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Meami
Hallo zusammen,
ich habe da mal ein Problem.
Zuerst muss ich sagen das ich schon seit ca. 10 Jahren an Agoraphobie leide. Ich habe es zwar sehr gut im Griff, aber manchmal ist da doch noch etwas Angst. Kann damit also gut umgehen und vermeide bestimmte Situationen meistens NICHT aber manchmal! Aber manches klappt noch nicht so problemlos, wie etwas in der Schlange an der Kasse stehen.
Und genau da kommt jetzt folgendes Problem.

Ich mache mir permanent Gedanken darum das ich irgendwelche Symptome bekomme und mich in der Öffentlichkeit blamiere. Zu Hause ist es nicht so dramatisch. Da siehts ja keiner.
Ich mache mir vorher bevor ich irgendwo in eine Situation will ständig sorgen. Habe also auch leichte Angst. Wie gesagt, nicht so doll das ich die Situation vermeide, aber es nervt und strengt mich körperlich sehr an. Ich bekomme meist vor diesen Aufregungen Durchfall, Kopfschmerzen, Herzstolpern, zittern und kalt ist mir. Übelkeit manchmal ganz leicht. Bauchschmerzen bekomme ich eher danach irgendwann.

Zum Beispiel wollte ich zum Zahnarzt, aber nun traue ich mich nicht hin (das ist so ein Ding was ich gerne vermeide) weil ich dauernd Husten habe und Angst habe dort einen Hustenanfall mit Würgen zu bekommen. Ist öfters so, da ich ständig Erkältet bin durch meine Tochter.
Wenn ich im Supermarkt bin fällts mir schwer an die Kasse zu gehen da in der Schlange zu stehen, aus Angst ich könnte irgendwie Pupsen. Weil durch die Aufregung gluckerts im Bauch
Wenn ich weiter weg fahren will, zu meinen Eltern sind so 30 Minuten fahrt, dann habe ich Angst davor einen Migräneanfall zu bekommen mit Aura, hatte ich auch schon und nun Angst davor.
Oder das ich unterwegs Durchfall bekomme und keine Toilette finde, weil ich gestern Durchfall bekommen habe ist es wieder schwer nachher meine Tochter aus der Kita zu holen. Angst das ich dann Durchfall bekomme und dann ... naja.

Immer wenn ich irgendein Symptom hatte wie etwa die Migräne oder der Durchfall gestern, dann habe ich Angst das es dann wieder passiert unterwegs wo jeder es sieht oder so. Als ich eine Autopanne hatte, habe ich danach Angst gehabt zu fahren, Angst das ich wieder stehen bleibe und aus der Situation nicht flüchten kann Gibt noch viele andere Symptome wo ich Angst habe das es unterwegs passiert.

Was mich auf jeden Fall beruhigt, wenn ich weiß was ich im Notfall machen kann.

Vielleicht kann mir jemand sagen was man in bestimmten Situationen tun kann? Was würdet ihr machen?
Wenn ich plötzlich unterwegs Bauchkrämpfe vor dem Durchfall bekomme und kein Klo in der Nähe überall Leute, was mache denn dann? Wenn ich einen Notfallplan habe, dann ist die Angst wie weggeblasen. Wenn ich eine Flucht aus der Situation weiß. Pupsen müssen kann man meistens verdrücken. Und was wenn ich unterwegs im Auto einen Migräneanfall bekomme mit Aura?

Meine Gedanken kreisen den ganzen Tag darum. Weiß jemand was ich da machen kann?

Ich danke euch und Hoffe auf Tipps.
Oder einfach die Sorgen ausblenden? Ich weiß es nicht. Gedankenstopp?
Mit Gummiband Schmerz zufügen hab ich schon ausprobiert.

