Pfeil rechts

hallo ihr lieben

einige könne sich vielleicht noch erinnern, dass ich gestern in den zoo wollte.

seit mittwoch stampelt die angst wieder voll gegen mich an. gestern aufgewacht mit bauchschmerzen, übelkeit und den gewohnten atemproblemen. das ganze gemixt mit ein bisschen herzrasen und ständigen stolperern.

hab mich dann so gegen 14.30 h ins auto gesetzt und bin zu zoo gefahren. eigentlich keine weite strecke, aber mir kam's vor als würde ich die welt umrunden. die übelkeit ist immer stärker geworden - mit ihr die angst! keine atemübung hat was gebracht, kaugummi war für die füchse, spannen und entspannen sinnlos. ich habe dann meine zwei stunden knipsenderweise im zoo zugebracht und dachte, ich drehe jeden moment durch. zeitweise hatte ich sogar panik, dass ich nicht mehr aus dem zoo rauskäme (vor der richtigen attacke).

gut, ich habe ausgeharrt - die volle attacke kam nicht, aber weder an der übelkeit noch an der angst hat sich während der zeit irgendetwas geändert (ca. 7-8 auf der 10ner-skala). obwohl die fotografierei abgelenkt hat, wurde mir nicht besser. bin dann zu auto zurück und hatte mächtig angst wieder nach hause zu fahren. natürlich alle ampeln rot. nächster druchdreher. wieder einmal um die erde bis ich endlich zu hause war.

fazit der ganzen übung: sooo macht alles keinen spass!
nö, natürlich habe ich gesehen, dass man auch mit übelkeit und grosser angst in den zoo bzw. raus kann. es ist allerdings nur stress und kein bisschen freude! konnte mich auch zuhause über den teil-erfolg nicht freuen.

es ist ja nun nicht so, als dass ich diese art von übung zum ersten mal gemacht hätte, aber ich frage mich echt, was das auf dauer bringt. soll das jetzt die nächsten 40 jahre so weitergehen?

bäh - bin einfach mutlos. diese überei ist eine qual, und ich kann dennoch keine fortschritte erkennen. ganz ehrlich - hätte ich jetzt nicht den ehrgeiz, ein paar gute fotos machen zu wollen, wäre das alles grund genug, mich wieder völlig einzuigeln und die welt da draussen auszublenden.

so, wieder mal abgejammert für heute...

ich wünsche allen dies lesenden ein möglichst entspanntes wochenende!

liebe grüsse

saorsa

26.09.2008 20:30 • 27.09.2008 #1


16 Antworten ↓


Christina
Hallo Saorsa,

das scheint ja genau so gewesen zu sein, wie es Iris in ihrer frage an berndgeschildert hat. Vielleicht müsstest Du stärker unterscheiden, ob Du eine Übung gegen die Angst machen und Dich demzufolge bewusst der Angst aussetzen willst oder ob Du zum Fotografieren in den Zoo möchtest und das natürlich möglichst unbehelligt von Angst, aber trotzdem mit oder ohne Angst. Nach Bernds Beschreibung hättest Du eine Übung falsch angepackt. Aber Dein Ziel, Fotos zu machen, das hast Du erreicht. Ich halte es für unglücklich, das mit dem Üben derartig zu vermischen.

Liebe Grüße
Christina

26.09.2008 20:49 • #2



Es bewegt sich NICHTS!

x 3


Hallo saorsa !

Es tut richtig weh, das alles zu lesen. Eigentlich sollte ein Zoobesuch ja etwas schönes sein.
Ich kenne aber diese Gefühle auch etwas, die du dabei beschreibst.
"Wieder einmal um die Erde, bis ich endlich Zuhause bin"
Wenngleich auch weniger aus Angst, sondern mehr wegen dem Gefühl der Fremdartigkeit.

Sei dennoch stolz auf dich, dass du dort warst, und schaue dir auch mit Freude die Fotos an, die du dort gemacht hast.

Es wird nicht die nächsten 40 Jahre so bleiben!

Viel Kraft und Hoffnung von mir,
und viele liebe Grüsse,

Helpness

26.09.2008 20:53 • #3


hallo ihr zwei

danke für eure antworten!

@ christina - es ist schon so, dass ich das nicht vermischen sollte. mein problem ist einfach, dass ich ohne motivator (in diesem fall die kamera) schon gar nicht mehr erst rausgehe, ausser mal noch zum einkaufen. eine klassische konfrontation kriege ich gar nicht hin. ich habe das ja versucht und nach kürzester zeit den schwa*nz eingezogen, weil ich nur noch dauer-panik geschoben habe. für mich ist die fotografierei u.a. ein mittel zum zweck. ebenso das jahres-abo für den zoo.

das andere problem ist, dass ich fast zwangsläufig beim fotografieren jedesmal mit der angst konfrontiert werde. es gib max. einen tag in der woche, an dem ich mehr oder weniger angstfrei bin (durchschnitt).

ich kann konfrontation und spass/alltag gar nicht mehr auseinanderbeineln, weil beides so hand in hand geht.

