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TamaraValentin
Mitglied

Beiträge:
1
Mitglied seit:
Hallo Ihr,
ich wollte hier mal meine Erfahrungen im Zuge von der aktuellen Corona-Situation schildern.

Ich litt in den Jahren 2015 und 2016 an einer starken Derealisation, mittlerweile habe ich eigentlich keine Probleme mehr damit, manchmal nur noch durch Triggerpunkte für ein paar Augenblicke lang.
Durch die aktuelle Situation und dadurch das ich zu einer Risikogruppe gehöre, bin ich jetzt in Quarantäne.
Es ist erst der zweite Tag, allerdings breche ich seitdem ich's weiß regelmäßig zusammen, bei dem Gedanken daran so lang nicht berührt zu werden. Ich habe das Gefühl, als würde ich die Berührung brauchen um mich 'echt', 'real' zu fühlen. Als würde ich sonst nicht existieren. Kurz, die Derealisation kommt zurück.
Gibt es hier Leute die vielleicht ähnliche Erfahrungen machen/gemacht haben?
Oder hat jemand Ratschläge für mich?

Mit den liebsten Grüßen,
Tamara

24.07.2020 #1


3 Antworten ↓

Cortez
Hallo!

Ich hatte früher in Verbindung mit meiner Angststörung und bei panikattacken öfters mal Gefühle der Derealisation und Depersonalisation. Ich kann das sehr gut nachempfinden. Auch aktuell ohne großartig Angststörung zu haben (die ist deutlich besser geworden im Gegensatz zu meiner Depression) finde ich die aktuelle Lage für alle realitätsfern und es ist ein nie da gewesener Ausnahmezustand. Wie als gäbe es einen bevorstehenden Weltkrieg und riesige Gefahr. Mir hat geholfen mich abzulenken und mir zu sagen soweit das ging das es eine Überlastung und Stress ist und eben meine Angststörung. Ich hoffe dir geht es bald besser, die Gedanken und Gefühle sind schwer auszuhalten aber sie vergehen wieder.

#2


A


Derealisierung in Quarantäne wegen Corona

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Darcyless
Liebe Tamara,

ich kann dich super super gut verstehen. Ich hatte diese Probleme mit Derealisation/Depersonalisation auch immer, wenn ich allein gewohnt habe oder bei größeren Umbrüchen im Leben. Ich weiß genau, wie schrecklich sich sowas anfühlt und zu was für einer heftigen Panik es führen kann. Es ist ein unbeschreibliches und unvergleichliches Gefühl, wenn man sich selbst nicht real fühlt, einfach komplett unheimlich und schrecklich. Ich habe deshalb damals beschlossen, dass ich nicht allein wohnen bzw leben möchte.

Ich kann dir nur raten: Versuch, in Kontakt mit Menschen zu kommen. Ruf jemanden an, zur Not die Telefonseelsorge (hab ich auch öfter mal gemacht), oder geh hier in den Psychic Chat. Mach den TV an, damit es weniger still ist. Bevor die Panik dich völlig fertig macht, kannst du nicht wenigstens eine Runde um den Block laufen? Wie wäre es generell mit einem Haustier für dich?

Erfahrungsgemäß erleichtert alles "Lebendige" die Derealisation, so geht es mir zumindest.
Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

#3


L

Angst / Paranoia / Derealisierung

Hey Smile.
Ich leide seit 3 Monaten an einer Angststörung. Angefangen hat es nach dem Lockdown, als bei mir die Schule wieder anfing. Ich hatte eine Panikattacke und damit eine einhergehende Derealisierung. Mit der Derealisierung ging ich irgendwann gut um und ich hatte auch nicht mehr das Gefühl dass die Welt unreal ist etc. Aber mein Leben fühlt sich seit dieser ersten Panikattacke absolut nicht mehr an wie früher. Ich erkenne mich nicht mehr wieder.
Über die Zeit sind immer mehr Ängste dazugekommen und meistens hatten sie etwas damit zu tun den Verstand zu verlieren / die Kontrolle zu verlieren oder dass Dinge in meinem Leben passieren, die ich nicht kontrollieren kann.
Es würde nichts bringen hier jetzt meine Ängste aufzuschreiben, da die sich gefühlt sekündlich ändern.
Gerade eben aber habe ich einen Angstgedanken, der mich absolut nicht loslässt.

Ich hatte heute ein MRT, da ich einfach mal mein Gehirn durchchecken wollte (Hypochondria hab ich glaub ich eben auch zum Teil). Und naja vor der Behandlung kam mir so ein Zwangsgedanken "was ist wenn die dir im MRT in Wahrheit eigentlich eine Gehirnwäsche geben und du dich danach an nichts mehr erinnern kannst so wie es mal war und alles was du denkst dich dran zu erinnern ist nur Illusion und die Welt um dich herum auch und du lebst dann in einer Stimulation?". Naja. Ich kenne Zwangsgedanken ja und dachte mir dann der beste Weg mir zu beweisen dass ich keine Angst haben brauche ist, es trotzdem zu machen.
Ich habe das MRT dann eben gemacht und es war ab und zu wirklich beängstigend. Die lauten Geräusche und noch dazu war ich kurz vor einer Panikattacke. Ich wollte die Sitzung nicht beenden da ich mir dachte dass ich das vielleicht bereuen würde. Doch als ich rauskam aus der Röhre hatte ich eben genau diesen Zwangsgedanken noch viel schlimmer und das hört gerade nicht auf. Ich denke die ganze Zeit dass all das was ich gerade erlebe und denke gar nicht wahr ist. Und nur eine Illusion. Und dass ich das, was ich hier gerade schreibe vielleicht nicht wirklich schreibe sondern dass ich vielleicht gerade irgendwas privates über mich preisgebe oder was anderes schreibe ohne es zu merken. Macht keinen Sinn ich weiß. Ich weiß auch irgendwo dass ich so eine Angst schon öfter hatte - nur immer etwas verschieden. Praktisch immer die selbe Grundangst, nur verpackt in einem neuen Muster. Nur lässt mich dieses Muster gerade nicht los da ich ALLES hinterfrage. Jede einzelne Handlung. Ich sehe zum Beispiel meine Hunde, will sie streicheln und frage mich 'was ist wenn ich ihnen damit nichts Gutes tue aber so sehr manipuliert wurde dass ich das jetzt denke?'.
Oh man. Das klingt alles so verrückt, ich weiß. Ich hatte schon Angst dass ich vielleicht schizophren bin weil ich mir solche Gedanken mache. Aber schizophrene Menschen hinterfragen das ja nicht.
Alles in allem hab ich einfach extreme Angst den Verstand verloren zu haben. Hab jetzt auch ziemliche Kopfschmerzen und ein Benommenheitsgefühl - das macht dann logischerweise nochmal mehr angst.

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Dr. Christina Wiesemann
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