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Hallo ihr!
Ich leide seit ein paar Jahren unter Panikattacken. Es fing bei mir mit der chronischen Darmerkrankung Colitis ulcerosa an. Ich hatte immer wieder blutige Durchfälle die mir große Angst machten. Ich dachte ich müßte sterben und ich hatte Angst Krebs zu bekommen. Außerdem verstand ich diese Krankheit nicht und ich wollte sie nicht akzeptieren. ich bin von Arzt zu Arzt, Spiegelungen, Lactosetest usw. Die Angstattacken verstand ich auch nicht, ich dachte jedesmal mein Herz bleibt stehen, ich sterbe. Einmal kam der Notarzt. Ich kam ins Krankenhaus. Es wurde alles untersucht. Es war alles in Ordnung. Die Panikattacken wurden immer schlimmer und es ging bis zu Depressionen. Ich hatte gerade meinen kleinen Sohn geboren und ich hatte das Gefühl mich nicht mehr richtig um ihn kümmern zu können. Dazu kamen dann noch Zwangsängste. Es kamen immer Bilder das ich mir selbst was antue oder meiner Familie. Eines Tages konnte ich nicht mehr und ich habe Psychotherapeuten angerufen. Ich hatte großes Glück das ich von einem gleich genommen wurde. Jetzt habe ich eine zweijährige Psychoanalyse hinter mir. Jetzt akzeptiere ich meine Darmkrankheit und verstehe die Ängste. Weil ich monatelang Durchfälle hatte habe ich jetzt das Problem das sich unterwegs Ängste aufbauen, das Durchfall kommt und ich es nicht rechtzeitig auf Toilette schaffe. Die Angst schlägt so schnell auf den Darm das ich dann erst recht Durchfall bekomme und mir in die Hose mache. Die Colitis ist im Moment unter Kontrolle. Eigentlich habe ich jetzt keine Durchfälle aber die Angst bringt es dazu. Ich trau mich kaum noch rauszugehen weil ich immer Angst habe mir in die Hose zu machen. Ich befinde mich da wie in einem Teufelskreis. Mir wurde geraten eine Verhaltenstherapie zu machen um das wieder unter Kontrolle zu bekommen. Wegen dieser Angst habe ich jetzt das Medikament Citalopram bekommen. Da nehme ich 40mg von. Trotzdem kann ich kaum rausgehen weil der Darm sich nicht beruhigt. Es ist schlimm wenn man nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen kann, gerade mit Kindern. Wer hat auch solche oder ähnliche Beschwerden? Ich freue mich auf eure Antworten!

01.02.2008 19:13 • 22.02.2008 #1


9 Antworten ↓


Hi

Ich hab das selbe
Ich hab furchtbare angst draußen Durchfall zu bekommen und kein Klo ist in der nähe
Ich gehe fast nur mit leerem Magen rauß und esse erst was wenn ich nicht mehr rauß muß
Ich hab einfach zuviel angst Durchfall zu bekommen.
Immodium Akut ist mein ständiger Begleiter ich hab die immer in der Tasche.
Außerdem hab ich immer Binden in der Unterhose für den fall das ich Durchfall bekomme und es nicht aufs Klo schaffe
Ich hab mir noch nie in die Hose gemacht aber ich hab solche angst davor
Ich weiß gar nicht was ich dagegen tun soll
Mein Psychather geht darauf irgendwie nicht ein
Der sagte nur mal sie sind ja gleich wieder Daheim zb beim einkaufen das war im sommer.
Mittlerweile kann ich ja wieder einkaufen gehen aber halt mit leerem Magen.

LG

02.02.2008 00:36 • #2



Colitis ulcerosa, Panikattacken,Krankheitsängste,Durchfälle

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Hallo oh man du Arme . Immer wenn ich so was hier lese denke ich auch an meine Anfänge der Erkrankung. Hatte das nicht mit den Durchfällen aber tausend andere Symtome. Was ich dir eigendlich sagen wollte in Puncto deiner Angst, dir oder deinen Kinder was anzutun.


