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F

Flaschengeist
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Hallo Ihr Lieben,
ich bin schon seit Jahren stiller Mitleser und für viele Beiträge dankbar. Es hat mich auch Überwindung gekostet mich hier nun doch anzumelden, aber ich habe die Hoffnung, dass ihr mir helfen könnt bzw ein paar Tipps für mich habt.
Ich habe seit ca 3 Jahren Angst- und Panikattacken. Angefangen mit dem Globusgefühl, welches nie ganz verschwunden ist, bis über Herzneurose, Schwankschwindel uvm. Vieles habe ich in den Griff bekommen, aber seit einigen Monaten habe ich Probleme beim Essen. Ich habe eine Schluckblockade aus Angst zu ersticken. Irgendwie haut dann der Schluckvorgang auch nicht mehr mit der Atmung hin. Habe keinen Appetit mehr. Überwinde mich aber jedes Mal aufs Neue irgendetwas zu essen. Aber nach ein paar anstrengenden Bissen bin ich satt und leicht übel wird mir auch. War seit knapp 2 Jahren in Therapie (tiefenpsychologisch), allerdings hat meine Therapeutin aufgehört. Sie meinte aber auch, ich wäre fertig. Jetzt steh ich da, finde nirgends einen Platz und meine Kollegin meinte (sie ist mit einem Psychiater befreundet), ich würde auch vorerst keinen Platz mehr finanziert bekommen von der Krankenkasse. Was soll ich jetzt machen? Mein Magen sagt Hunger, aber sobald ich nur an Essen denke, bekomme ich Angst. Komischerweise geht Süßes ganz gut. Aber das kann ja nicht die Lösung sein.
Danke fürs Lesen.

25.12.2021 x 1 #1


28 Antworten ↓
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moo
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Verstehe Dich so gut, kannst Du mir glauben. Ich möchte Dir nun ein Experiment vorschlagen. Lies mal bitte folgende Zitate aus der Sicht einer Mutter/Oma, deren erwachsene Tochter sie erstmalig offen ausspricht:

Zitat von Flaschengeist:
Ich weiß, dass ich nicht umkippen will, weil ich dann meine mich zu blamieren, weil ich dann im Mittelpunkt stehe.

Zitat von Flaschengeist:
aber dann kommen wieder Gedanken - wer kümmert sich um die Kinder?

Zitat von Flaschengeist:
Wer kann meine Kurze von der Schule abholen?

Zitat von Flaschengeist:
mache seit 15 Jahren das Beste draus.

Zitat von Flaschengeist:
ich bekomme Lob und Bestätigung, habe keine Zeit zu grübeln.

Zitat von Flaschengeist:
Mir ist aufgefallen, dass ich an meinen zwei freien Tagen eher in ein Loch falle. Andererseits, und da komme ich wahrscheinlich wieder zur Erziehung/Kindheit, möchte ich natürlich nicht, dass die Kollegen über mich reden.

Zitat von Flaschengeist:
Jemand anderes muss einspringen. Dann kommt wieder mein schlechtes Gewissen... so einfach abzustellen ist das nicht.


Welche Emotion kommt Dir als erstes, ganz spontan in den Sinn?
Was würdest Du dann tun?

Vorschlag: Ein überwältigendes Mitgefühl lässt Dich die Arme ausbreiten und Deine Tochter liebevoll in den Arm nehmen, ihre Tränen trocknen und ihr sagen, dass sie und alles gut ist, so wie es ist.

Und würdest Du das auch wirklich so meinen? Ich glaube: ja!

So, und nun eine Geschichte dazu:

Wir hatten mal in einer SH-Gruppe das Thema Rückfall (es ging um A lkohol) einer Teilnehmerin. Sie war privat extrem angespannt - Kinder, Enkel und der Gesundheitszustand ihrer Mom machten Sorgen, der Mann Vorwürfe, sie wusste nicht mehr ein noch aus. Alles "aussichtslos", wie sie es nannte. Deshalb griff sie einmalig zur Flasche und daraus folgten wieder furchtbare Selbstverurteilungen etc.

