App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

87

K

Kad
Mitglied

Beiträge:
637
Themen:
69
Danke erhalten:
60
Mitglied seit:
Guten Morgen,
nächste Woche fahren wir in den Urlaub und ich kann mich überhaupt nicht darauf freuen. Seit letztem Jahr November geht es mir eigentlich nicht so gut. Meine Ängste haben mich fest im Griff, es gibt zum Glück viele Tage, wo ich stabil bin aber nicht wirklich glücklich. Ich habe vor einiger Zeit eine Gruppentherapie angefangen, die mir aber nicht so viel gebracht hat, da man ja nicht alleine im Fokus steht. Ein Versuch war es aber wert.

Nun wollen wir nächste Woche in den Urlaub, etwas über 3 Stunden Autofahrt. Autobahn/Stau. Mir graut es jetzt schon. Dann dieses Gefühl, wenn etwas ist, komme ich nicht so schnell nach Hause. Die neue Umgebung ist fremd.

Ich habe das immer im Urlaub aber da ich seit November so unruhig bin, fühlt es sich diesmal schlimmer an. Schlimm ist es besonders abends im Bett, dann würde ich am liebsten fliehen und ins Auto steigen und nach Hause fahren.

Es nervt mich einfach so, warum kann ich meinen Urlaub nicht genießen und mich freuen, so wie Mio. andere Menschen auch. Ich versuche mich wegen meiner Kinder zusammenzureißen. Damit sie eine einigermaßen schöne Kindheit haben.
Durch mich können sie schon nicht wegfliegen, obwohl ich schon öfters gesagt habe, dass sie dann alleine mit mit meinem Mann fliegen sollen. Am liebsten würde ich jetzt zu Hause bleiben aber so ganz alleine zu Hause finde ich auch nicht so toll.

04.08.2026 x 1 #1


115 Antworten ↓
P

Pauline333
Mitglied

Beiträge:
6653
Themen:
18
Danke erhalten:
6405
Mitglied seit:
Für Außenstehende ist es schwer, nachzuvollziehen, warum man nicht so einfach "umdenken" kann.

Letzen Endes ist das aber tatsächlich der einzige Weg da raus: Umdenken lernen. Nicht "ich habe Angst davor und davor und Sorge davor und davor, deshalb bleibe ich lieber hier, wo ich mich mit allem auskenne" hin zu "ich stehe mir selbst im Weg, ich will hier raus, ich kann das. Egal, was kommt, ich schaffe das!".

Ein Weg, ein schwerer, ich weiß, wovon ich spreche.
Aber man kann ihn gehen und das Ziel erreichen.

Eine Therapie, erst recht eine Gruppentherapie hilft da kaum, wenn der Funke nicht überspringt, der einen zum Handeln bringt.
Man wird nicht geheilt durch jemanden oder etwas, man muss sich selber heilen, denn der eigene Kopf ist das Problem.
Da hat (GsD) niemand Zugang außer man selbst.

Aber das muss man erstmal so richtig verstanden haben.
Dann kommt der Punkt wo man denkt "ich versaue mir doch nicht selbst das Leben! Ab jetzt drehe ich den Spieß um!" Und der erste Schritt ist gemacht.

Vermeidung hält dich fest, @Kad, damit zementierst du deinen Status, den du doch gar nicht willst! Es kann sogar passieren, dass dein Radius schrittweise immer kleiner wird, denn du bestätigst deinem Körper mit jeder Vermeidung, dass tatsächlich Gefahr droht und es sicherer ist, die Herausforderung nicht anzunehmen. Vielleicht hast du irgendwann Angst in die nächste Stadt zu fahren, dann kannst du nicht mehr zum Supermarkt 5 Straßen weiter und irgendwann kannst du vielleicht nicht mehr den Müll rausbringen, weil das Unwohlsein so groß ist und du es lieber nicht fühlen willst.

Das steckt hinter den Schicksalen von Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen können, so haben sie sich das selber eingebrockt.

