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Daniel1988
Diese Geräte bringen nicht nur Unsicherheit mit sich.
Ich versuche mal zu erklären, warum ich das inzwischen differenzierter sehe.
Nehmen wir an, man besitzt ein Gerät zur Pulsmessung oder sogar ein kleines 3 oder 6 Kanal EKG, wie in meinem Fall und nutzt es regelmäßig.

Natürlich kann das anfangs Angst auslösen oder sogar Panikattacken verstärken, weil das Gerät Dinge zeigt, die man nicht versteht und sofort als gefährlich interpretiert.
Aber genau dort liegt für mich mittlerweile der entscheidende Punkt:

Der Kopf möchte verstehen!
Wenn ich heute zum Beispiel sehe, dass ein breiter QRS-Komplex im Zusammenhang mit meinen VES auftreten und nichts automatisch Lebensbedrohliches bedeutet, kann ich das EKG völlig anders einordnen.

Dadurch entsteht deutlich weniger Panik, weil Wissen Unsicherheit ersetzt.
Viele sagen: „Dann wirf die Geräte weg und hör auf zu messen.“
Aber ich glaube mittlerweile nicht mehr, dass das automatisch die Lösung ist. Genauso wenig wie Therapie nicht als Ersatz zu Unsicherheit gesehen werden kann.

Denn das reine Ignorieren und Therapie hat mir in 13 Jahren Herzangst letztlich auch nicht geholfen.
Ein Mensch mit Platzangst kann sich seiner Angst stellen, indem er immer wieder in einem schmalen Aufzug fährt, bis das Gehirn abspeichert: „Hier passiert nichts.“

Ein Mensch mit Spinnenphobie kann durch kontrollierte Konfrontation lernen, dass die Angst zwar unangenehm, aber nicht gefährlich ist.

Bei einer Herzneurose ist das schwieriger, weil man die Angst nicht einfach anfassen oder betreten kann.
Man hat Angst vor etwas im eigenen Körper.
Deshalb gibt es für viele Betroffene scheinbar nur zwei Wege:
entweder ständig kontrollieren,
oder alles verdrängen und ignorieren.
Aber Ignorieren funktioniert oft genauso wenig.
Denn wenn der Kopf überzeugt ist, dass mit dem Herzen etwas nicht stimmt, verschwindet diese Angst nicht automatisch nur dadurch, dass man sie wegdrückt. Sie wird andere Wege finden um einen das Leben zu Hölle zu machen.
Bei mir war das Messen deshalb irgendwann weniger ein Zwang als vielmehr eine Form der Konfrontation.
Am Anfang habe ich mein 3 Kanal -EKG bestimmt 20 Mal oder öfter am Tag benutzt.
Heute nutze ich es wochenlang gar nicht mehr.
Warum?
Weil das Gehirn irgendwann registriert: „Da zeigt sich trotz Beschwerden nichts Dramatisches.“
Das Messen wird sozusagen langweilig weil nichts bei Rumkommt.
Die Angst verliert dadurch langsam an Reiz..
Nicht durch Verdrängung, sondern durch Gewöhnung und Verständnis.
Ich glaube mittlerweile, dass mir das Messen langfristig eher geholfen hat als die 13 Jahre zuvor, in denen mir jeder nur gesagt hat: „Mach das bloß nicht.“ Man kann damit angeblich nicht aufhören... Es können Zwänge entstehen...
Aber wenn man seine Angst nie überprüft, bleibt sie für das Gehirn oft dauerhaft eine offene Gefahr. Eine Gefahr die nicht kontrolliert werden darf.
Ich finde deshalb, dass man sich der Angst stellen und lernen muss, die Signale des eigenen Körpers richtig einzuordnen, statt sie nur zu verdrängen.

Menschen wollen nicht nur beruhigt werden, sie wollen verstehen. Gerade bei Herzangst ist dieses Bedürfnis extrem stark, weil Herzsymptome sich so existenziell anfühlen.

