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Ich muß mich hier erst einmal ganz leise rantasten und mich mal wieder damit auseinander setzen.

Ich stelle mich jetzt erst mal kurz vor:
Bin weiblich, 49 Jahre alt, seit kurzem arbeitslos (nach fast 9 Jahren), leide jetzt unter dauernden Panikattacken seit über 10 Jahren. Mit 15 Jahren bewußt die erste Attacke gehabt, danach immer mal wieder Ruhe. Aber jetzt seit 10 Jahren voll dabei. Kämpfe jeden Tag und hoffe immer noch (wie doof!), dass ich eines Tages aufwache und es ist weg....
Ähä.

Habe schon 3 Therapien gehabt, nix gebracht, bin Einzelkämpferin.

So, das reicht erst mal, "schwitz"....

Bis bald.

03.01.2008 14:14 • 09.01.2008 #1


15 Antworten ↓


hi,

willkommen erst mal und schön das du hierher gefunden hast!!
du bist nicht alleine mit deinem problem und das finde ich persönlich schon eine art erste hilfe
allerdimgs ist es wohl eher unwahrscheinlich das du irgenwann aufwachst und es dann verschwunden ist
man kann aber lernen damit zu leben da bin ich mir sicher! jeder wird es anders empfinden aber ich habe großen mut dass ich es mit meinem psychologen schaffe!
alles gute für dich und gebe nicht auf!!

03.01.2008 14:25 • #2



Ich sag' erst einmal Hallo

x 3


Finchen
Hey Moses,
von mir auch ein herzliches Willkommen Ich hab letztes Jahr auch lange überlegt, ob ich mich anmelden soll, aber ich war von diesem Forum so begeistert, dass ich es einfach gemacht hab. -Und es hat sich gelohnt.
Wenn es dir dreckig geht, wirst du hier Hilfe finden. Alle haben die gleichen Probleme und es ist immer jemand da, der dich wieder aufbauen kann und der vielleicht auch ein paar Tipps für dich hat.

Liebe Grüße, Finchen

03.01.2008 18:31 • #3


ich sage auch erstmal hallo,
wusste nur noch nicht wo es am angebrachtesten war.
der treath hier scheint mir geeignet, um mich hier "einzuschleichen".
ich habe mich gestern angemeldet, weil ich zur zeit wieder stark an panikattacken und angststörung leide. das geht bei mir seit sommer 1997 und ist momentan leider wieder akkut. nachdem ich eine zeitlang fast beschwerdefrei war, habe ich seit mitte oktober wieder meine standigen begleiter wie angst vor der angst, starke schlafprobleme und die dazugehörigen alten, bekannten syptome.

da es mir in den letzten wochen immer sehr gut geholfen hat, mich an besonders "düsteren" tagen im netz über mein problem zu informieren bin ich auch auf dieses forum gestossen und wahr ziermlich erstaunt, wieviele "leidensgenossen" hier vertreten sind.
da ich denke, dass darüber zu reden und sich auszutauschen sicher helfen kann, seine lage nicht als ganz so ausweglos zu betrachten, werde nun auch ich hier verweilen.

viele grüße,
frank

03.01.2008 19:54 • #4


Hallo Ihr,

Danke für Eure Antworten. Ich brauch noch ein bißchen Zeit um mich hier einzufinden. Aber - ich denke viel an dieses Forum und darüber nach.

