Zitat von MR1980:aber wie soll das gehen? Ich bekomme schon angst wenn mein Herz am Tag paar mal aussetzt.
Dazu muss man zunächst verstehen wie man in so etwas hineingeraten ist:
Erst einmal ist die Angst die du in solchen Situationen empfindest kein Zufall. Du hast dich (ohne es bewusst zu wollen) darauf konditioniert, dass Herzstolpern gefährlich ist und Gefahr natürlichweise Angstreaktionen hervorruft. Warum du dich entschieden hast so zu denken, liegt unter anderem daran, dass du schlechte Erfahrungen mit Ärzten durch deine Tumorerkrankung gemacht hast.
Es gibt aber noch weitere Gründe. Herzrhythmusstörungen werden im Allgemeinen als krankhaft angesehen, weil sie in den Augen der Allgemeinheit eine "Alte-Leute-Krankheit" sind. Alte Menschen sind anfälliger für Krankheiten, haben ein schlechteres Immunsystem, müssen öfter zum Arzt. Natürlich haben sie oft Herz-Kreislauferkrankungen und Herzrhythmusstörungen sind häufiger vertreten, da diese bei ernsten Erkrankungen ein Symptom sein können. Das sind die Dinge an die man denkt, wenn man das Wort Herzrhythmusstörungen hört. Es ist eine Assoziation. Du vergleichst dich unbewusst und das erzeugt Angst.
Richtig ist, dass Herzrhythmusstörungen gefährlich sein
können. Falsch ist, dass sie es
immer sind. Dieses Thema hat eine große Spannweite und es gibt verschiedenste Faktoren die dabei eine Rolle spielen. Das Thema ist so vielfältig, dass eine pauschale Beurteilung (vorallem als Laie) nicht möglich ist. Was aber möglich ist, ist eine vollständige Analyse der Situation durch einen Experten der mit gesicherten Methoden arbeitet um beurteilen zu können ob du gesund bist oder nicht. Du kannst und musst im Allgemeinen dem Rat und dem Urteil des Arztes vertrauen. Er ist der Fachmann und du bist der Patient und wenn du (nach allen Untersuchungen) für gesund erklärt wurdest, dann ist das auch so. Und genau dieser Fakt muss die größte Rolle in deinem Kampf gegen die Angst spielen.
Wann immer das Herz stolpert, muss der erste Gedanke die Diagnose sein und nicht das hypothetische Katastrophenszenario. Dieses Verhalten muss trainiert werden. Das klappt nicht von heute auf Morgen sondern benötigt Zeit, Willen und Ausdauer weil das Denkmuster geändert werden muss und das funktioniert wie alles durch stetige Wiederholung. Zusätzlich wird ein angepasster Lebensstil, die Ernährung sowie Sport als positive Verstärkung dabei helfen dieses Denkmuster durchzusetzen, weil du nachweislich etwas für deine Gesundheit tust.
Ich würde lügen, wenn ich sage dass sich alles irgendwann in Luft auflöst. Du wirst immer irgendwelche Empfindungen im Körper haben, eben weil der Körper konstanter Veränderung unterliegt. Aber du lernst wieder damit umzugehen.