Zitat von Chris1981: Aber warum ist das so?
Sowohl die Notwendigkeit der völligen Dunkelheit als auch einer gewissen optisch verfügbaren Orientierung sind letztlich "Leitplanken" des Geistes. Je nach Charakter und temporärer Verfassung "lehnt" sich der Geist
an etwas an.
Die komplette Dunkelheit vermittelt manchem ein gewisses "Höhlengefühl" und liefert Sicherheit, Schutz ("vor der Welt"). Ich behaupte, dass diese Menschen eher "in sich" Zuflucht suchen bzw. haben. Sie sind also tendenziell eher ego-zentriert.
Wer eine gewisse Resthelligkeit benötigt, braucht
Bezugspunkte im Außen, ist also eher umgebungs-zentriert. Seine Definition und "Sicherheit" ist also eher Objekt-bedingt. Flapsig formuliert, arbeitet der Geist hier nach dem Motto:
"Ich sehe, also bin ich (sicher!)".
Beide Varianten haben das Manko, dass sie "abhängig" sind - auch der Freund der Dunkelheit benötigt die
Abwesenheit von Helligkeit. Sowohl "hell" als auch "dunkel" sind jedoch letztendlich gleichwertige "Objekte". Nur
unsere Bewertung "macht" daraus etwas, das wir
mögen oder nicht mögen.
Und genau hier liegt der Lösungsansatz: Das Verständnis dieser Abhängigkeit fördert eine
angemessene Bewertung dieser Sinneseindrücke. Es gibt kein Hell und kein Dunkel - der Geist schafft sie (und leidet ggfs. darunter).