Viele Grüße

14.12.2015 14:24 • 15.12.2015 #1


7 Antworten ↓


Das ganze kommt mir sehr bekannt vor.
Ich mache das genau wie du mit jeder Situation im Voraus.
Ich denke eigentlich nur noch an die Dinge die passieren können und wie es eben jedes mal ne vollkatastrophe werden könnte.
Das alleine ist natürlich schon ein guter Schritt in die falsche Richtung.
Man ist zu wachsam und die Vermeidung ruft natürlich erst recht solche Symptome herbei.
Ich übe mit meiner Therapeutin momentan hauptsächlich Dinge zu akzeptieren. Sobald ich nervös werde zB weil ich denke ich bekomme Migräne mit Aura oder sowas fang ich an tief durch zu atmen und zu sagen dass alles wie es ist okay ist. Ja hört sich blöd an aber ich versuche alles negative immer willkommen zu heißen!

Was ich regelmäßig mache ist Meditation und Body Scan. Das unterstützt mich darin, Geschehnisse besser zu akzeptieren.
Sobald man Angst bekommt und sich verrückt macht indem man nur noch denkt: Angst geh weg, Bauchschmerz geh weg usw kann es gar nicht weg gehen.
Ist wie mit nem kleinen Kind das weint.
Wenn du es wegschubst hört es erst recht nicht auf.

Hör mir zurzeit ne kleine Serie Podcast an die heißt: Panik Attacken los werden

Und ich muss sagen das hilft fürs Verständnis sooo gut. Klar kann man das alles nicht so einfach umsetzen. Aber das Grundwissen ist wichtig.

LG

14.12.2015 15:25 • #2



Angst vor irgendwelchen Symptomen

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Vergissmeinicht
Hey Meami,

Du hast eine gewisse Grundangst (Erwartungsangst) und somit Angst vor der Angst. Du kannst vor der Angst nicht weglaufen; sie holt Dich ein. Je mehr Du Dir im Kopf zurechtlegst umso wahrscheinlicher ist es, das Du dies auch bekommst/spürst. Gefährlich ist es nicht, aber unangenehm.

Wichtig ist es zuzulassen; Dich den Situationen stellen um selbst zu spüren, das nicht wirklich etwas geschieht.

Wenn es arg wird kannst Du Dir ganz vehement im Kopf ein lautes Stopp sagen; anfangen zu singen/summen o.ä. damit die Spirale unterbrochen wird. Ein Spaziergang hilft auch wahre Wunder.

Wünsch Dir viel Erfolg.

14.12.2015 15:29 • #3


Meami
Halli Hallo,
ja genau Erwartungsangst. Genau.
Meist ist es aber dann so dass ich wenn ich in der Situation bin wieder besser ist bzw. alles gut ist
Aber auch da habe ich manchmal so Gedanken wie "hoffentlich wird mir jetzt nicht schlecht oder kriege Migräne"!
Ich habe allerdings immer ein Notfallset mit in der Tasche. In dem Fall Tabletten gegen Übelkeit und Migräne. Ich hab auch immer Angst zu unterzuckern. Kennt ihr das? Wenn ihr viel Zucker zu euch genommen habt, man bekommt dann hunger und zittern wie verrückt. Wird einen heiß und alles. Auch blöd. Deshalb nehme ich immer was zu essen mit. Ich denke das ist ein guter Schritt.
Ich gehe auch nie ohne Tütchen aus dem Haus. Weil es könnte ja sein das ich unterwegs brechen muss.

Mein Psychologe hat mir damals gesagt, das ich das ruhig machen kann, wenn es mich doch beruhigt

Aber das nervt so furchtbar doll. Ich mache mir heute schon permanent einen Kopf wenn ich an Heilig Abend bei meinen Eltern sitze und was dann ist wenn ich Migräne kriege. Ich will das los werden. Ich will das überhaupt nicht.

Das komische ist aber, meine Tochter geht seit 1 1/2 Jahren in die Kita und trotzdem bin ich immer leicht aufgeregt bevor ich sie abhole und ich sie hin bringe. Obwohl ich tatsächlich täglich der Situation ausgesetzt bin. So ganz weg ist es trotzdem nicht.

Geht das überhaupt mal richtig weg?

