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Hallo liebe Psychic-Mitglieder,

seit Ende 2017 habe ich Mal mehr und mal weniger mit Angstzuständen im Bereich Soziale Phobie zu kämpfen. Ich habe knapp 2.5Jahre 10mg Escitalopram genommen und bin jetzt nach Absprache mit meinem Arzt auf 5mg runtergegangen, um zu sehen ob ich stabil bin oder auf Paroxetin wechseln soll.

In letzter Zeit habe ich wieder mehr zu kämpfen mit:
- Müdigkeit
- Schwindel
- sozialer Phobie und
- depressiver Verstimmung

Die Reduzierung der Dosis habe ich bereits Ende April gemacht.

Eine kognitive Verhaltenstherapie habe ich bereits absolviert. Mein Arzt hat mir noch dazu geraten, eine emotions aktivierende Therapie zu machen.

Im Moment kann ich mir auch vorstellen, dass Sport und Meditation meine Psyche stabilisieren könnten.

Habt ihr Erfahrungen gemacht, die sich mit meinen Problemen überschneiden? Habt ihr schon eine emotions aktivierende Therapie absolviert und mit welchen Ergebnissen?
Liebe Grüße

20.09.2020 11:15 • 24.09.2020 #1


2 Antworten ↓


Roman87
Hallo Mak,

wenn du schreibst, du hast die VT absolviert, klingt es danach, dass sie quasi vorbei ist, deine Probleme sind jedoch weiterhin da. Falls ich es missverstanden habe, dann ist der folgende Absatz obsolet, aber eine Verhaltenstherapie, auch kognitive VT, ist eine der am besten fundierten (evidenzbasierten) Therapien bei Ängsten und Depressionen. Bei Ängsten ist sie in Zusammenhang mit Expositionstraining sehr effektiv. Mir helfen sie enorm. Man sollte nicht außer Acht lassen, dass, wenn man erst unter Ängsten und Depressionen gelitten hat, eine fortlaufende Pflege der eigenen Gedanken zwingend notwendig ist. Man sollte ein ausgeglichenes und sich selbst gegenüber wertschätzendes mentales Klima aufbauen. D.h. Selbstwertstärkung, Orientierung der Bedürfnisse an Ziele, Beseitigung und Vermeidung negativer und selbstschädigender Gedanken- und/oder Verhaltensweisen, Sammeln von (neuen) positiven Erlebnissen.
Ich habe auch eine soziale Phobie und arbeite daran, meine negativen Vorstellungen (unbegründete Vorstellungen voller Angst), die ich in zwischenmenschlichen Situationen gelernt habe, in ähnlichen Situationen durch richtige und begründete Vorstellungen zu ersetzen. Ich glaube, das wird ein extrem langer Prozess für mich, weil sich ständig zum Teil unbewusst Vorstellungen einschleichen, die eben nicht begründet sind, wenn man genauer hinschaut.

Zu Sport würde ich jedem Raten, einfach jedem. Durch sportliche Leistungen schüttet der Körper Serotonin und Dopamin aus und viele Hormone, die ebenfalls positive Wirkungen haben.

Viele Grüße,
Matthias

20.09.2020 19:30 • x 2 #2


Hi Matthias,

dankeschön, dass du dir die Zeit genommen hast, so eine hilfreiche Antwort zu schreiben. Meine soziale Phobie hat erst mit 28 vor 2-3 Jahren mit den ersten Panikattacken angefangen. Mein Arzt hat mir nach meiner Verhaltenstherapie geraten eine emotions aktivierende Therapie wie die ACT, acceptance and commitment therapy anzufangen. Studienergebnisse, dass diese wirksam gegen soziale Phobie ist gibt es ja schon sehr viele. Ich denke, es würde mir auch nochmal eine ganz andere Lebensqualität geben, außer Angst vll. nochmal was zu empfinden. So schlecht geht's mir ja nicht, nur ist mein Spektrum halt sehr eng.
Liebe Grüße

24.09.2020 19:50 • #3




Dr. Christina Wiesemann