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Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

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bory
Ich empfehle mir da Gelassenheit und höfliche Zurückhaltung.
Blos weil hier alle eine Angststörung haben muss ich nicht mit allen Übereinstimmen, oder sie nett finden.
Und ich mache mir keine Illusionen hier anderen helfen zu können, sondern bin aus eigenen Gründen hier.

Helfen muss sich jeder selbst - ja, bestimmt schon 1.000 mal geschrieben hier.

Ja, ohne Therapie(n) hätte ich es nicht geschaft. Ich habe nie Medikamente genommen. Und was Messungen betrifft: ich bin alleine abgegangen, wenn ich einen Blutdruckmesser gesehen habe. Als ich meinem Therapeuten gesagt habe, ich laufe mit Pulsuhr hat der spontan "Das verbiete ich ihnen!" rausgehauen. Das war natürlich nicht ernst als Verbot ausgesprochen, sondern war einfach etwas was ich auf jedenfall vermeiden mußte.

Ich habe während meine Tiefzeit den Kontakt zu anderen vermisst. Die lokale Selbsthilfegruppe hat mich nur brutal runtergezogen.

x 1 #52401


S
Hey, habe momentan die Herzstolperer wieder sehr oft. Heute war ich bei der Physio und es wurde wieder was richtig gerückt.
Hab seit einer Stunde wieder hin und wieder Herzstolpern. Es macht mir einfach Angst. Einmal nacheinander oder jeden 2-3 Schlag oder vereinzelt. Das kennt ihr ja glaub ich auch. Auch wenn es längere Zeit geht ist es harmlos.

x 1 #52402


A


Herzneurose oder Anzeichen auf Herzinfarkt?

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D
Zitat von Celinamary:
ich bin sogar schon am überlegen anti depressiver zu nehmen damit es einfach mal besser klappt. Aber ich entscheide mich aus guten Gründen immer dagegen.

Antidepressiva nehme ich seit 6 Jahren. Aus welchen angeblich guten Gründen entscheidest du dich dagegen?

Meine Aussage mit den "Pillen fressen" bezog sich auf Herzmedikamente ohne Herzkrankheit. Antidepressiva bei Angststörung als Unterstützung ist ja sogar was gutes, da es den Verstand erstmal beruhigt, um wieder in normale Fahrwasser zu kommen. Dafür sind die Dinger ja da

x 1 #52403


D
Zitat von Flousen:
die habe ich dann durch mein Wissen und Austausch sowie Abklärungen eben in den Griff bekommen.

Das ist ja der Punkt, die Gesundheitsängste und Panikattacken kamen bei mir auch erst im Verlauf der Angststörung, das ist bei mir aber durch das Wissen aus der Therapie nie "richtig" schlimm geworden und ich habe es viel schneller unter Kontrolle bekommen.

x 1 #52404


J
Zitat von Daniel0306:
Antidepressiva bei Angststörung als Unterstützung ist ja sogar was gutes, da es den Verstand erstmal beruhigt

Wenn ich hier mal meinen Senf dazu geben darf. Mein Therapeut sagt immer bei Angsterkrankungen sind AD genauso wirksam wie Placebos. Da gab es wohl mehrere Studien drüber. Am erfolgreichsten ist eine Therapie immer ohne Medikamente. Ich möchte dich nicht verurteilen für die Einnahme dieser Medikamente aber du kannst nicht Wein trinken und Wasser predigen.

Extrasystolen sind fast nie bis selten ein Ausdruck einer Herzkrankheit. Aber bei sehr ausgeprägter Anzahl kann der Leidensdruck des Patienten entscheidend sein, das man ein Medikament verabreicht. Nur weil einigen Leuten das Hintergrund Wissen fehlt, sind es nicht gleich alles „Böse Rhytmusmedikamente“ die einen umbringen oder sonst was. Streng genommen ist auch ein Beta Blocker ein Rhytmusmedikament. Dieser wird von Hausärzten und co wie Smarties verschrieben.

Außerdem können einige AD auch eigene Rhytmusstörungen auslösen und begünstigen. Teilweise wird hier nichtmal ein Kontroll EKG von den Ärzten verordnet. Aber dann auf Medikamente schimpfen die Extrasystolen bei hoher Anzahl ausschalten ? Wow schwierige Diskussion gerade.

x 2 #52405


D
Zitat von bory:
"Das verbiete ich ihnen!"