24.07.2026 19:22 • x 6 #15


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Agoraphobie und Urlaub

x 3


P

Puffel1981
Mitglied

Beiträge:
35
Themen:
3
Danke erhalten:
15
Mitglied seit:
Zitat:
Ist es heute dann die dritte Nacht wo du kaum oder nicht geschlafen hast? Das trägt natürlich nicht zur Entspannung bei und ich würde morgen beim Hausarzt nachfragen was du nun als bedarf nehmen kannst. Kannst du tagsüber schlaf nachholen?


Der Rhythmus ist ganz merkwürdig. Manchmal schlafe ich 2 Tage nicht und den 3 Tag denn bis 15 Uhr. Denn folgen wieder Tage an denenich nicht oder nur stundenweise schlafe. Aber ich glaube, dass Schlafen ist ein Problem der fehlenden Auslastung. Ich mache ja nichts mehr. Ich stehe am Fenster und trinke literweise Kaffee, keine Bewegung, keine Auslastung nichts. Von was soll der Körper auch müde sein. Ich glaube ich habe so viele Baustellen, regelmäßigen Tagesablauf wieder, weniger Kaffee, mehr viel mehr Bewegung, Achsamkeit, Hobbysuche, Plan erstellen regelmäßig wieder rauszugehen und das Potential zu steigern, vielleicht brauch ich auch erstmal etwas antriebssteigerndes damit das alles erstmal wieder möglich ist.

Ich glaube, dass wie vorhin schon geschrieben, die ganze Situation mit dem Urlaub eigentlich nur das I-Tüpfelchen war und ich merke in welcher Schei... ich die ganze Zeit schon stecke. Ich sage euch auch ganz ehrlich, der Leidensdruck war schon da aber irgendwie habe ich es mir in den letzten Monaten damit arrangiert und akzeptiert. Meine Familie, mein Sohn und meine Frau tun alles für mich und ich bin unendlich dankbar, aber selbstkritisch betrachtet ist die Grenze zwischen fördern und fordern halt ganz eng und vielleicht habe ich zu wenig getan um an meiner Situation was zu ändern.

02.08.2026 23:54 • x 4 #95


Zum Beitrag im Thema ↓


Flousen
Zitat von Kad:
Guten Morgen, nächste Woche fahren wir in den Urlaub und ich kann mich überhaupt nicht darauf freuen. Seit letztem Jahr November geht es mir ...

Was hilft an dieser Stelle für die Zukunft? Therapie! Und wenn dir das ganze so sehr zu schaffen macht, lass dir ein Beruhigungsmittel verschreiben für den Notfall.

Es ist nur die Aufregung, und deine Erwartungshaltung. In den meisten Fällen tritt nix der Katastrophen Gedanken ein. Und wenn, hat man die Basics aus der Therapie dabei. Denn flüchten verstärkt auf Dauer nur deine Probleme. Geh entspannt an die Sache ran, sag dir selbst das du jederzeit wieder gehen könntest, das nimmt einem Druck.

x 1 #2


K
Danke für deine Nachricht. Ich weiß, Angst aushalten ist das Geheimnis. Wenn das immer so einfach wäre. Meistens versuche ich mich dann abzulenken um auf andere Gedanken zu kommen. Das hilft leider nur für kurze Zeit. Dennoch werde ich mich dem stellen alleine schon wegen meiner Kinder auch wenn es extrem schwer ist

#3


CosmicPancake
Wo geht es denn hin in den Urlaub? Ich nehme an (3 Stunden Fahrt) irgendwo in Mitteleuropa und nicht ins tiefste Zentralafrika. In Notfällen gibt es überall Hilfe und 112 funktioniert immer. Wenn Du noch etwas lesen kannst, empfehle ich "Hope and help for your nerves." Vielleicht hilft's Dir, denn die Methode ist simpel und Du kannst Sie die ganze Zeit üben. Kurz gefasst: Stell dich der Angst, akzeptiere die Angst, füge keine weitere Angst hinzu, lass noch mehr Zeit vergehen.

x 1 #4


Delphie
Hallo Kad, 😊

Oh je, wie ich diese Ängste kenne oder auch sehr stark kannte.
Dieses von zu Hause weg, was ist wenn zwischendurch etwas ist...

