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Erst einmal schönen guten Abend hier im Forum. Ich hatte schon etwas gesucht hier und das Thema ist auch schon mehrfach aufgegriffen wurden aber leider habe ich nur ältere Beiträge gefunden deshalb eröffne ich ein neues.
Ich leider seid ein paar Jahren an Herzrhythmusstörungen welche mittlerweile richtig üble Panikattacken verursachen. Das ganze wurde vom Hausarzt und Kardiologen abgeklärt und wie bei den meisten hier als völlig ungefährlich eingestuft. Es sind meistens nur zwei drei Fehlschläge und dann geht es meistens wieder. Manchmal geht es auch länger ,vielleicht 30 sec , kommt ein ewig lange vor. Die Ryhtmusstörungen treten auch vermehrt auf beim nach vorne beugen, Schuhe zubinden und auf der Herzseite liegen.Auch die Atmung ist in dem Moment davon betroffen. Meistens kommen dann noch schmerzen in der Brust und ich fühle mich nach den längeren Anfällen auch etwas schlapp. Das Problem ist wahrscheinlich auch sehr die Psyche , da ich genausten darauf achte wie das Herz schlägt und dadurch jeden einzelnen Herzschlag spüre.Ich kann da ganz extrem in meinen Körper reinhorchen, wozu mein Arzt nur sagte das ich da sehr empfindlich sei. Es ist meistens abends das da eine wahnsinnige Angst draus wird. Das ganze wird verstärkt da meine Frau Nachts arbeitet, ich allein bin und zudem die Verantwortung für eine menge Hunde habe. Das ganze verstärkt die Angst weil ich mir einrede das mir nichts passieren darf. Es ist teilweise so schlimm das ich vor Angst zur Toilette rennen kann. Dann habe ich die ganze Zeit das Gefühl das das Herz schwerfällig schlägt. In letzter Zeit kostet es mir viel schlaf, da ich dann mich dann auch nicht hinlegen kann. Ich habe teilweise das Gefühl das ich die Herzrhythmusstörungen sogar dadurch beeinflusse oder auslöse. Mein Arzt hat mir Betablocker und ein Medikament (Mareen) aufgeschrieben gegen die Angst. Nützt aber leider nichts, machen nur Dick. Vielleicht hat ja jemand hier ähnliches durch und ein paar Tips .
LG Matthias

08.05.2020 22:45 • 11.05.2020 #1


5 Antworten ↓


Vendetta1981
Hallo,

ja das Thema haben wir hier sehr oft und anhand deiner Beschreibung bist du jetzt auch keine Ausnahme was deine Symptome angeht. Grundsätzlich sind Herzrhythmusstörungen, wenn sie ärztlich abgeklärt und für harmlos befunden wurden wirklich harmlos. Man asoziiert mit diesem Wort im Allgemeinen gleich was schlimmes, dabei steht dieser Begriff steht für alles was das Herz macht, was außerhalb des Sinusrhythmus abläuft. Das heißt: Jeder Mensch hat sie.

Der Grund warum du alles so verstärkt wahrnimmst, liegt zum einen daran, dass du dich bewusst auf dein Herz fokussierst. Die Panikattacken von denen du schreibst, werden nicht durch deine Herzrhythmusstörungen ausgelöst, sondern entstehen durch die Gedanken und Sorgen, die dir in dem Moment wo es stolpert durch den Kopf schießen. Zum anderen stehst du aufgrund der Beobachtung ständig unter Anspannung. Das heißt, du bist nicht entspannt. Ein Körper der nicht entspannt ist, reagiert sehr empfindlich auf jeden Reiz. Das kannst du dir vorstellen, als hättest du zwei Nächte durchgemacht und gehst dann in einen Club mit lauter Musik und Blitzlichtern. Durch die Übermüdung bist du so gereizt, dass du das nicht ertragen kannst. So verhält es sich auch mit dem aufgebauten Angstlevel.

Was grundsätzliches zum Thema Herz:

Ein Herz ist ein Muskel. Es ist nicht sonderlich kompliziert aufgebaut und ist dementsprechend das am besten untersuchte Organ des Menschen. Kein anderes Organ kann mit wenig Aufwand so genau untersucht und eine zuverlässige Diagnose erstellt werden. Das Herz hat keine Knochen oder anderweitige starre Strukturen, die sich verkanten oder kaputt gehen können. Es kann nur in seinem vorgegebenen engen Rahmen innerhalb des Herzbeutels die Bewegungen machen, für die es gedacht ist. Der Herzschlag wird nicht vom Gehirn gesteuert sondern läuft autonom ab. Es gibt keinen Aus Schalter. Das Herz macht einfach seinen Job.

Ein Herzstolpern ist, sofern keine Schädigungen (und für die muss man lange ungesund leben) oder angeborene Defekte vorliegen, überhaupt kein Problem. Es gibt Menschen, die 30.000 Stolperer pro Tag haben und nicht einen davon merken. Andere haben mal 100 oder 200 und spüren jeden einzelnen und malen sich sonst was deswegen aus.

Der beste Weg um mit deinen Symptomen fertig zu werden, ist dir bewusst zu machen, dass du gesund bist. Ja du spürst im Moment jeden Herzschlag und ja, es ist belastend. Je eher du dich auf die Diagnose verlässt und den Worten deines Arztes vertraust, desto eher entspannst du dich und wirst merken, dass die Beschwerden wieder weniger werden (oder ganz verschwinden). Deine Angst vor den Symptomen und wie du sie bewertest (als bedrohlich oder nicht) spielt die Hauptrolle in dieser Situation. Das Ergebnis sind deine Panikattacken.

