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S
hallo ihr,

werd ich einfach mal schildern war mir vor etwas mehr als einer woche passiert ist.

es war himmelfahrt und ich war abends bei mir zuhause. wohne im dachgeschoss eines drei-etagen-hauses. ich lag auf dem sofa, der fernseher lief auf stumm geschaltet und ich hörte das internet-radio einer bekannten. es war kurz nach 21uhr als ich plötzlich im hausflur eine unruhe bemerkte. ich weiß nicht mehr genau, ob jemand bei mir geklopft oder geklingelt hat. ich stand vom sofa auf und da roch ich schon den qualm. bin zur wohnungstür, öffnete sie und sah, dass der ganze hausflur verqualmt. war. die nachbarin stand im flur und rief schnell es brennt wir müssen alle raus!. ich hab meine schuhe geschnappt, die vor meiner tür standen und bin auf meinen balkon. im vorbeigehen hab ich mein festnetztelefon und mein handy geschnappt. auf balkon hab ich dann meinen freund angerufen und gesagt schatz es brennt und ich komm nicht mehr raus er hat gesagt, dass ich ganz ruhig bleiben soll. die feuerwehr war zu diesem zeitpunkt schon alamiert und auf dem weg. der nachbar neben mir war auch auf dem balkon und meinte, dass es in der erdgeschosswohnung unter mir brennt. der ganze rauch stieg zu mir rauf und ich bekam kaum noch luft. ich hatte höllische angst, dass ich bald gar keine luft mehr bekommen würde. der rauch war wirklich schrecklich. hat sofort in den augen gebrannt. mein freund meinte, dass er zu mir kommt und wir haben aufgelegt. habe dann meine eltern angerufen, die etwa 20km von mir entfernt wohnen. mutti, hier brennts und ich komm nicht raus. es ist alles voller rauch hier oben und ich bekomm kaum noch luft. mein papa hat dann noch mal bei der feuerwehr angerufen und die meinten auch, dass sie schon unterwegs sind.

nach kurzer zeit kam ein feuerwehr man und sagte mir, dass ich auf die andere seite der wohnung gehen soll und dass man mich dort mit der drehleiter herausholen würde. also bin ich durch die wohnung an der wohnungstür vorbei und ins bad. hab die tür hinter mir geschlossen, weil schon qualm unter der tür durchkam und bin ans fenster. hab es aufgemacht und gewunken, dass man mich sieht. der unten stehende feuerwehrmann hat mich gefragt, ob es mir gut geht und ich meinte, dass mir nur die augen brennen. er sagte dann, dass ich das fenster schliessen soll und ihm immer wieder zuwinken soll. das hab ich getan. hab dann gesehen, dass zwei andere feuerwehrmänner zu ihm kamen und er ihnen den weg zu mir in die wohnung beschrieben hat. die beiden kamen durch den dunklen verrauchten hausflur zu mir hoch, haben kräftig an die tür geklopft und ich hab ihnen aufgemacht. der ganze hausflur war dunkel und eine dicke schwarze wolke kam zu mir in die wohnung. ich bin dann wieder mit ihnen ins bad und wir haben die tür geschlossen. sie meinten, dass der drehleiterwagen gleich kommen würde und mich herausholt.

nach ner weile kam der dann auch endlich und man hat mich durchs badfenster nach unten geholt.

unten angekommen hat mich mein freund erstmal in die arme genommen und ganz fest gedrückt. ich war glaube ich noch voll unter schock. meinte zu ihm, dass ja alles in ordnung sei usw. ich muss wirklich unter schock gewesen sein, denn ich kam mir selbst ganz cool vor irgendwie. innerlich richtig ruhig. aufm balkon war ich noch am weinen, aber dann seitdem ich im bad war eigentlich relativ ruhig. musste dann noch zu einer kurzen untersuchen und dann wartete ich nur noch bis ich wieder in meine wohnung konnte, um nach dem rechten zu schauen.

mein freund und ich haben dann die nacht bei meinen eltern verbracht. erst am nächsten tag gegen nachmittag wurde mir erst so richtig bewusst, was da eigentlich passiert war. mir wurde auf einmal ganz komisch, ich zitterte und bekam weiche knie. musste auf einmal anfangen zu weinen. mein freund rief sofort beim arzt an, der mir dann ein beruhigungsmittel verschrieb.

tagsüber komme ich eigentlich ganz gut in meiner wohnung klar. ich habe die ganze woche über alles sauber gemacht usw. nur geschlafen hab ich dort seit dem brand nicht mehr. ich hab einfach zu sehr angst, dass irgendwas passiert.

gestern war ich auch den ganzen tag über dort. habe sauber gemacht und mich eigentlich recht wohl gefühlt. um 20uhr etwa rief mein freund an und fragte wann ich denn komme. ich hab gesagt, dass ich dann nur noch schnell dies und das machen will und dann komme. habe das dann noch getan und auf einmal wurde mir ganz schwummrig und auch ein wenig übel. ich musste mich erstmal setzen. dann fing ich an zu zittern und dachte nur schei. du musst hier weg. ich hab dann versucht mich zu beruhigen. hab mir immer wieder sagt es passiert doch nichts. ganz ruhig.

