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Oliver1978
Hallo liebe Forumfreunde,

seit mehr als 16 Jahren lebe ich mit einer Angststörung mit Panikattacken (zumindest so die Diagnose) und habe bereits zig verschiedene Symptome (durch-) lebt und bin prinzipiell sehr gut über Angst und die körperlichen Auswirkungen - zumindest in der Theorie - informiert.

Letzte Woche hatte ich ein extremes Erlebnis. Abends nach der Arbeit (zwar im Homeoffice, aber dennoch anstrengend und ich war definitiv sehr angespannt) bekam ich nach einem kurzen Spaziergang folgende Symptome:

- Eine Art Schüttelfrost
- Druck und Beklemmung in der Brustregion
- eine Art Sehstörung - als ich zur Toilette gelaufen bin, hatte ich das subjektive Gefühl bei jedem Schritt kleiner zu werden und gleich ohnmächtig zu werden. Es fühlte sich (ohne zu wissen wie das wirklich ist) an, wie auf Dro. der deren Entzug zu sein
- extreme innere Unruhe
- als ich mich hingelegt habe, wurde das Zittern und der Schüttelfrost immer schlimmer

Ich habe als absolutes Notfallmedikament in Summe 1,5mg Tavor nach und nach genommen. was normaler Weise super wirkt (ich nehme das max. 1-2 Mal in 1-2 Monaten, oft mal viele Monate gar nicht) - aber es änderte nahezu gar nichts an den Symptomen. Als ich nicht mehr konnte und es auch nach 2h nicht besser wurde, rief ich den Notarzt.

Festgestellt wurde neben einer Blutdruckkrise (200 / 105) eine Tachykardie - EKG war (wie erwartet) unauffällig und meine Sauerstoffsättigung auch wunderbar.

Sie haben mich dann mit in die Notaufnahme genommen und die Nacht über beobachtet. Der Blutdruck war noch einige Zeit so hoch, ging dann wieder etwas runter.

Der Arzt hatte letztendlich nur einen Herzinfarkt ausgeschlossen (woran ich auch nicht dachte, mir ist bewusst dass dies das Nervensystem verursacht - es aber dennoch so heftig körperlich war, dass ich es kaum noch aushalten konnte) - aber auch nicht erklären können, woher das alles kam und was überhaupt los war.

Kennt das jemand so? Vor allem dieser Schüttelfrost und eiskalte Hände und Füße - kalter Schweiß auf der Stirn und plötzlicher Durchfall dazu.

Würde mich interessieren. Ach ja, und ich habe fast kein Wort sprechen können.

Gerne teilt ihr mir mit, ob ihr dies so auch von Angst / Stress kennt.


Liebe Grüße
Oliver

28.11.2020 01:12 • 28.11.2020 #1


13 Antworten ↓


Angor
Zitat von Oliver1978:
Gerne teilt ihr mir mit, ob ihr dies so auch von Angst / Stress kennt.

Das war eine Panikattacke "vom Feinsten". Ich hatte bei einer PA mal einen Blutdruck von 220, EKG auch unauffällig bis auf einen hohen Puls.

Bist Du in Therapie oder nimmst Du neben Deinem Notfallmedi noch ein AD?

Wie geht es Dir jetzt?

LG Angor

28.11.2020 01:42 • x 3 #2



Blutdruckkrise und extreme Symptome während Panikattacke

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Zitat von Oliver1978:
Hallo liebe Forumfreunde,seit mehr als 16 Jahren lebe ich mit einer Angststörung mit Panikattacken (zumindest so die Diagnose) und habe bereits zig verschiedene Symptome (durch-) lebt und bin prinzipiell sehr gut über Angst und die körperlichen Auswirkungen - zumindest in der Theorie - informiert.Letzte Woche hatte ich ein extremes Erlebnis. Abends nach der Arbeit (zwar im Homeoffice, aber dennoch anstrengend und ich war definitiv sehr angespannt) bekam ich nach einem kurzen Spaziergang folgende Symptome:- Eine Art Schüttelfrost- Druck und Beklemmung in der Brustregion- eine Art Sehstörung - als ich zur Toilette gelaufen bin, ...

Das war eine ausgewachsene Panikattacke!
Ich habe das dann auch genauso auch mit Durchfall !
Mir schlägt Angst sofort auf den Magen/Darm. Schüttelfrost und Co kenne ich dann auch.

28.11.2020 09:16 • #3


Oliver1978
Zitat von Angor:
Das war eine Panikattacke "vom Feinsten". Ich hatte bei einer PA mal einen Blutdruck von 220, EKG auch unauffällig bis auf einen hohen Puls.Bist Du in Therapie oder nimmst Du neben Deinem Notfallmedi noch ein AD?Wie geht es Dir jetzt?LG Angor



Hallo Angor,

ganz lieben Dank für die schnelle Antwort!

Es geht mir zwar besser, aber die Tage nach einem solchen Erlebnis sind für mich immer noch sehr belastend. Der Blutdruck ist nach wie vor eher erhöht bis hoch (vor allem der obere Wert) und ich fühle mich bei recht geringen Belastungen schnell wieder nahe an der Belastungsgrenze bzw. melden sich die Symptome zurück.

