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Coru
Hey,

ich steck echt in der Klemme. Schon länger.. Die Sache ist die in 6 Wochen soll es für 3 Wochen nach Kanada gehen. Wir fliegen 8 Stunden im Flugzeug hin und 8 Stunden zurück.

Das Problem ist 1. Ich bekomm Panik, wenn ich aus Situation nicht einfach so raus kann. Sprich Flugzeug ist schwierig. Aber auch der Aufenthalt dort, denn ich kann nicht einfach so nach Hause zurück, wenn ich mal da bin.

2. Ich bekomm Panik bei zu viel Nähe. Wir sind mit 12 Leuten da und Leben 3 Wochen zusammen in einem Haus. Und wenn ich meine Panik bekomme oder mir alles zu viel wird komme ich da nur raus, wenn ich mich nach Hause oder einen mir bekannten Ort zurückziehe. Ich hab Angst, dass ich das da nicht in den Griff bekomme und allen den Urlaub kaputt mache.

Mein Bruder heiratet und ich hab Angst das er mega sauer wäre und meine Familie auch, wenn ich nicht komme. Das mit der Angst und Panik versteht meine Familie nicht so gut. Sie können es nicht nachvollziehen. Aber meine Mutter hat gesagt, ich soll ihnen das aufkeinenfall durch meine Angst versauen=(. Ich möchte meiner Familie das auch nicht kaputt machen.
Ich stelle mich oft meiner Angst, aber das ist diesmal einfach eine riesen Nummer.

Ich wäre dankbar für eure Meinung .

06.07.2018 07:18 • 07.05.2019 #1


511 Antworten ↓


seventeen
Wow, deine Mutter hört sich ja sehr sensibel an ... fühl dich gedrückt wenn du magst

Bist du schon mal länger geflogen? 8 Stunden am Stück ist mehr als grenzwertig, wenn du deine Reaktion nicht abschätzen kannst. Ich hab das auch schon gebracht und es ist gut gegangen, inzwischen macht es mir nichts aus, aber niemand hat etwas davon, wenn du nur Panik schiebst.

Unter den Umständen würde ich das nicht machen. Aber es ist natürlich verständlich, dass du deine Familie nicht enttäuschen willst ...

06.07.2018 08:46 • #2



Flugreise, längerer Auslandsaufenthalt

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kleiner
Das was du schilderst wäre auch mein Alptraum. Habe auch agoraphobie. Aber ich glaube das ist eine Ausnahmesituation die wohl auch normalen Menschen zu schaffen macht.
Es hört sich sehr anstrengend an.

Ich finde man kann auch nicht verlangen und erwarten dass alle so eine weite Reise antreten.

Du kannst natürlich nicht jeden erzählen dass du angst hast, viele verstehen das nicht. Man will auch nicht so als Störer da stehen.

Hast du Vll ein notfallmedikament was du nehmen kannst wenn du es nicht mehr aushälts?
Es reicht schon es zu wissen das man was nehmen könnte?

06.07.2018 09:24 • x 2 #3


BellaM85
Hi Coru!

Ich bin zwar auch schon mal so lange geflogen aber ich hab auch nicht das gleiche Problem wie du jetzt.

Ich sag dir ganz ehrlich entscheide nach deinem Bauch Gefühl. Es ist egal was irgend wer aus deiner Familie sagt Fakt ist, es bringt auch allen nichts wenn du dann zwar dort bist aber total unter Panik usw dort sitzt oder dich verkriechst.

Das muss deine Familie auch akzeptieren. Du kannst deinen Bruder auch anrufen und es ihm erklären und so deine Wünsche aussprechen wenn er Verständnis hat wird er schon nicht sauer sein, und wie gesagt Kanada liegt nicht gleich um die Ecke.

Kann aber auch sein das es alles gut wird aber das entscheidest nur du


Alles Liebe und LG!

