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Hallo liebe Leute,
meinen Post habe ich jetzt hier im Unterforum verfasst weil ich hoffe, dass mein Problem hier am besten reinpasst. Panikattacken kenne ich zu genüge doch jetzt sind sie weg - da ich seit 7 Monaten keine Emotionen mehr habe bzw eine extreme emotionale Taubheit. Ein paar Beispiele dafür . Sehe ich wie jemand z.B kollabiert ist fühle ich nichts obwohl ich da früher natürlich Panik bekommen hätte, würde ich in eine Gefahrensituation kommen würde ich nichts fühlen, von Freude und Traurigkeit über Ereignisse erst gar nicht zu sprechen. Würde man mir eine tödliche Krankheit diagnostizieren würde es nichts in mir auslösen. Obwohl das hoffentlich nicht bald der Fall sein wird . auch wenn meine Eltern sterben würden könnte ich nichts fühlen. Das einzige Gefühl was mir bleibt ist Verzweiflung über meinen Zustand, der jeden Tag zur Qual werden lässt. ich bin noch ein funktionierender Körper mit Gedanken Meines Wissens nachdem ich das Buch von Berit Lucas gelesen habe ist das eine Depersonalisation. Nun zu meiner Frage: gibt es unter euch auch welche,die unter einer so extremen emotionalen Taubheit litten bzw leiden ? Wie lange hat es angehalten und was habt ihr unternommen/unternehmt ihr dagegen? Liebe Grüße und vielen Dank , Nord1

04.12.2020 13:40 • 06.12.2020 x 2 #1


14 Antworten ↓


Safira
nimmst Du Medikamente?

04.12.2020 13:49 • #2



Extreme emotionale Taubheit

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portugal
Bei mir hat die letzte Odyssee von emotionaler Taubheit 17 Monate gedauert. War eine handfeste Depression. Ich konnte auch nicht weinen.
Als die ADs wirkten, holte ich es nach. Bei jeder Kleinigkeit geweint, bis sich das AD eingependelt hat.
Bist Du denn in Behandlung?

04.12.2020 14:00 • x 2 #3


Icefalki
Würde da auch eine Depression annehmen. Medis sind da manchmal echt sinnvoll.

04.12.2020 14:02 • #4


Safira
Für mich klingt das auch nach einer Handfesten Depression. Medikamente können das auch auslösen oder?

04.12.2020 14:02 • #5


Fiora
Ich kenne das in ähnlicher Ausführung. Nur den Fachbegriff dafür kannte ich noch nicht. Es ist schwer, das auszuhalten. Ich fühle mich mitunter wie ein Stein. Wenn ich jedoch genauer in mich horche, bin ich voller Trauer um all die lieben Menschen, die ich kenne. Ich möchte ja wieder mit ihnen schwingen können. Für mich ist diese Entfremdung von Empathie nur schwer zu ertragen. Tatsächlich hat sich bei mir ein See an Trauer und Angst davorgeschoben. Die Gefühle sind derzeit nicht in Schwingung, so wurde es mir von meiner Therapeutin erklärt. Die Gefühllosigkeit ist ein Schutzschild vor schmerzenden Gefühlen, die ich zuvor bearbeiten muss.
Mir hilft dabei Tiefenpsychologie (Gesprächstherapie). Was gibt denn das Buch von Berit Lucas dazu an Hinweisen?
Auch wenn es dir in diesem Augenblick dir schwerfallen mag zu glauben, deine Gefühle werden zurückkommen, irgendwann. Du brauchst Geduld.

04.12.2020 14:21 • #6


Vielen Dank für eure Antworten Ich bin seit 7 Monaten stationär in Behandlung auch medikamentös wurde schon einiges probiert jedoch bisher ohne Erfolg leider. Psychotherapie wurde wenig gemacht ..ich überlege jetzt noch einmal ein settingwechsel in die psychosomatik mit mehr therapien und Programm.Im Buch von Berit Lucas steht dass Übungen die eine innere Beteiligung und die emotionale Empfindungsfähigkeit anregen sollen eventuell hilfreich sind.

04.12.2020 16:29 • x 1 #7


Liebe Fiora wie lange musstest du darunter leiden und wie hast du in dieser Zeit dein Leben gestaltet? Es fällt mir aktuell sehr schwer mich zu etwas aufzuraffen da es mir oft sinnlos vorkommt etwas zu tun, da ich dabei sowieso nichts empfinden kann. Lg

04.12.2020 16:31 • x 1 #8


Fiora
Zitat von Nord1:
Liebe Fiora wie lange musstest du darunter leiden und wie hast du in dieser Zeit dein Leben gestaltet? Es fällt mir aktuell sehr schwer mich zu etwas aufzuraffen da es mir oft sinnlos vorkommt etwas zu tun, da ich dabei sowieso nichts empfinden kann. Lg


Ich bin seit Februar dieses Jahres in dieser Schwingungslosigkeit der Gefühle. Auch bei mir ist der Antrieb dadurch sehr gemindert. Ich versuche mir trotz Antriebslosigkeit einiges am Tag vorzunehmen. Die Freude, so habe ich es mir erklären lassen, kommt irgendwann wieder. Bei mir ist sie weit unter den Nullpunkt gerutscht aufgrund meiner Probleme, die zur Depression geführt haben.
Ich habe viele verschiedene Therapien gemacht und bin noch mitten im Therapieprozess. Viel Zeit bedeutet für mich aber auch aushalten und in Geduld üben. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit stelle ich mir nicht mehr. Sie hat bei mir zu nichts geführt.
Hat dir die Klinik weitergeholfen? Kannst du schon sagen, was dein Körpergefühl anspricht?

