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Hallo Ihr Lieben,
ich bin schon seit Jahren stiller Mitleser und für viele Beiträge dankbar. Es hat mich auch Überwindung gekostet mich hier nun doch anzumelden, aber ich habe die Hoffnung, dass ihr mir helfen könnt bzw ein paar Tipps für mich habt.
Ich habe seit ca 3 Jahren Angst- und Panikattacken. Angefangen mit dem Globusgefühl, welches nie ganz verschwunden ist, bis über Herzneurose, Schwankschwindel uvm. Vieles habe ich in den Griff bekommen, aber seit einigen Monaten habe ich Probleme beim Essen. Ich habe eine Schluckblockade aus Angst zu ersticken. Irgendwie haut dann der Schluckvorgang auch nicht mehr mit der Atmung hin. Habe keinen Appetit mehr. Überwinde mich aber jedes Mal aufs Neue irgendetwas zu essen. Aber nach ein paar anstrengenden Bissen bin ich satt und leicht übel wird mir auch. War seit knapp 2 Jahren in Therapie (tiefenpsychologisch), allerdings hat meine Therapeutin aufgehört. Sie meinte aber auch, ich wäre fertig. Jetzt steh ich da, finde nirgends einen Platz und meine Kollegin meinte (sie ist mit einem Psychiater befreundet), ich würde auch vorerst keinen Platz mehr finanziert bekommen von der Krankenkasse. Was soll ich jetzt machen? Mein Magen sagt Hunger, aber sobald ich nur an Essen denke, bekomme ich Angst. Komischerweise geht Süßes ganz gut. Aber das kann ja nicht die Lösung sein.
Danke fürs Lesen.

04.12.2021 21:12 • 25.12.2021 x 1 #1


28 Antworten ↓


Flame
Ich weiss nicht genau,wie lange Du warten musst,bis Du wieder Therapie in Anspruch nehmen kannst.
Meine Therapeutin meinte,es müsse ein Jahr vergehen bis man wieder einen Anspruch hat.
Da kenne ich mich aber insgesamt nicht so gut aus,das kann man aber bei der Krankenkasse erfragen,denke ich.

Zum Psychiater kann man aber jederzeit gehen,der ist in erster Linie für die medikamentöse Versorgung zuständig (manche haben auch eine zusätzliche Ausbildung im psychologischen Bereich).
Also da kannst Du alles in Anspruch nehmen,jederzeit.

Was man unabhängig von Therapie machen kann,weisst Du sicher.
Man kann sich einer Selbsthilfegruppe anschliessen,Selbsthilfebücher lesen und Bewegung hilft gut um jeglichen Stress abzubauen.

Die Krankenkasse finanziert auch zum Grossteil Entspannungsverfahren,ich selbst habe Autogenes Training in einem Kurs erlernt,der Eigenanteil lag bei knapp 40 Euro.

Man kann also auch in Eigenregie einiges erreichen und das ist manchmal nicht das Schlechteste...

Wenn Du wenigstens was Süsses runter kriegst,versuch es doch mal mit Milchreis oder süssen Joghurts.
Die rutschen gut runter.

04.12.2021 21:27 • x 4 #2



Angst vor Essen

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Hedwig
Es ist sehr schwer da aus dem Strudel raus zu kommen. Hast du überlegt mal in eine Klinik zu gehen. Einfach zm das Essen wieder zu erlernen. Im Notfall ist da ja auch immer jemand da.
Wie sieht es denn mit Trinken aus? Ich würde hochkalorische Drinks empfehlen, damit du nicht zu viel an Gewicht verlierst.

04.12.2021 21:30 • x 2 #3


Ich danke euch für eure Antworten.
Trinken geht ganz gut. Nur in der Öffentlichkeit fällt es mir schwer. Aber immer noch besser als zu essen. Bin aber trotzdem zum Weihnachtsessen meiner Arbeit gegangen. War nicht so leicht. Mein Bruder, der ähnlich tickt wie ich, hat mir abgeraten dahin zu gehen. Aber vermeiden soll man ja nicht.
Entspannungstechniken hatte ich zu Hause mal geübt, allerdings denke ich, ich muss das richtig erlernen. Richtig geklappt hat es noch nicht. Ich bin auch so hin und her gerissen, ob ich einen Kurs belegen soll. Wüsste gar nicht wann und wieder ein Termin mehr die Woche. Vielleicht geht der Schuss nach hinten los...
Einen Klinik kommt für mich nicht in Frage. Habe meine Kids und ich wüsste es gar nicht zu organisieren. Davon abgesehen, hätte ich ihnen gegenüber ein ganz schlechtes Gewissen. Und dieses Gewissen wird wahrscheinlich auch nicht zu meiner Genesung beitragen.
Meine Therapeutin sagte mir auch etwas von 1 bis 2 Jahren Pause um alles sacken zu lassen. Seit 4 Monaten ist die Therapie nun beendet und ich hab das Gefühl mir geht es genauso wie vorher, nur halt anders.