@ helpness - ja, irgendwie bin ich stolz, dass ich die fahrt hinter mich gebracht habe. aber irgendwie eben auch traurig, weil ich weiss, dass es das nächste mal nicht besser sein wird. zu allem überfluss sind die fotos fast alle unterbelichtet *g*. muss also wieder hin. so geht's ja nicht .

nun ja, vielleicht erwarte ich zuviel. wenn ich jemals wieder dorthin komme, wo ich vor 6 jahren war, bin ich zwar noch weit davon entfernt, gesund zu sein, aber es wäre schon eine erlösung. ob ich jemals wie ein gesunder menscht ticken werde, steht wohl in den sternen.

liebe grüsse

saorsa

26.09.2008 21:07 • #4


habe jetzt eben mal noch den thread von iris und die antwort von bernd gelesen.

tja, ich glaube, das ist mein knackpunt... von wegen "ich fühle mich zwar nicht wohl mit dir, aber ich halte dich aus!"

ich halte sie nicht aus! klar, falscher gedankengang... ist aber leider so .

26.09.2008 21:12 • #5


Ach liebe Saorsa es tut mir so leid ist ähnlich wie mein Arztbesuch am Mittwoch.. Du warst als Du zu Hause warst wahrscheinlich so fertig mit der welt dass Du das was Du geschafft hast garnichtmehr wahrnehmen oder gar aufnehmen konntest...

wenn ich nur wüsste wie man uns helfen kann..

26.09.2008 21:14 • #6


Lass Dich erstmal drücken. Ich kenne das Gefühl zu gut und es zieht einen immer wieder runter. Und ich glaube, es ist diese Erwartungshaltung, die alles noch schlimmer macht.
Du schreibst ja auch:"Auch wenn ich weiss, dass es nächstes Mal nicht besser sein wird"
Du erwartest, dass es Dir schlecht geht, und so ist es dann auch.
Ich "musste" ja gestern zu ner Vorführung meiner Tochter und auch da wusste ich, dass ich die nächsten Tage Herzstolpern haben werde. Und genau so ist es auch. Warum, weiss ich nicht. Ist ja eigentlich alles vorbei. Aber innerlich warte ich wohl schon drauf.
Wir müssen wohl lernen, mit all diesen schrecklichen Symptomen umzugehen...nur dann werden sie uns hoffentlich eines Tages wieder in Ruhe lassen.
Immerhin bist Du rausgegangen, sei stolz auf Dich.

26.09.2008 21:14 • #7


Zitat:
Und ich glaube, es ist diese Erwartungshaltung, die alles noch schlimmer macht.


ja und nein...

habe ich einen guten tag, gibt es keine erwarungshaltung (so seltsam sich das anhören mag), aber habe ich einen schlechten tag potenziere ich die erwartungshaltung um ein x-faches.

@sherlock - ich weiss, es schon langsam nicht mehr. ich bin einfach die dauerangst so leid.

26.09.2008 21:29 • #8


wenn ich einen Weg daraus wüsste, wär ich auch glücklich. Es zermürbt einen mit der Zeit. Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wie es früher war...wird das jemals wieder so sein??

26.09.2008 22:15 • #9


Frank 007
Hey Saorsa...du weißt ich mag und schätze dich...wenn es heute so ätzend im Zoo war, dann fahr morgen wieder hin...und übermorgen...und überübermorgen...bis es sitzt!
Irgendwann sitzt es, das weiß ich, aber genau darum geht es ja im eigentlichen Kern der Angelegenheit. Sind wir wirklich bereit loszulassen? Uns von der Angst zu verabschieden, von einem nicht unwesentlichen Teil unserer Identifikation? Ich habe dazu ein paar threads und Gedanken hier mal niedergeschrieben...ich glaube wirklich, das es einen Kern gibt, aber keinen der das löst. Klingt widersinnig, ich weiß, aber genauso ist die Angst ja auch. Völlig irrational kommt sie daher und beherrscht unser Denken und Fühlen. Kognitiv machen wir uns klar, das wir keiner reellen Bedrohung ausgesetzt sind, aber dennoch haben wir Angst.
Die Frage ist doch immer: Was machen wir ohne die Angst? Wissen wir das überhaupt und können wir uns das überhaupt vorstellen ohne Angst zu sein? Da muss meiner Meinung nach der therapeutische Ansatz greifen. Wofür steht die Angst? Denn wenn sie nicht mehr da ist, was dann? Wo geh ich dann hin? Und muss ich dann nicht allen Momenten und Zeiten meines Lebens in Auge blicken, in denen ich gekniffen habe? Kann ich mich überhaupt mit was anderem identifizieren?
Bin ich dazu überhaupt in der Lage? Und will ich das?
Harter Tobak, ich weiß, aber dennoch...Liebe Grüße, Fränkie

27.09.2008 00:27 • #10


Hi,

ich schließe mich Frank007 an.