Bei mir ist es generell so, dass ich keine reinen PA habe, die nach 30 Minuten weg sind und ich dann fast normal weitermachen kann - sondern die Anspannung, die Kurzatmigkeit und der erhöhte Blutdruck kann auch ganze Tage lang anhalten. Diese kleinen PA wie im Bilderbuche - diese sind mittlerweile hingegen fast harmlos - also das Herzrasen und die Panik. Die anhaltenden Symtome, das Gefühl verrückt zu werden durch Derealisation und Depersonalisation empfinde ich als wesentlich belastender. Die Symptome sind auch nie identisch - die Angst bzw. der Stress suchen sich immer neue Wege.

Zu Deinen Fragen... als Medikation habe ich die Venlafaxin in niederer Dosis und abends auch in Mini Dosis Quetiapin zur Stimmungsstabilisierung. Die einzigen Diagnosen sind Generalisierte Angststörung mit Panikattacken. Psychotherapie mache ich schon die Zweite seit den letzten vielen Jahren und diese hilft schon sehr weiter.

Wie sind Eure Erfahrungen?

LG Oliver

28.11.2020 12:50 • #4


petrus57
Ich tippe auch auf eine Panikattacke. Ich bekomme Schüttelfrost meist nach einer heftigen Panikattacke.

Blutdruckkrisen habe ich in der letzten Zeit sehr oft. Da geht es schon mal bis 215 hoch. Bin dann immer fast am Durchdrehen. Mir hilft Tavor nach Jahren immer noch ganz gut, obwohl ich es täglich nehme.

Das mit dem erhöhten Blutdruck habe ich dann auch oft über Tage. Der liegt dann meist um die 150-160

28.11.2020 12:57 • x 1 #5


Oliver1978
Zitat von petrus57:
Ich tippe auch auf eine Panikattacke. Ich bekomme Schüttelfrost meist nach einer heftigen Panikattacke. Blutdruckkrisen habe ich in der letzten Zeit sehr oft. Da geht es schon mal bis 215 hoch. Bin dann immer fast am Durchdrehen. Mir hilft Tavor nach Jahren immer noch ganz gut, obwohl ich es täglich nehme.


Hallo Petrus,

Puh - dann kennst Du das nur zu gut... wie meinst Du das - Du nimmst Tavor seit Jahren? Also täglich bzw. regelmäßig - oder eben auch nach Bedarf? Wie gehst Du mit den Blutdruckkrisen um? Auch wenn diese psychisch und nicht direkt organisch ausgelöst bzw. getriggert werden - ist das ja unseren Gefäßen / Organen völlig egal - und es bleiben ja medizinische Notfälle. Nimmst da etwas auch gegen den hohen Blutdruck wie Bayotensin, Nitro Spray oder dergleichen?

Was meinen bei Dir die organischen Ärzte - ich weiß zwar dass diese Krisen psychisch ausgelöst werden - aber wie lange und häufig machen es die Gefäße mit?

28.11.2020 13:03 • #6


petrus57
Zitat von Oliver1978:
Nimmst da etwas auch gegen den hohen Blutdruck wie Bayotensin, Nitro Spray oder dergleichen?


Habe dafür Nifedipin. Aber davon ging letztens mein Puls schlagartig von ca. 50 auf über ein 100 hoch. Das hat mich dann doch sehr in Panik versetzt. Tavor nehme ich regelmäßig 0,5 mg bei Bedarf dann auch schon mal 1-1,5 mg.

Zitat von Oliver1978:
ich weiß zwar dass diese Krisen psychisch ausgelöst werden - aber wie lange und häufig machen es die Gefäße mit?


Darüber möchte ich gar nicht nachdenken. Aber Kraftsportler etc. haben oft einen noch höheren Blutdruck und fallen auch nicht gleich tot um.

28.11.2020 13:11 • #7


Oliver1978
Zitat von petrus57:
Ich tippe auch auf eine Panikattacke. Ich bekomme Schüttelfrost meist nach einer heftigen Panikattacke. Blutdruckkrisen habe ich in der letzten Zeit sehr oft. Da geht es schon mal bis 215 hoch. Bin dann immer fast am Durchdrehen. Mir hilft Tavor nach Jahren immer noch ganz gut, obwohl ich es täglich nehme.Das mit dem erhöhten Blutdruck habe ich dann auch oft über Tage. Der liegt dann meist um die 150-160



Nimmst Du auch regelmäßig Blutdruckmedikamente sowieso schon? Also ich schon - aber ich kann ja schlecht so viel nehmen, dass der Blutdruck immer gut ist - sonst wäre dieser in Entspannungsphasen ja im Keller

28.11.2020 13:44 • #8


petrus57
Zitat von Oliver1978:
Nimmst Du auch regelmäßig Blutdruckmedikamente sowieso schon? Also ich schon - aber ich kann ja schlecht so viel nehmen, dass der Blutdruck immer gut ist - sonst wäre dieser in Entspannungsphasen ja im Keller


Ja, ich nehme Betablocker aber niedrig dosiert. Wie du schon geschrieben hast habe ich dann aber in der Entspannungsphase oft nur einen Blutdruck von 80/50. Aber ich merke davon nichts. Habe den dann aber auch nur im Sitzen. Wenn ich liege ist er wieder ganz normal.

