Zitat von rotezora2k:hattest du auch mal Phasen in denen du dauerhaft Schwindel hattest bzw plötzlich Schwindel im Liegen/beim ruhig sitzen? Oder war dein Schwindel immer nur in überforderungssituationen
Solange meine Herzangst und diverse andere Krankheitsängste im Vordergrund standen, hatte ich Schwindelattacken primär in Überforderungssituationen. Als diese Krankheitsängste weitgehend überwunden waren, hatte ich eine Phase schlimmen Dauerschwindels in allen Positionen. Sie hat mich ziemlich verstört, aber ich war gottseidank weit genug in meiner Auseinandersetzung vorangeschritten, um nicht aufzugeben. Nach ein paar Wochen verabschiedete sich der Schwindel wieder, nachdem ich täglich gegen ihn angekämpft habe.
Zitat von rotezora2k:Bedeutet dass, dass u.a Herzrasen, Herzstolpern und Schwindel heute noch immer deinen Alltag begleiten und du dich lediglich nicht mehr davon beeindrucken lässt?
Zum Teil. Ich neige bei Überforderung immer noch zu Schwindel- und Kotzattacken, aber das kommt höchstens 3-5x im Jahr vor. Auch Kopfschmerzen sind hin und wieder von leichtem Schwindel begleitet, der aber gut auszuhalten ist und mit den Kopfschmerzen auch wieder verschwindet.
Herzrasen habe ich faktisch nicht mehr. Natürlich klopft es bei Aufregung mal etwas schneller, aber das ist nicht zu vergleichen mit den Anfällen damals.
Das größte Phänomen sind die Extrasystolen. Wenn man EKGs von damals und heute vergleicht, ist die Menge an ES in etwa gleich. Spüren tu ich sie aber tatsächlich kaum noch. Meist merke ich es beim Sport, wenn ich mich richtig anstrenge. Selbst da aber nur kurz. Hin und wieder stolpert es spürbar, wenn ich mich aus einer verkrampften Haltung aufrichte.
Sonst registriere ich sie aber überhaupt nicht mehr. Ich habe mal den Versuch gemacht, sie wieder wahrzunehmen, indem ich mich darauf fokussiere, was sofort geklappt hat. Keine gute Idee

. Ich hatte danach eine Woche zu tun, den Fokus wieder zu lösen.
Geschafft habe ich es über extrem viel Sport. Ich war quasi rund um die Uhr sportlich aktiv und habe mir wie in alten Zeiten einen Großteil der Nächte mit Auf- und Abgerenne im Garten um die Ohren geschlagen. Danach wars wieder gut, und ich verzichte seither auf solche Experimente.
Krankheitsängste insgesamt melden sich sporadisch mal. Als Corona anfing zum Beispiel, was der Grund für meine Anmeldung hier war. Aber auch, wenn hin und wieder ein neues Weh auftaucht. Damit kann ich aber inzwischen wirklich gut umgehen. Meine Strategie, abzuwarten und nur bei deutlicher Verschlimmerung oder wochenlanger Nicht-Besserung zum Arzt zu gehen, funktioniert gut. Ich gerate beim Auftreten neuer Wehs auch nicht mehr in Panik, was ganz hilfreich ist, weil die Wehs mit dem Älterwerden ja nicht ausbleiben.
Die Coronaangst hat sich erstaunlich schnell gelegt, was wohl daran lag, dass es eine reale Situation war, die ich lernen musste zu managen. Das kommt der Macherin in mir entgegen: Ich kann gut lösungsorientiert denken und handeln. So suche ich mir auch in diesen Zeiten meinen Weg, das Ganze irgendwie zu händeln. Meine Sorge gilt aber ohnehin eher meinem Mann und meinem Vater, die ich nicht gefährden möchte. Insgesamt ist das aber viel einfacher, als damals mit all den eingebildeten Katastrophenszenarien umzugehen.