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Hallo!

Ich habe vor ein paar Monaten einen Rückfall meiner Panikattacken und der Agoraphobie bekommen. Inzwischenhat es sich wieder ausgeweitet, so dass ich sogar zu Hause vor meinen eigenen komischen Gedanken Angst bekomme. Ich lebe in ständiger Furcht, verrückt zu werden und fühle mich komischerweise abgenabelt von der restlichen Welt, obwohl ich mitten drin lebe und versuche, alles zu machen, was anliegt.
Ich weiß bereits eine Menge über Panikattacken. Was mir allerdings jetzt Sorgen macht ist, dass ich ständig über so komische Fragen nachgrüble, die ich mir selbst nicht beantworten kann und dann denke ich - das halte ich nicht ewig aus! Und schon folgt eine Panikattacke. Z.B. sind das Fragen nach dem Sinn des Lebens, Fragen,warum es uns Menschen gibt und wie wir funktionieren oder ob es ein höheres Ganzes gibt, das wir nicht verstehen. Ich weiß, es klingt sehr komisch. Aber ich habe echt Angst, wenn ich bemerke, dass wieder diese irrationalen Gedanken kommen (sie haben ja keinen Bezug zu übliche Ängsten vor dem Ersticken o.ä.). Dann glaube ich jedesmal, ich verliere nun endgültig den Verstand.

Kennt von Euch auch jemand solche irrationalen Gedanken? Gehört dies zur Angststörung oder habe ich nun auch noch ein anderes Problem (Zwangsgedanken o.ä.)? Ich bin jedesmal so gelähmt, wenn ich daran denke, dass es mich sehr viel Kraft kostet, am Hier und Jetzt teilzunehmen.
Wäre nett, wenn ein paar von Euch ehrlich antworten könnten. Danke...

01.08.2010 14:41 • 04.08.2010 #1


6 Antworten ↓


Oh, dann bin ich wohl doch alleine mit diesen komischen Gedanken, was?
Kennt das wirklich niemand von Euch? Beängstigend...

02.08.2010 06:48 • #2



Irrationale Gedanken - bin ich noch normal?

x 3


jadi
hast du schon mal an eine therapie gedacht?

02.08.2010 07:00 • #3


hallo sunyulli!

nein, damit bist du ganz und gar nicht allein und du bist/wirst auch nicht 'verrückt'. darauf wirst du irgendwann von ganz alleine kommen und dann wirst du solche fragen überdenken können, ohne dabei panisch zu werden.

fragen nach dem sinn des lebens und/oder über den tod lassen sich nicht mal eben schnell beantworten, wenn überhaupt. dieses 'wirrwarr' an gedanken erzeugt dann selbstverständlich gefühle, die nicht angenehm sein müssen. und wie das so bei angstpatienten ist, haben wir probleme mit unschönen gefühlen... wir steigern uns hinein und malen uns katatrophenszenarien (ich werde verrückt, ich werde sterben, ich kann das nicht (immer) aushalten) aus, was dann widerum zu körperlichen reaktionen führt bis hin zur panik oder depersonalitations-erlebnissen (DP).

ich weiß kein patentrezept gegen sowas, ich weiß nur, dass es vorbei geht und es gar nichts bringt, wenn man alles darum tut, solche fragen zu vermeiden. es sind ja nicht die fragen, die so schlimm sind, sondern wie man damit umgeht.

wie schaut denn dein leben derzeit aus? hast du viel stress oder gar nichts zu tun? machst du eine therapie?