Wißt Ihr, was mir so aufgefallen ist, ich glaube wir haben alle eine Art von Autismus an uns. Immer wenn etwas "neben der alltäglichen Spur" läuft, geraten wir aus unserer Welt. Auch habe ich bei mir Perfektionismusneigung fest gestellt. Ich verlange immer, wirklich immer, 100% ige Leistung. Ich kann mich nie mit halben Sachen zufrieden geben und setze mich von daher immer unter wahnsinnigen Druck. Ich glaube, dass geht uns allen so, oder? Alles muß immer ganz richtig und genau sein. Bei mir ist es wirklich übel, ich habe Panik, Angst, Höhenangst, Lebensangst und weil das alles noch nicht reicht, habe ich auch wahnsinnige Kontrollzwänge. Alles muß ich immer zählen, z.B. ist der Herd aus, dann zähle ich die Schalter, ob auch alles auf 0 ist, und das nicht einmal, zweimal oder dreimal, nein, manchmal dauert so ein Zählakt schon mal 5 Minuten und ich komme schlecht aus dem Haus, da ich immer noch einmal und noch einmal schauen muß, ob alles aus ist. Boh, das nervt mich sehr. Ich komme dann einfach nicht davon los. Es ist wirklich wie eine Schiene, in der man sich befindet. Auch, wenn ich etwas irgendwo hinstelle(in den Schrank etc.), dann habe ich immer Angst, ich könnte eine Fliege oder so erdrücken und fahre ständig auf dem Schrankboden mit der Hand hin und her um evtl. eine Fliege von dort zu verscheuchen. Auch Fenster schließen, geht nicht so einfach, könnte ja auch hier eine Fliege erdrücken. Also, Fenster auf, Fenster zu, Fenster auf, Fenster zu. Und so geht es mit vielen Dingen. Es ist zum Kirre werden. Ich will das alles gar nicht, kann aber schlecht aus meiner Haut. Habe schon versucht, die Zählerei einzuschränken, z.B. jetzt mache ich das nur 3 x und dann gehe ich. Denkste. Haut nicht hin. Habe letztens gelesen, das man unsere Gedanken einfach umpolen müssen. Nur auf das Positive konzentrieren, das "Böse" einfach wegschieben. Ja, ich kann mir das gut vorstellen, manchmal denke ich, unser Hirn ist wie ein PC, also, wenn ich etwas draufspiele (unser schlechtes Erlerntes), dann muß ich es doch auch wieder löschen können, oder? Und einfach ein neues Programm muß her. Ach, nun habe ich doch so viel geschrieben. Mhm, bin doch ganz schön voll. Aber, es ist schön, dass es Euch hier gibt. Wir hören uns, gell?? Oh männe, wir sollten eine Stadt mit uns gründen, das wäre es doch. Dann müßten wir keine Angst mehr haben, da es uns allen gleich geht. Ich danke Euch fürs Lesen! Bis bald...

06.01.2008 11:23 • #5


Hallo Moses,

herzlich willkommen bei den Angsthasen. Kontrollzwänge, Ängste, Panikattacken kenne ich allzu gut. ... auch immer 100 % geben.
Nach meiner letzten Psychosom.Klink in Bad Bergzabern - 6 Wochen -
geht es mir seit Sommer 07 wieder gut. Ich habe gelernt, weniger zu arbeiten, eine neue Einstellung zur Arbeit und meinen Chefs zu finden.
Auch das mit den negativen Gedanken - positive Gedanken entgegen-
setzen - funktioniert. Du mußt halt erkennen, wann sich die negat. Gedanken aufbauen, gar nicht so einfach festzustellen. Seit 2001 (1.Reha) wende ich Progress.Muskelentspannung nach Jakobson an. Das tut gut und ich lernte mehr auf meinen Körper zu hören ... wann dreh ich wieder am Rad ... vorsicht, nicht zu viel ... noch eine gute Empfehlung:
Bewegung nach Feldenkrais (die Entdeckung der Langsamkeit) für ein sehr gutes Körpergefühl, Vertrauen in den Körper wieder aufzubauen, daher auch mein Leitsatz aus der Feldenkrais-Therapie "und lass es...mach ne Pause" . Feldenkrais-Therapie wurde in der Klinik Bad Bergzabern mit sehr großen Erfolg angewendet.

... und schau mal aus dem Fenster ... hier im nördlichen Saarland scheint die Sonne ... Energie pur!

Herzlich ein 50-jähriger Angsthase
Michael

06.01.2008 11:52 • #6


Hallo Michael,

Danke für Deine Antwort. Die Entdeckung der Langsamkeit, das hört sich total toll an. Weißt Du, als ich gelesen hatte, dass Du in 6-wöchiger Therapie warst, bekam ich gleich Depressionen. Denn, ich habe 3 Therapien, ambulant, hinter mir. War, aufgrund von durch die Angst etc. entstandenen Alk., mehrere Male in stationärer Behandlung, auch unter anderem einmal fast 3 Monate und fand das alles ganz furchtbar und möchte all dieses "Geschwafel" nie mehr haben.
Ich habe meinen Weg aus dem Alk. allein geschafft, in dem ich lernte, mir zu verzeihen, bin nun fast 9 Jahre ohne das Zeug und bin heilfroh darüber. Möchte ich auch nicht mehr haben müssen, trotzdem würde ich keinen Alk. "verurteilen" oder "beurteilen". Jeder Mensch hat sein Leben und muß sehen, wie er es nach seinen Wünschen gestaltet. Aber - wie gesagt, all diese Therapien hängen mir zum Halse raus. Die 3 ambulanten Therapien waren aber "nur" wegen der Panik und Angst, nicht wegen des Trinkens. Hast Du damals auch irgendwelche Süchte entwickelt um über die Angst weg zu kommen?
Liebe Grüße