04.12.2021 21:47 • x 2 #4


Flame
Ja,das ist alles sehr nachvollziehbar,finde ich.

Man muss nicht für alles Kurse machen,wenn das noch mehr Stress bedeutet,macht es keinen Sinn.
Offenbar hast Du aber durchaus selbst ein Feeling dafür,was eher helfen könnte und was nicht.

Mit Kindern muss man halt auch immer schauen,dass die versorgt sind.
Mutter-Kind-Kur fällt mir dazu ein.

04.12.2021 22:07 • #5


Susanne05
Ich war in der Tagesklinik als ich noch Kinder zu Hause hatte.
Von halb 8 bis spätestens halb 3, für 12 Wochen.
Weiß nicht wie eure Familie organisiert ist aber das hatte mir viel gebracht.

04.12.2021 22:43 • x 3 #6


Hedwig
An Tagesklinik dachte ich evtl. auch.
Ich war mit den Kindern auch oft in Mutter Kind Kuren. Ich habe ja auch Probleme mit dem Essen und schon allein der Stress kochen und essen zu müssen fiel dabei weg.
Vielleicht kannst du normales Essen auch erst einmal pürieren und es nach und nach fester lassen. Oder Babygläschen, die nach und nach stückiger werden. Ich denke nämlich, dass es eine trainingssache ist. Man muss das Problem langsam weg trainieren. Das geht nicht auf einmal..bis zum Schnitzel ist es oft ein weiter weg.

05.12.2021 08:02 • x 3 #7


Eine Tagesklinik wäre vielleicht noch eine Idee, sobald mein Jüngstes auf die weiterführende Schule geht. Dann käme das mit den Zeiten hin. Muss dann aber noch anderthalb Jahre überbrücken. Mutter Kind Kur habe ich schon mal beantragt. Allerdings hab ich 3 Kinder in unterschiedlichen Altersklassen, wobei mein Ältester zu 100% schwerstbehindert ist. Mir wurde klipp und klar gesagt, dass unsere Konstellation für eine Unterkunft inkl Betreuung für den Großen zu schwierig ist.
Heute Morgen habe ich ein halbes Brötchen geschafft. Meine Familie hatte in der Zeit 2 ganze weg. Aber egal. Hauptsache geschafft, trotz leichter Panik.

05.12.2021 10:16 • #8


Hedwig, wie äußert sich das mit dem Essen bei dir? Ich lange hast du das schon und ist es besser geworden?

05.12.2021 10:20 • #9


Icefalki
Zitat von Flaschengeist:
Ich habe eine Schluckblockade aus Angst zu ersticken.


Schon mal Medis ausprobiert?

05.12.2021 11:37 • #10


Nein. Hatte mal Opipramol ausprobiert, aber außer Müdigkeit habe ich keine weiteren Wirkungen gemerkt. Pflanzliche und homöopathische Medis nehme ich regelmäßig. Bin mir nicht sicher, ob die was bringen. Habe bei anderen Medis Angst nicht mehr davon weg zu kommen. Mein Bruder hat schon viele ausprobiert und ohne geht seit knapp 20 Jahren nicht. Das kann doch nicht die Lösung sein.

05.12.2021 12:34 • #11


Oh Leute, ich kann es nicht glauben! Habe tatsächlich geschafft und kleine Portion Nudeln und sogar noch ein halbes Teilchen vom Bäcker zu essen. Für meine Verhältnisse ziemlich gut. Danach habe ich meinen Sohn zur Ergo gebracht und dann ging es los. Am Steuer. So eine giftige

13.12.2021 17:10 • #12


Heftige nicht giftige Panikattacke. Dachte ich muss sterben. Wirklich wirklich schlimm. Und sie hielt fast eine Stunde an. Bin trotzdem weitergefahren und habe eine ganze Stunde im Auto auf meinen Sohn gewartet. Es war dir Hölle! Kaum klappt das eine wieder einigermaßen gut, kommt sofort das nächste. Ist das normal?