Die Gruppe blickte betroffen zu Boden und jeder wurde aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen. Es folgten die üblichen Phrasen, gut Gemeintes, liebenswertes etc. Nach einer längeren Erklärung des Suchtdreieckes, der Entwicklungsstufen eines Rückfalls usw. stellte unser Therapeut der Frau ganz markant eine, wie er es zu diesem Zeitpunkt nannte, alles entscheidende Frage:

Was wünscht Du Dir?

Ich glaube, mindestens 10-20 Sekunden war absolute Stille im Raum. In meinem Kopf (und Herz) ratterte es: "Wie kommt er darauf, dass wir uns etwas wünschen könnten? Wir! Uns!" Tatsächlich waren wir erst mal sprachlos. Noch nie hatte uns jemand ganz ernsthaft, ganz elementar - ganz existenziell - danach gefragt, was wir uns wünschen!

Irgendwann kam von ihr ganz leise die zaghafte Gegenfrage: "Was ich mir wünsche? Puh, darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Darf ich das überhaupt? Seit meiner Kinderzeit vor Weihnachten habe ich mich das eigentlich nie mehr gefragt."

Uns ging es ähnlich und wir äußerten uns auch dahingehend. Alle schauten den Therapeuten an und er blickte todernst jedem von uns in die Augen und meinte: "Nehmt Euch genügend Zeit, aber bitte beantwortet mir alle diese Frage!"

Dies war mit Abstand die lehrreichste Stunde für uns alle, wie wir ein Jahr später einhellig beim Abschlussgespräch im Nachhinein feststellten. Ich habe mir diese Frage seitdem in allen möglichen Situationen gestellt und kam im Grunde auf nur wenige, aber früher niemals reflektierte Antworten.

Der Begriff "Wünschen" hat etwas entwaffnend Offenes. Wünschen ist "erlaubt", es darf Teil unseres Wesens sein. Und Wünschen hat überhaupt nichts mit "Müssen, Sollen, Verantworten etc." zu tun.

Unsere Wünsche sind wir!

Ich erzähle Dir diese Geschichte deshalb, um Dich a) darum zu bitten, Dir diese Frage mal ganz offen und ehrlich zu stellen und zu beantworten. (Du wirst merken, dass alleine das Stellen dieser Frage mitunter Tränen auslösen kann). Und b): Frage Dich, wie es soweit kommen konnte, dass Du Dir dies genau heute wünscht.

Zitat von Flaschengeist:
Wissen und Einsicht sollte doch der erste Schritt zur Besserung sein, oder? Aber ich merke es nicht.


Der erste Schritt ist noch nicht die Besserung. Aber er bestimmt die Richtung dahin. Wenn Du (versinnbildlicht) auf dem falschen Weg, falsch abgebogen bist, musst Du, bevor Du die Strecke zurück gehst, Dich zuerst umdrehen, die Richtung ändern.

Wissen und Einsicht stellen diese Richtungsänderung dar. Vielleicht bedarf sie im Laufe des Wegen noch der ein oder anderen Nachjustierung, aber die grobe Richtung wird stimmen, wenn Du Dir ehrlich Deine o. g. Antwort zu Herzen nimmst.

Erst wenn die Richtung stimmt, ist der Weg tatsächlich ein Teil des Zieles.

21.12.2021 09:50 • x 3 #26


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A


Angst vor Essen

x 3


M

moo
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Zitat von Flaschengeist:
Doch doch, ich bin sehr wohl der Überzeugung, dass die Psyche Auswirkungen auf den Körper hat. Schließlich habe ich davon genügend. Aber was hilft es mir?

Und welche Auswirkung hat Wissen und Einsicht in die Zusammenhänge auf die Psyche? zwinkern

Zitat von Flaschengeist:
Seitdem springt mir das Herz gegen die Brust, sobald er komische Geräusche beim Essen von sich gibt und ich bin auf Habachtstellung.

Das würde ich eindeutig als Trauma werten und auch entsprechend behandeln (lassen). Psychoanalyse werden dieses Schluckproblem m. E. eher nicht lösen können.