07.01.2008 10:35 • #7


Guten Morgäähhnn,
ich bin auch so ein "Fall".. Habe sehr viel ausprobiert,weil ich meine Angst ohne Therapeuten und Pillen weg bekommen will. Habe jetzt Kontakt zu einer Kinesiologin, sie wird in 4Wochen zu mir kommen und verspricht mir nach max 6Std. mindestens 90% wieder "die alte" zu sein. Denn eigentlich ist diese Angst ja nur das, was wir selbst draus machen. Wir sind unser Gegener in diesem "perversen" Spiel, alos wer außer uns selbst kennt den Grund oder den Weg da raus?
Liebe Grüße
Sonja

07.01.2008 10:59 • #8


Hey Sonja,

wie lange bist Du schon "gefangen"? Und was kostet diese Frau und wieso kommt sie zu Dir und was will sie machen? Und wie?
Liebe Grüße Moses

07.01.2008 11:28 • #9


Hi Moses,
Probs hab ich seit 10Jahren und seit Mai07 verlasse ich die Strasse auf der ich wohne nicht mehr... Sie kostet 40€ die Stunde und will durch, keine Ahnung, Blockade und Angstpunkte lösen....

07.01.2008 17:11 • #10


Hallo Moses,

Angst mit Alk. zu bekämpfen haben bestimmt viele schon mal probiert. Ich habe schnell gemerkt, dass ich mit dem Alk in die
Sackgasse gerate. Die Ängste kommen schneller. Also weg mit dem
Zeug .... Zur Zeit nehme ich noch täglich 20 mg Citalipram, will
das Medikament Anfang März - wenn die dunkle Jahreszeit vorbei ist -
ausschleichen und absetzen. Ich denke ich bin jetzt stark genug auf mich selbst und nicht nur auf die Pillen zu vertrauen. Doch mit der Angst leben muß ich, in abgeschwächter Form, wohl immer. Angst wird nie ganz weggehen, jedoch man kann lernen besser damit umzugehen. Die Kunst ist es, zu erlernen, alle körperlichen Symtome nicht sofort in die Angstspirale zu bringen. Das kann ich gut mit Bewegung erreichen (Glückshormone) und dadurch vertrauen in den Körper... Das Herz schlägt halt mal stark nach 7 km walking in der Stunde. Es nicht als Angstsymtom zu werten ist der erste Schritt.

Also, wenn vom Alk und mit leichter Bewegung anfangen; übrigens Psychotherapie ist echte Arbeit, aber lass dich darauf ein, es lohnt.

Herzlich
Michael

07.01.2008 21:17 • #11


Lieber MIchael,

oh, das regt mich schon wieder auf. Sorry. Wenn Du meinen Beitrag richtig gelesen hättest, dann hättest Du auch gelesen, dass ich seit 9 Jahren trocken bin. Mit der Bewegung (Glückshormone), da pflichte ich Dir absolut bei. Ich kann mir das total gut vorstellen und glaube es Dir aufs Wort. Ja, ich will, ich will, ich will.
Ich halte das gute Denken in mir fest, ganz fest. Will es nicht loslassen, ich will!!

Gestern war ich ganz allein mit dem Bus (Wow) in der Stadt unterwegs. Und nach anfänglichem Schwindel und "ich schreie gleich alles zusammen", konzentrierte ich mich auf die Menschen, darauf, dass jeder Mensch irgendein Problem hat, entweder Angst, Not, Elend, Tod usw. usw.
Und siehe da, das brachte mir meine Mitmenschen gleich wieder näher und ich verlor die Angst im Handumdrehen. Sicher, so ab und zu, als ich dann per Fuß unterwegs war, mußte ich auch oft meine Nägel mal wieder in die Handflächen würgen und mein Blick ging wohl mal wieder durch Wände. Stur gerade aus, nichts rechts, nichts links, nur mein Weg vor mir. Aber, stell Dir vor, ich war so gar allein Kaffee trinken, ich zwang mich dazu, mich hinzusetzen und ruhig zu sein. Ich habe leider eben den Namen nicht parat, aber hier oben schrieb er, die Entdeckung der Langsamkeit. Das ging mir gestern nicht aus dem Kopf. Und ich fand das toll. Ich achtete total auf jeden Muskel,auf alles was im Körper so abgeht, ohne dass wir es sonst registrieren. Es ist schon ein wundervolles Gefäß, unser Körper.
So, nun höre ich erst einmal auf, denn so viel wollte ich eigentlich eben nicht schreiben.
Danke für Deine Antwort (trotzdem!!) und viele liebe Grüße sendet Dir Moses

