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Wolfsherz
Hallo liebe User,

ich leide schon seit längerer Zeit an meinen psychischen Problemen und weiß so langsam nicht mehr, was ich noch tun kann. Vielleicht hat jemand von euch ähnliche Probleme und kann mir weiterhelfen oder von eigenen Erfahrungen berichten. Ich versuche mal aufzuschreiben, wie sich das bei mir entwickelt hat.

Wann genau es überhaupt anfing, kann ich nicht mehr genau sagen. Ich war als Kind sehr zurückhaltend, mochte nicht gerne zu Geburtstagen oder Schulaufführungen und hatte wohl schon da einige Probleme durch Ängste. Ich weiß noch, dass ich mich bei Schulaufführungen in der Grundschule teilweise hinter der Bühne übergeben musste und auch, wenn ich übers Wochenende bei Verwandten oder Freunden übernachtet habe, kam es vor, dass ich mich dort schlecht fühlte und wieder abgeholt werden musste. Allerdings war es eben einfach so und als Kind macht man sich da noch keine großen Gedanken drum.

Vor ca. 10 Jahren, so mit 14-15 Jahren, fing es dann richtig an.
Nach einen Schulwechsel und in der zweiten Woche an der neuen Schule, wurde mir im Unterricht plötzlich speiübel und ich musste den Klassenraum verlassen. Das kam immer häufiger vor und ich musste oft früher nach Hause oder konnte morgens gar nicht los, weil ich mich übergeben musste. Meine Eltern dachten an einen Magen-Darm-Infekt und ich bin zum Arzt gekommen. Der konnte aber nichts feststellen und hat mir nur Tropfen gegen die Übelkeit verschrieben. Durch die hatte ich aber so starke Nebenwirkungen, dass ich ins Krankenhaus musste Dort hat man mich auch wegen meiner Übelkeit eine Woche lang komplett durchgecheckt, mit Magenspiegelung, CT, Ultraschall, Blutbild usw. Bis auf eine leichte Magenschleimhautentzündung konnte nichts festgestellt werden und die Ärzte meinten, dass es wohl psychisch bedingt ist.

Mir ging es auch danach so schlecht, dass ich kaum noch zur Schule konnte und das Jahr wiederholen musste. Ich bin kaum noch aus dem Haus gekommen, mir wurde plötzlich überall schlecht und ich hatte ständig das Gefühl mich übergeben zu müssen. Bin schließlich zu einer Psychologin gekommen und hab ein paar Jahre durchgehalten, bis es wieder so schlimm wurde, dass ich die Schule abbrechen musste, ca. ein Jahr krank geschrieben wurde und in eine Tagesklinik kam. Leider half mir das auch nur teilweise, ich konnte aber immerhin meinen Abschluss an einer anderen Schule nachholen.
Danach ging es mir eine Zeit lang relativ gut bis die Ausbildung anfing und alles wieder losging. Bin dort zusammengebrochen, mir ging es total schlecht und ich musste nach 3 Monaten abbrechen.
Mir ging es immer schlechter und es kamen neue Symptome dazu, wie starker Schwindel und Atemnot. Ein Lungenarzt hat leichtes Asthma festgestellt, aber das Spray hat mir leider kaum geholfen, ich bekam immer wieder Erstickungsgefühle und hatte Angst zu sterben
Danach war ich wieder in psychologischer Behandlung und auch für 6 Wochen in einer psychosomatischen Klinik. Ich bekam im Laufe der Zeit die Diagnosen Panikstörung, somatoforme Störung, Depression und Agoraphobie. Ob das wirklich zutrifft oder nicht, kann ich nicht sagen, da ich später wieder andere Diagnosen bekommen hab...
In den letzen Jahren kamen auch noch starke Verspannungen in Verbindung mit der Atemnot hinzu. Oft werde ich nachts wach, hab das Gefühl gleich zu ersticken, werde panisch, mein ganzer Oberkörper verkrampft total, so dass ich nur noch zusammengekrümmt auf dem Bett oder Sofa hocken kann und sobald es etwas besser wird mit der Atemnot fange ich total an zu zittern und hab auch teilweise das Gefühl, dass ich losheulen muss, was ich nur gerade so unterdrücken kann. Manchmal hält das auch tagelang oder sogar eine Woche an und ich musste schon ins Krankenhaus, weil ich dachte, dass ich etwas Schlimmes hab und nicht glauben konnte/kann, dass es alles von der Psyche kommt.