Und - erkenne doch bitte auch mal kleine Fortschritte an und mach Dich nicht gleich wieder runter. Falls Du (Deine Denke) dazu neigst, diese kleinen Fortschritte herunter zu spielen, dann schreib sie bitte auf und lies diese im Zweifel immer wieder durch. Halte Deine Fortschritte, so klein sie auch sein mögen fest. Lass Dir von Deiner Denke nicht wieder diese Streiche spielen.
Vielleicht probierst Du es mal mit Deiner Lieblingsmusik auf den Ohren? Musik bringt Kopf und Bauch etwas näher zusammen.
Erzähl uns von Deinen kleinen Fortschritten.
Wie heißt es: Es ist egal wie schnell Du gehst so lange Du nicht stehen bleibst.

MissErfolg

27.09.2008 08:24 • #11


Hi Saorsa *knuddel*
Das ist genau mein Thema und ich habe den Grund erkannt, was mich nun nicht sprunghaft nach vorne bringt, aber sicherlich mit der Zeit. Dein- wie auch mein- Grundproblem ist, dass wir uns der Angst " aussetzen" aber nicht gerne offensivangehen. Du hälst die halt aus, gibst ihr Dauerhaft "Futter" durch negative Gedanken und kannst dich am Ende ( natürlich nicht ) freuen. Worüber auch?Über das dauerhafte,elende Gefühl?
Ja, es ist ein Erfolg, nur kannst du ihn mit Recht nicht als solchen werten und motivieren wird dich dieses Erlebnis auch nicht, genau wie bei mir.
Hier die Lösung: ( hab ich Lösung gesagt )
Setzt dich erst mal hin und schnapp dir einen Block. Schreibe einmal alle Gedanken auf, die negativ sind, ist gar nicht so einfach!
Dann schreibst du daneben alternative , positive Gedanken auf. Nein, nicht unglaubwürdige! Beispiel : Es macht doch echt alles keinen Sinn immer weiter zu machen, wenn es mir defenitiv nichts bringt. Das ist ein völlig logischer Satz, Angst ist immer logisch. Der Ersatzgedanke könnte lauten: Wenn man mir sagt, das ständige Übungen, auch mit diesen hefitgen Symptomen helfen, dann verdammt noch mal tu ich das.
Das wichtigste ist jedoch: Nicht ertragen oder aushalten, dass bringt keine Verbesserung, du hast es leider ja gemerkt Sondern: Offensiv werden. Geh 100 Schritte zurück, such dir die kleinste Übung aus, die du dir vorstellen kannst, die nur ganz wenig Angst auslöst und dann begegne ihr VÖLLIG anders! Mach dich gerade, auch körperlich, atme tief durch und sag dir: Ok, Du bist also schon da, ich habe dich erwartet. Dann zeig mir doch mal, was du so maximal anrichten kannst, komm ruhig mit.
Dann kommen die ersten Symptome und du denkst: prima! Dann schau dich mal um, vor was willst du mich warnen? Ist es etwas Reales? ( wenn du zB draussen bist ) Schau dir das beginnende Herbstlaub an, ist DAS gefährlich? Riechst du auch die HErbstluft? Ist DIE gefährlich? Du täuscht dich, hier ist nichts vor dem du mich warnen musst. Du kannst gehen, wann immer du magst, oder bleib bei mir, ganz wie es dir gefällt.
So, oder so ähnlich mache ich es gerade. Mein persönlicher Haken ist, dass ich gerne den Erfolg schneller hätte, kann mich nach der Übung noch nicht so richtig freuen,aber ich habe mich davon überzeugen lassen, dass der Erfolg nicht ausbleiben wird, er wird irgendwanan kommen und dann kann ich mich sicher auch wieder über Erfolge freuen.
Wir sind jetzt an dem Punkt: Widersspruch zwischen denken und Gefühl. Wir denken richtig, wir handeln richtig, wir bewerten richtig und haben immer noch das alte Angstgefühl. NOCH Wenn wir an dieser Stelle durchhalten und nicht aufgeben, ist uns der Erfolg sicher.
Du liest gerade meine Gedanken um gesund zu werden
Ich würde mich freuen, wenn ich dir ein klitze kleines bißchen weiterhelfen konnte. Ach noch was, was wir gerne vergessen: LOBENB LOBEN LOBEN, auch wenn es bei uns im Gefühlsleben noch nicht ankommt, lass es ruhig theoretisch sein, für diesen Moment, aber sage laut und deutlich: Man war ich gut, ich habe das echt super gemacht nd wenn du kannst ( ich kanns leider noch nicht ) belohne dich.

