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Hallo zusammen,
momentan weiß ich wirklich nicht weiter.
Ich habe schon seit meiner Kindheit mit Angst zu tun und momentan ist es wieder sehr, sehr schlimm.
Die Angst überlagert alles und ich bin fester Überzeugung, dass etwas schlimmes passieren wird.
Ich bin bereits seit langer Zeit in Therapie und hatte meine letzte Sitzung am Montag. Trotzdem geht es mir momentan einfach nur extrem schlecht.

Was mir am meisten Sorgen macht ist, dass ich am Sonntag mit meiner Familie in den Urlaub fahren möchte, was für mich aber eher nur Stress darstellt. Mein Freund kommt dann eine Woche später nach und wir machen nur zu zweit Urlaub, worauf ich mich allerdings etwas mehr freue.
Es rührt daher, dass ich, als ich letztes Mal im Urlaub war, auch eine extrem starke Angstattacke hatte. Es war wirklich furchtbar und ich hatte dadurch auch schwere körperliche Symptome, wie Übelkeit, Schlaflosigkeit etc.

Nun weiß ich nicht, ob ich diesen Urlaub wirklich antreten soll. Meine Therapeutin meinte, ich soll mehr darauf hören wie ich mich fühle und dann auch nur Entscheidungen für mich treffen, was mir schwer fällt.
Meine Familie freut sich extrem mit mir in den Urlaub zu fahren und auch im Urlaub werden wir unsere Verwandten besuchen.
Ich habe aber einfach nur Angst und weiß nicht was ich tun soll.
Meine nächste Therapie Stunde wäre erst im Urlaub, wenn ich schon eine Woche dort bin. Leider habe ich momentan nur alle 2 Wochen eine Sitzung.

Wie geht ihr mit solchen Gefühlen um? Was hilft euch, eine Entscheidung treffen zu können?

Vorab schonmal danke für alle antworten!

22.07.2022 08:44 • 23.07.2022 #1


6 Antworten ↓


Hallo Ela,

ich bin Dir zwar keine Hilfe, aber kann Dir immerhin sagen, dass es mir auch so geht. Ich musste schon letztes Jahr einen Urlaub absagen, weil ich Angst und körperliche Symptome hatte. Jetzt habe ich (zu optomistisch?) sogar einen USA-Urlaub gebucht, weil es mir richtig gut ging. Aber nun geht es schon wieder los mit Angst, Schlafstörungen, Unruhe etc. Wie gesagt, helfen kann ich Dir nicht, aber vielleicht tut es Dir ein wenig gut zu wissen, dass Du nicht die einzige mit diesem Problem bist. Nun bin ich gespannt auf weitere Anworten.

Liebe Grüße

22.07.2022 09:12 • #2



Angstattacke vor dem Urlaub

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Moon2
Hallo, mir ergeht es leider auch so. Über Himmelfahrt waren wir 4 Tage an der Ostsee und ich hatte jeden Tag mit PA zu kämpfen. Dieser Kurzurlaub war einfach nur Horror.
Ich hatte richtig Angst vor unserem jetzigen Urlaub, aber es geht mir gut. Nur beim reingehen in der Wohnung hatte ich Schwankschwindel und ein komisches Gefühl. Das war nur ca eine St und seitdem ist alles gut.
Hatte solche Sorgen, dass dieser Urlaub auch so wird.
Im Oktober fliegen wir, da habe ich dann allerdings schon Bammel vor, weil ich fliegen schon immer nicht mochte. Aber ich freue mich, dass dieser Urlaub gelungen ist

22.07.2022 09:22 • x 2 #3


Grübelkatze
Hallo!

Hier kann ich mich auch einreihen. Bei mir haben leider auch schon einige Urlaube dran glauben müssen und ich wusste nicht mehr, was ich machen soll. Kann ja nicht sein, dass ich nicht mehr wegfahren kann. Urlaub gehört halt mal dazu.

Jedenfalls hab ich dann beschlossen, klein wieder anzufangen. Ich hab mir Notausgänge gesucht.
Heißt, ich hab Urlaube gebucht, wo ich sicher war bzw bin, dass ich problemlos heim komme, wenn was ist.
Ich muss aber dazu sagen, dass sich meine Angst ja auf meinen Mann bezieht und wenn wir jetzt zb mitten am Meer herum kreuzen, oder per Flieger irgendwo sind und mit ihm ist was, hänge ich fest. Machen wir jetzt Urlaub in Österreich oder an mir bekannten Orten Deutschlands, weiß ich, wie ich nach Hause komme. Dann ist das kein Problem. Auch ganz hilfreich ist natürlich, wenn sonst auch wer mit dabei ist, aber das ist ja eher die Ausnahme.
Das sind meine Notausgänge. Ich hoffe, durch diese Strategie irgendwann auch wieder weiter weg zu können. Aber es ist ein Anfang.

22.07.2022 09:25 • x 3 #4


Danke für eure Antworten!
Es hilft mir tatsächlich etwas zu wissen, dass es anderen Leuten auch so geht, weil ich dann auch immer sehr hart zu mir selber bin und mich frage, warum ausgerechnet ich das wieder nicht schaffe. Aber so sehe ich ja, dass ich nicht alleine bin, auch wenn ich es natürlich sehr schade für euch finde!
@Grübelkatze das mit den Notausgängen ist eine gute Idee! Ich bin leider etwas weiter weg und wir fahren auch mit dem Auto, aber ich versuche jetzt einfach mir klar zu machen, dass ich ja im Notfall nach Hause fliegen könnte oder Ähnliches.

22.07.2022 11:45 • x 2 #5


Grübelkatze
@ela123
Ja, diese Notausgänge sind ein inneres Sicherheitsnetz. Man kann sich die gestalten, wie man sie braucht.
Hat man diese Notausgänge, braucht man die gar nicht, hab ich festgestellt.
Das gibt einfach ganz viel Sicherheit.

22.07.2022 11:49 • x 1 #6


Lina60
@ela123 dann möchte ich Dich auch noch wissen lassen, dass auch ich schon Urlaube verschieben musste, weil ich mich nicht von meiner gewohnten Umgebung ( also zu Hause) weg traute. Das letzte Mal geschah es Anfangs diesen Jahres, als eine Woche Ferien in St. Moritz geplant waren. Damals war ich grad dabei neue Medikamentenkombinationen ein- und auszuschleichen und überhaupt nicht stabil.

Obwohl sich eine Seite in mir total auf diesen Urlaub freute und sich danach sehnte, hatte meine andere Seite zu viele Bedenken. Deshalb war ich richtig erleichtert, als ich schweren Herzens und nach langem Hin und Her den Urlaub verschob. Ich denke die Freunde aufs Verreisen sollte genügend überwiegen damit man die Zeit vorher , während und danach nicht als weitgehende Belastung in Erinnerung hat.

23.07.2022 09:07 • #7




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