Ich hatte das auch ( meine Söhne damals 3und 4 jahre alt). Ich hab sogar alle Messer weck getan weil ich dachte ich werde irgendwann so verrückt das ich ihnen etwas antue. Natürlich ist das nie passiert. Meine Söhne ( heute 20 und 21 Jahre) alt sind grosse, gesunde,tolle Jungs und ich liebe sie abgöttisch und das wird bei dir genauso sein. Du kannst dir vertrauen, glaube mir, solche Gedanken sind Teil unsere Erkrankung


Ein Therapeut sagte mal zu mir: Menschen die denken sie werden verrückt werden es nicht und die die es wirklich sind, sind es einfach und haben keine Angst davor.


Arbeite daran dir zu vertrauen und dich so zu akzeptieren wie du bist. Du bist ein Mensch und die da ;; draussen;; sind es auch schäm dich nicht für gar nichts egal was passiert es ist alles menschlich. leider fehlt in unsere Gesellschafft viel Menschlichkeit , aber jeder kann nur bei sich anfangen und dann wird sich auch was ändern. Du bist nicht allein L.G. Sammys

02.02.2008 09:33 • #3


Liebe Sammys68!

Danke für deinen aufbauenden Text. Ich liebe meine Kinder auch sehr und ich glaube das diese Bilder nie Wirklichkeit werden. Nur ist es sehr quälend wenn man sowas vor sich sieht. Der Arzt hat auch gesagt das das nie passieren würde. Ich bin ja nicht verrückt. die Angst macht nur solche Bilder. Aber ich hatte es glücklicherweise schon lange nicht mehr. Ich hoffe es bleibt so.
lg Nicki34

03.02.2008 20:36 • #4


hallo,

meine ängste verursachen auch durchfall laut ultraschal ist alles in ordnung. blutwerte kann ich am mittwoch erfahren. so langsam glaube ich aber das ich reizmagen bekomme. reizdarm habe ich schon.
psychotherapie habe ich auch angefangen. muß nur noch ein bisschen warten da der nächste termin am 18 februar ist.
ich helfe mir noch mit duspatal tabletten( für den reizdarm) und viel tee trinken. ich lese auch ein buch von Dr. Doris Wolf "gefühle verstehen, probleme bewältigen", kann ich nur weiter empfehlen.
du solltest aber vielleicht versuchen doch rauszugehen. lass es nicht zu das deine ängste dich so im griff haben das du deine wohnung nicht verlässt. dadurch wird nicht besser. wenn du mal rausgehst, mit kleinen schritten nach vorne gehst und ein kleiner erfolg verspürst ist das dann eine große motivation für den nächsten schritt

lg jes_s

04.02.2008 13:28 • #5


Hallo Nicki,

diese Zwangsgedanken oder Zwangsimpulse kenne ich auch. Ich dachte damals auch, ich würde meiner damals 3 Jahre alten Tochter etwas antun. Ich hatte die schlimmsten Gedanken und sie hatten mir furchbare Angst gemacht. Ich dachte auch: bist Du verrückt? Wie kannst Du sowas denken? Liebst Du Dein Kind nicht? Jetzt drehst Du durch!

Und dann habe ich Berichterstattungen von Müttern, die ihre Kinder umgebracht haben, nahezu aufgesaugt. Hatte ständig Angst, ich wäre genauso und könnte einfach aus einem Impuls heraus meiner Kleinen etwas tun.

Sie ist heute fast 15 Jahre alt und nein, ich habe ihr nie etwas getan. Ich liebe sie über alles.

Auch Du wirst sowas nie tun . Es ist eines von vielen Symptomen, die man bekommen kann. Und man kann etwas tun.

Zu den Durchfällen kann ich leider nichts sagen. Dafür habe ich reichlich andere Beschwerden. Vielleicht kannst Du ja mal versuchen in Deiner Handtasche feuchte Tücher für den Notfall und frische Unterwäsche einzupacken, nur für den Fall der Fälle und um vielleicht wieder Sicherheit zu gewinnen, dass Dir das nicht passiert.

Ich drücke Dir die Daumen.

Lg

Fee

04.02.2008 13:40 • #6


Hallo!

Bei mir äußert sich das auf "fast" die gleiche Art und Weise. Gerade "Snoopy_1978" hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Er/Sie dürfte wohl in meinem Alter sein, ich bin 80er Jahrgang.
Nur habe ich das Glück, dass ich keine colitis ulcerosa habe.