lg, samadhi

02.08.2010 07:12 • #4


Danke für Eure Antworten. Tut gut, dass man damit nicht alleine ist. Ja, ich mache seit einigen Wochen wieder eine Therapie, jedoch ist mein Therapeut derzeit bis Mitte August im Urlaub, so dass ich diese Dinge nicht direkt klären kann.
Ich versuche mir einfach jedesmal wenn diese komischen Gedanken kommen zu sagen, dass unser Leben schon irgendeinen tieferen Sinn haben wird, den wir vielleicht erst viel später erkennen. Schließlich hat jeder Angstpatient einen gesunden Menschenverstand mitbekommen, so dass wir wohl trotz solch merkwürdiger Fragen handlunsfähig bleiben (hoffe ich jedenfalls...). Ich glaube, ich habe grundsätzlich einfach ein Problem damit, Kontrolle abzugeben und damit habe ich mich einfach in den letzten Jahren vollkommen überlastet. Eigentlich habe ich ein gutes Leben: Ich bin verheiratet und habe zwei kleine Kinder. Allerdings ist eines davon verhaltensauffällig (leichter Autismus) und somit das gesamte Zusammenleben sehr schwierig (viel Geschwisterstreitigkeiten). Das Meiste, was mich belastet ist, dass mein Mann mir zwar organisatorisch viel abnimmt, aber es fehlt mir oft emotionale Unterstützung (Verständnis für meine Situation usw.). Er denkt, ich sehe alles zu perfektionistisch (was allerdings auch Teil meines Problemes ist) und sollte einfach mal locker lassen (einfacher gesagt als getan).
Ich selbst fühle mich oft so, als hätte ich als Mutter versagt (weil die Kinder oft nicht funktionieren). Dagegen an zu arbeiten kostet natürlich sehr viel Energie....

02.08.2010 08:30 • #5


es ist schon bewunderswert, wie gut du deine lage einschätzt und wie differenziert du sie betrachtest. ich habe grad deine frage an die 'experten' gelesen und muss sagen, dass es mir oftmals ganz genau so geht.

die dp/dr tritt bei mir auch unabhängig von einer pa auf. wobei ich inzwischen versuche die dp/dr zu akzeptieren und mich nicht weiter zu ängstigen. es ist im grunde eine schutzfunktion, die leider trotzdem nicht angenehm ist. aber wer weiß schon, wie es ohne sie wär. man brauch sich auch gar nicht weiter mit der dp/dr beschäftigen. man wird da wahrscheinlich nie zu einer gedanklichen lösung kommen. wenn du Alk. getrunken hast, empfindest du die welt auch anders (meitens positiver), aber durch grübeleien, wieso/weshalb/warum das jetzt so ist etc. kann man den Alk. im blut auch nicht verändern. also man kann sich seinen rausch nicht wegdenken, sondern akzeptiert es am besten so, wie es ist.

seitdem ich mich nicht näher mit dp/dr beschäftige und mich vor allem da nicht reinsteiger die dp/dr aktiv wegzukriegen, lebt es sich leichter. auch dauern seitdem diese erlebnisse nicht mehr so lange und gehen schneller wieder weg.

zu deinen letzten fragen (tod, sinn des lebens, usw.) kann ich dir das buch wer bin ich - und wenn ja wie viele? empfehlen. zugegeben, da wirst du auch keine zufriedenstellende antwort finden (weil es die nicht gibt), aber du wirst wahrscheinlich verstehen, wieso das unter umständen nicht so wichtig ist und wie man eben damit umgehen kann.

dir alles gute

04.08.2010 19:14 • #6


@sunyulli

Ich sehe das ähnlich. Es spielt keine Rolle nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Deine Aufgabe im Leben ist, dass du glücklich bist. Tu alles dafür, dass dir dein Leben gefällt. Erfreue dich an den positiven Dingen im Leben. An deinem Mann, der für dich da ist, am Lächeln deiner Kinder, an einer Arbeit wenn du hast, oder eben die Zeit, weil du keine hast.

Ich habe eine ähnlich Situation und mein Therapeut hat mir auch diagnostiziert, dass ich unter zu hohem Perfektionismus leide und man so immer noch mehr gut machen will, allen alles Recht machen will, mehr, als man eigentlich tragen kann. Nachdem ich dieses Bewusstsein auch verinnerlicht hatte, konnte ich daran arbeiten und heute kann ich stolz sagen, dass der Perfektionismus in meinem Leben ausgedient hat. Ich nehme alles so an wie es ist, weil ich es nun mal so bin. Was bringt es mir denn über den Sinn des Lebens nachzugrübeln, wenn ich dadurch die wenige Zeit die wir haben vergeude.

Nimm dein Leben in die Hand und lebe jetzt, völlig egal was kommt, dass kannst du eh nicht beeinflussen!

In diesem Sinne viel Erfolg!

Liebe Grüße Bero

04.08.2010 20:13 • #7




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