13.12.2021 17:13 • x 1 #13


Kann es sein, dass du dich da reinsteigert und anfängst zu hyperventilieren ?

19.12.2021 22:41 • #14


EddardStark
Ich kenne das mit dem Schlucken. Als hätte man den Kau- und Schluckreflex verlernt. Aber das ist nur weil man darauf achtet. Mach dir doch mal eine Serie nebenbei an. Konzentrier dich nicht so drauf.

Panikattacken sind sch.. Aber sind deine Befürchtungen aufgetreten? Bist du gestorben?

19.12.2021 23:25 • #15


Nein. Ich lebe zum Glück immer noch.
Ich versuche mich abzulenken. Das klappt mal mehr, mal weniger gut.
Ob ich mich zu sehr rein steigere? Gute Frage. Eigentlich versuche ich mich dann auf andere Sachen zu konzentrieren. Aber da mein Sohn mit mir im Auto war, hatte ich immer den Gedanken Wenn du jetzt einen Unfall baust, ziehst du ihn mit rein. Alleine wäre es vielleicht einfacher gewesen da schneller rauszukommen.

20.12.2021 08:50 • #16


moo
Grüß Dich Flaschengeist,

Zitat von Flaschengeist:
War seit knapp 2 Jahren in Therapie (tiefenpsychologisch), allerdings hat meine Therapeutin aufgehört. Sie meinte aber auch, ich wäre fertig.


Du meinst, Deine Therapeutin hat ihre Praxistätigkeit insgesamt beendet?

Und wie interpretierst Du ihre Bemerkung, dass Du fertig seist? Fertig im Sinne einer KK-übernahmefähigen Sitzungsanzahl oder hinsichtlich ihrer therapeutischen Erfolgseinschätzung?

Zwei Jahre tiefenpsychologische Therapie sind ein ganz ordentlicher Zeitrahmen. Kannst Du formulieren, was Du daraus bzgl. Deiner Beschwerden lernen konntest?

20.12.2021 10:20 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Die Therapeutin war wohl noch nicht komplett ausgelernt, was mich jetzt nicht störte. Hauptsache ich hatte einen Platz. Sie hatte dort bis zu ihrer Prüfung eine befristete Einstellung. Sie meinte ich wäre fertig in dem Sinne, dass ich tiefenpsychologisch nun wisse, warum ich so bin wie ich bin. Ja weiß ich jetzt. Angeblich weil ich einen sehr strengen Vater habe, der uns nicht wollte und wir deshalb immer leise sein sollten, sonst gabs Schläge (sprich bloß nicht auffallen) und eine liebevolle Mutter, die es immer allen recht gemacht hat und auch wir Kinder es immer allen recht machen sollten (sprich nicht Nein sagen, erst alle anderen, zum Schluss man selbst). Ok. Verstanden. Aber was bringt mir dieses Wissen? Es ändert ja nichts an meiner Situation.

20.12.2021 10:50 • x 1 #18


Icefalki
Zitat von Flaschengeist:
Aber was bringt mir dieses Wissen


Wissen ist immer gut. Zum Wissen zählt auch, was du bzgl. Nahrungsaufnahme befürchtest.
Was hindert dich daran, deinen Körper die Nahrung zu vorzuenthalten? Einen lebenswichtigen Vorgang nicht vornehmen zu können, WEIL?

Für mich persönlich war es sehr wichtig, dass ich meine tatsächliche Angst hinter all meinen idiotischen, unlogischen Angstsituationen erkannt habe.

Nicht essen zu können ist da genauso unlogisch, wie meine Angst damals. Also, hast du darüber schon nachgedacht?

20.12.2021 11:21 • x 2 #19


moo
Zitat von Flaschengeist:
Ok. Verstanden. Aber was bringt mir dieses Wissen? Es ändert ja nichts an meiner Situation.

Sofern Du der Überzeugung bist, dass die Psyche keine Auswirkungen auf den Körper hat, ändert das nichts, stimmt.

Zitat von Icefalki:
Nicht essen zu können ist da genauso unlogisch, wie meine Angst damals. Also, hast du darüber schon nachgedacht?

Ja, es geht idR nicht nur darum, die Fakten aus der Kindheit mit heute zu vergleichen, sondern eine Ähnlichkeit in der darunter liegenden Struktur zu erkennen. Dann ändert das sehr wohl etwas an Deiner Perspektive und idF auch mittelfristig an Deiner Situation. Denn die Situation sind zu mindestens 50% wir selber...

20.12.2021 11:32 • x 2 #20



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