Mit dieser Art von Symptomen mache ich nun schon 4 Jahre rum, vor 3 Jahren kamen dann noch die Panikattacken dazu. Bis jetzt habe ich 2 stationäre Aufenthalte und 2 ambulante Gesprächstherapien hinter mir.
Nächste Woche startet dann meine 3. ambulante Gesprächstherapie.

Eine ganze Zeit war es bei mir relativ gut, aber die letzten Wochen fühle ich mich teils wieder richtig gehend zurück geworfen.
Klaro soll man immer gegen seine Erkrankung ankämpfen, sich von dieser nicht unterkriegen lassen. Ich war die letzte Zeit selten unter Leuten, habe nicht mehr gearbeitet und bin froh, wenn ich einfach nur zu Hause sein kann. Das ist falsch und ich habe auch keinen Bock mehr darauf, aber zur Zeit bin ich einfach nur Müde dagegen anzukämpfen.

Ich bin heute durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und es ist schön (schön ist wohl der falsche Ausdruck, wohl eher beruhigend) Leute zu treffen, die die gleichen Symptome haben.

17.02.2008 19:50 • #7


Hallöchen
also ich bin hin und weg das es auch noch andere gibt die angst haben ihren kindern etwas anzutun habe geglaubt nur ich bin so hab mich noch nicht getraut mit einem arzt über meine schlimmen gedanken zu sprechen
dabei ist mein kleiner mein ein und alles und meinen mann kann ich sowas nicht sagen ich bin so glücklich in dieses forum gestoßen zu sein ich bedanke mich bei den leuten die uns dieses ermöglicht haben es tut so gut der erfahrungsaustausch mit gleichgesinnten bzw gleichleidenden
irgendwann hab ich ja doch hoffnung es geht bergauf obwohl momentan nichts dafür spricht ich gebe halt viel die schuld dem wetter wenn es so trüb und kalt ist kommt mir vor die pas sind stärker also freuen wir uns auf den frühling ich wünsche allen eine schöne gute nacht ohne ängste
liebe grüße isabella

17.02.2008 23:38 • #8


hi,
sag mal,hat bei dir colitis auch gleichzeitig mit den panikattacken angefangen?
als ich 15 war,bin jetzt 22, wurde colitis festgestellt und 2 wochen später panikattacken.
ich hab auch manchmal angst,dass ich meinen körper net unter kontrolle hab und das steuer rumreißen würde oder so,das ist so komisch.
manchmal glaub ich,dass zu den panikattacken leichte schizophrenie dazugekommen ist.
war damals in therapie,dann war 5 jahre ruhe und jetzt bin ich wieder in therapie,weil die attacken wieder kamen,heftiger, als sie jemals waren.
jetzt gehts wieder etwas,bin seit 2 monaten in therapie.ich hab sie im griff,aber die angst vor der angst bleibt. aber die letzt panikattacke war an sylvester und seitdem schaff ich es immer mich zu beruhigen.
das blöde ist ja nur, dass ich durch die attacken n neuen schub bekommen hab und ein jahr mit kortison vollgestopft wurde und kortison ist net gerade hilflich bei panik.
jetzt ist kortison weg und die kolitis mehr oder weniger still.-
ich finds einfach interessant,wie sich das gegenseitig hochschaukelt,denn die befürchtung unterwegs durchfall zu bekommen,verursacht eine innerliche unruhe,die schnell zur panik führt,und bei poanik kriegt man durchfall.
mir wurd aber damals gesagt, dass es nicht selten ist, dass zu einer chronischen darmerkrankung auch panikattacken kommen können,schon einfach, weil man die schwere der krankheit erstmal verdaun muss.
naja,ist schon alles n bissl schei.,ich lass mir den dickdarm wahrscheinlich rausnehmen,weil das krebsrisiko aufgnd der länge und der schwere meiner colitis immens hoch ist.

22.02.2008 20:23 • #9


hallöchen
also panikattacken und durchfall fingen bei mir gleichzeitig an wurde schon alles versucht nur leider ohne erfolg habe nicht gewußt das durchfall das darmkrebsrisiko erhöht habe jetzt wieder das ur angstgefühl
aber gott sei dank vor einem jahr war nichts muß heuer eh wieder spiegelung machen lassen glaube fast nicht das man sich den dickdarm so einfach wegnehmen lassen kann wenn man keinen krebs hat
lg isabella

22.02.2008 20:46 • #10



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