27.09.2008 09:31 • #12


Hey, was denkst du wie lange es bei dem einen oder anderen gedauert hat bis er sich in der Situation wohl gefühlt hat? Am Anfnag habe ich auch immer gedacht, toll das nächste mal wirds auch wieder so! Und genau dieser Gedanke ist falsch! Da man sich ja im voraus schon denkt wie man sich fühlen wird. und dann fühlt man sich ja logischer weise so! Ich und bestimmt auch andere mussten lernen das man sich in der gleichen Situation nicht immer gleich fühlt! Das erste mal kann es gut gehen das nächste mal nicht! Und aber auch anderst herum! Ich finde es gut das du überhaupt dort warst! HUt ab! Und nun versuche doch einmal zu denken das nächste mal wird es anderst! Gib nicht auf! Du bist was besonderes, verschliess dich daher nicht von der Welt! Wir brauchen dich! Gib der Welt ein Stück von dir!
Und nun schau raus, die Sonne lacht auf uns hernieder, schau hinein und lächle auch! Dann wird dein Tag auch schon freundlicher! Und gib nicht auf!

27.09.2008 10:11 • #13


hallo ihr lieben

ich wollte nur kurz mal mitteilen, dass ich eure antworten gelesen habe. ihr habt so viel geschrieben, dass ich jetzt nicht auf die kürze dazu stellung nehmen kann. muss erst mal ein bisschen nachdenken.

ich danke euch dafür, das ihr euch zeit genommen und die mühe gemacht habt. melde mich, wenn ich das ganze hier geistig verarbeitet habe.

grüessli

saorsa

27.09.2008 11:06 • #14


iris - ich habe mich jetzt mit deinem artikel noch etwas intensiver beschäftigt.

um zu verdeutlichen ein kleines beispiel:

mittwoch-abend: ich esse einen käse-wurst-salt. auf einmal wird mir sterbensübel (nur übel sonst nichts - emo lässt grüssen), panik steigt schlagartig auf. ich habe mir bewusst gesagt, okay, das ist nur angst. es ist alles in ordnung, mein magen ist okay, du kannst weiter essen. und: ich habe es gemacht. die übelkeit ist dann tatsächlich verschwunden. die panik hat sich ebenso verflüchtigt, nicht aber die dauerangst- wie sich ja dann am donnerstag gezeigt hat.

und das ist genau mein knackpunkt. selbst wenn ich eine pa durchstehe (was ich ja auch schon genug exerziert habe, bleibt die dauerangst.) was mache ich mit ihr? ich kann sie nicht zur ausgewachsenen panik provozieren, und ich kann sie nicht abschalten, also tu ich im besten fall so, als wäre sie nicht da. eine andere taktik habe ich dafür nicht. ich will ja trotz angst noch irgendwie leben. also wird der alltag halt mit diesem gefühl der dauerangst irgendwie bestritten. das laugt aber nur aus... da ist kein platz mehr für erfolgs-gefühle!

27.09.2008 11:35 • #15


frank - über den krankheitsnutzen habe ich ja auch schon so viel nachgedacht. der geht aber bis in meine früheste kindheit zurück.

wofür die angst jeweils aktuell steht, ist mir schleierhaft. es geht einfach seit zwei jahren rapide bergab... es gibt zusammenhänge mit meinem leben, die aber keinen sinn machen wollen. ich habe das in der therapie und mit guten freunden schon so oft durchgekaut. ich komm nicht dahinter!

27.09.2008 11:38 • #16


Also wie bei mir auch Saorsa, ich habe auch IMMER Angst
Auch ich habe mich X mal gestellt und ich hoffe einfach, dass wenn ich lange genug am Ball bleibe und versuche so liebevoll wie möglich mit mir umzugehen, dass sich eine Veränderung ergeben wird.
Wenn ich das nicht hoffen würde oh Gott
Allerdings muss ich fairer Weise sagen, dass ich ja gegen diese Daueranspannung das Broma abekomme.Das macht mich weiss Gott nicht Symptomfrei - jeden anderen angeblich schon - aber ich rase nicht in den Himmel.
Ich drück uns beiden die Daumen.

27.09.2008 12:32 • #17



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Hans Morschitzky