Eine sowohl körperliche als auch mentale riesige Hilfe ist sich körperlich zu betätigen in Form von leichtem Ausdauersport. Zum einen ist es gut für dein Herz-Kreislaufsystem und zum anderen siehst du selbst, dass du völlig leistungsfähig bist und dein Herz gar nicht krank sein kann.

Für alles weitere, kannst du dich mal durch das folgende Thema wühlen. Da sind viele Tipps von einigen Nutzern hier, dir dir sicher weiterhelfen können:

agoraphobie-panikattacken-f4/herzneurose-oder-anzeichen-auf-herzinfarkt-t42518-9880.html

09.05.2020 04:22 • x 2 #2



Herzrhythmusstörungen und dadurch Angststörungen

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MehrVomLeben
Lieber Matthias,

ich kann Vendetta1981 nur zustimmen. Übrigens, bei einer Angststörung ist es so, dass dein Stammhirn das Gefühl der Angst (völlig unbegründet, weil Störung) alle vegetativen Mechanismen für eine Flucht oder Kampf in Bewegung setzt, u.a. den Puls bzw. Herzschlag erhöht, die Atmung sich verändert, die Muskeln anspannen etc. Das passiert sehr autonom. Atme ruhig in den Bauch, Ein- und Ausatmen sollten gleich lang sein und ohne Pause, lege dabei die Hände auf den Bauch, um zu fühlen. Bei jedem Ausatmen, lass dich tief fallen und Entspann deine Muskeln.
Diese Schwerfälligkeit des Herzens bei Bewegungen kenne ich auch, die ist immer genau dann, wenn ich in der Angst gefangen bin, also psychisch bedingt. Mir hilft es, mit dem Herzen zu sprechen, mit der Angst zu sprechen und beide darauf hinzuweisen, es besteht akut keine Gefahr. Schau mal bei Googel unter kohärentes Atmen, auf Youtube kann ich dir den Kanal von Elisha Koppensteiner empfehlen.
Außerdem versuche doch mal Folgendes zu assoziieren mit dem Hüpfen deines Herzens: es hüpft vor Lebensfreude und du freust dich einfach mit.
Ich weiß, es ist schwer die Angst zu durchbrechen, übe es immer und immer wieder, es wird leichter. Ich empfehle dir das Buch zur Angst von Dr. Hansch. Es hat mir sehr geholfen, mental die Angst zu verstehen und Panikattacken zu reflektieren, zu beobachten, als würd ich außen stehen. Sie werden dadurch nicht so stark bzw. enden frühzeitig oder ich kann erste Anzeichen im Keim ersticken. Also die emotionale Störung schnell kortigieren. Es ist Arbeit und auch erschöpfend, mit der Zeit wird es immer leichter. Gehe die Angst an, aber akzeptiere sie, sei nicht in ihr gefangen.

Alles Gute und

Liebe Grüße!

09.05.2020 07:54 • x 2 #3


Ich danke vielmals für die Antworten und Tipps. Es schon hilfreich sich mit jemanden auszutauschen der das ganze versteht. Man kommt sich ja langsam echt blöde vor weil es keiner richtig nachvollziehen kann. Das das Hauptproblem mittlerweile echt die Psyche ist , davon bin ich auch überzeugt. Ich glaube wenn mir das früher jemande erzählt hätte das Angststörungen den Körper so beherrschen können, hätte ich es auch nicht geglaubt. Die Herzrhythmusstörungen sind ja schon ein paar Jahre und das die Anfälle eine gewisse Angst auslösen hatte ich auch schon immer. Das sich aber diese Angststörungen so verschlimmern hätte ich auch nicht gedacht. Mein Hausarzt will dann einfach das Medikament erhöhen ,nimmt ein scheinbar aber auch nicht richtig ernst. Bei den ist alles Stress. Man fühlt sich einfach so hilflos. Ich bin sogar der Meinung das das Medikament zu erhöhen es deutlich schlimmer macht, daher habe ich es erstmal wieder runtergesetzt.
Das ist irgendwie ein Teufelskreis .Ich weiss nicht ob evtl. 2 Todesfälle Ende letzten Jahres der Auslöser waren das es sich so drastisch verschlimmert hat. Mein Nachbar starb plötzlich viel zu jung (45) plötzlich an einen Herzinfakt, mein ehemaliger bester Freund eine Woche später (nicht das Herz) und ein anderen Bekannten haben die Ärzte nach einem Herzinfakt gerade so gerettet, Das passierte alles innerhalb 1 Woche. Dazu kommt momentan noch sehr viel Stress dazu.
LG Matthias

11.05.2020 21:29 • #4


Vielen Dank

11.05.2020 21:39 • #5


Auch ich kann dir sagen, es ist definitiv nicht gefährlich!
Ich habe das seit sicher 15 Jahren und hatte die ersten Jahre auch mega Probleme damit. Saß ständig beim Arzt und hatte echt *beep* Panik !
Vor ca 10 Jahren hatte ich einen schlimmen Unfall mit Koma und allem was dazu gehört !
Die Ärzte sagten mir immer wie knapp das war und hätte ich nicht so ein super gesundes Herz Kreislaufsystem hätte ich es nicht geschafft !
Und erst dann vertraute ich den Ärzten und glaubte es endlich......mein Herz ist gesund und die Extraschläge sind wirklich harmlos, wenn auch unangenehm das Gefühl. Mehr aber halt nicht !
Es passiert nichts .....vertraue deinem Körper !

11.05.2020 22:16 • x 2 #6




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