Zitat von bory: "Das verbiete ich ihnen!"
Therapeuten hauen einem auch mal volles Brett vorm Bug und knallen einen zurück in die Realität. Meiner hat bei meinen Zweifeln auch mal gesagt "Nein Junge! Du gehst nicht zum Arzt, kapier, dass du gesund bist und lebe!"
Zitat von Justin3456: Mein Therapeut sagt immer bei Angsterkrankungen sind AD genauso wirksam wie Placebos.
Das ist ja mal mega mist. Sertralin zum Beispiel ist ein SSRI, welches dafür sorgt, dass dein Serotonin länger im Kreislauf bleibt, wodurch du ruhiger, ausgeglichener und glücklicher bist, sprich auch Ängste und Stress werden reduziert. Das ist einfach medizinischer Fakt. ABER Antidepressiva wirken NUR unterstützend. Wenn man an seinen Ängsten nicht arbeitet und komplett gefangen ist, können die auch nicht viel ausrichten, soviel Serotonin kann das Zeug gar nicht speichern.
Zitat von Justin3456: Am erfolgreichsten ist eine Therapie immer ohne Medikamente.
Auch den Satz unterschreibe ich nicht, es kommt immer drauf an, wie der Patient auf eine Therapie anspringt, wie schnell umgelernt wird usw. Die Psyche des Menschen ist sehr variabel, und manche brauchen erstmal AD, um irgendwie erstmal so klar zu kommen, dass eine Therapie anschlagen kann. Wenn jemand ohne Einsicht in seinem Film ist, kann der beste Therapeut nichts ausrichten.
Zitat von Justin3456: Aber bei sehr ausgeprägter Anzahl kann der Leidensdruck des Patienten entscheidend sein, das man ein Medikament verabreicht.
Da sage ich aber auch nicht, dass es pauschal falsch ist, die zu nehmen. ABER hier anzupreisen, wie toll das ist und am Besten vorschlagen, dass sich das andere auch holen sollten, sehe ich grenzwertig. Denn wenn die Psyche gerade angekratzt ist, empfinden hier viele auch mit nur 20 ES einen enormen "Leidensdruck", denn dieser ist bei Angst sehr subjektiv. Und viele denken hier "wow, die Pille will ich auch, damit ich nie wieder die Angst einer ES spüren möchte".
Wenn ich 3000 von den Dingern am Tag hätte, würde ich voraussichtlich auch sowas nehmen. Aber hier sind viele, die eine eigentlich lächerliche Anzahl an ES haben (wie ich), aber so tief in der Angst davor sitzen, dass sie alles nehmen würden, damit es aufhört. Und bei diesen sollten keine Medis angepriesen werden, sondern das Lernen, damit umzugehen und zu leben.
Zitat von Justin3456: Außerdem können einige AD auch eigene Rhytmusstörungen auslösen und begünstigen.
Ja, aber "echte" Rhythmusstörungen und nicht ES, nämlich eine QT-Zeit Verlängerung. Das ist aber bei 1:100.000 und man macht einfach alle 6 Monate ein EKG. Und wenn die ersten EKGs nach der Einschleichphase normal sind ist die Wahrscheinlichkeit bei 0.