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Brillo29
Hallo meine Lieben,

ich befinde mich gerade das 3. Mal in Psychotherapie (kindliche Traumata), nachdem durch ein Ereignis vor ca. 8 Wochen, was wohl mein absoluter Trigger war, alles aus meiner Kindheit wieder hochkam. Plötzlich war ich wirren Zuständen ausgesetzt. Ich fühle mich teilweise ohnmächtig, benommen, verspüre abgrundtiefen Hass, Wut und Trauer. Es ist, als wäre mein inneres Kind völlig am durchdrehen und es lässt sich absolut nicht beruhigen. In meiner Familie wurden erlebte Traumata immer an die nächsten Generationen weitergegeben. Meine Mutter hatte auch sehr mit ihrem inneren Kind zu kämpfen….

Durch die Psychotherapie ist irgendwie alles, was durch den Trigger bereits losgelöst wurde vor ca. 8 Wochen, noch mal viel mehr an die Oberfläche meiner eigenen Wahrnehmung gespült worden. Diese ganzen Gefühle kann ich überhaupt nicht mehr kontrollieren. Ich habe teilweise das Gefühl, ich werde verrückt, obwohl ich die ganze Zeit voll da bin. Also ich bekomme das alles mit. Mir hilft es wahnsinnig gerade, mit dem inneren Kind in Kontakt zu treten. Nur ich bekomme es nicht beruhigt. Ich weiß, dass klingt immer komisch, aber so ist es wirklich. Ich bin weder verrückt noch sonst irgendwas.

Ich versuche mich immer an einen sicheren Ort zu begeben (in Gedanken), aber es gelingt mir nicht immer.

Ich hatte alle meine negativen Gefühle/meine tiefe verletzten Anteile in der Kindheit ca. 15-20 Jahre verdrängt bzw. komplett von mir abgespalten und war nur noch in der Vermeidung. Hier in meiner Therapie (stationär) kann ich aber nicht vermeiden, sondern bin täglich in der absoluten Konfrontation.

Kann mir wer einen Tipp geben, der selbst mit seinem inneren Kind Erfahrung gemacht hat oder es vielleicht sogar beruhigen konnte und einen inneren Frieden mit ihm/ihr gefunden hat?

Danke und viele Grüße

27.07.2022 16:27 • 27.07.2022 x 2 #1


6 Antworten ↓


G
Hallo Brillo.

Ich finde mich in deinen Worten wieder, sehr sogar.

Ich habe dazu einen Thread, falls es dich interessiert.

depressionen-f99/innere-kind-arbeit-benoetige-rat-tipps-t112719.html

27.07.2022 17:07 • x 4 #2


A


Mein inneres Kind bringt mich um den Verstand

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Brillo29
@Grace_99 danke für deinen Beitrag und den Verweis zu deinem Thread. Ich habe mich da mal ein wenig durchgelesen.

Ich stehe gerade am Anfang mit dem Umgang zum Thema Inneres Kind und bin überwältigt, so wie Du es auch warst/bist, welche Gefühle da aufkommen und in welche Zustände einen das versetzen kann. Wüsste ich es nicht besser, würde ich mich in eine Psychiatrie begeben. Ich habe eine Mama, die da selbst durchmusste und weiß daher viel aus Erzählungen. Ich glaube, dass Intuition/Der glaube an sich selbst/Vertrauen in seinen Körper bzw Geist eine große Rolle bei der Bewältigung dieser Herausforderung spielen.

Ich bin aktuell nicht in der Lage, mein Kind-Ich zu steuern bzw zu beeinflussen, wann ich ihm den Raum gebe und wann nicht. Er ist viel zu wütend, traurig und aufgebracht. Ich bin gerade einfach nur überwältigt von allem. Mir helfen Achtsamkeit und Selbstreflexion gerade sehr; Anspannungsgrade frühzeitig erkennen und ggf. entgegenwirken, sofern möglich. Und wenn es mich überwältigt, dann lege ich mich aufs Bett und versuche mit meinem Inneren Kind zu sprechen bzw es zu beruhigen. Ich glaube, es bedarf sehr viel Geduld.

Es ist schön zu wissen, dass man damit nicht alleine ist.

27.07.2022 19:31 • x 2 #3


G
Zitat von Brillo29:
@Grace_99 danke für deinen Beitrag und den Verweis zu deinem Thread. Ich habe mich da mal ein wenig durchgelesen. Ich stehe gerade am Anfang mit ...

I feel you.

Mir ging es 1:1 so. Gerade am Anfang, als es in der Klinik durchgebrochen ist mit der Schematherapie war ich komplett überfordert und bin total zusammen gebrochen. Ich weiß das mein Thread sehr lang ist, aber dort steht fast alles was/wie/wo bei dir auch gerade ist.

Es ist soooo hart, ich weiß das.

27.07.2022 19:36 • x 1 #4


Brillo29
@Grace_99 und wir dürfen nicht vergessen:

Es ist ein unglaubliches Geschenk, auch wenn es sich nicht so anfühlt, dass wir zu den Menschen zählen, die dem inneren Kind so nahe sind wie kaum niemand sonst. Es ist eine Reise ins tiefste Innere deiner Seele.

27.07.2022 19:40 • x 1 #5


G
Zitat von Brillo29:
@Grace_99 und wir dürfen nicht vergessen: Es ist ein unglaubliches Geschenk, auch wenn es sich nicht so anfühlt, dass wir zu den Menschen zählen, ...

Ich bin ganz ehrlich: Ich könnte drauf verzichten. Ich hätte gern eine gesunde Kindheit gehabt und dadurch ein gesundes inneres Kind.

27.07.2022 19:54 • x 1 #6


Brillo29
@Grace_99 ja, das ist natürlich wahr. Ich versuche nur, dem Ganzen etwas "Positives" abzugewinnen.

Und ich glaube fest daran, dass eine Heilung des inneren Kindes möglich ist. Nur erzwingen kann man nichts. Und das ist mir auch vollends klar.

Danke auf jeden Fall. Ich würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben.

27.07.2022 20:00 • #7





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