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Hallo ihr Lieben,

gestern war ich mal wieder bei meinem Psychologen und habe darüber geschimpft, dass ich nicht vorwärts komme. Ich habe die Therapie begonnen, weil ich nicht mehr gut Auto fahren kann und dachte es würde dann schon irgendwie schnell besser und trete ich seit Wochen auf der Stelle, zum Teil wird es sogar viel schlimmer.

Er sagte gestern "Sie sind jetzt soweit...."!!

Nicht mehr, sie müssen "GEDULD" haben, dass habe ich vorher immer zu hören gekriegt und ich war natürlich total gespannt, wofür ich denn nun soweit bin?!?

Ich DARF jetzt versuchen mich am kommenden Wochenende meinen Autofahrängsten für ein paar Stunden auszusetzen. Mhm... keine erleichternde und schöne Vorstellung.

Ich habe das Autofahren nicht aufgegeben, fahre aber nur kurze Strecken durch die Stadt und das sind zum Teil schon Höllenfahrten... Das ist aber wohl genau das Problem, die kurzen Fahrten voller Anspannung und dann die "Erleichterung" angekommen zu sein und aussteigen zu können.. das bestärkt die Angst.

Ich habe hier im Forum schon viel von solchen Intensivkonfrontationen gelesen - meine Frage:
Wie genau habt ihr solch eine Sache druchgestanden? Wie schafft man es das Autofahren nicht abzubrechen? Was tut man gegen den Schwindel? Was sind die Gedanken die euch geholfen haben?

Ich wäre euch echt dankbar, wenn ihr eure Erfahrung dazu mit mir teilt!

LG reesi

16.04.2009 10:46 • 02.06.2009 #1


4 Antworten ↓


Hallo reesi,

nun, das Wochenende ist da, wie war die Fahrt?

Mein damaliger Psych. in der Psychosomatischen Klinik in Bad Bergzabern hat mir mir zwei Autobahn-Konfrontationsfahren gemacht.

Ich weiß, ich habe einen Experten neben mir, der mich beobachtet und mir weiterhilft.
Wir hatten damals festgestellt, dass ich bei Überholvorgängen die Luft anhalte oder viel zu schnell atme. Er hat mich immer wieder in ruhiger
bestimmter Weise auf den Atem hingewiesen.
Wir sind über 2 Stunden auf der Autobahn gefahren, überholt, teilweise mit 130-140 km/h, ... und nach und nach wurde die Angst weniger ... er sagte mir: Wir fahren erst wieder von der Autobahn wenn die Angst (zw. 1-10) auf 2 oder weniger ist.
Ich hatte es geschafft. Ich weiß, es ist die Hölle, aber durch die Situation zu gehen stärkt ungemein.

Halte durch ... und erzähle wie es abelaufen ist.

Herzlich
Michael

18.04.2009 15:20 • #2



Autofahren - intensive Konftontation - Tipps und Tricks?

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... eines habe ich noch vergessen:

Du mußt die Kontrolle aufgeben um sie zu erhalten!

Verlange nicht zu viel, mache kleine Schritte, 20 km Autobahn und 20 km
zurück, sind beim ersten Mal völlig o.k.
Dann wieder auf die Autobahn und wieder ... und wieder ...
es wird besser werden.

Michael

18.04.2009 15:23 • #3


hallo michael

darf ich dich mal fragen wielange du schon an der störung leidest?
ich finde es super das du es mit der bab geschaft hast,das habe ich mir für dieses jahr auch vorgenommen.würde gerne mal wieder an die ostsee fahren.wobei die autobahn bei mir nicht das problem ist,sondern die entfernung.

gruss tommy

19.04.2009 13:30 • #4


hallo alle,

ich habe die letzte zeit viel in foren geschnüffelt und es hat mir sehr geholfen, deswegen wollt ich auch einfach mal meinen senf dazu geben.