Mittlerweile ist es ein wenig besser bei mir. Zu Bekannten Orten fahre ich mittlerweile auch fast schon gerne hin. Unbekannte dann nicht so.

Mir hilft es immer Sicherheiten dabei zu haben oder früher für ein Notfallplan zu sorgen.
Für mich war es, wer könnte mich abholen wenn ich es dort nicht schaffen würde oder würde jemand aus der Familie wieder mit mir zurück fahren. Als ich die Sicherheit bekam, es würde mit mir sonst auch zurück gefahren werden, hatte ich viel weniger Druck und es klappte besser.

Dann meine Medikamente und weitere Sicherheiten die ich insgesamt benötige, habe ich dabei. Sind auch schon weniger geworden.
Und mir half es immer mich schon in Vorhinein mit dem Urlaubsort zu befassen. Also wo liegt was, wo ist was.

Insgesamt wurde es nur besser durch üben, üben und üben. Bin da aber auch noch immer noch nicht da wo ich sein möchte, also möchte noch gelassener in den Urlaub fahren oder an unbekannte Orte ruhiger hin fahren.

Fährst du alleine mit deinen Kindern oder hast du jemanden anderen an deiner Seite? Vielleicht kannst du der Person ja auch schildern wie es dir damit geht und schauen was im schlimmsten Fall wäre oder wie ihr das dann regelt, wenn es gar nicht mehr gehen würde.. Weiß ja nicht ob dir das Druck raus nehmen würde.
Und eventuell auch, was dir helfen könnte. Also Zeit für dich, genug Ablenkung ect.

Mit ganz lieben Grüßen, 😊👋
Delphie

#5


P
Diese Bindung an die gewohnte Umgebung, die du beschreibst, haben ganz viele Menschen. In gewohnter Umgebung fühlt man sich sicher, weil man alles genau kennt, deswwgen ist viel mehr Menschen mulmig, bevor sie weg fahren, als du denkst. Einmal dort angekommen, vergeht das Gefühl je mehr man "ankommt". Das wird auch bei dir so sein, wenn du nicht der Angst die Führung überlässt.

Wenn diese Angst vor Ungewohntem aber dazu führt, dass man sein Leben einschränkt oder es zeitweise nur in Angst verbringt, dann muss man handeln.

In deinem Fall muss der Glaubenssatz aufgelöst werden, dass du woanders nicht sicher bist. Du bist überall gleich sicher (oder unsicher) wie zuhause, wenn es kein Kriegsgebiet ist, wo du hinfährst oder ein Gebiet mit sehr schlechter medizinischer Versorgung.

Die Angst hat also rein mit deiner Person zu tun. Du traust dir selber nicht zu, für dich zu sorgen, was auch immer passiert.

Deswegen ist hier der Ansatz, dein Selbstwertgefühl und deine Selbstwirksamkeit zu stärken.
Und - zweite Säule - den nervösen Allgemeinzustand zu lindern.

Ersteres erreicht man, in dem man Dinge tut, die einen leicht herausfordern, dann wächst man, und in dem man reflektiert, was man schon alles erreicht hat. Auch ein freundliche, aufmunternde Art mit sich selbst zu reden, gehört dazu. Also musst du ängstliche oder angstschürende Gedanken lernen zu neutralisieren und ihnen positive entgegenzusätzen (dabei kann die Akzeptanz und Commitment Therapie helfen, bitte googlen).
Sport kann ebenfalls sehr hilfreich sein. Der macht einen mental und körperlich stark. Sich zu etwas oft Unangenehmen wie Sport immer und immer wieder aufzuraffen stärkt ungemein die Selbstwirksamkeit.

Außerdem zahlt er auf die zweite Säule ein. Ebenso wie gesunde Ernährung Beseitigung von Nährstoffmängeln, guter Schlaf, soziale Kontakte und Hobbies.