Mir war es jedenfalls wichtig dies zu Posten auch wenn ich vermutlich der Einzige bin der es so sieht.

x 5 #51601


Stolper_Hannes
Zitat von Daniel1988:
Diese Geräte bringen nicht nur Unsicherheit mit sich. Ich versuche mal zu erklären, warum ich das inzwischen differenzierter sehe. Nehmen wir an, ...

Ich finde es eine gute Denkweise von dir! Aber eben diese Messungen die dabei rum kommen können bei vielen schlimmeres auswirken als es zum Schluss "befriedigt", schätze ich zumindest

x 1 #51602


A


Herzneurose oder Anzeichen auf Herzinfarkt?

x 3


J
Zitat von Daniel1988:
Bei einer Herzneurose ist das schwieriger, weil man die Angst nicht einfach anfassen oder betreten kann.
Man hat Angst vor etwas im eigenen Körper.

Toller Beitrag und ich kann dir in vielen Punkten auch zustimmen. Aber auch gegen die Angst rund ums Herz gibt es Lösungen ! Der Schwerpunkt : „Psychokardiologie“ gewinnt immer mehr an Bedeutung. Es gibt auch super Psychosomatische Kliniken, wo auch Fachärzte wie Kardiologen die Therapie begleiten. Man muss einfach lernen wieder Vertrauen in den Körper zu gewinnen. Ein Kollege von mir hatte auch Extrasystolen und war 3 Wochen in so einer Klinik. Er musst als Beispiel sich so verausgaben, bis er nicht mehr konnte und sich dann ruhig auf den Boden legen und sein Herz „einfach machen lassen“ damit er versteht das es super arbeitet und ihm nichts geschieht. Das ist auch eine Konfrontationstherapie begleitet von einem Kardiologen.

x 2 #51603


Nebelaura
Heute wars nicht so toll. Bin zur Zeit gesundheitlich etwas angeknackst mit irgendeinem Infekt und hatte öfters mal linksseitig so nen Druck und Verspannungsgefühl in Brustkorb und Schulter, dazu das Gefühl schwerer atmen zu können bzw. nicht genug Luft zu bekommen. Hab vorhin ein wenig geschlafen und jetzt ist es aber schon wieder besser.

x 1 #51604


CosmicPancake
Ich habe heute den ganzen Tag einen höheren Puls gehabt als üblich. Hat sich angefühlt wie eine Verkettung leichter Panikattacken ohne Entspannung. Jetzt geht es zum Glück wieder. Kann das durch Angst kommen?

#51605


Nebelaura
Also ich denke ein hoher Puls und Panikattacken, ausgelöst durch Angst, sind sogar was echt typisches. Wenn man die ganze Zeit in so einem angespannten Stressmodus ist und nicht wirklich zur Ruhe kommt, dann reagiert auch der Körper entsprechend darauf. Psyche und Körper arbeiten da ja leider echt gut zusammen und bringen sich gerne gegenseitig aus dem Takt... 😰

#51606


CosmicPancake
@Nebelaura Ja das denke ich ja auch. Wir sind in den Urlaub gefahren und dann fühle ich mich eh immer unwohl, weil ich ja am liebsten zu Hause bin. Aber so lange wie gestern hat es selten angehalten, aber es war in Ruhe auch trotzdem noch unter 100 und ich denke dann ist das in Ordnung.

#51607


J
Falls es jemanden interessiert, mein Plan ist nun ganz klar das ich eine Katheterablation anstrebe. Auch wenn ich nicht besonders viele habe, ist der Leidensdruck schon enorm und habe großes Vertrauen in die Ärzte und der Medizin, dass wenn meine VES tatsächlich aus dem RVOT kommen es kein besonderes komplexer Eingriff ist.

x 2 #51608


Stolper_Hannes
@Justin3456 bekommt man dann überhaupt einfach so eine Ablation?

