist.

Ich kann wieder gar nix seit 2 Tagen. Kaum essen, im Haushalt bleibt wieder alles liegen, ich komm gerade so zum duschen.

21.02.2021 13:10 • #16


Also die Periode bzw der hormonelle Umschwung hat definitiv Einfluss auf die Stimmung. Als ich noch nicht so stabil war, war ich zu der Zeit auch ängstlicher und unruhiger als sonst. Ich würde also noch abwarten, ob es in den nächsten paar Tagen besser wird. Wenn nein, mit dem Arzt sprechen. Entwedee musst du noch höher gehen, um da raus zu kommen - mir wurde mal erklärt, dass wenn man zu wenig nimmt, man nur die NW hat aber nicht die Wirkung, so war das bei mir bis 15mg Citalopram und erst bei 20mg wurde es besser - oder das Medikament ist tatsächlich nichts für dich. Zumal, wenn es vor der Einnahme auch einigermaßen ging...

21.02.2021 13:24 • x 1 #17


Nikieagle
Zitat von Pauline333:
Also die Periode bzw der hormonelle Umschwung hat definitiv Einfluss auf die Stimmung. Als ich noch nicht so stabil war, war ich zu der Zeit auch ängstlicher und unruhiger als sonst. Ich würde also noch abwarten, ob es in den nächsten paar Tagen besser wird. Wenn ...


Mein Plan ist jetzt 10mg versuchen und relativen rasch dahin kommen. vielleicht von 6 auf 8 und dann von 8 auf 10. weil viel schlimmer kann es fast nicht mehr werden.

Und wenn es dann bei 10mg immer noch schlecht ist muss ein anderer Plan her! Ich würde einfach gern wissen wie es ohne gehen würde. Ach menno ...

21.02.2021 13:28 • #18


Romulus100
Dass sich PAs verändern ist normal, denn würden sie es nicht tun, würden sie unweigerlich leichter wegzubekommen sein Aber die Angst will ja nicht weggehen.
Ich hatte sicher schon 5 verscheidene Formen von PAs, unter anderem auch mit starker Derealisation, das ist alles normal, davon wird man nicht verrückt

21.02.2021 13:35 • x 1 #19


Nikieagle
Zitat von Romulus100:
Dass sich PAs verändern ist normal, denn würden sie es nicht tun, würden sie unweigerlich leichter wegzubekommen sein Aber die Angst will ja nicht weggehen. Ich hatte sicher schon 5 verscheidene Formen von PAs, unter anderem auch mit starker Derealisation, das ist alles normal, davon wird ...


Ich find das so krass. Erst wars bei mir Atemnot, dann Allergien aber recht erträglich, dann 1. Richtige Panikattacke von Baldrian, dann Angst vor Hirntumor, dann Panik vor Medikamenten, so dann kam kurz Herz.

Aufenthalt im Krankenhaus dadurch wurde mir klar : du bist körperlich gesund! So dann kamen Adrenalinschübe die habe ich ignoriert und jetzt diese Angst vorm
Verrückt werden bzw das ich manisch werde. Wenn ich das jetzt in den Griff bekomme was kommt denn dann? Ich will stärker als die Angst sein! Aber die halt echt gut dagegen .... pfffff

21.02.2021 13:41 • #20



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