Nur du selbst hältst dich mit deinen Ängsten zurück, verursachst dir Leid. Nur du kannst das ändern.
Dazu musst du aber aktiv werden umd dagegen ankämpfen und deinem Körper Stück für Stück zeigen, dass du jeder Lage Herr wirst und gut für dich selbst Sorgen kannst.

Der Blick auf dich selbst und in deine Fähigkeiten ist es, was dich von Menschen, die wenig Ängste haben, unterscheidet.
Du kannst auch so werden.

x 2 #6


Karimma
Ich kenne die Problematik nur zu gut. Im August fahren wir auch un Urlaub. Fahrtzeit so 4 bis 5 Stunden.
Ich mache mir vorher Ausweichpläne über Landstraßen. Wir müssen z.B durch das Ruhrgebiet. Wenn man nicht morgens ganz früh da ist, ist es proppenvoll. Für mich ein schrecklicher Gedanke. Also plane ich früh los zu fahren oder bis kurz vor Münster über die Landstraßen zu fahren. Ich kenne vorher für die gesamte Strecke die Nebenstrecken. Das beruhigt mich das ich die Umgebung kenne und immer weiß wo ich bin. So kann ich jederzeit von der Autobahn runter. Für mich ist halt das größte Problem, dass meine Blase so verspannt ist beim Autofahren, dass ich häufig auf die Toilette muss. Und im Stau geht das natürlich nicht. Daher lege ich mir jetzt immer was vor wenn wir lange Strecken fahren. Das beruhigt mich sehr und so muss ich deutlich weniger die Toilette aufsuchen.
Ich komme mit dieser Strategie ganz gut klar. Trotzdem bin ich vor der Fahrt immer noch ziemlich aufgeregt, aber hält sich seitdem doch etwas im Rahmen.

x 1 #7


K
Danke für eure lieben Worte. Wir bleiben in Deutschland😅 ein Flug oder eine Fahrt ins Ausland bis auf Dänemark und Holland kann ich mir aktuell noch nicht vorstellen. Obwohl ich gerne mal wieder nach Italien fahren würde.
Ich versuche mir auch immer wieder zu sagen, es sind nur 3 Stunden und es ist sicher. Dort wo wir sind ist mein vorübergehendes Zuhause. Man könnte ja auch umziehen, dann müsste ich es ja auch als mein Zuhause akzeptieren.
Es ist auch nur 1 Woche. Was schwer werden wird ist die Nacht. Dann hat man noch mehr Zeit zum grübeln. Ich habe die letzten Tage immer wieder den Verkehr beobachtet um zu schauen wann man am besten fahren kann🙈. Je weniger Stau desto besser.
Im Moment versuche ich nicht zu oft daran zu denken, weil es leider auch meine Migräne verstärkt. Ich nimm auf alle Fälle Baldrian Tabletten mit.

#8


K
Guten Morgen,
nicht, dass mich der Urlaub eh schon stresst, scheint es ja so als wenn wir wieder eine Hitzewelle bekommen. Bei der letzten ging es mir gar nicht gut. Da wo wir hinfahren, ins Gebirge, wird die Luft wahrscheinlich noch mehr stehen. Wir waren sonst immer am Meer und haben dort kühlere und angenehmere Luft gehabt. Zu Hause haben wir wenigstens eine mobile Klimaanlage und Ventilatoren. Dort in dem Ferienhaus ist nichts von denen. Keine Rolläden/Fliegengitter. Ich vertrage ein solches Klima leider auch nicht vom Kreislauf und von der Migräne her. Ich bin dann nur im Haus. Tatsächlich überlege ich gerade ob ich doch zu Hause mit unserem Hund bleibe.

x 1 #9


P
Im Gebirge ist es doch üblicherweise eher kühler und mit viel frischer Brise?
Ich denke, deine Angst versucht dir hier einen "guten Grund" für Vermeidung einzureden zwinkern
Wir fahren morgen in den Urlaub, ca. 6,5h wenn wir ohne Stau und größere Pausen durchkommen. Also wohl eher 8-9 Stunden.
Wir freuen uns alle sehr und ich habe mir viel in Sachen Entspannung, Sport, Familienzeit, Kulinarik und Sehenswürdigkeiten vorgenommen.