Deine Mutterrolle ist offensichtlich eine sehr schwierige aufgrund der Situation Deines Sohnes. Da fühlt man sich leicht auf dem "gesellschaftlichen Präsentierteller", fühlt sich beobachtet und bewertet. Das ist strukturell durchaus vergleichbar mit Deiner Kindheit (Vater). Gleichzeitig stellst Du da u. U. Vergleiche zu Deiner Mutterrolle an, etc. - all das erzeugt Dauerstress! Und jeder "kompensiert" ihn auf seine ganz ureigene Weise. Sobald diese Kompensionsstrategie auffliegt und nicht mehr funktioniert, sind wir an einem Wendepunkt, der erreicht werden musste, bevor man weitere Schritte erörtert.

Ich bleibe dabei, dass jegliche Kindheit Auswirkungen hat und das Wissen über diese Auswirkungen auf die Gegenwart eine gute Grundlage für die richtigen Veränderungen ist. Denn verändern muss sich etwas, da dürften wir doch übereinstimmen?

Deshalb rate ich ebenfalls zu einer engermaschigen Therapieform (Tagesklinik o.ä.).

20.12.2021 16:59 • x 2 #22


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F
Ich weiss nicht genau,wie lange Du warten musst,bis Du wieder Therapie in Anspruch nehmen kannst.
Meine Therapeutin meinte,es müsse ein Jahr vergehen bis man wieder einen Anspruch hat.
Da kenne ich mich aber insgesamt nicht so gut aus,das kann man aber bei der Krankenkasse erfragen,denke ich.

Zum Psychiater kann man aber jederzeit gehen,der ist in erster Linie für die medikamentöse Versorgung zuständig (manche haben auch eine zusätzliche Ausbildung im psychologischen Bereich).
Also da kannst Du alles in Anspruch nehmen,jederzeit.

Was man unabhängig von Therapie machen kann,weisst Du sicher.
Man kann sich einer Selbsthilfegruppe anschliessen,Selbsthilfebücher lesen und Bewegung hilft gut um jeglichen Stress abzubauen.

Die Krankenkasse finanziert auch zum Grossteil Entspannungsverfahren,ich selbst habe Autogenes Training in einem Kurs erlernt,der Eigenanteil lag bei knapp 40 Euro.

Man kann also auch in "Eigenregie" einiges erreichen und das ist manchmal nicht das Schlechteste...

Wenn Du wenigstens was Süsses runter kriegst,versuch es doch mal mit Milchreis oder süssen Joghurts.
Die rutschen gut runter.

x 4 #2


H
Es ist sehr schwer da aus dem Strudel raus zu kommen. Hast du überlegt mal in eine Klinik zu gehen. Einfach zm das Essen wieder zu erlernen. Im Notfall ist da ja auch immer jemand da.
Wie sieht es denn mit Trinken aus? Ich würde hochkalorische Drinks empfehlen, damit du nicht zu viel an Gewicht verlierst.

x 2 #3


F
Ich danke euch für eure Antworten. Smile
Trinken geht ganz gut. Nur in der Öffentlichkeit fällt es mir schwer. Aber immer noch besser als zu essen. Bin aber trotzdem zum Weihnachtsessen meiner Arbeit gegangen. War nicht so leicht. Mein Bruder, der ähnlich tickt wie ich, hat mir abgeraten dahin zu gehen. Aber vermeiden soll man ja nicht.
Entspannungstechniken hatte ich zu Hause mal "geübt", allerdings denke ich, ich muss das richtig erlernen. Richtig geklappt hat es noch nicht. Ich bin auch so hin und her gerissen, ob ich einen Kurs belegen soll. Wüsste gar nicht wann und wieder ein Termin mehr die Woche. Vielleicht geht der Schuss nach hinten los...
Einen Klinik kommt für mich nicht in Frage. Habe meine Kids und ich wüsste es gar nicht zu organisieren. Davon abgesehen, hätte ich ihnen gegenüber ein ganz schlechtes Gewissen. Und dieses Gewissen wird wahrscheinlich auch nicht zu meiner Genesung beitragen.
Meine Therapeutin sagte mir auch etwas von 1 bis 2 Jahren Pause um alles sacken zu lassen. Seit 4 Monaten ist die Therapie nun beendet und ich hab das Gefühl mir geht es genauso wie vorher, nur halt anders.

x 2 #4


F
Ja,das ist alles sehr nachvollziehbar,finde ich.

