Hallo,
ich kann dich gut verstehen.
Man neigt ja leider dazu, diese Situationen zu meiden, in denen es einem schlecht gehen könnte und wenn dann so Feiertage kommen, an denen man dabei sein "muss", steht man total unter Druck.
Ich hatte letztes Jahr zu Weihnachten schon dieses Problem. Da ist bei uns immer totaler Trubel.
Heiligabend war ich zwar mit meiner Familie zu Hause, aber ich neige für gewöhnlich dazu, mich einfach zu "verkrümmeln", wenn ich mich nicht wohl fühle und an so einem Tag geht das ja nicht so einfach. Das war schon recht stressig für mich.
Am ersten Weihnachtstag ist auch noch mein Geburtstag und prompt hatte ich eine Panikattacke. Normalerweise ist das (wenn man es überhaupt so nennen kann) Positive daran, dass ich danach erstmal für einige Zeit ruhiger bin und mich relativ gut davon zu Haus erholen kann. Aber da wir am 26. zu den Großeltern mussten, hatte ich keine Möglichkeit, mich zu entspannen. Ich saß da den lieben langen Tag, eingepfercht zwischen sämtlichen Verwandten, in der, eher kleinen, Wohnung und konnte nicht weg. Und selbst, wenn einige wissen, was du hast, sie verstehen es nicht wirklich, oder halten es für nicht so schlimm, wie es für dich tatsächlich ist.
Ich war eigentlich nur damit beschäftigt, mich irgendwie normal zu verhalten, was echt schwer ist, wenn da das große Essen aufgefahren wird, man selbst aber gar keinen Appetit hat.
Ich denke auch jetzt schon die ganze Zeit darüber nach, wie ich das durchstehen soll. Aber es muss ja sein. Und eigentlich kann ja auch nichts passieren. Das muss nur irgendwie rechtzeitig in den Kopf.
Medikamente nehme ich gar keine. Anfangs habe ich vom Arzt ganz harmlose Baldriankapseln bekommen, aber wirklich geholfen haben die auch nicht. War vielleicht durch den Gedanken daran, überhaupt etwas für den Notfall zu haben, ein wenig ruhiger, aber mehr auch nicht. Inzwischen nehm ich sie auch nicht mehr, man muss sie regelmäßig nehmen, damit die (angebliche) Wirksamkeit bestehen bleibt und dazu sind sie mir zu teuer.
Finde ohnehin, dass Medikamente nicht wirklich hilfreich sind. Klar gibt es immer ganz ganz schwere Fälle, bei denen es vielleicht notwendig ist, aber im Großen und Ganzen ist es ja nicht Sinn der Sache, deine Angst zu unterdrücken, sondern sie loszuwerden. Und das kann man eben nur aus eigener Kraft schaffen. Was nützt es einem, ein Leben lang "auf Dro." zu sein?
Da mache ich lieber ab und an Entspannungsübungen mit meditativer Musik... Meeresrauschen und so. Hilft zumindest für den Moment.
Bei einer richtigen Panikattacke kann man, glaube ich, nicht viel tun, als es abzuwarten. Und sich immer wieder einzureden, dass es nichts Schlimmes ist und nichts passieren kann. Ich stelle mich dann meist ans Fenster und beobachte Leute oder Autos. Und irgendwann gehts wieder.
Auf jeden Fall muss man dagegen ankämpfen und darf nicht den Fehler machen, alle "Gefahren"-Situationen zu vermeiden. Wie Zuckerschnute schon sagte, irgendwann geht man gar nicht mehr vor die Tür und soweit sollte man es nicht kommen lassen. Es ist leicht gesagt, ich weiß, aber es hat sich "da draußen" im Grunde ja nichts verändert, außer, dass wir uns einreden, es könnte etwas passieren.
Schöne Weihnachtstage wünsche ich dir und wir werden es schon durchstehen .