Pfeil rechts

Hallo
hab da mal eine frage kann man gegen Agoraphobie was in die apotheke bekommen

würde mich über eine antwort freuen

17.07.2008 08:11 • 18.07.2008 #1


7 Antworten ↓


Christina
Hallo Melli,

ja und nein. Nein, weil es kein Medikament gibt, das das Problem komplett löst. Ja, weil es Medikamente gibt, die Angst und Anspannung senken können, so dass es Dir leichter fällt, Dich zu überwinden und rauszugehen. Das wären im Einzelnen:

Baldrian: kann insgesamt etwas beruhigen, sollte dafür aber dauerhaft über mehrere Wochen genommen werden. Ob das ausreichen kann, wenn man sich schon drei Jahre lang nicht raustraut, wage ich sehr zu bezweifeln.

Johanniskraut (hochdosiert): wirkt wie ein mildes Antidepressivum, kann aber auch nervös machen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben (die Wirkung der "Pille" z.B. beeinträchtigen oder auch die Wirkung von Beruhigungsmitteln senken). Es muss auch dauerhaft genommen werden und keinesfalls gleichzeitig mit Antidepressiva aus der Gruppe der MAO-Hemmer oder SSRI.

Weitere Medikamente sind verschreibungspflichtig, und m.E. solltest Du sowieso einen Facharzt konsultieren und Dir zusätzlich einen Psychotherapeuten empfehlen lassen. Mehr Hilfe als die aus der Apotheke würde ich außerdem von Doris Wolf, "Ängste verstehen und überwinden", oder von Renau Z. Peurifoy, "Angst, Panik und Phobien: Ein Selbsthilfe-Programm", erwarten.

Liebe Grüße
Christina

17.07.2008 11:42 • #2



Gegen Agoraphobie Hilfe aus der Apotheke?

x 3


Fallen Angel
Hallo Melli!

Ich nehme seit längerer Zeit Baldriantabletten und die helfen wenigstens die Grundunruhe, zu senken. Zumindest ist das bei mir der Fall.
Ich habe zwar noch nie AD´s genommen, trotzdem bin ich der Meinung, dass man solche Probleme auch mit "Nicht-chemischen" Medikamenten und Methoden in den Griff bekommt.
Ich kann mich Christina auch nur nochmal anschließen, warst du schon mal beim Arzt oder hast eine Therapie gemacht.
Glaub mir, ich und warscheinlich viele andere, haben es versucht alleine in den Griff zu bekommen und auch ich musste mich geschlagen geben (was ich nur sehr ungerne zugegeben habe) und habe eine Therapie begonnen.
Vllt hilft es dir genauso.

liebe Grüße Fallen Angel

17.07.2008 11:52 • #3


ZZerRburRuSs
Hallo

Wenn man Medikamente nimmt sollteman vorher immer jemanden Fragen der sich damit auskennt !
Am besten Persönlich von Angesicht zu Angesicht , also sich nicht etwas von einem Forum oder von "Google" verschreiben lassen sonder zum Facharzt gehen !

Selbstverordnete Medikamente können , im besten Fall, nur helfen das Problem weiter vor sich her zu schieben und nicht es zu lösen .

Das kann manchmal hilfreich und richtig sein , bei einer anstehenden Prüfung oder um erstmal ruhe für eine Therapie zu gewinnen , sollte aber immer von aussen beobachtet werden (Arzt, Therapeut).
Man macht mit den Medis ja kurzzeitig eine positive Erfahrung die aber auf lange sicht ins leere läuft.
Da braucht man manchmal schon jemanden der einen wieder an die Hauptsache erinnert


@ Fallen Angel

Du hast eingesehen das du "es" alleine nicht schaffst .
Du holst dir Hilfe , Therapie .

Das sind zwei riesen Schritte in die richtige Richtung und einfach sind sie auch nicht !
Es gehört eine Menge Mut und Einsicht dazu sich einzugestehen das man ein Problem nicht alleine lösen kann und genau soviel Mut gehört dazu dann auch aktiv zu werden und sich um Hilfe zu kümmern .

Es ist überhaupt nicht "normal" alles alleine zu können und zu schaffen .
Niemand ist schwach weil er sich Hilfe nimmt wenn er sie braucht !
Im Gegenteil , das ist ne schlaue und sehr durchdachte Sache !