hab dann meine sachen gepackt, bin durch den hausflur, der mir unheimlich vorkam und bin zu meinem freund gefahren. konnte kaum auto fahren so sehr hab ich gezittert. bei ihm angekommen hat er mich erstmal in den arm genommen und gemerkt, dass ich voll am zittern war. das ganze hat dann noch etwa ne halbe stunde angehalten. als wir später bei meinen eltern waren, war alles wieder relativ normal.

ich habe in 2 wochen einen termin für eine gesprächstherapie bei einem psychotherapeuten.

was meint ihr, was ich selbst noch tun kann? tagsüber halte ich es in meiner wohnung aus. aber sobald es draussen ein wenig dämmert, halte ich es nicht mehr aus. und irgendwann muss ich ja wieder damit klar kommen.

für tips wäre ich sehr dankbar.

31.05.2009 15:35 • 31.05.2009 #1


5 Antworten ↓


W
Hallo und willkommen Sunny!Das ist ja schon schrecklich,was Du da erlebt hast,da brauchst schon noch ne Weile bis Du das verarbeitet hast.Gut ist Dein Termin beim Therapeuten.
Könnte nicht dein Freund die nächste Zeit bei Dir übernachten??
Liebe Grüße

31.05.2009 15:45 • #2


A


Angststörungen nach Brand im Wohnhaus

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S
wir haben es schon versucht, hier wieder zu schlafen. haben das sonst immer gemacht. aber ich konnte nicht... der geruch nach rauch war noch sehr stark. sind dann mitten in der nacht noch zu meinen eltern gefahren.

ich weiß, dass wir es noch mal versuchen sollten. aber ich habe angst vor seiner reaktion. er meint, dass ich das alles immer wieder heraufhole, indem ich daran denke oder so. aber das spielt sich alles ganz von alleine in meinem kopf ab. er meint auch, dass ich in der sache sehr egoistisch bin, weil ich immer nur sage was mir passiert ist. immerhin stand er ja auch unten und hat sich um mich gesorgt. aber unten stehen und hier oben in der wohnung sein ist nun mal nicht zu vergleichen.

31.05.2009 16:05 • #3


N
Vielleicht musst du dich erst wieder mit deiner Wohnung anfreunden, ich denke dass dieses Erlebnis ( verständlicherweise) so prägnant war, dass du das Vertrauen in sie verloren hast ( und mit so jemand verbringt man ja nicht gerne Zeit). Gibt es irgendwas, was du sehr gerne in deiner Wohnung machst?

31.05.2009 16:11 • #4


S
hmm... aufräumen oder einfach nur aufm sofa sitzen und im inet surfen. das hab ich ja auch gemacht, bevor ich vom brand erfahren habe. hab gemütlich mitm notebook aufm sofa gelegen. das hab ich seitdem nicht mehr gemacht. ich fühl mich so als müsste ich jederzeit bereit sein.

31.05.2009 16:16 • #5


P
Huhu!

Dieser Gestank nach Rauch, der ist ganz beißend und unangenehm, das kenne ich auch, seit bei unserer nachbarin mal der Dachstuhl gebrannt hat. Die haben das ewig nicht aus ihren Klamotten und der Wohnung bekommen, und haben am Ende fast Alles an Kleidung weggeworfen und sich komplett neue gekauft, damit sie diesen Geruch nicht mehr aushalten müssen.
Vermutlich wird das auch bei dir noch dauern, bis er ganz weg ist.
Ich denke, damit du dich mit der Wohnung wieder anfreundest, brauchst du einfach Zeit, Abstand, und die Therapie.
War eine gute Idee, dich dort gleich anzumelden.
Mein Papa ist an Weihnachten bei uns auf der couch zusammen gebrochen und 3 Tage später gestorben. Ich konnte auch wochenlang nicht alleine in der Wohnung sein, ich hab nur das Nötigste hier erledigt.
Kann sehr gut verstehen, wie du dich Zuhause fühlst, ich denke, es ist ganz ähnlich bei uns Beiden, wenn diese Angst auch andere Ursachen hat.
Gib dir einfach etwas mehr Zeit, und verarbeite das Geschehene so gut als möglich. Zwing dich nicht, in der Wohnung zu sein, wenn es dir so unangenehm ist -gönn dir etwas Abstand.
Das mit meinem Papa ist jetzt schon einige Monate her, und inzwischen kann ich problemlos auch alleine wieder in der Wohnung sein.
Nur auf die Couch, da kann ich mich noch immer nicht drauf setzen.
Vielleicht hilft es dir auch, Kleinigkeiten an der Wohnung zu verändern, sie schöner, wohnlicher zu machen, ihr eine neue Seite zu verleihen?
Das hat mir und meiner Familie aich geholfen, nur kleinigkeiten haben wir verändert, aber es hilft.

Alles Gute,
Pilongo

31.05.2009 17:13 • #6





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