08.01.2008 15:36 • #12


Liebe Moses,

du hast recht, ich muß wohl Tomaten auf den Augen gehabt haben - pardon -. Ja, das mit dem Alk. hast du alleine geschafft. Du mußt sehr viel Willenskraft besitzen, Hut ab! Wenn es mir schlecht geht, trinke ich auch mehr Alk., habe das jetzt erkannt und werde jetzt mal auf längere Zeit darauf verzichten.
Die Ängste werden nie ganz verschwinden, aber ich habe gelernt besser damit umzugehen. Es war ein langer Weg. 1997 hatte ich die erste Psychotherapie und habe mich dagegen gesträubt. 1999 die zweite, und habe die Therapie schon mehr akzeptiert. Aber ich war immer noch in meinem alten Umfeld, meine Frau konnte nicht mit meiner Angst umgehen (verständlich, kannte sie ja auch nicht) und mein Sohn verstand nicht, warum der Papa nur auf dem Sofa rumlag.
Dann 2001 die 1. psychosomatische Klink (8 Wochen) dort habe ich schon einiges gelernt und habe gedacht, die Angst kommt nicht mehr. Wieder 2007, Sommer 6 Wochen Psychosom.Klinik, und diesmal konnte ich besser in mich hineinhören. Ich wurde immer gelassener und aufgeschlossener. In der Klinik hatte ich ein Zimmer mit einer Dachterrasse (10 Meter steil nach unten) und das mit meiner Höhenangst. Doch die Höhenangst zu besiegen war viel leichter als die Angst auf Autobahnen.... denn ich war täglich auf der Dachterrasse, konnte immer näher zum Geländer hingehen und auf einmal stand ich am Geländer, ruhig atmend.
Übrigens, die Entdeckung der Langsamkeit durch die Feldenkraistherapie finde ich als einen der Hauptpunkte, dass ich mit mir besser ins Reine gekommen bin. Schau noch mal im Internetz unter "Feldenkrais".

Bis dahin alles Liebe ... und laß es, mach ne Pause ...
Herzlich
Michael

08.01.2008 18:25 • #13


Guten Morgen, lieber Michael,

weißt Du, ich ziehe vor Dir meinen Hut! Das mit der Dachterrasse, Wahnsinn. Das Du das geschafft hast. Alle Achtung. Ich habe auch so wahnsinnige Höhenangst. Heute nacht träumte ich mal wieder, ich würde an einer Hausmauer hoch oben auf einem Sims gehen müssen. Da waren Bauarbeiter, die ein wackeliges Gerüst nicht mehr reparieren konnten. Um das ganze Haus herum, es gab keinen Ausweg für mich, waren die Mauersimse abgebrochen und ich mußte, mit Blick in Tiefen, da lang. Dann war da noch eine alte Frau bei mir, und die hielt sich ständig an mir fest. Ich liebe alte Menschen, aber hier wurde ich sauer, da ich sie nicht auch noch festhalten konnte und schrie, sie solle mich loslassen. Das war ein schlimmer Traum.
Arbeitest Du momentan?
Liebe Grüße sendet Moses

09.01.2008 09:37 • #14


Liebe Moses,

seit gestern liege ich mit einer fiebrigen Grippe im Bett. Die Angsterkrankung ist in den Hintergrund getreten. Seit Ende der Reha im Sommer 07 arbeite ich wieder und kann mit dem Auto gut zu meiner Arbeit fahren. Im Büro sehe ich vieles gelassener. Freitags mittags arbeite ich nicht mehr - Zeit für mich -. Von der Progr. Muskelent-
spannung nach Jakobson bin ich überzeugt, wende sie fast täglich an.

Das härteste waren die Autobahnfahrten in der Reha mit dem Psychologen. Der saß neben mir und hat mich beobachtet und schnell festgestellt, dass ich viel zu schnell und zu flach atme. Auf der Skala bis 10 war die Angst bei der Fahrt bei 8, dann sagte er mir, die Angst wird vorübergehen, ich gebe dir die Garantie, du mußt nur lange genug in der Situation bleiben. ... das war heftig.. aber nach über 2 Stunden auf der Autobahn mit Überholmanöver ging die Angst tatsächlich zurück; zum Schluß war sie bei 2.
Du siehst, es funktioniert, probiere mit deiner Höhenangst doch einfach mal eine Treppenleiter, zuerst nur 2 Stufen, nächster Tag wieder 2 Stufen: toll, Erfolgserlebnis, nächster Tag 3 Stufen ... immer langsam, nicht zu viel auf einmal.

Liebe Grüße
Michael

09.01.2008 10:52 • #15


Das ist eine gute Idee. Ich werde es versuchen. Danke.
Liebe Grüße von Moses

09.01.2008 12:06 • #16



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