Bei einer Reha vor einem Jahr kam dann auch noch der Verdacht, dass ich autistisch sein könnte, was dann auch diagnostiziert wurde (Asperger-Syndrom). Ich kann mich mit der Diagnose aber nicht wirklich anfreunden und eine andere Psychologin, bei der ich war, vermutete eher eine Persönlichkeitsstörung. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich bei jedem Psychologen/Arzt/Therapeuten eine andere Diagnose bekomme und weiß deshalb gar nicht mehr, was ich noch glauben soll...

In der letzten Zeit hatte ich diese Anfälle leider auch wieder öfter und auch mitten am Tag, zum Beispiel im Zug. Gerade kann ich das gar nicht gebrauchen, da ich seit kurzer Zeit eine berufliche Reha mache und endlich wieder normal leben will.
Ich kann ja nicht ständig krank geschrieben werden und mittlerweile weiß ich nicht mehr, wie das überhaupt noch weitergehen soll.
Leider ist mein Text nun doch relativ lang geworden, aber ich hoffe, dass einige ihn trotzdem gelesen haben und mir Tipps geben können.

Liebe Grüße

Wolfsherz

08.12.2014 14:03 • 08.12.2014 #1


4 Antworten ↓


Icefalki
Hallo Wolfsherz,


Nimmst du Medikamente?

08.12.2014 18:16 • #2



Immer mehr Beschwerden und kein Ende in Sicht

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Wolfsherz
Hallo Icefalki,

ich nehme aktuell keine richtigen Medikamente gegen die psychischen Beschwerden. Habe nur ein Notfallspray gegen die Atemnot vom Lungenfacharzt bekommen, außerdem nehme ich bei Bedarf ein pflanzliches Mittel gegen Übelkeit und eins gegen Unruhe. Eine Zeit lang habe ich Opipramol genommen, aber dadurch ging es mir noch schlechter (starker Schwindel, Unwirklichkeitsgefühle, Dauermüde), auch Tavor habe ich als Notfallmedikament verschrieben bekommen, bis jetzt aber nie benutzt, da ich zu große Angst vor den Nebenwirkungen habe und meine Probleme lieber ohne in den Griff bekommen will. Als ich damals zur Reha war, bekam ich dort auch ein Medikament, das mir aber auch nicht geholfen hat. Den Namen weiß ich leider nicht mehr.

08.12.2014 19:12 • #3


SALSA1968
Hallo,

Ich habe mir gerade deinen Bericht durchgelesen und wollte was zum Asperger Syndrom sagen.
Ich habe mich aus anderen Gründen sehr mit diesem Thema befasst und finde nicht, dass du wirkst, als hättest du es.
Da du dich und deine Situation sehr gut und differenziert reflektierst.
Menschen mit asperger können genau das nämlich gar nicht.
Vllt kannst du dieser Diagnose nochmal nachgehen.
Ich wünsche dir alles Gute,
LG Salsa

08.12.2014 20:45 • #4


Wolfsherz
Danke für deine Meinung Salsa. Das dachte ich mir auch, als von mehreren Personen der Verdacht geäußert wurde. Ich wusste zu der Zeit ehrlich gesagt nichts darüber und kannte nur den frühkindlichen Autismus, deshalb fand ich die Behauptungen absurd und wollte es nicht wahrhaben. Allerdings war ich bei insgesamt 3 verschiedenen Fachleuten, einer davon Leiter einer Autismus-Ambulanz, die alle der Meinung sind, dass es zutrifft. Hatte auch bereits Kontakt zu Organisationen und Selbsthilfegruppen, in der Hoffnung, dass mir geholfen wird. Ich verstehe mich mit den Leuten gut und merke, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt, allerdings erklärt das auch nicht meine starken körperlichen Symptome. Ich weiß einfach nicht, wieso es mir ständig so schlecht geht und was ich dagegen noch tun kann, unabhängig davon, welchen Namen meine Probleme haben.

08.12.2014 21:33 • #5





Dr. Reinhard Pichler