ich bin gelernte autonmobilkauffrau, war jeden tag im auto unterwegs. danach war ich pendler jedes wochenende 1000km und das echt gerne.
bis zu dem tag, an dem ich einen kreislaufzusammenbruch beim fahren hatte und zwar so extrem, des mein vater mich und mein auto vom standstreifen der autobahn holen musst. wie der zufall es wollt ist uns dann noch auf dem rückweg wo er gefahren ist bei 140 ein reifen geplatzt.
danach bin ich noch etwas gefahren, aber mit einmal wurden die kreislaufschwierigkeiten mehr und mehr, so dass ich ein weiteres mal abgeholt werden musste. die zeit danach war grauenhaft, ich kam keine hundert meter mehr selber mit dem auto und hatte als beifahrer auf der autobahn schweissnasse hände. irgendwann übertrugen sich diese panikattacken auch auf den alltag ohne auto, teilweise war ich froh das ich überhaupt noch irgendwo zu fuss ankam. anfangs dachte ich es sei ein gesundheitliches problem, irgendwann musste ich jedoch feststellen, dass es reine kopfsache war. deswegen war meine erste maßnahme:

URLAUB! ich musste den kopf frei bekommen und vorallem auch meinen körper auf vordermann bringen. zumindest brachte das was bei den alltäglichen attacken.

das autofahren jedoch habe ich schritt für schritt angefangen. einen freund daneben und los, stadtfahrten und wenn es nur 100m waren, fenster auf, musik laut oder telefonieren nebenbei (natürlich mit freisprecheinrichtung ). das wichtigste in solchen situationen ist einfach: man darf nicht nachdenken und muss immer ein wenig abgelenkt sein (natürlich nicht vom verkehr), nach 3 monaten und vielen kleinen fahrten mit panik konnte ich problemlos stadt fahren. das selbe prozedere bei der landstraße, da war es schwieriger dier ersten fahrten musste ich alle paar hundert meter anhalten oder mein kumpel musste weiter fahren, aber schritt für schritt schaffte ich auch das. so das ich nun landstraße und stadt alleine und problemlos fahren kann.

der knackpunkt natürlich ist die autobahn, ich habe versucht und versucht aber weit kam ich nie, weil da ja des wurzels übel liegt.
diesen samstag bin ich meine erste komplette strecke autobahn ohne anhalten gefahren. dazu hab ich "einfach" folgendes gemacht:

-ich habe in der apotheke ein homöopathisches mittel gegen innere unruhe gekauft, welches nciht müde macht sondern nur etwas beruhigt, davon hab ich 2 genommen ca. 45min vorher

-ich habe meinen freund eingepackt

-ich bin erstmal 45 min landstraße gefahren (naja musste ich sowieso um zur bab zu kommen)

-vor der auffahrt wurde die panik groß, aber ich hab mir forentipps ins gedächtnis gerufen und nciht gesagt: "ich habe keine angst", sondern "ich habe angst, ich lasse sie zu und versuche damit umzugehen"

-ich habe meinen freund gebeten irgendeinen zu gut deutsch "schei**" mit mir zu reden und das tat er, am laufenden band und zwar so viel mist, das ich nurnoch am lachen war

wie ich mich versah war ich auf der autobahn und er redete und brachte mich zum lachen und schwupp 30min später mit einer angenehmen reisegeschindigkeit von 130-150km/h waren wir daheim.

ich weiss das es schwer ist, diese attacken los zu werden, aber mit ein bisschen mut, einem freien kopf UND VORALLEM einen vetrauensvollen, etwas verrückten menschen an seiner seite kann man auf jeden fall einen großen schritt voran machen.

nächste woche kommt dann mein 2. versuch, diesmal eine längere strecke.

sooooo, viel text, vielleicht kann ja jemand etwas rausziehen, wenn nicht danke das ich meine gedanken loswerden konnte.

MFG

02.06.2009 18:54 • #5





Dr. Hans Morschitzky