Therapeuten hauen einem auch mal volles Brett vorm Bug und knallen einen zurück in die Realität. Meiner hat bei meinen Zweifeln auch mal gesagt "Nein Junge! Du gehst nicht zum Arzt, kapier, dass du gesund bist und lebe!"
Zitat von Justin3456:
Mein Therapeut sagt immer bei Angsterkrankungen sind AD genauso wirksam wie Placebos.

Das ist ja mal mega mist. Sertralin zum Beispiel ist ein SSRI, welches dafür sorgt, dass dein Serotonin länger im Kreislauf bleibt, wodurch du ruhiger, ausgeglichener und glücklicher bist, sprich auch Ängste und Stress werden reduziert. Das ist einfach medizinischer Fakt. ABER Antidepressiva wirken NUR unterstützend. Wenn man an seinen Ängsten nicht arbeitet und komplett gefangen ist, können die auch nicht viel ausrichten, soviel Serotonin kann das Zeug gar nicht speichern.

Zitat von Justin3456:
Am erfolgreichsten ist eine Therapie immer ohne Medikamente.

Auch den Satz unterschreibe ich nicht, es kommt immer drauf an, wie der Patient auf eine Therapie anspringt, wie schnell umgelernt wird usw. Die Psyche des Menschen ist sehr variabel, und manche brauchen erstmal AD, um irgendwie erstmal so klar zu kommen, dass eine Therapie anschlagen kann. Wenn jemand ohne Einsicht in seinem Film ist, kann der beste Therapeut nichts ausrichten.

Zitat von Justin3456:
Aber bei sehr ausgeprägter Anzahl kann der Leidensdruck des Patienten entscheidend sein, das man ein Medikament verabreicht.

Da sage ich aber auch nicht, dass es pauschal falsch ist, die zu nehmen. ABER hier anzupreisen, wie toll das ist und am Besten vorschlagen, dass sich das andere auch holen sollten, sehe ich grenzwertig. Denn wenn die Psyche gerade angekratzt ist, empfinden hier viele auch mit nur 20 ES einen enormen "Leidensdruck", denn dieser ist bei Angst sehr subjektiv. Und viele denken hier "wow, die Pille will ich auch, damit ich nie wieder die Angst einer ES spüren möchte".

Wenn ich 3000 von den Dingern am Tag hätte, würde ich voraussichtlich auch sowas nehmen. Aber hier sind viele, die eine eigentlich lächerliche Anzahl an ES haben (wie ich), aber so tief in der Angst davor sitzen, dass sie alles nehmen würden, damit es aufhört. Und bei diesen sollten keine Medis angepriesen werden, sondern das Lernen, damit umzugehen und zu leben.

Zitat von Justin3456:
Außerdem können einige AD auch eigene Rhytmusstörungen auslösen und begünstigen.

Ja, aber "echte" Rhythmusstörungen und nicht ES, nämlich eine QT-Zeit Verlängerung. Das ist aber bei 1:100.000 und man macht einfach alle 6 Monate ein EKG. Und wenn die ersten EKGs nach der Einschleichphase normal sind ist die Wahrscheinlichkeit bei 0.

x 1 #52406


J
Zitat von Daniel0306:
Meine Aussage mit den "Pillen fressen" bezog sich auf Herzmedikamente ohne Herzkrankheit. Antidepressiva bei Angststörung als Unterstützung ist ja sogar was gutes

Ein Medikament was ES unterdrückt und damit die Lebensqualität des Patienten steigert ist auch was gutes zwinkern

Eine Angststörung bringt dich auch nicht um. Trotzdem lässt man sich aufgrund seines Leidensdruck behandeln und greift sogar zu Medikamenten.

Man sollte nicht mit zweierlei Maß messen. Das ist gefährlich, oft sehen wir den Splitter im Auge des Gegenübers aber den Balken im eigenen Auge sehen wir nicht zwinkern

x 1 #52407


J
Zitat von Daniel0306:
wie toll das ist und am Besten vorschlagen, dass sich das andere auch holen sollten, sehe ich grenzwertig.