#51609


Stolper_Hannes
@Justin3456 dacht du hast keine Angst warum dann so ein großer Leidensdruck?

x 1 #51610


J
Zitat von Stolper_Hannes:
@Justin3456 bekommt man dann überhaupt einfach so eine Ablation?

Heutzutage wird jeder Patient individuell betrachtet. Bei hohen Leidensdruck wird auch bei geringer Last häufig Abladiert. Es ist möglich.

x 1 #51611


J
Zitat von Stolper_Hannes:
@Justin3456 dacht du hast keine Angst warum dann so ein großer Leidensdruck?

Ich habe auch keine Angst. Aber es ist einfach nur noch störend. Es schränkt mich ein. Ich werde wach und die Dinger feuern wie an Silvester. Ich schlafe damit jede Nacht ein. Ich möchte ein normales Leben führen.

x 1 #51612


Nebelaura
Hatte heute Nachmittag ziemlich schnelles und starkes Herzwummern. Das war allerdings unmittelbar nach dem Essen und denke es hing damit zusammen, hat sich dann auch relativ bald wieder gelegt. Dann setzte aber eine extreme Müdigkeit ein. Habe dann 1-2 Stündchen geschlafen, jetzt geht es wieder.

#51613


J
Zitat von Nebelaura:
Hatte heute Nachmittag ziemlich schnelles und starkes Herzwummern. Das war allerdings unmittelbar nach dem Essen und denke es hing damit zusammen, ...

Was meinst du mit Herzwummern ?

#51614


Nebelaura
Das das Herz sehr spürbar und kräftig schlägt, das man richtig merkt wie es in der Brust wummert/hämmert.

#51615


J
Zitat von Nebelaura:
Das das Herz sehr spürbar und kräftig schlägt, das man richtig merkt wie es in der Brust wummert/hämmert.

Das habe ich IMMER nach dem Essen. Wirlich immer. Ich denke das ist völlig normal. Das liegt warscheinlich daran das mehr Blut in den Magen Darm Trakt gepumpt wird und auch der Blutdruck steigt. Und auch das man während der Verdauung müde wird zwinkern ist halt eine körperliche Höchstleistung.

x 1 #51616


Nebelaura
Danke! Ich denke ja auch, dass es vermutlich damit zusammenhängt. Zumal heute auf Pfingsten etwas üppiger geschlemmt wurde, das war vermutlich etwas viel für meinen Magen. 😅🤪

#51617

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Flousen
@Justin3456 Eine Ablation würde ich definitiv nicht machen. Am Ende hast du mehr Probleme als vorher oder es hat nix gebracht denn nicht jeder erzielt einen Erfolg. Bevor ich sowas anstreben würde, wäre ein Betablocker eine Option. Tromcardin, Sport, weniger Alk, und Therapie. Klar werden solch Ablationen immer häufiger gemacht aber da wäre mir das Risiko zu hoch am Ende einen Schlaganfall o.ä zu bekommen. Und solange man keine Begleit Symptome hat erst Recht nicht. Du stresst dich wahrscheinlich selbst viel zu sehr mit diesem Thema wie soll dann auch dein Körper abschalten und sie ausblenden.

x 1 #51618


Stolper_Hannes
@Nebelaura ja durchaus möglich. Wenn ich üppig esse, also sowas wie ein Burger mit Pommes und danach länger sitze hab ich auch vermehrt Systolen.

#51619


J
Zitat von Flousen:
Am Ende hast du mehr Probleme als vorher

Hey ich kann verstehen das du so denkst. Ein gewisses Risiko hat natürlich jeder Eingriff. Aber das Verfahren ist ziemlich ausgereift und sicher. Ich habe ja eine Freundin die selber VES hatte und dort auch gearbeitet hat. Im Internet wird natürlich nur viel über das Negative gesprochen. Ein Beta Blocker bringt übrings garnichts.

#51620


A


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Dr. Reinhard Pichler
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