Hallo Marlybone!
Der wichtigste Satz in Deinem kurzem Bericht ist für mich der Letzte: Ich fahre so gerne Auto und würde gerne Ausflüge mit dem Auto machen, aber ich habe einfach zu viel Angst Autobahn zu fahren.
Im ersten Teil des Satzes beschreibst Du, was Du möchtest, im zweiten Teil beschreibst Du, was Du befürchtest. Die Angst, die Du befürchtest, existiert zunächst nur in Deiner Vorstellung. Du nimmst an, dass Du Angst bekommst, weil es Dir in der Vergangenheit bereits so ergangen ist. Das nennt man eine sich selbsterfühlende Prophezeiung oder Angst vor der Angst. Je häufiger und je länger Du Autobahnfahrten vermeidest desto mehr programmierst Du Dein Unterbewusstsein um. Aus schönen Ausflugsfahrten mit Deinem sicheren Auto werden langweilige Tage, an denen Du Dein Leben um etwas beschneidest, das Dir vor noch gar nicht all zu langer Zeit Freude bereitet hat. Ich wette Du bekommst schon feuchte Hände, wenn Du nur an Autobahnfahrten denkst? - Ist es nicht so?
Mein Therapeut hat mich immer mit folgendem Spruch auf die Palme gebracht: Da wo die Angst ist, geht der Weg lang, denn wasch‘ mir den Pelz und mach‘ mich nicht nass funktionieren nicht!
Also hol‘ Dir Deine Freude an Autobahnfahrten und Ausflügen mit Deinem Auto zurück!
Plane eine Autobahnfahrt! Die Länge der Fahrt und deren Dauer spielen zunächst mal eine untergeordnete Rolle. Zu Beginn reichen beispielsweise 20 Minuten oder eine halbe Stunde, nicht gleich nach Paris oder Kroatien fahren! Das wichtige an der Unternehmung ist, dass Du dir während und bei der Vorbereitung auf die Fahrt vorstellst, das Du bereits am Ziel angekommen bist!
1. Visualisiere in Deinen Gedanken eine angenehme Fahrt, ein angenehmes Ziel, einen Wohlfühlort, stelle Dir diesen Ort bildhaft vor. 2. Packe in Deiner Vorstellung alles in Dein Auto, was Dein Auto zu einem Ort der Entspannung macht. Das können Personen sein, das kann schöne Musik sein oder etwas Anderes, an dass Du vielleicht schon länger nicht mehr gedacht hast, weil Du ja nicht mehr Autobahn fährst. 3. Sobald Du losgefahren bist, richte Deine Gedanken auf das Ziel. Aber was mache ich wenn . . . . ? ? ?
Bei jeder Fahrt, egal ob mit dem Auto oder der Straßenbahn, Zug etc., gibt es einen Point of no Return. An diesem Punkt angekommen, ist die Strecke zum Ziel genau so weit, wie der Rückweg. Das ist bei mir immer der kritische Punkt, da ich feuchte Hände oder Herzklopfen bekomme. Kommt der Moment, da Du Angst bekommst, lasse die Angst zu, kämpfe nicht dagegen an. Wenn Du kannst, lenke Dich ab, bist Du allein im Auto und hast eine Freisprechanlage, telefoniere mit jemandem und sprich offen von Deinen Ängsten. Je näher Du Deinem Ziel kommst, desto mehr wird die Angst nachlassen und der Freude weichen, die Du empfinden wirst, weil Du Dir Deine Freiheit zurückgeholt hast.
Was geht Dir durch den Kopf bei meinem Vorschlag? Was ist das Schlimmste, dass Dir in Deiner Vorstellung auf der Autobahn passieren könnte?
Liebe Grüße Romedius