06.07.2018 09:32 • x 1 #4


kopfloseshuhn
Ich wiederum finde es in Ordnung wenn man sich einfach mal zurückziehen muss. Dann gehst h adlt zur Not aufs Klo. Oder duschen oder eine Runde um den Block um einmal durchzuatmen. Ich krig such immer d fie Krise permanent mit Menschen zusammen zu hocken und geh dann einfach mal raus oder in ein Zimmer.
Lange fliegen ist ätzend. Hätt ich auch so meine Probleme. Aber Fakt ist es geht vorbei und auch wenn Angst sich kacke anfühlt sie tut einem ja nix und geht such wieder vorbei.
Ruheinseln bauen. Pläne machen. Was tut mir wann gut? Musik, spiele, malbuch? Notfallmedis? Lesen?
Und das auch einsetzen

06.07.2018 09:48 • x 2 #5


Sonnenwende1992
Hallo Coru,

ich stand vor kurzem vor ungefähr dem selben Problem
Wir wollten nach Teneriffa fliegen.. 5 Stunden Flug, danach Bustransfer und mehrfach täglich auswärts essen.
Ich habe die selben Probleme wie du wenn ich nicht weg kann, mich beobachtet fühle etc.

Ich lebe mit der Krankheit seit Oktober 2015,
leider hat sich diese Mai diesen Jahres so weit verschlechtert, dass ich mich entschieden habe nicht zu fliegen...
Es wäre einfach zu viel für mich gewesen.

Meine Psychiaterin meinte, ich könnte die Woche lang Tavor nehmen.
Für mich war das keine Option - ich wollte den Urlaub clean erleben,
vielleicht ist Tavor ja eine Hilfe für dich....

06.07.2018 09:52 • x 1 #6


Coru
Vielen Dank für eure Antworten. Ich dachte auch bis die Reise kommt hab ich schon viel mehr geschafft. Hab auch schon viel an mir gearbeitet und es geht besser. Aber diese Reise.. Ich würde mich trauen mich meiner Angst zu stellen bei einem kurzem Flug und einer einwöchigen Reise im kleinen Kreis, aber das..

Die Hochzeit ist auch eine riesen Sache. Ich muss eine Woche lang auf Veranstaltungen, Empfänge und so.

Meine Familie bedeutet mir alles. Wenn sie sauer auf mich wären könnte ich es nicht ertragen. Nur wenn ich dabei bin und mir geht es nicht gut, sind sie auch sauer. Diese Reise kostet alle unfassbar viel Geld und Zeit. Entsprechend hoch sind die Ansprüche, dass alles perfekt wird. Und ich weiß nicht mit meiner Angst. In der Vergangenheit ohne Panik hatte ich auch so schnell keine Lust mehr oder Heimweh.

An euren Beiträge sehe ich, dass viele genau wissen wie es sich anfühlt mit Agoraphobie sowas zu machen. Danke das hilft etwas.

Tavor ist für mich keine Option. Ich hab noch nie Medikamente genommen und wenn ich doch mal welche nehmen sollte lieber nicht das erste mal so weit weg von hier .

06.07.2018 09:57 • x 1 #7


Sonnenwende1992
Zitat von Coru:
Tavor ist für mich keine Option. Ich hab noch nie Medikamente genommen und wenn ich doch mal welche nehmen sollte lieber nicht das erste mal so weit weg von hier .


Genau so bin ich auch
Vor medis hab ich auch schiss und nehme sie deshalb lieber garnicht. Schon garnet im Ausland...

Ich hatte mir gezielt im flieger einen platz direkt am klo gebucht - als FluchtMöglichkeit.
Hat mich leider trotzdem nicht dazu gebracht zu fliegen...

