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201809.03




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Hallo liebe Community,
ich bin neu hier und habe ein Problem, dass ich gerne mit euch teilen möchte. Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen. Ersteinmal zu mir: ich bin männlich, 25 und mache derzeit meinen Master. Mit der Angst hat es im Kindesalter angefangen, damals aber eher in Form von Trennungsängsten. Diese habe ich während der Pubertät relativ gut überwunden. Richtig los ging es dann mit 21. Dummerweise hab ich mir von einem Bekannten im Alk. eine Dro. Pille andrehen lassen, was ich später sehr bereuen sollte. Darauf folgten 1-2 sehr schwierige und angsterfüllte Jahre. Ganz losgeworden bin ich die Angststörung nie, aber ich hatte mich soweit mit ihr angefreundet, dass sie mich kaum noch eingeschränkt hat.
Jetzt zum eigentlichen Thema: gestern bin ich blöderweise über das Thema Solipsismus gestolpert. Wer es noch nicht kennt und ein obligatorischer Grübler mit Hang zur Angstsymptomatik ist, sollte auch gar nicht erst recherchieren. Ich werde die Theorie deshalb hier nicht extra ausführen. Auf jeden Fall bin ich jetzt total verunsichert. Allein die Tatsache dass es nicht widerlegt werden kann macht mich wahnsinnig. Ich bin normalerweise nicht psychotisch veranlagt, aber dass macht mich richtig fertig. Ich bekomme den Gedanken, dass alles in mich herum nur Illusion ist nicht aus dem Kopf. Die Tatsache wäre so schrecklich, dass es mir dabei den Magen umdreht. Das größte Problem ist, dass ich keinen Gegenbeweis finde, den es scheinbar auch nicht gibt. Das klingt jetzt alles warscheinlich ziemlich bekloppt. Psychotherapie ist im Moment kaum eine Option, da ich im Ausland studiere. Hat vielleicht irgendjemand von euch ein paar heilsame Worte dazu übrig?

Danke fürs lesen und liebe Grüße

Auf das Thema antworten


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  09.03.2018 21:51  
Hallo Joe,

Ich gebe zu, ich musste erstmal googeln was das heißt ;-)
Also den Gedanken, dass das alles nicht mehr oder weniger als ein Traum ist, hatte ich auch schon oft. Vielleicht wachen wir am Ende dann in unserer wahren Heimat auf ?
Was ist für dich so schlimm an dem Gedanken?
Die Natur macht das schon. Es hat alles einen Sinn. Irgendein Philosoph sagte mal aus Nichts kann nicht nichts entstehen, also sind wir zumindest etwas. Wohin die Reise geht, erfahren wir wenn es soweit ist.

Danke1xDanke




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  09.03.2018 23:19  
Hi,
erstmal vielen Dank für die Antwort. Diese Sichtweise auf die Dinge ist sehr beruhigend, soweit hab ich noch nicht gedacht. Danke dafür.
Warum es mich so einschüchtert? Damals mit 21 war ich beim Neurologen der sich kaum Zeit für mich nahm. Ich erzählte ihn von Zuständen die ich heute als DR/DP bezeichne. Nach fünf Minuten Gespräch diagnostizierte er mir Schizophrenie und sagte wenn ich kein Neuroleptika nehme bleibt das. Dann hat er mich heimgeschickt. Dass waren mit die schrecklichsten Wochen meines Lebens. Heute weiß ich natürlich dass das kompletter Blödsinn war, aber damals hab ich logischerweise begonnen meine ganze Realität in Frage zu stellen. Vielleicht nimmt mich deswegen das ganze so mit.
Der Gedanke der einzige "Mensch" zu sein und dass ich die ganze Umwelt selbst erdenke macht mich richtig fertig.



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Mittelfranken
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  10.03.2018 00:35  
Badsidejoe hat geschrieben:
Warum es mich so einschüchtert? Damals mit 21 war ich beim Neurologen der sich kaum Zeit für mich nahm. Ich erzählte ihn von Zuständen die ich heute als DR/DP bezeichne. Nach fünf Minuten Gespräch diagnostizierte er mir Schizophrenie und sagte wenn ich kein Neuroleptika nehme bleibt das. Dann hat er mich heimgeschickt. Dass waren mit die schrecklichsten Wochen meines Lebens.


Meine Güte, so ein Idiot von Neurologe. Mir sind auch schon einige üble Exemplare begegnet, die meines Erachtens besser Mechaniker statt Arzt geworden wären. Wie kann ein Arzt einem Angstkranken sowas nach einem kurzem Gespräch sagen? Denn gerade der Angstkranke hat oft genau davor Angst, verrückt zu werden oder sowas.

Ich finde Deine Gedanken nicht so außergewöhnlich. Gibt ja auch so Derealisationsgefühle etc. Steiger Dich da nicht so rein, und versuche die Angst zu akzeptieren. Wenn der Gedanke stark auftritt, kannst Du Dich auch ein bisschen "erden", indem Du weg von den Gedanken ins Fühlen gehst. Sport machen und den Körper fühlen, oder etwas greifen, Steine anfassen z. B. oder die Umgebung bewusst wahrnehmen oder auch in der Natur bewegen oder im Garten in der Erde, das sind so Dinge, wo man sich etwas erden kann.

Danke1xDanke




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  17.05.2018 00:08  
Hi ihr. Ich habe es tatsächlich geschafft mich etwas von dem ganzen zu lösen, danke für eure Unterstützung. Seit drei Tagen hänge ich aber wieder total in den Seilen. Wie aus dem Nichts musste ich abends wieder an das Thema denken und bekam eine Panikattacke. Seitdem bin ich total depressiv und nachdenklich - jeder Tag ist eine Qual. Ich versuch mich permanent zu beruhigen, aber mein Unterbewusstsein würgt diesen Gedanken ständig hoch. Gleichzeitig vermittelt mir dieser Gedanke jedesmal wenn er kommt das Gefühl unlösbar zu sein. Die Annahme völlig allein zu seien bestimmt meinen Alltag, auch wenn ich eigentlich nicht an diese Theorie glaube. Es fühlt sich beinahe so an als wollte mich der Gedanke quälen. Des Weiteren plagt mich dann natürlich die Angst, dadurch dass dieser Angstgedanke nicht logisch zu entkräften ist, dass dieser nun ewig bleibt.
Ich erlebe zurzeit das schwerste Semester in ganzen Studium mit vielen Referaten und Hausarbeiten, kann aber kaum den Kopf frei bekommen um produktiv zu arbeiten.
Ich weiß, dass ich mir bei dem Problem selbst der größte Feind bin, da ich durch meine Denkweise in diesem Schlamassel stecke, ich schaff es trotzdem nicht da raus zu kommen... :(


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