28.11.2020 13:50 • #9


Oliver1978
80/50 oh mein Gott - ich glaube, da wäre ich ohnmächtig und im Tiefschlaf...

28.11.2020 13:56 • x 1 #10


Ich denke ,dass junge Menschen eine blutdruckkrise bei einer Panikattacke gut wegstecken können doch mit zunehmenden alter kann ich das nicht mehr glauben . Das soll dir keine Sorgen machen ,da du nun nicht zu den Senioren gehörst . Doch in diesem Alter Kommen noch meist andere grundkrankheiten dazu.

Kraftsportler trainieren oft täglich und ich bin mir sicher, dass sich deren gefässystem an diese spitzenbelastung über längere Zeit gewöhnt hat .

Wenn Tavor nicht zuverlässig gewirkt hat, könntest du nach Alternativen fragen (es gibt unter den Benzos verschiedene Wirkstoffe)?

Ich fände es spannend herauszufinden ,ob bayotensin als Notfallmedikament bei einer Pa verschrieben wird ? Meine Nachbarin hatte das aber war auch herzkrank . Spätestens im Januar werde ich diese Frage meiner Ärztin stellen .

28.11.2020 15:06 • x 2 #11


flow87
Zitat von Oliver1978:
Hallo liebe Forumfreunde,seit mehr als 16 Jahren lebe ich mit einer Angststörung mit Panikattacken (zumindest so die Diagnose) und habe bereits zig verschiedene Symptome (durch-) lebt und bin prinzipiell sehr gut über Angst und die körperlichen Auswirkungen - zumindest in der Theorie - informiert.Letzte Woche hatte ich ein extremes Erlebnis. Abends nach der Arbeit (zwar im Homeoffice, aber dennoch anstrengend und ich war definitiv sehr angespannt) bekam ich nach einem kurzen Spaziergang folgende Symptome:- Eine Art Schüttelfrost- Druck und Beklemmung in der Brustregion- eine Art Sehstörung - als ich zur Toilette gelaufen bin, ...


Ich hatte 3 mal so was ähnliches wie du. Das sind typische Angst / Panikattacken. Es fühlte sich genau gleich an und ich hatte das Stundenlang. Hatte wie du auch ein extrem starkes Zittern und eiskalte Hände und Füsse. Der Blutdruck bei mir war aber 160 zu 95 und Puls bei etwa 130-140. Zum Glück sind diese Attacken bei mir seit 3 Monaten nicht mehr gekommen. Bei mir kam es von einer auf der anderen Sekunde.
Die Ärzte sagten mir auch, absolut harmlos. Solange man nicht die ganze Zeit so eine Blutdruckkriese hat wie du, macht das nichts. Wichtig ist einfach, dass dein Blutdruck in Ruhe bei max 140 zu 90 ist. Dann ist alles im grünen Bereich.
Übrigens man geht davon aus, dass die Gefässe erst ab einem konstanten Bluthochdruck von ab 160 zu 100 die Gefässe schädigen und ich denke nicht, dass deiner so hoch ist die ganze Zeit.
Wenn du merkst du bekommst das, dann liege auf Sofa oder ins Bett. Deck dich gut zu und versuch dich abzulenken. Bei mir hilft das gut. Ich hatte bei der 2 und 3 Attacke das gemacht und konnte nach 30 Minuten mich wieder langsam besser fühlen.
Diese kalten Hände und Füsse sind typisch für eine Angstattacke. Die Gefässe verengen sich und der Körper ist in Alarmbereitschaft. Auch das ist völlig normal und nicht gefährlich. Meistens liegt das Problem eher an der Psyche als körperlich. So wird es bei dir auch sein.

28.11.2020 18:11 • x 2 #12


Iris311
Hallo, ich kenne das auch. Kälteschauer u. S. W. Ich dachte mir immer ich Kipp gleich um es wäre der Kreislauf. Aber wenn ich dann eine gute Phase habe hab ich es nicht am Kreislauf. Also ist es nur die Angst und Gefühle und Symptome die wir abgespeichert haben. Wir sind gesund. Und sollten versuchen das auch zu leben

28.11.2020 18:45 • #13


Flousen
Also wenn ich eine Starke Panikattacke habe ist es bei mir so das ich dann sehr Unruhig bin und Herzrasen bekomme, Strom Gefühl in den Händen, und einfach Extrem den Drang aus der Situation zu müssen. Ich bin jetzt vor einer Woche umgezogen (Neuer Ort alles Fremd) und hatte hier echt Stark mit Problemen zu Kämpfen. Durchfall, Schlaflosigkeit, Magenschmerzen, Unruhe, Und den drang weg zu müssen. Mittlerweile geht es.
Aber es ist üblich das bei uns Angsthasen sich die Symptome erweitern. Manche gehen und es kommen neue dazu.

28.11.2020 23:07 • #14



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