Was willst du Schönes bei euch am Urlaubsort machen? Umd wann geht es genau los?

x 1 #10


Phyllis1
Zitat von Kad:

Ich habe das immer im Urlaub aber da ich seit November so unruhig bin, fühlt es sich diesmal schlimmer an. Schlimm ist es besonders abends im Bett, dann würde ich am liebsten fliehen und ins Auto steigen und nach Hause fahren.

Wenn du das Gefühl hast, du hast keine Recourcen und fühlst dich eh überfordert im Alltag mit den Kindern
und im Hinterkopf evtl. eine Arbeitsstelle antreten zu wollen...

Ich habe viele Phasen durch die Agoraphobie, mit leichten Symptomen bis zur Steigerung ,Todesangst, die
über eine Stunde anhielten bei mir. Oder ganz plötzlich auftraten, wie aus heitrem Himmel.

Ich habe viele Jahre damit zu tun und habe auch für mich entschieden, den Mut gehabt, allein zu Hause
zu bleiben, 14 Tage und mein Mann ist mit dem Enkel allein nach Frankreich. Ich muss dazu erwähnen, ich
leide schon viele Jahre über Schwindelsymptome, die machen mir das Leben auch nicht gerade leicht. Das
war auch der Grund für mich zu entscheiden, ich bleibe zu Hause.
2017 habe ich mich getraut bis nach Österreich, zurück zur Ostsee und Nordsee.Und in diesem Jahr 2026 auch
3 Tage in die Schweiz mit dem Wohnmobil und meinem Mann, mehr ging nicht, da fehlte mir die psychische Kraft.
Jetzt im August steht eine Kurzfahrt mit dem Wohnmobil an nach Dresden, das ist mir
wichtig und da will ich durch. Ich habe das für mich jetzt so entschieden, es sind nur 3 Tage,
die ich schaffen werde, ich nehme keine Medis, wenn, dann Rescue-Bachblütentropfen...

x 3 #11


YellowFerrum
Knall die Tür zu und fahre die paar Kilometer ohne Nachdenken. Vor allem: Fahre nicht nach einem bequemen Frühstück um 10.00 Uhr am Sonnabend los, wie es alle machen. Dann stehst du im Stau und der Tag ist verdorben. Fahre viel früher oder ab 15.00 Uhr los. Ich fahre oft lange Strecken und bevorzuge diese Zeiten. Da wird manche Fahrt sogar schön.

x 2 #12


K
Wenn das so einfach wäre. Ich habe ja auch vor kurzem eine Gruppentherapie angefangen, die gefühlt gar nichts gebracht hat. Leider. Meine Angstgedanken lassen sich nicht in den Griff bekommen, obwohl ich versuche meine Angst zu zulassen. Vielleicht ist es auch eine Angst allgemein vor dem Leben. Irgendwie ist mir das alles zuviel vor allem halt auch immer dem Ideal zu entsprechen. Immer so zu tun als wenn alles gut ist. Mein Verstand weiß eigentlich alles nur umsetzen kann ich es einfach nicht. Ich weiß echt nicht, was ich jetzt machen soll.

x 2 #13


Phyllis1
Zitat von Kad:
Immer so zu tun als wenn alles gut ist.

Zeigt dein Mann Verständnis und geht auf dich ein?
Meiner fühlte sich total hilflos und konnte das nicht nachvollziehen.
Einmal hat er zu mir gesagt, ich solle mir einen Tritt in den Hintern
geben, da waren wir 1200 km weit weg, in Frankreich. Ich fühlte
mich total allein gelassen und unverstanden und verletzt.

x 2 #14


P
Für Außenstehende ist es schwer, nachzuvollziehen, warum man nicht so einfach "umdenken" kann.