06.07.2018 10:06 • x 1 #8


BellaM85
Wie gesagt es liegt im Endeffekt an dir und nur du kannst entscheiden.
Du könntest wenn du jetzt sagst Tavor möchtest du nicht dort erst ausprobieren es hier schon mal versuchen zu nehmen da du jetzt wahrscheinlich eh schon nervös bist wenn du daran denkst das es bald los gehen soll was ja auch normal ist
Ich halte auch absolut nichts von Medikamenten hab die aber auch schon mal genommen vor Jahren und es hat geholfen

Ansonsten falls du fliegen solltest kannst du dir auch vorher einen Sekt trinken klappt auch
Und wenn du dort bist kannst du wie kopfloses Huhn sagt dir ja auch mal Auszeiten gönnen das wird deine Familie sicherlich verstehen.
Stress sind solche Hochzeiten immer und teuer natürlich auch aber was daraus gemacht wird entscheidet du allein

Du wirst schon das richtige machen

06.07.2018 10:10 • x 1 #9


Coru
Ich weiß nur nicht wie ich es meiner Familie sagen soll, sollte ich mich dagegen entscheiden. Das mit der Angst verstehen sie nicht. Sie bemühen sich, aber können es nicht so nachvollziehen. Ich möchte nicht, dass sie enttäuscht von mir sind oder sauer.

Vor allem mein Bruder. Er wohnt jetzt seit kurzem dort und weiß ja dann eigentlich, dass ich ihn nie besuchen kann.

Ich wünschte ich hätte von Anfang an gesagt, dass ich nicht fliege . Ich wollte schon damals keinen enttäuschen und jetzt steh ich jetzt viel blöder dar.

06.07.2018 10:21 • #10


BellaM85
Ach denk nicht so. Wenn du nicht in der Lage bist und dir das alles nicht zutraust dann musst du ihnen das so sagen. Eine Magen Darm Erkrankung jetzt zB als Alibi zu nehmen wäre ja totaler Quatsch. Du hast ja noch was Zeit. Vielleicht änderst du ja auch noch deine Meinung
Denk darüber einfach nicht soviel nach auch wenn es schwer ist, dann wirst du schon entscheiden
Sich vorher mit allem bekloppt zu machen bringt eh nichts.
Du hattest doch sicherlich auch schon mal Situationen im Leben wo du so und so gedacht hast und es kam am Ende doch anders als befürchtet
Das ist deine Familie die werden dich nicht abkacken lassen

06.07.2018 10:33 • x 1 #11


kleiner
Wenn du sagst du hast flugangst, das versteht irgendwie jeder?
Kenne viele die sich grundsätzlich in kein Flugzeug setzen.

06.07.2018 11:10 • x 1 #12


kleiner
Ich glaube auch dass du ein Problem hast, weil eigentlich willst du den Anforderungen gewachsen sein. Ich kenne das... Du hast dann wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen.

Bist du in psychotherapie?

06.07.2018 11:21 • #13


kopfloseshuhn
Ich finde auch es bringt nix dich verrückt zu machen und dir alles auszumalen.
Du hast eine Erkrankung. Die nennt sich Angst.
Fertig. Entweder sollen sie dich so nehmen wie du bist mit der Angst und verschiedenen Bedürfnissen oder sie sollen einfach mal Klappe halten. Ist nicht deine hochzeit wenn die Braut wegrennt ist blöd aber sonst?
Lass dich nicht unter Druck setzten. Steh für dich ein. Genieß das was du kannst und sonst lmaa

06.07.2018 11:31 • x 1 #14


Coru
@kleiner Ja ich bin in Therapie. Aber der Therapeut ist genau jetzt bis zu meinem Urlaub leider in Urlaub. Hab ich auch nicht drüber nachgedacht und dachte es wäre jetzt noch genug Zeit das zu besprechen. War auch meine Verfehlung. Kann auch schon vieles was ich vorher nicht konnte, aber das macht mir mehr Angst.

@kopfloseshuhn was du sagst stimmt. Es ist nur manchmal so schwer in solchen Situationen mit seiner Angsterkrankung umzugehen. Wenn ich mal was schaffe, was mich Überwindung kostet ist es für alle anderen nur normal, dass ich das getan hab. Wenn ich mal was nicht schaffe ist man direkt nicht normal.

