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Lemon
Liebe alle,

ich hatte keine gute Nacht, ich bin in kurzen Abständen mit Panik aus dem Schlaf hochgeschreckt, dann ist die Panik durch meinen Körper gerauscht und hat sich gesteigert, bis ich irgendwie wieder eingeschlafen bin. Und dann von vorn. Jetzt ist die Angst immer noch im Untergrund da.

Ich nehme schon lang Citalopram und hab dadurch zum Glück nicht mehr so oft Panikattacken und Angstgefühle, aber wenn es kommt, fühle ich mich immer noch so hilflos.

Und ich frage mich immer: Warum? Warum jetzt? Was ist der Auslöser?

Und darauf finde ich fast nie eine Antwort. Ich hatte gestern einen guten Tag, beim Einschlafen war alles gut und dann plötzlich nachts das.

Wenn man nicht weiß, warum das plötzlich kommt, macht es das so komplett unkontrollierbar. Es kann ja dann jederzeit kommen und man weiß nie, wie lang es bleibt.

Geht es euch auch so, dass ihr immer verstehen wollt, was der Auslöser oder Grund für eine PA ist? Oder wisst ihr immer den Grund? Habt ihr einen Tipp, wie man gedanklich besser damit umgehen kann, dass das aus dem Nichts kommt?

Ich wäre für Ratschläge sehr dankbar!

26.08.2019 08:42 • 26.12.2019 #1


4 Antworten ↓


Lottaluft
Ich hoffe es geht dir etwas besser
Bist du derzeit in therapeutischer Behandlung ?

26.08.2019 09:49 • x 1 #2


A


Grund-Suche für Auslöser der Angststörung?

x 3


Hotin
Hallo Lemon,

ich habe Deine früheren Beiträge hier mal gelesen.
Starke Ängste belasten Dich offensichtlich schon seit Deiner Kindheit.

Nach dem Warum fragen, finde ich oft sehr hilfreich. Leider dauert es meistens sehr,
sehr lange, bis man wichtig Gründe seines eigenen Verhaltens erkennt.

Eine Panikattacke ist so etwas, wie ein Vulkanausbruch. Bei einem Vulkan
weiß man nie, ob und wenn ja, wann der nächste Ausbruch kommt. Ursache dafür ist
der Druck im inneren der Erde.
Mit Deinen Ängsten (Gefühlen) wird es ähnlich sein. Das bedeutet. Einen Zusammenhang
zwischen einer Panikattacke und dem von Dir vermuteten Grund ist meistens nicht zu erkennen.
Allerdings geht einer Panikattacke bestimmt vieles voraus, was die innere Anspannung
immer mehr in die Höhe treibt. Ist der Druck, also die Nervosität dann groß genug,
kommt es manchmal zum Ausbruch einer Panikattacke.
Erkennen kannst Du es vermutlich nicht, warum der Ausbruch erfolgt, weil Du seit
Jahren gewohnt bist, mit einem verhältnismäßig hohen Dauerdruck (Dauer-Nervosität)
zu leben.

Wichtig sollte deshalb sein, Deine Dauer-Nervosität möglichst zu verringern.
Dies erreichst Du, indem Du alles tust, damit Du innerlich ruhiger wirst und
versuchst Deine Selbstsicherheit und damit Dein Selbstbewusstsein stärker zu machen.

Viele Grüße

Bernhard

26.08.2019 09:53 • x 2 #3


Lemon
Liebe Lotta!

Zitat von Lottaluft:
Ich hoffe es geht dir etwas besser Bist du derzeit in therapeutischer Behandlung ?


Es geht, ich musste gerade unterrichten - da ist man einerseits abgelenkt, andererseits noch nervöser, dass irgendwas ist, weil ja so viele Augen auf mich gerichtet sind.
Im Moment habe ich keine therapeutische Behandlung. Ich hab mit meiner Psychiaterin besprochen, dass ich noch mal eine Therapie machen möchte, in der ich wirklich Werkzeuge für die Paniksituation lerne. Aber die Suche nach einem Therapeuten ist echt mühsam. Es gibt hier in Berlin zwar sehr viele, aber wenig freie Plätze. Und dann wenns mir besser geht, rückt das in den Hintergrund und ich schiebe die lästigen Anrufe auf.

Lieber Bernhard!

Vielen Dank für deinen Text. Ich finde das Bild mit dem Vulkan ein sehr gutes, vielen Dank. Das merke ich mir. Ich glaube manchmal, dass mich diese Suche nach dem Warum kommt das jetzt? manchmal eher aufhält, als dass es hilft. Aber dahinter steckt mein Wunsch, es kontrollieren zu können. Sich darauf einstellen zu können. Ich hab auch jedes Mal so große Angst, dass es jetzt so bleibt, nicht mehr besser wird, usw.

Geht es denn anderen auch so, dass ihr den Panikattacken keinen Auslöser zuordnen könnt?

26.08.2019 10:58 • x 1 #4


J
Liebe Lemon,

Ich wünsche mir auch immer einen Auslöser zu finden, damit ich damit arbeiten kann. Das schlimmste ist die Unberechenbarkeit. Ich habe auch oft große Angst, dass es nicht mehr weg geht und die Angst dauerhaft bleibt. Mit der Zeit habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass es teilweise schneller vorbei war oder in abgeschwächter Form aufgetreten ist. Der Kontrollverlust ist für mich auch sehr schlimm und noch immer kämpfe ich damit. Die Frage stellt sich hier, warum ist der Kontrollverlust so schlimm? Vielleicht musst du hier auf Ursachensuche gehen.

Das Bild vom Vulkan passt perfekt. Genau so hat es mir meine Therapeutin auch erklärt. Man muss lernen seinen Körper zu verstehen und Anspannung frühzeitig zu entdecken, damit man diese abschwächen kann. Oft verdrängt man unbewusst oder bewusst das eigenen empfinden. Bei mir ist es so, dass ich mich mit früher vergleiche.. wie belastbar und produktiv ich war. Ninja produktiv bin ich immer noch nur nicht mehr so belastbar wie früher. Es ist allerdings auch für mich ein großer Gewinn, da ich dadurch immer mehr mein Körper kennenlerne.

Um noch Mal auf deine Frage einzugehen: oft ist der Auslöser nicht unmittelbar davor zu erkennen, sondern Tage vorher und es schaukelt sich langsam hoch. Dann kommt ein Körpergefühl oder ein Gedanke der das ganze dann auslöst.

Denk dran: die Angst kann dir nichts. Du solltest sie versuchen anzunehmen und auszuhalten. Kontrolle löst noch mehr Druck aus. Danach machst du die Erfahrung, dass du selbst es geschafft hat. Tut dem Selbstwertgefühl gut. ( Ich weiß, das es leichter gesagt als getan ist)

26.12.2019 12:12 • #5





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