Und ausserdem
In der Therapie bekommst du Hinweise und Anregungen (kurzbeschreibung )
"Machen und Schaffen" ist alleine deine Aufgabe !


lg ZZ

17.07.2008 14:13 • #4


Fallen Angel
Hallo ZZerRburRuSs!

Ich weiß, aber ich bin eigentlich von Grund auf eine Person, die von sich selbst erwartet immer alles perfekt oder meinen Leistungen angepasst etwas perfekt zu machen. AUßerdem war ich schon immer ein sehr unabhäniger Mensch, der sich so gut wie nie Hilfe von anderen gesucht hat. Dementsprechend war es für mich sehr schwer zu akzeptieren, dass ich es nicht alleine schaffen kann. Leider denke ich auch heute noch sehr perfektionistisch und sehe zur Zeit eigentlich nur das Negative. Habe z.B. eine Prüfungssituation alleine gemeistert, ich leide unter Klautrophobie in Verbindung mit Pa´s und musste diesen engen Raum nicht verlassen. Leider habe ich dabei die Prüfung absolut in den Sand gesetzt. Und was mache ich? Ich freu mich nicht darüber diese Situation durchgehalten zu haben, sondern ärgere mich nur darüber die Prüfung verdorben zu haben

Liebe Grüße Fallen Angel

17.07.2008 14:24 • #5


ZZerRburRuSs
Hallo Fallen Angel

Jo Jo , kenn ich wohl diese Einstellung

Früher habe ich auch immer sehr viel Wert drauf gelegt alles perfekt zu machen oder versucht es zu sein .

Irgendwann habe ich dann Dinge gar nicht mehr gemacht bevor ich sie falsch oder ungenügend (in meinen eigenen Augen) machte.
Wo das hinführen kann muss ich ja nicht näher erklären .......

Und dann habe ich Therapie gemacht !
Wärend dessen habe ich ganz viel über "SelbstBEWUSSTSEIN" , "SelbstVERTRAUEN" und "SelbstBESTIMMUNG" gelernt und nachgedacht.

Ein Nebeneffekt war dabei das ich für mich erkannt habe das Perfektion mich nur behindert .
Ich habe nur versucht perfekt zu sein um von aussen "gut auszusehen"
(was sollen die anderen von mir denken ?) und einem Druck gerecht zu werden der zu 99% gar nicht vorhanden war.

Mittlerweile habe ich das abgelegt .
So wie ich bin bin ich eben , ich kann das vor meinen eigenen Wertevorstellungen vertreten.
Wenn ich was nicht kann oder weiss , kann ich versuchen es zu lernen und dazu gehörten schon in der Steinzeit Lehrer also Leute die einem Helfen , die mögliche Fehler schon gemacht haben oder eine andere Sichtweise mitbringen !

Für diese neue Einstellung habe ich lange gebraucht . Ich habe sie wirklich ausgiebig geprüft und von allen Seiten schärfstens begutachtet .
Ich find immernoch keinen Haken

Allerdings , auch das war super harte Arbeit .
Nicht nur muss man sich eingestehen das man mal was ändern muss (also vielleicht mal 'n bischen daneben gelegen hat)
viel anstrengender (übrigens bei der ganzen Therapiegeschichte ) finde ich über lange Zeit knalle-wach zu sein und aufzupassen das sich die alten Gewohnheiten nicht wieder nach oben schleichen

lg ZZ

17.07.2008 23:02 • #6


Hi,
eine Agoraphobie solltest du therapieren lassen. Glaube nicht, das es einfach nur ein Problem ist, wenn du in bestimmten Situationen Angstzustände bekommst oder?
Generell ist alles hilfreich, was beruhigende Wirkung hat. Angefangen von Johanniskraut über Baldrian und Hopfen oder Bachblüten. Alles was "härter" ist, ist natürlich verschreibungspflichtig.
Gruß
Schnuff

18.07.2008 14:04 • #7


also, das seh ich auch so, das man gegen Agoraphobie so nix zur Selbstmedikation bekommt, und das ist auch gut so.

18.07.2008 14:53 • #8




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Hans Morschitzky