Man muss nicht für alles Kurse machen,wenn das noch mehr Stress bedeutet,macht es keinen Sinn.
Offenbar hast Du aber durchaus selbst ein Feeling dafür,was eher helfen könnte und was nicht.

Mit Kindern muss man halt auch immer schauen,dass die versorgt sind.
Mutter-Kind-Kur fällt mir dazu ein.

#5


Susanne05
Ich war in der Tagesklinik als ich noch Kinder zu Hause hatte.
Von halb 8 bis spätestens halb 3, für 12 Wochen.
Weiß nicht wie eure Familie organisiert ist aber das hatte mir viel gebracht.

x 3 #6


H
An Tagesklinik dachte ich evtl. auch.
Ich war mit den Kindern auch oft in Mutter Kind Kuren. Ich habe ja auch Probleme mit dem Essen und schon allein der Stress kochen und essen zu müssen fiel dabei weg.
Vielleicht kannst du normales Essen auch erst einmal pürieren und es nach und nach fester lassen. Oder Babygläschen, die nach und nach stückiger werden. Ich denke nämlich, dass es eine trainingssache ist. Man muss das Problem langsam weg trainieren. Das geht nicht auf einmal..bis zum Schnitzel ist es oft ein weiter weg.

x 3 #7


F
Eine Tagesklinik wäre vielleicht noch eine Idee, sobald mein Jüngstes auf die weiterführende Schule geht. Dann käme das mit den Zeiten hin. Muss dann aber noch anderthalb Jahre überbrücken. Mutter Kind Kur habe ich schon mal beantragt. Allerdings hab ich 3 Kinder in unterschiedlichen Altersklassen, wobei mein Ältester zu 100% schwerstbehindert ist. Mir wurde klipp und klar gesagt, dass unsere Konstellation für eine Unterkunft inkl Betreuung für den Großen zu schwierig ist.
Heute Morgen habe ich ein halbes Brötchen geschafft. Meine Familie hatte in der Zeit 2 ganze weg. Smile Aber egal. Hauptsache geschafft, trotz leichter Panik.

#8


F
Hedwig, wie äußert sich das mit dem Essen bei dir? Ich lange hast du das schon und ist es besser geworden?

#9


Icefalki
Zitat von Flaschengeist:
Ich habe eine Schluckblockade aus Angst zu ersticken.


Schon mal Medis ausprobiert?

#10


F
Nein. Hatte mal Opipramol ausprobiert, aber außer Müdigkeit habe ich keine weiteren Wirkungen gemerkt. Pflanzliche und homöopathische Medis nehme ich regelmäßig. Bin mir nicht sicher, ob die was bringen. Habe bei anderen Medis Angst nicht mehr davon weg zu kommen. Mein Bruder hat schon viele ausprobiert und ohne geht seit knapp 20 Jahren nicht. Das kann doch nicht die Lösung sein.

#11


F
Oh Leute, ich kann es nicht glauben! Habe tatsächlich geschafft und kleine Portion Nudeln und sogar noch ein halbes Teilchen vom Bäcker zu essen. Für meine Verhältnisse ziemlich gut. Danach habe ich meinen Sohn zur Ergo gebracht und dann ging es los. Am Steuer. So eine giftige

#12


F
Heftige nicht giftige Shocked Panikattacke. Dachte ich muss sterben. Wirklich wirklich schlimm. Und sie hielt fast eine Stunde an. Bin trotzdem weitergefahren und habe eine ganze Stunde im Auto auf meinen Sohn gewartet. Es war dir Hölle! Kaum klappt das eine wieder einigermaßen gut, kommt sofort das nächste. Ist das normal?

x 1 #13


A
Kann es sein, dass du dich da reinsteigert und anfängst zu hyperventilieren ?

#14


EddardStark
Ich kenne das mit dem Schlucken. Als hätte man den Kau- und Schluckreflex verlernt. Aber das ist nur weil man darauf achtet. Mach dir doch mal eine Serie nebenbei an. Konzentrier dich nicht so drauf.

