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Hallo ihr Lieben!

Ich leide nun seit ein paar Monaten an Ängsten. Alles hat mit einem Eisenmangel und einer Schilddrüsenunterfunktion angefangen. Dadurch habe ich mich extrem schwach gefühlt und der Gedanke daran umzukippen hat sich in mein Gehirn gebrannt. Ich habe nichts mehr alleine gemacht, war am Ende gar nicht mehr aus dem Haus.
Jetzt war ich für 7 Wochen in einer Klinik, habe das Buch von Doris Wolf gelesen und mache große Fortschritte.
Meistens kann ich mit meiner Angst sehr gut reden und mich ablenken.

Und dann kommen Tage wie heute. Ich war bei meiner Therapeutin. Auf dem Hinweg war ich schon ängstlicher, aber auf dem Rückweg war es dann so extrem, dass ich auf den letzten 100 metern überzeugt war in Ohnmacht zu fallen.
Mein Blick war richtig verschleiert, meine Beine wie Gummi, der Boden weich. Aber das Herz hat geklopft wie wild. Ich war mir nur noch sicher: Schnell in die Wohnung, sonst ist es vorbei!
Dann bin ich schnell auf die Couch, mein Freund ist beigeeilt und hat mir Wasser gebracht. Was war das nur?
Immerhin, normalerweise hätte ich Panik bekommen, aber durch eine Atemübung konnte ich die verhindern.
Eigentlich wollte ich noch ins Fitnessstudio, aber jetzt habe ich schön gemieden

Das zieht mich runter... und ich versteh die Welt nicht mehr. So ein Rückfall... Normalerweise konnte ich mir Schwäche durch wenig Essen etc. erklären. Die einzige Sache die sein könnte, ich habe mich gestern mit meinem Freund und einer Freundin über das Umkippen unterhalten. Sie haben mir erzählt, wie sie sich gefühlt haben. Mein Freund hat gesagt, man merkt, dass es vor den Augen langsam schwarz wird. Ich habe ehrlich gesagt nur drauf gewartet, dass der Schleier schwarz wird
Wie geht ihr mit sowas um? Also mit Rückschlägen oder solchen Umkipp- situationen.
Habt ihr Tipps für mich?

Ich würde mich wirklich sehr über Antworten freuen!

20.11.2012 19:50 • 08.12.2012 #1


9 Antworten ↓


Hat denn niemand einen Tipp für mich, in so einer Situation bzw. wenn ich mich so fühle?
Ich fühle mich heute morgen auch schon wieder schwach und hatte das Gefühl unbedingt etwas essen zu müssen.
Es ist so ätzend, ich weiß einfach nicht, ob es mir wirklich schlecht geht oder ob ich mir das einbilde... das kennt ihr doch sicher auch oder?

21.11.2012 10:22 • #2



Die Angst vor der Ohnmacht- es hört nicht auf!

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Hallo Juhule

Ich kenne das Gefühl sehr gut. Das erste mal als ich umgekippt bin war ich sieben Jahre alt. Ich hatte zu heiß gebadet und dann beim Haare föhnen wurde mir auf einmal richtig schwarz vor Augen Und schon bin ich Kerzengerade (wurde mir berichtet) nach hinten gefallen.
Ich war nur wenige minuten Bewusstlos
Das passierte mir dann mit vierzehn Jahren am frühen Morgen vor meiner Schule wieder. Wieder Kerzengerade, und eine Narbe am Kinn wird mich ewig daran Erinnern
Bei mir liegt das einfach an dem sehr niedrigen Blutdruck. Viel Trinken heißt es dann
Immer wenn ich nun in Zukunft merke das mir schwindelig wird (richtiger Schwindel mit schwarzen Pünktchen), dann weiß ich das ich mich hinlegen und die Beine hochlegen muss damit der Blutkreislauf wieder in den Schwung kommt
Dann kamen vor zwei Jahren meine Panikattacken. Da hatte ich auch immer Angst umzukippen. Mir war richtig Unwohl, hatte wackelige Beine, war richtig schwach. Hab gezittert, geschwitzt und mein Herz hat gerast. Nur hab ich dann mit der zeit gemerkt, dass nie die richtigen Symptome für das umkippen auftauchten. Es war einfach nur das Schwächegefühl.

Bei dir denke ich, dass die Angst selber dieses Gefühl des umkippen bei dir auslöst. Der typische Teufelskreis
Warum hast du eigentlich diese Angst?

Lg

23.11.2012 01:06 • #3


In meiner Kindheit und auch später wurde ich schon ohnmächtig, daher kenne ich die Angst davor, umzukippen nur zu gut, besonders wenn ich mich schlecht fühlte oder schwach. Habe auch einen ziemlich niedrigen Blutdruck, daher kann ich mich nur den Worten von Schmerzstillstand anschließen.

Wünsche dir alles Gute.