Was ich aber echt merkwürdig finde ist, dass ich vor der Geburt meiner Tochter niemals Angst hatte. Im Gegenteil, ich hab mich drauf gefreut. Hatte auch keine Angst das die Fruchtblase irgendwo platzen könnte und da wieder komische Situation herrscht. Echt komisch. Warum habe ich da keine Angst und bei so einfachen Dinge aber dann schon? Mein Psychologe sagte, dass leichte Aufregung oder Aufregung überhaupt auch Angst ist.

Wie kann ich einen Gedankenstopp machen? Einfach Stopp sagen, Klatschen oder so klappt nicht. Gibt es noch eine andere Möglichkeit?

Danke.

EDIT: Achso, als ich gestern Durchfall hatte, habe ich ja heute auch die ganze Zeit Angst Durchfall zu kriegen wenn ich draußen unterwegs bin. Bin dann heute Nachmittag absichtlich raus gegangen

14.12.2015 20:32 • #4


Vergissmeinicht
Liebe Meami,

ja, habe auch immer so einiges mitgenommen. Traubenzucker z.B. wenn es mir so komisch wurde.

Du schreibst selbst, wenn Du in der Situation drin bist, ist es eigentlich ok. Hey, was sagt Dir das?

Wichtig scheint mir bei Dir echt Entspannungstechniken zu erlernen. Hatte selbst als Jugendliche Jahre mit Migräne zu tun und sie kam immer pünktlich zum WE. Warum. Weil ich die ganze Woche nicht auf meinen Körper, Seele hörte und am WE weiter gearbeitet und mir keine Ruhe gegönnt hätte. So kam ich an die Migräne, da ich damit flach lag.

Da Du ein ängstlicher Mensch bist, hast Du natürlich auch Angst um Deine Tochter und daher die Aufregung.

Du musst Dir im Kopf laut und bestimmt ein Stopp setzen und "rufe" mir dann immer noch gleichzeitig das Stoppschild in Erinnerung. Was mir auch half, eben immer in Notsituationen das gleiche Lied zu singen (im Kopf). Wichtig ist die Unterbrechung.

14.12.2015 20:49 • x 1 #5


Meami
Ganz lieben Dank
Die Migräne tritt meist nur während meiner Menstruation auf. Aber hatte den letzten Anfall im Juni. Ich nehme immer Magnesium in der Zeit und Naproxen. Ich hatte aber am Ende mal starke Kopfschmerzen, ich glaube das war keine Migräne, aber auch da mache ich mir dauernd ein Kopf.

Ich bin tatsächlich sehr ängstlich. Schon immer. Schon als Kind und so. Ich bin immer aktiv und gebe mir immer viel zu viele Aufgaben und am besten alles an einem Tag schaffen.
Ich werde so unruhig.

Ich probiere mal mit den Entspannungstechniken. Mir gefällt TayChi und Quigong.
Progessive Muskelentspannung ist auch prima, nur habe ich immer das Problem dabei einzuschlafen, dass will ich ja gar nicht.

Was gibt es noch für Entspannungsmöglichkeiten?

DANKE und LG

15.12.2015 12:06 • #6


Vergissmeinicht
Liebe Meami,

es gibt eine Pille die hilft gegen diese Migräneattacken; glaube es war damals "Diana" oder so ähnlich.

Versuche es mit Achtsamkeitsübunen und immer alles ruhig, langsam und bewusst zu tun.

Tai Chi ist supi und kamm usätzlich noch mit Yoga sehr gut zurecht.

15.12.2015 12:17 • #7


Schlaflose
Zitat von Vergissmeinicht:
es gibt eine Pille die hilft gegen diese Migräneattacken; glaube es war damals "Diana" oder so ähnlich.


Diane war vor einiger Zeit in Frankreich aus dem Verkehr gezogen worden, weil es zu Todesfällen kam, ist aber wohl wieder im Handel.

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 43677.html

Ich habe sie vor ewigen Zeiten auch mal einige Monate genommen, weil sie auch gegen übermäßige Körperbehaarung helfen sollte. Hat bei mir aber nichts bewirkt, so habe ich sie wieder abgesetzt.

15.12.2015 16:58 • #8




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