Das habe ich nicht und werde ich auch nie. Mein Leitspruch ist und bleibt : „ Bei ausgeprägten Leidensdruck, sollte man einen Rhytmologen aufsuchen“ ein Kardiologe oder Hausarzt kann oft nur begrenzt weiterhelfen

x 1 #52408


J
Zitat von Daniel0306:
Aber hier sind viele, die eine eigentlich lächerliche Anzahl an ES haben (wie ich), aber so tief in der Angst davor sitzen, dass sie alles nehmen würden, damit es aufhört.

Ja hier sitzt das Problem auch woanders da hast du recht. Dafür verschreibt dir auch niemand so ein Medikament

x 1 #52409


J
Zitat von Daniel0306:
Ja, aber "echte" Rhythmusstörungen und nicht ES, nämlich eine QT-Zeit Verlängerung.

Eine Verlängerung der QT Zeit ist keine Rhytmusstörung. Aber ich will jetzt nicht kleinlich sein. ES also VES sind Rhytmusstörungen. Ein Vorzeitiger Herzschlag aus der Herzkammer stört den Normalen Sinusrhytmus. Aber generell sind AD einfach auch nicht ohne lachen die können genauso viele schlimme Sachen mit dem Herz machen.

#52410


D
Eins noch zu den AD.
Ich verstehe nicht, warum es Therapeuten gibt, die so krass gegen die sind. Man kann SSRI 50 Jahren nehmen, es hat keine Auswirkungen auf den Körper, die sind mittlerweile super erforscht.

Bei trizyklischen ADs kann ich natürlich nix sagen, die kenne ich nicht.


Zitat von Justin3456:
Das habe ich nicht und werde ich auch nie.

Ich glaub auch nicht mit Absicht, aber durch deinen Erfolg damit, weckt das bestimmt hier falsche Wünsche. Könnte ich mir vorstellen.

Zitat von Justin3456:
Eine Verlängerung der QT Zeit ist keine Rhytmusstörung.

Ja gut, aber das kann halt VTs auslösen

x 1 #52411


D
Zitat von Justin3456:
Eine Angststörung bringt dich auch nicht um.

Hm, es kann unbehandelt aber auch zu Depressionen und anderen Sachen führen.

Zitat von Justin3456:
Aber generell sind AD einfach auch nicht ohne die können genauso viele schlimme Sachen mit dem Herz machen.

Wie ich sagte, SSRI kann man ohne irgendwelche Einschränkungen ein Leben lang nehmen, sofern die QT-Zeit normal ist. Dann hat das auch keine anderen Auswirkungen auf das Herz oder andere Organe.
Also es gibt ja auch ganz viele andere Varianten von Angsterkrankungen, die nix mit Gesundheit zu tun haben

#52412


J
Zitat von Daniel0306:
Ich verstehe nicht, warum es Therapeuten gibt, die so krass gegen die sind

Versuch mal offen dem Thema gegenüber zu sein. Ich glaube schon das es so ist das gerade bei Angststörungen ein SSRI halt einfach nicht viel bringt. Und man kann in vielen Studien nachlesen das es oft nicht viel mehr bringt als ein Placebo. Außerdem ist die Therapie das einzige was die Ursache also die Glaubenssätze und co angeht und behebt.

x 1 #52413


D
Zitat von Justin3456:
Außerdem ist die Therapie das einzige was die Ursache also die Glaubenssätze und co angeht und behebt.

Das ist zu 100% so, ich sage ja auch nicht, dass man die nehmen muss. Wenn es jemand ohne möchte, dann soll er es tun.
Ich wollte nur die Aussage "aus guten Gründen drauf verzichten" ein wenig abschwächen und sagen, dass man, sofern man das Gefühl hat, es könnte zusätzlich helfen, die (leichteren ADs) guten Gewissens nehmen kann.

Jetzt natürlich nicht, wie die Beispiele vieler depressiver Musiker oder Schauspieler, die durch Wirkung ultra starker ADs grinsend rumlaufen und sich nach dem Absetzen umbringen. Glaub durch solche Beispiele haben ADs im Allgemeinen einen schlechten Ruf

#52414


D
Zitat von Justin3456:
Und man kann in vielen Studien nachlesen das es oft nicht viel mehr bringt als ein Placebo.

Kann natürlich bei mir nicht sagen, ob es wirkliche Wirkung oder Placebo ist, aber mir geht seitdem viel besser 😂

#52415


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Dr. Reinhard Pichler
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