23.11.2012 06:10 • #4


HeikoEN
Zitat von juhule:
Ich leide nun seit ein paar Monaten an Ängsten. Alles hat mit einem Eisenmangel und einer Schilddrüsenunterfunktion angefangen. Dadurch habe ich mich extrem schwach gefühlt und der Gedanke daran umzukippen hat sich in mein Gehirn gebrannt. Ich habe nichts mehr alleine gemacht, war am Ende gar nicht mehr aus dem Haus.

Bist Du denn wirklich einmal umgekippt oder sind das bis Heute reine Befürchtungen?

Wenn nein, stellt sich die Frage, warum Du deinem Körper nicht vertraust? Ich meine, er sorgt doch schon seit 15? 20? 30? Jahren für Dich, täglich, perfekt.

Zitat von juhule:
Und dann kommen Tage wie heute. Ich war bei meiner Therapeutin. Auf dem Hinweg war ich schon ängstlicher, aber auf dem Rückweg war es dann so extrem, dass ich auf den letzten 100 metern überzeugt war in Ohnmacht zu fallen.

Ok, eine Auseinandersetzung mit der Angst kann ja schon gut triggern.

Aber man "weiss" ja dann, woher es kommt und warum, oder?

Zitat von juhule:
Mein Blick war richtig verschleiert, meine Beine wie Gummi, der Boden weich. Aber das Herz hat geklopft wie wild. Ich war mir nur noch sicher: Schnell in die Wohnung, sonst ist es vorbei!
Dann bin ich schnell auf die Couch, mein Freund ist beigeeilt und hat mir Wasser gebracht. Was war das nur?

Nunja, der Anfang einer Panikattacke.

Denn selbst wenn die körperlichen Symptome alle so waren, wirklich umgekippt bist Du nicht!

Bei einer Angsterkrankung ist das fatale daran ja, dass man "denkt", man stirbt, kippt um...oder im Kaufhaus bekommt man keine Luft oder in der Schlange an der Kasse wird man ohnmächtig oder sogar, dass die Brücke, über die man gleich geht, einstürzt.

Zitat von juhule:
Immerhin, normalerweise hätte ich Panik bekommen, aber durch eine Atemübung konnte ich die verhindern.

Toll, wirklich.

Nimmt das nicht der Angst ein wenig die Kraft? Wenn Du etwas aktiv im Notfall dagegen tun kannst? Ist doch eigentlich eine gute Sache, wenn Du mit Atemübungen da rauskommen kannst?

Zitat von juhule:
Eigentlich wollte ich noch ins Fitnessstudio, aber jetzt habe ich schön gemieden

Das ist auch gut so, denn die Angst ist ein Gefühl und möchte Dir "nur" etwas zeigen.

U.a. zeigen, dass Du ein wenig Ruhe einkehren lassen sollst.

Insb. nach so einer Therapiesitzung, egal ob psychisch oder auch körperlich, würde ich immer Ruhe/Entspannung machen. Wenn man das auch wirklich ganz aktiv umsetzt, ist man auch viel schneller wieder "fit".

Also warmen Tee, Decke, ab auf die Couch und wenn es geht, einfach mal nichts tun.

Zitat von juhule:
Das zieht mich runter... und ich versteh die Welt nicht mehr. So ein Rückfall...

Nix Rückfall!

Rückfälle haben etwas sehr positives!

Sie zeigen u.a., dass der Weg noch nicht zu Ende ist, aber das man ggf. auf dem richtigen Weg ist.

Zitat von juhule:
Normalerweise konnte ich mir Schwäche durch wenig Essen etc. erklären. Die einzige Sache die sein könnte, ich habe mich gestern mit meinem Freund und einer Freundin über das Umkippen unterhalten. Sie haben mir erzählt, wie sie sich gefühlt haben. Mein Freund hat gesagt, man merkt, dass es vor den Augen langsam schwarz wird. Ich habe ehrlich gesagt nur drauf gewartet, dass der Schleier schwarz wird

Ja, das ist sehr typisch.

In der Akutphase einer Angsterkrankung sollte man solche Trigger einfach vermeiden.

Da reicht der Bericht im Fernsehen oder wie bei Dir, die Erzählung eines Bekannten über "irgendwelche Erkrankungen" und schon glaubt man, man leidet selber darunter.

Ich habe mal ähnliche Erfahrungen gemacht, als bei einem Herzstolperer eine Bekannte ihr Ohr auf meine Brust legte und hörte und meinte:

"Hört sich schon ein wenig unregelmäßig an"

Ca. 15 Minuten später lag ich auf der Intensivstation (!) KEIN WITZ! Aber um 16 Uhr Nachmittags wurde ich vom Intensivbett direkt auf den Bürgersteig entlassen und nach Hause geschickt...

Sorge für ausreichende Entspannung und Ruhe, wäre mein Tip.

23.11.2012 09:46 • #5


Erstmal vielen Dank für die Antworten.

Also zu allererst: ich bin noch NIE umgekippt!
Das ist ja das Schlimme. Mittlerweile macht mir auch nicht mehr das Umkippen an sich Sorgen, sondern dass ich, nachdem ich umgekippt bin noch mehr Angst vor dem Umkippen habe Diese blöde Angst vor der Angst...

