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Andrea86
Hallo

Bin weiblich und 31 Jahre alt.habe schon schon ewig mit Panikattacken und Ängsten zu kämpfen...leider auch mit zahnarztangst....war seit Jahren nicht mehr dort...
Dienstag Abend musste ich gezwungenermaßen hin...hab ja bestimmt schon fast ein Dreiviertel Jahr eine mundfistel die kommt und geht.wie gesagt Dienstag bekam ich plötzlich eine Dicke Backe und taubheitsgefühle in der Wange...ich erstmal geheult wie ein kleines Kind und musste lange warten bis ich dran kam...wurde geröntgt und Antibiotika verschrieben bekommen...habe an einem überkronten Backenzahn eine Fistel und im Zahn selber eine starke Entzündung mit Eiter...

Musste mir nun überlegen ob wir eine Wurzelbehandlung versuchen oder den Zahn ziehen lasse...bei der Wurzelbehandlung gibt er mir eine Chance von 50 Prozent das der Zahn wieder wird,ansonsten müsste er eh gezogen werden.es wären ca 3 Sitzungen und alleine die Vorstellung ganz ehrlich ich hab mich entscheiden den Zahn ziehen zu lassen...mein Mann kann mich nicht verstehen warum ich es nicht wenigstens versucht habe...werde eh noch paar Sitzungen haben weil ich noch paar Löcher habe...

Jetzt hab ich aber Mega Panik davor den Zahn ziehen zu lassen...sieht es wirklich so blöde aus wenn ein Backenzahn fehlt? Ich würde erstmal das Loch so lassen und KeinZahnersatz oder sowas..man liest ja im Internet horrorgeschichten zwecks Wurzelbehandlung...das kommt für mich absolut nicht in frage...jetzt muss ich das ganze bei einem Spezialisten machen lassen...
Habe 2 Geburten hinter mir und 4 Weisheitszähne würde auch schon gezogen und das hab ich alles irgendwie überlebt...aber diese Wahnsinns Angst

Könnt ihr mir irgendwie gut zu reden oder eure Erfahrungen schildern...kann nachts nicht mehr schlafen vor Angst obwohl ja noch kein Termin steht

Gruß andrea

01.12.2017 16:48 • 01.02.2020 #1


11 Antworten ↓


Hallo.

Ich kann dir gern meinen Fall schildern. Hab mich aufgrund meiner Ängste, und nicht so guter Erfahrungen aus der Kindheit, über 15 Jahre nicht mehr zum Zahnarzt getraut. Meine Zähne sahen mit der Zeit immer schlimmer aus, sichtbare Löcher, teilweise nur mehr Ruinen. Habs lange unterdrückt, bis es vor Schmerz kaum auszuhalten war. Ich musste dann sogar ein Familienangehörigen vorschicken, weil ichs alleine nicht schaffte anzurufen oder hinzugehen. So kam dann ein erster Termin zustande. Die Tage kurz davor waren schrecklich, hab an nichts mehr anderes denken können.

Dann war es soweit, rein in die Praxis, erstmals nach 15 Jahren, wie ein häufchen Elend. Aber das Personal und die Ärztin waren super nett und verständnisvoll. Erstmal gings nur zum Röntgen und Bestandsaufnahme machen. Gut die Hälfte meiner Zähne waren mit Karies befallen, 2 so stark das sie am Ende der Prozedur gezogen werden mussten. So fing es dann an, Termin an Termin reihte sich ein, 2 Monate Komplettsanierung, war fast wöchentlich da. Die Angst wurde aber im Laufe der Zeit immer weniger. Fühlte sich auch einfach gut an, wenn ein Zahn wieder nach Zahn aussah, die sichtbaren Löcher mehr und mehr verschwanden. Als dann alles komplett fertig war, bin ich sehr erleichtert und Stolz gewesen. Schmerzen hatte ich bei der Behandlung fast keine, sogar das ziehen der Weisheitszähne lief relativ glimpflich ab. Keine Hamsterbacken etc. War alles nicht so wild, wie ich es mir vorher ausmalte oder im Netz zum Teil geschildert wurde. Lass dich davon bitte nicht verrückt machen!

Jetzt gehe ich wieder regelmäßig 2x im Jahr (wie es der Zufall will, war ich heute erst da). Die extreme Angst ist weg, kein Vergleich mehr zu früher.

Vielleicht gibt dir das etwas Mut. Glaub mir, hinterher, wenn alles geschafft ist, wirst du ein Glücksgefühl erleben. Von alleine wird es eben leider auch nicht besser, im Gegenteil. Drücke dir fest die Daumen!

01.12.2017 17:54 • x 2 #2



Zahnarztangst - was dagegen tun?

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kopfloseshuhn
GEht mir ähnlich.
Ich hab irre Angst vor dem Zahnarzt. Aber bin trotzdem immer hin weil ich weiß, dass es bei Zähnen von allein niemals besser wird und ich dann erstrecht Grund haben werde, Angst zu haben.

Aber immer mit Panik.

dann traf ich meine jetzige Zahndoc und sie ist toll.
Sie hat mit mir am Anfang begonnen. Alles langsam. Stück für Stück bauten wir vertrauen auf.
Erstmal nicht mal in den Stuhl gemusst. Nicht das ekliche Licht. Nichts.
Immer erzählte sie mir haargenau was sie tut.
Mittlerweile gehe ich zwar ncihtgerne zu ihr aber nicht mehr mit Panik.

