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Hallo zusammen,
man liest und hört häufig, und das ist also eine der Formen der Verhaltenstherapie, dass es möglich ist die panik zu vermeiden wenn man keine Angst vor der Panik (Angst vor der Angst) mehr hat. Also, angeblich würde der richtige Umgang mit Paniken dazu führen dass diese verschwinden.

Ich glaube nicht ganz daran, oder, anders gesagt, ich denke dass es nicht für alle gilt. Es hängt wahrscheinlich von vielen Faktoren ab, unter anderem vor der Art der Panik. Ich versuche sowas jedes mal aber schaffe es nicht (weil die Panik immer zu plötzlich udn zu schnell kommt). Ich glaube dagegen gerne dass eine richtige Wirkung der Antidepressiva dazu führen (können) dass man keine Panikattacke mehr hat (mindestens war es früher so bei mir).

Was ist Eure Meinung: kann jeder mit richtigem Umgang mit Paniken die Paniken loswerden? Oder hängt das von der Art der Erkrankung ab?

Karel

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  13.03.2018 18:29  
karel hat geschrieben:
Hallo zusammen,
man liest und hört häufig, und das ist also eine der Formen der Verhaltenstherapie, dass es möglich ist die panik zu vermeiden wenn man keine Angst vor der Panik (Angst vor der Angst) mehr hat. Also, angeblich würde der richtige Umgang mit Paniken dazu führen dass diese verschwinden.

Wahrscheinlich meinst du damit, daß Panikattacken an Schrecken verlieren können, wenn man den individuellen Mechanismus hinter seiner Angst erkennt. Ja, wurde selbst so therapiert und kann sagen, daß das klappen kann.
Ich habe Panikattacken schon über 30 Jahre und da kann man sie anders gar nicht mehr wegbekommen, weil sich das Gehirn nicht mehr 'umtrainieren' läßt und Konfrontation nicht mehr greift, im schlimmsten Fall sogar alles verschlimmert.
Angstsituationen zu analysieren und sich kleine Sicherheiten schaffen funktioniert so: Beispiel Supermarkt. Ich reagiere stark auf die Reizüberflutung in so einem Markt, alles sieht viel aus und diese Gänge, die undurchdringlich werden, desto mehr Kunden mit riesigen Wagen da drin sind und dann hat man sich durchgekämpft, will zur Kasse und plötzlich: Mist, was vergessen... und schon geht es los und egal, ob ich zur Kasse gehe oder ob ich zurück gehe und das Vergessene hole... nichts ist in diesem Moment die Lösung, alles ist Panik.
Meine Sicherheit ist der Einkaufszettel. So richtig altmodisch Zettel und die Waren so drauf geschrieben, wie der Marktrundgang angelegt ist. Und wenn ich mal in so einem Angstanflug stecke, stecke ich die Nase auf den Einkaufszettel und das sieht nach außen auch nicht so blöd aus, als einfach nur mit Schnappatmung dazustehen. :wink:



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  13.03.2018 18:34  
karel hat geschrieben:
Was ist Eure Meinung: kann jeder mit richtigem Umgang mit Paniken die Paniken loswerden?


Ob es jeder kann, weiß ich nicht, aber bei mir war es so.
Ich hatte vor ca. 30 Jahren aus heiterem Himmel PAs bekommen, die mich ohne jegliche konkrete Auslöser mehrmals täglich überfielen, ob draußen, zuhause oder sonstwo. Mein Hauptsymptom dabei war das Gefühl in Ohnmacht zu fallen oder zu sterben. Herzrasen und Schweißausbrüche waren die Folge. Die ersten zwei Wochen nach dem ersten Auftreten habe ich mich nicht getraut aus dem Haus zu gehen, es waren sowieso Weihnachtsferien. In dieser Zeit konnte ich die Erfahrung machen, dass ich nicht in Ohnmacht fiel oder starb, so bin ich nach den Weihnachtsferien wieder zur Uni, mit der Erfahrung im Hinterkopf, dass bei den Attacken zuhause nichts passiert ist und deswegen auch anderswo nichts passieren wird. Und so war es auch. Ich habe die Attacken überall über mich ergehen lassen und es ist nie etwas passiert. Nach ein paar Monaten wurden die Attacken seltener und schwächer und blieben nach einem halben Jahr ganz weg.
Was bei mir nie ein Thema war, dass ich dachte, es wäre etwas Körperliches. Am Anfang natürlich schon, aber nachdem ich bei meinem Hausarzt, beim Orthopäden und beim HNO war und keiner etwas Krankhaftes festgestellt hat, haben mich die Symptome überhaupt nicht mehr gejuckt.