Panikattacken sind sch.. Aber sind deine Befürchtungen aufgetreten? Bist du gestorben?

#15


F
Nein. Ich lebe zum Glück immer noch. Laughing
Ich versuche mich abzulenken. Das klappt mal mehr, mal weniger gut.
Ob ich mich zu sehr rein steigere? Gute Frage. Eigentlich versuche ich mich dann auf andere Sachen zu konzentrieren. Aber da mein Sohn mit mir im Auto war, hatte ich immer den Gedanken "Wenn du jetzt einen Unfall baust, ziehst du ihn mit rein." Alleine wäre es vielleicht einfacher gewesen da schneller rauszukommen.

#16


M
Grüß Dich Flaschengeist,

Zitat von Flaschengeist:
War seit knapp 2 Jahren in Therapie (tiefenpsychologisch), allerdings hat meine Therapeutin aufgehört. Sie meinte aber auch, ich wäre fertig.


Du meinst, Deine Therapeutin hat ihre Praxistätigkeit insgesamt beendet?

Und wie interpretierst Du ihre Bemerkung, dass Du "fertig" seist? Fertig im Sinne einer KK-übernahmefähigen Sitzungsanzahl oder hinsichtlich ihrer therapeutischen Erfolgseinschätzung?

Zwei Jahre tiefenpsychologische Therapie sind ein ganz ordentlicher Zeitrahmen. Kannst Du formulieren, was Du daraus bzgl. Deiner Beschwerden lernen konntest?

x 1 #17

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F
Die Therapeutin war wohl noch nicht komplett ausgelernt, was mich jetzt nicht störte. Hauptsache ich hatte einen Platz. Sie hatte dort bis zu ihrer Prüfung eine befristete Einstellung. Sie meinte ich wäre "fertig " in dem Sinne, dass ich tiefenpsychologisch nun wisse, warum ich so bin wie ich bin. Ja weiß ich jetzt. Angeblich weil ich einen sehr strengen Vater habe, der uns nicht wollte und wir deshalb immer leise sein sollten, sonst gabs Schläge (sprich bloß nicht auffallen) und eine liebevolle Mutter, die es immer allen recht gemacht hat und auch wir Kinder es immer allen recht machen sollten (sprich nicht Nein sagen, erst alle anderen, zum Schluss man selbst). Ok. Verstanden. Aber was bringt mir dieses Wissen? Es ändert ja nichts an meiner Situation.

x 1 #18


Icefalki
Zitat von Flaschengeist:
Aber was bringt mir dieses Wissen


Wissen ist immer gut. Zum Wissen zählt auch, was du bzgl. Nahrungsaufnahme befürchtest.
Was hindert dich daran, deinen Körper die Nahrung zu vorzuenthalten? Einen lebenswichtigen Vorgang nicht vornehmen zu können, WEIL?

Für mich persönlich war es sehr wichtig, dass ich meine tatsächliche Angst hinter all meinen idiotischen, unlogischen Angstsituationen erkannt habe.

Nicht essen zu können ist da genauso unlogisch, wie meine Angst damals. Also, hast du darüber schon nachgedacht?

x 2 #19


M
Zitat von Flaschengeist:
Ok. Verstanden. Aber was bringt mir dieses Wissen? Es ändert ja nichts an meiner Situation.

Sofern Du der Überzeugung bist, dass die Psyche keine Auswirkungen auf den Körper hat, ändert das nichts, stimmt.

Zitat von Icefalki:
Nicht essen zu können ist da genauso unlogisch, wie meine Angst damals. Also, hast du darüber schon nachgedacht?

Ja, es geht idR nicht nur darum, die "Fakten" aus der Kindheit mit heute zu vergleichen, sondern eine Ähnlichkeit in der darunter liegenden Struktur zu erkennen. Dann ändert das sehr wohl etwas an Deiner Perspektive und idF auch mittelfristig an Deiner "Situation". Denn die Situation sind zu mindestens 50% wir "selber"...

x 2 #20


A


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Dr. Christina Wiesemann
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