04.12.2020 20:13 • #9


Ohjemine also auch schon ziemlich lange ..das tut mir leid ! Klingt gut wie du das alles machst auch wenn es bestimmt aktuell nicht leicht ist! Die klinik hat bei mir noch zu keinem Erfolg geführt eher zu weiterer Verzweiflung da ich überhaupt nicht..weder von Gesprächen, noch von Medikamenten und den sonstigen Therapieangeboten ( okay Ergotherapie vielleicht ein klitzekleines bisschen) profitieren konnte. Wie meinst du das mit dem Körpergefühl? Ist es bei dir auch so, dass dich schreckliche Sachen nicht mehr berühren..sagen wir mal du würdest einen schlimmen Autounfall beobachten? Sorry für die komische Frage und liebe Grüße

04.12.2020 21:34 • x 1 #10


Fiora
@Nord1 Das tut mir für dich sehr leid. Du bist 7 Monate in einer Klinik, ohne dass du eine Verbesserung spürst? Das muss schlimm sein und an deinem Selbstvertrauen kratzen. Wissen das die Therapeuten, dass du keine Besserung spürst und wenn ja, was sagen sie dazu?
Bei mir wurde die Medikation verändert. Man hatte über ein Blutbild festgestellt, dass das Antidepressivum kaum ankam. Ist deine Medikation schon überprüft worden?
Wenn Ergotherapie dir etwas hilft, ist das doch schonmal gut. Wie kommst du mit Körperbewegung, Tanztherapie (sofern angeboten), Musiktherapie (sofern angeboten) und den angebotenen Entspannungstechniken klar? Hilft dir das weiter?
Das verstehe ich unter körperorientierte Therapien. Sie können sehr hilfreich sein.

Steht denn bei dir der Entlassungstermin schon in Aussicht? 7 Monate in einer Klinik... Das ist eine lange Zeit.

LG, Fiora

05.12.2020 10:36 • #11


Fiora
Hallo @Nord1

wie geht es dir heute? Bist du zum Wochenende zu Hause? Ich hoffe, du hast die Möglichkeit zum Wochenendausgang, trotz Corona. Da ist ja jede Klinik anders aufgestellt. Ich wollte noch eine hilfreiche Maßnahme nennen, das ist Achtsamkeitstraining. Es lenkt den Fokus zu den Details der Wahrnehmung. Auch das kann die Körperwahrnehmung wieder hervorrufen. Ich habe es selbst vor einigen Jahren auf einem Pilgerweg erfahren dürfen. Ich war knapp 3 Wochen unterwegs, bei schönstem Wetter in wundervoller Natur. Die Aufmerksamkeit auf die Details kam von alleine. Die Zeit war sehr heilsam für mich, es war die Mischung aus körperlicher Bewegung, die Stille, und die Faszination der Umgebung, einschließlich der Blumendüfte und Vogelwelt (ich hatte seinerzeit auch eine schwere Depression). Wenn Corona nicht gewesen wäre, hätte ich mich dieses Jahr wieder auf den Weg gemacht. Vielleicht ist es im nächsten Jahr wieder möglich. Ich hoffe es.
Alles Gute dir,
Fiora

05.12.2020 11:57 • #12


Liebe Fiora danke für deine Antwort. Ja mein Zustand hat sich leider nicht stabilisiert sondern meine Hoffnungslosigkeit ist gewachsen.Die ärzte sagen dazu, dass ein Settingwechsel eventuell sinnvoll wäre in eine psychosomatische Klinik mit mehr Psychotherapie. Ja ich versuche auch zuhause wenn ich in der Belastungserprobung bin viel zu basteln..ich werde am Dienstag entlassen und habe mächtig Respekt davor! Tanztherapie hatten wir hier auch das hat mich etwas unterhalten da die Tänze echt lustig waren und Musiktherapie war auch immer eine gute Ablenkung vom grübeln aber es kommt nichts wirklich an mich ran.

05.12.2020 14:35 • x 1 #13


Meine Medikamente wurden auch oftmals überprüft aber da war ich immer im Spiegel.Deine Beschreibung vom Jakobsweg klingt sehr schön, doch das könnte ich mir in meiner aktuellen Verfassung nicht vorstellen. Achtsamkeitsübungen kenne ich aus dem Klinikaufenthalt vor 4 Jahren und eventuell gibt es das ja jetzt in der psychosomatik wieder Lg und ein schönes Wochenende

05.12.2020 14:44 • x 1 #14


Fiora
@Nord1
Hallo, du Liebe, ich glaube dir gerne, dass du Angst hast vor dem letzten Tag in der Klinik. Das ist auch ganz normal. Jede Beendigung eines Klinikaufenthaltes bedarf einer Umstellung, und das allein ist schwer. Ich kenne das von mir.
Wurde denn die direkte Nachsorge mit dir schon besprochen, oder kommst du mehr oder weniger direkt in die andere Klinik?
Mach dir keinen Druck. Es wird alles wieder besser werden. Nur manches braucht seine Zeit.
Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche.
Liebe Grüße, Fiora

06.12.2020 23:39 • #15



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