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  13.03.2018 18:36  
Hey, also ich litt eine Zeitlang auch unter heftigen Panikattacken...
Dennoch habe ich immer ein bisschen vorher gemerkt, wenn es anfing.
Es fing an ,dass ich das Gefühl hatte ,ich bekomme keine Luft mehr ,dann hat es überall gekribbelt ,ich habe angefangen doller zu atmen, bis dann die endgültige Todesangst kann.
Meistens bin ich hyperventiliert und meistens ist dann auch der Notarzt gekommen.

In der Verhaltenstherapie ,habe ich wirklich gelernt damit umzugehen und die Panikattacke abzuwenden.
Immer wieder wenn ich das Gefühl hatte ich bekomme keine Luft habe ich gesagt laut Panikattacke komm ruhig, ich habe keine Angst vor dir ,ich weiß,dass ich nicht sterben werde.
Dann habe ich mich meistens bewusst abgelenkt mit etwas kochen oder sonst was .Das war dann aber schon später, wo ich mehr Übung hatte..

Ich stelle es mir auch als schwierig vor ,wenn du von jetzt auf gleich ganz schnell atmest und die Panikattacke eben da ist.

Aber wenn es sich schon ganz ein bisschen vorher ankündigt, kann man tatsächlich etwas tun.

Liebe Grüße





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  13.03.2018 18:39  
Danke!
Ich kann verstehen dass man lernen kann die Anfälle ohne grosses leiden zu ertragen.
Aber wenn diese Symptome der panik (Ohnmachtgefühl, Schwindel usw.) plötzlich kommen, dann kommen sie halt. Wie kann es sein dass sie nicht mehr passieren wenn man sie vorher ignorierte? Die sind doch real, nicht erfunden.



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  13.03.2018 18:42  
karel hat geschrieben:
Danke!
Ich kann verstehen dass man lernen kann die Anfälle ohne grosses leiden zu ertragen.
Aber wenn diese Symptome der panik (Ohnmachtgefühl, Schwindel usw.) plötzlich kommen, dann kommen sie halt. Wie kann es sein dass sie nicht mehr passieren wenn man sie vorher ignorierte? Die sind doch real, nicht erfunden.

Du ignorierst sie ja nicht, das ist falsch! Du machst sie nur bewußt und versuchst die Umstände klarer zu bekommen. Wenn man den Feind kennt, kann man ihn auch mit List bekämpfen. So gewaltig, wie du das Gefühl empfindest, Ohnächtig zu werden, um so besser kann es ertragbar sein, der Ohnmacht den Stinkefinger zu zeigen, weil sie dich nicht mehr überraschen kann.

Danke1xDanke


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  13.03.2018 18:43  
Reenchen hat geschrieben:
Du ignorierst sie ja nicht, das ist falsch! Du machst sie nur bewußt und versuchst die Umstände klarer zu bekommen. Wenn man den Feind kennt, kann man ihn auch mit List bekämpfen. So gewaltig, wie du das Gefühl empfindest, Ohnächtig zu werden, um so besser kann es ertragbar sein, der Ohnmacht den Stinkefinger zu zeigen, weil sie dich nicht mehr überraschen kann.



Genau so ist es.

Danke1xDanke


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  13.03.2018 18:54  
karel hat geschrieben:
Danke!
Ich kann verstehen dass man lernen kann die Anfälle ohne grosses leiden zu ertragen.
Aber wenn diese Symptome der panik (Ohnmachtgefühl, Schwindel usw.) plötzlich kommen, dann kommen sie halt. Wie kann es sein dass sie nicht mehr passieren wenn man sie vorher ignorierte? Die sind doch real, nicht erfunden.


Bei einer Panikattacke reagiert der Körper so, als ob eine reale Gefahr auf einen zukäme. Wenn man in dieser Situation nicht flüchtet, sondern sie durchsteht, bis die Attacke vorbei ist, lernt das Gehirn nach etlichen Durchgängen (es heißt es müssten mindestens 60 erfolgreich duchgestandene Situationen sein), dass keine Gefahr da ist und die Fehlfunktion lässt nach.



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  13.03.2018 19:08  
Das mit den 60 durchgestanden Situationen ist blödsinn.
Dann könnte man jede agoraphobie inerhalb weniger Wochen komplett überwinden.
Wichtig ist das Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern und nicht, wie oft man eine paniksituation aufsucht und sie einfach so versucht zu überwinden.
Du gehst ja auch nicht in einen Englisch Kurs, setzt dich einfach 60 mal dahin und kannst perfekt englisch sprechen. Man muss auch außerhalb der paniksituation daran arbeiten und seine Hausaufgaben machen.

Danke1xDanke


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Ruhrpott
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  13.03.2018 19:27  
Ich finde die Panikattacken nicht so schlimm wie die ewige Angst vor der Angst ...das hält bei mir den ganzen Tag an ......wenn ich mal wieder Panik bekomme dann werde ich versuchen es auszuhalten ....


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