Bei mir fing das Ganze ja mit einer Blutanämie und einer Schilddrüsenunterfunktion an, dadurch habe ich mich natürlich unterirdisch schwach gefühlt und da hat sich dann auch dei Angst vor dem Umkippen in meinen Kopf gebrannt.

Mein Blutdruck ist allerding immer sehr gut, nur mein Puls ist ständig hoch. Was ja wahrscheinlich auch von der Angst kommt?!

Also alles nur Befürchtungen und ja, mein Körper sorgt seit über 20 Jahren tadellos für mich, aber ich vertraue ihm nicht mehr

Mein Eisenwert sinkt immer wieder ab, das muss jetzt erstmal weiter abgeklärt werden.

Und nochmal ja, Heiko, du hast so Recht. Ich habe eine Panikattacke abwehren können, das ist toll Danke!

Ich werde mir jetzt auch wirklich vornehmen nach jeder Therapiesitzung zu entspannen. Das bringt im Endeffekt viel mehr. Ich will leider immer zu viel...
Generell mehr Ruhe und nicht zu viel auf einmal wollen!

Vielen, vielen Dank!

23.11.2012 19:46 • #6


Hallo,kann Dich ja so gut verstehen. Ich bin 41 Jahre alt und leide seit 17 jahren unter Angst und Panikattacken. Habe alles Schulmedizinische (Termine Psycholgen, ein viertel Jahr Tagesklinik, um mit den Ängsten umzugehen)versucht leider ohne Erfolg. Es ging mir in der Zeit besser, auch nur unter Medikamente (Paroxat).

In den 17 Jahren konnte ich sehr viel Erfahrungen sammeln. Ich kann es gar nicht mehr zählen, wie oft ich von meiner Kindheit schreiben und erzählen musste. Die Ängste zu Sterben und Umzukippen haben mich kaum noch vor die Tür gebracht, verbunden mit viel Herzrasen, wackelige Beine. Nur in meinen eigenen 4 Wänden hatte ich Sicherheit.


Meist ist es so, dass es für die Angst- und Panikattacken immer einen Auslöser gibt. Aber die Themen liegen in der Vergangenheit bzw. Kindheit und kommen durch einen Auslöser zum Ausbruch. Das passiert vor allen Dingen wenn ein Mensch sehr sehr sensibel ist.

Im Moment bin ich gearde am Absetzen von diesem Medikament. Es ist die Hölle. Schwitzen, Frieren, Weinen ohne jeglichen Grund, beim Drehen des Kopfes von links nach rechts ständig Schwindelgefühle, Schlappheit. Ich empfehle Dir nimm keine chemischen Medikamente.

Ich habe auf Umwegen jemanden kennegelernt, der mich mit einem Gerät (Timewaver) unterstützt. Es ist echt der Hammer was dieses Gerät kann. Er erstellt Themen für die Person, die bisher noch im Unterbewusstsein arbeiten. Er kann Dein Yin and Yang wieder ins Gleichgewicht bringen, damit fühlt man sich besser. Ich konnte es anfangs nicht glauben, aber es ist der Hammer.

Wenn Du Interesse hast, kann ich Dir gern mehr schreiben.

Versuche doch einmal trotz Stress, ein paar Stunden für Dich zu haben. Belohne Dich einfach mal für das was Du jeden Tag leistest.

06.12.2012 14:09 • #7


Silke, kannst du mir auch von diesem Gerät berichten? Gerne per PN.
17 Jahre ist ja schon eine sehr lange Zeit. Hast du das durchgehend? Ich hatte es eine lange Zeit sehr gut im Griff. Habe es leider nun wieder.
Ich finde es gut und mutig, dass du vor diesen Medikamenten warnst. Dass sie solche Absetzerscheinungen hervorrufen. Und dass das ja verheimlicht wird bzw. bloß nicht raus kommen soll. Denn Ärzte sagen einem doch, wie harmlos die sind und dass sie nicht abhängig machen.
Aber wie soll man das denn bezeichnen?? Wenn man etwas absetzt und der Körper so reagiert? Dann IST er doch sehr wohl davon abhängig. Er braucht diesen Stoff. Wie bei einer Dro..
Ich nehme auch keine Medikamente. Ich wünsche dir, dass es dir bald besser geht und dieses Gerät macht mich neugierig.

06.12.2012 15:15 • #8


Könntest du kurz erläutern, was das genau ist?
Man klammert sich ja an alles. Leider.

08.12.2012 13:44 • #9


novemberrain
Zitat von Casadero:
Bitte FINGER WEG von Timewaver... da könnt Ihr auch gleich zu den Scientologen rennen und Euch an deren Messapparat anklemmen - der ist genauso sinnlos. Das ist nur eine neue Methode die Angstpatienten und Depressiven Hoffnung machen soll.



Ich sehe das genauso !!

Habe ja schon viel Unsinn über angebliche Heilungsmethoden gelesen, aber das sprengt ja alles

08.12.2012 16:01 • #10



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