Meine Familie denkt auch oft an das Gefühl, wenn man vor etwas Angst hat was ja nicht zu vergleichen ist mit richtigen Panikattacken. Und denkt so schwer ist es nicht sich zu überwinden.

06.07.2018 13:37 • #15


Coru
Ich hab jetzt nochmal drüber nachgedacht und würde lieber nicht fliegen. Ist halt auch schade, dass ich das nicht rechtzeitig in der Therapie angesprochen habe und jetzt ist Urlaubszeit.

8 Stunden Flug und ein fast 1 Monate langer Aufenthalt ist einfach zu viel. Ich weiß jetzt echt nicht wie ich es den anderen sagen soll . Hab es schon mal versucht mit Flugangst. Hab dann ein Buch bekommen 10 Tipps gegen Panik. Das war auch total lieb hilft da nur wenig. Oder es wurde gesagt, dass ich ja nicht alleine bin, was mich auch wenig beruhigt, wenn ich mich eingesperrt fühle.

Am liebsten hätte ich, wenn sie sagen, dass es schade aber ok ist. Ich weiß nur nicht wie ich das hinbekomme.

09.07.2018 22:21 • #16


Sonnenwende1992
Das Problem ist, dasd Menschen, die eine solche Erkrankung nicht haben, es nicht verstehen können..
Ich bekomme heute noch gesagt, wenn mir vor panik schlecht wird, ich solle eine vomex nehmen.

Zitat von Coru:
Am liebsten hätte ich, wenn sie sagen, dass es schade aber ok ist. Ich weiß nur nicht wie ich das hinbekomme.

Kannst du ihnen das nicht genau so sagen?
Vll hilft es wenn du deiner Familie mal Infos zukommen lässt?
Es gibt doch etliche informationen über unsere Krankheit, dann können sie sich mal belesen was wirklich bei dir passiert..?

09.07.2018 22:53 • x 1 #17

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Coru
@Sonnenwende1992 danke für deine Antwort .

Ich rede sehr offen über meine Angsterkrankung. Da ich schon seit ich 14 Jahre bin Probleme mit Agoraphobie habe. Es scheint für Außenstehende trotzdem nicht nachvollziehbar zu sein. Ich sehe auch ein, dass ich mich meiner Angst stellen muss, aber in dem Fall ist das einfach zu viel. Den Spruch mit den Medikamenten kenne ich übrigens auch .

Ich schäme mich auch etwas. Alle sagen, was für ein Glück ich habe, so eine Reise machen zu dürfen und bei mir ist nur Angst.

09.07.2018 23:03 • #18


kleiner
Nein wenn man das nicht hat, kann man das nicht nach vollziehen... Das merk ich auch immer wieder. Ich hatte zeitweise Panik vor großen Supermärkten, das hat auch keiner verstanden.
Da kann man noch soviel erklären...

10.07.2018 16:27 • x 1 #19


Coru
Also der Stand ist, dass ich nicht mitfliegen möchte. Ich weiß, dass es am besten ist sich seiner Angst immer zu stellen, aber ich muss kleiner anfangen. Ich habe gestern mal versucht einen Brief zu verfassen. Der ist total lang und heute dachte ich vielleicht rechtfertigte ich mich zu viel. Es klingt wie eine Entschuldigung. Und eigentlich ist es nicht ganz richtig sich dafür zu entschuldigen.

Ja ich habe einen Fehler gemacht und bei der Entscheidung gedacht in einem Jahr bin ich soweit. Aber für die Angst kann ich ja nichts.

Vielleicht ist der Brief viel zu lang und ich muss einfach zu meiner Angst stehen. Ich weiß es nicht..

12.07.2018 09:15 • x 2 #20



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Dr. Christina Wiesemann