Zitat von Justin3456:Es wird immer viel auf die Psyche beim Stolpern geschoben. Aber die Symptome bleiben. Egal wie stark der Fokus ist oder eben nicht. Vor allem wenn du die spürst
Psychosomatik hat keinen An- und Ausschalter. Auch wenn du denkst, der Fokus liege nicht darauf, tut er es trotzdem. Der Grund dafür ist, dass es sich hier um ein über Monate oder gar Jahre antrainiertes negativ geprägtes Bewertungsmuster handelt, welches sich verselbstständigt hat. Früher konnte ich gezielt ES oder gar Panik auslösen indem ich einfach nur an bestimmte Dinge denken brauchte. Mein Verstand war so darauf konditioniert, in allem und jedem eine Gefahr zu sehen, dass es nicht viel dazu brauchte, damit der Körper mit Symptomen reagiert, obwohl er eigentlich nichts hat.
Ich bin seit nun mehr 9 Jahren beschwerdefrei, ich brauchte ca. 4 Jahre um zu verstehen, dass nicht der Körper verrückt spielt sondern der Kopf. Ich habe mir Stück für Stück das bewerten und grübeln abgewöhnt und parallel dazu ließen auch die Symptome und auch die ES nach. Ich habe zwar auch heute noch dann und wann ein paar ES, aber stören sie mich? Nein. Selbst wenn ich wollte, könnte ich die Symptome von damals nicht mehr hervorrufen, weil der Mechanismus raus ist und meine Erfahrung mit all den Jahren so groß geworden ist, dass ich schlicht keine Ängste oder Unsicherheit mehr verspüre.
Für Menschen die noch mitten drin sind, hört sich das absolut unmöglich an. Ich war damals genauso. Man war voller Ungeduld, man dachte es wird ein Leben lang so bleiben und die Aussicht darauf, dass niemals Besserung eintreten könnte, förderte nur noch mehr Stress und Angst. Man intensivierte noch mehr als sonst die Suche nach einem Grund, weil die "Psyche" einfach zu abstrakt ist, um sie zu fassen.
Ich kann nur sagen: Vertraut darauf, dass es eine reine Kopfsache ist, wenn es nichts gibt was körperlich dafür spricht. Es ist nicht mit 2 x sagen "so, mir reichts jetzt, ich höre jetzt auf zu grübeln" getan. Man muss dieses Verhalten verinnerlichen, sich immer wieder dabei ertappen, wenn man wieder in alte Muster verfällt und die Fakten hervorholen. Das muss immer und immer wieder geschehen. Denn genauso hat man sich das falsche Bewertungsmuster erst angewöhnt. Man muss das alte durch ein neues ersetzen. Die Zeit sollte man sich nehmen.
Das allerwichtigste ist, dass man nicht aufgibt. Rückschläge passieren, Krönchen geraderücken und weiter machen. Irgendwann merkst du, dass du dich eigentlich gar nicht mehr um deinen Körper sorgst. Dann fällt dir auf, dass du schon lange kaum noch Symptome hast.
Mir fiel damals erst nach vier Wochen auf, dass meine ES verschwunden waren, die mich vorher fast ein ganzes Jahr gequält haben. Und soll ich dir mal was verraten? Ich habe sie ein halbes Jahr vermisst.
😂 Von da an ging es nur noch bergauf.