Es braucht Zeit, es braucht vertrauen.
Ok die Zeit hast du nun nicht mit der Geschichte. Aber vielleicht traust du dich doch die Wurzelbehandlung zu versuchen?
LAss die Geschichten im netz Geschichten sein und vertraue darauf, dass alles gut geht. Und wenn es klappt ist es doch schön immernoch seine Zähnchen zu haben.

Leider ist das alles was ich dir sagen kann: Je öfter man hingeht und wennd as Vertrauen und die Basis stimmen, kann es viel viel besser werden.
Wie immer bei Angst und Panik ist Vermeidung eigetnlich das schlimmste, was man machen kann.

Ich drück dir die Daumen und wünsche dir einen einfühlsamen Doc.

01.12.2017 18:07 • x 1 #3


Schlaflose
Zitat von Andrea86:
Jetzt hab ich aber Mega Panik davor den Zahn ziehen zu lassen...sieht es wirklich so blöde aus wenn ein Backenzahn fehlt? Ich würde erstmal das Loch so lassen und KeinZahnersatz oder sowas.


Zahnziehen ist noch die angenehmste Art von Zahnbehandlung, ist Ruckzuck vorbei und man spürt durch die Betäubung nichts. Aber ein gezogener Zahn sollte immer ersetzt werden, sonst droht der gegenüberliegende Zahn in die Lücke reinzuwachsen, also schlimmstenfalls auch auszufallen. Oder die die Zähne neben der Lücke verschieben sich da rein.

01.12.2017 18:08 • x 1 #4


igel
Ja, die Lücke muss geschlossen werden, sonst gibt es mittelfristig Probleme im Kiefer. Meist wird es mit einer Brücke gemacht. Allerdings muss der Zahnarzt dann zwei gesunde Zähne runterschleifen, um die Brückenglieder zu befestigen. Eine gute, allerdings nicht gerade billige Alternative ist es, den Zahn durch ein Implantat zu ersetzen.

01.12.2017 18:34 • #5


Zitat von Schlaflose:
Zahnziehen ist noch die angenehmste Art von Zahnbehandlung, ist Ruckzuck vorbei und man spürt durch die Betäubung nichts.

Kann ich eindeutig bestätigen, hab schon drei Weisheitszähne ziehen lassen und davon war sogar einer quer und unter dem Zahnfleisch, da wurde lange gegraben.
Aber durch die Betäubung, merkte ich kaum was.

01.12.2017 18:39 • #6


Icefalki
Was hilft bei der Zahnarztangst. 1. Mach dir klar, dass dir niemand nach dem Leben trachtet, sondern dir geholfen wird. 2. Dem Arzt Bescheid geben, dass man unter Ängsten leidet und evtl. Die Hand heben kann, um kurz zu unterbrechen. Bedeutet, man ist nicht wirklich hilflos.
3. In Praxen arbeiten Menschen, die eigentlich ganz nett sind und Ängste verstehen .
4. Die Spritzen sind heutzutage sehr wirksam, Schmerzen bleiben daher gering.

Ich habe auch hinten eine Lücke, die nicht geschlossen wurde. Sie wird mit einem Abstandshalter in der Knirscherschiene am Verändern gehindert. Bisher funktioniert das.

Da ich auch einen Roman über Zahnarztphobie schreiben könnte, auch mit deren Folgen, kann ich eins mit Sicherheit sagen. Irgendwann wird uns die Rechnung präsentiert. Man könnte sich dann in den Hintern beissen, weil man zu lange nichts unternommen hat. Und das gilt für die ganzen Ängste.

Nun ja,hinterher ist man immer schlauer. Aber, wer kennt das nicht. Angst zu haben ist wirklich schrecklich.

01.12.2017 19:08 • x 1 #7


enten
Zitat von Icefalki:
Man könnte sich dann in den Hintern beissen, weil man zu lange nichts unternommen hat



..aber auch nur sofern das dafür notwendige Material noch zur Verfügung steht.
und obendrein noch gelenkig dazu.

01.12.2017 19:16 • x 2 #8


Icefalki
Zitat von enten:
..aber auch nur sofern das dafür notwendige Material noch zur Verfügung steht.
und obendrein noch gelenkig dazu.


01.12.2017 20:08 • #9


kritisches_Auge
Ich hatte auch langfristig noch nie Probleme wegen einer Lücke in den Backenzähnen, damit lebte ich über Jahrzehnte.

Ansonsten kann ich alles was hier geschrieben wurde, bestätigen.

01.12.2017 20:12 • #10


Psychic-Team
Werfe auch mal einen Blick auf die ähnlichen Themen weiter unten.

02.12.2017 13:41 • #11


Ich weiß um ehrlich zu sein nicht, ob gut zureden da reicht. Ich kenne die Situation leider recht gut. Hab auch lange praktisch panische Angst vorm Zahnarzt gehabt. Bei mir ist das erst wirklich besser geworden, als ich nach vielen Anläufen endlich einen Arzt gefunden hab, mit dem ich gut klar gekommen bin. Der versteht das mit der Angst und behandelt mich dementsprechend.
Auch der "richtige" Zahnarzt löst das Problem natürlich nicht von heut auf morgen, aber es wird besser über Zeit, soviel kann ich versprechen.
In diesem Sinne würde ich dir vielleicht auch ans Herz legen, dich mal nach anderen Ärzten umzuschauen. Ärzte die gut mit Angstpatienten klar kommen lassen sich gut im Netz finden. Es gibt Listen für solche Ärzte. Ansonsten kannst du natürlich auch andere Angstpatienten fragen. Daher würde ich letztlich einfach mal noch meinen eigenen Arzt empfehlen, weil ich bei ihm sehr glücklich bin.

Viele Grüße

01.02.2020 22:12 • #12



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