Letzen Endes ist das aber tatsächlich der einzige Weg da raus: Umdenken lernen. Nicht "ich habe Angst davor und davor und Sorge davor und davor, deshalb bleibe ich lieber hier, wo ich mich mit allem auskenne" hin zu "ich stehe mir selbst im Weg, ich will hier raus, ich kann das. Egal, was kommt, ich schaffe das!".

Ein Weg, ein schwerer, ich weiß, wovon ich spreche.
Aber man kann ihn gehen und das Ziel erreichen.

Eine Therapie, erst recht eine Gruppentherapie hilft da kaum, wenn der Funke nicht überspringt, der einen zum Handeln bringt.
Man wird nicht geheilt durch jemanden oder etwas, man muss sich selber heilen, denn der eigene Kopf ist das Problem.
Da hat (GsD) niemand Zugang außer man selbst.

Aber das muss man erstmal so richtig verstanden haben.
Dann kommt der Punkt wo man denkt "ich versaue mir doch nicht selbst das Leben! Ab jetzt drehe ich den Spieß um!" Und der erste Schritt ist gemacht.

Vermeidung hält dich fest, @Kad, damit zementierst du deinen Status, den du doch gar nicht willst! Es kann sogar passieren, dass dein Radius schrittweise immer kleiner wird, denn du bestätigst deinem Körper mit jeder Vermeidung, dass tatsächlich Gefahr droht und es sicherer ist, die Herausforderung nicht anzunehmen. Vielleicht hast du irgendwann Angst in die nächste Stadt zu fahren, dann kannst du nicht mehr zum Supermarkt 5 Straßen weiter und irgendwann kannst du vielleicht nicht mehr den Müll rausbringen, weil das Unwohlsein so groß ist und du es lieber nicht fühlen willst.

Das steckt hinter den Schicksalen von Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen können, so haben sie sich das selber eingebrockt.

x 6 #15


K
Mein Mann kann damit nicht gut umgehen. Ich mache meistens alles mit mir alleine aus. Oft hatte ich Panikanfälle und keiner hat etwas gemerkt. Einmal im Winter nachts hat er mich zwar in den Arm genommen als ich Panik hatte aber er kann vieles einfach nicht verstehen.

Pauline, ja du hast Recht. Das Problem ist, ich habe diese Ängste schon so lange, dass sie schon zu meinem Leben dazugehören, komplett anders zu denken und zu leben ist verdammt schwer auch wenn ich weiß, dass es der einzige Weg ist. Ich möchte ja auch gerne wieder glücklich und weniger angstfrei sein. Ich glaube ich habe auch mehr Angst vor den Gedanken als vor den körperlichen Symptomen einer Panikattacke. Am schlimmsten sind dann immer diese Fluchtgedanken weg zu wollen und nicht zu können. Ich versuche jetzt man ein Gedankenstopp zu machen

x 1 #16


CosmicPancake
Zitat von Kad:
Mein Mann kann damit nicht gut umgehen. Ich mache meistens alles mit mir alleine aus. Oft hatte ich Panikanfälle und keiner hat etwas gemerkt. ...

Die Angst vor der Angst kann man auch "zweite Angst" nennen. Die erste Angst würde wieder vorbei gehen, aber durch die zweite Angst ("was ist wenn jetzt was schlimmes passiert", "oh nein Gott nicht schon wieder", ...) hält man die Angstreaktion unnötig lange am laufen und fühlt sich noch schlechter, bis es ein Dauerzustand ist. Der Trick ist, die eigentliche Angst passieren zu lassen ohne sie zu bewerten. Das krasse ist, dass das umgehend funktioniert, wenn man sich erstmal traut.

x 1 #17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

K
Ich versuche die Angst zu zu lassen. Es ist manchmal wie gesagt nur nicht so einfach. Heute habe ich versucht nicht so viel daran zu denken. Mit dem Stopp Schild. Morgen will ich es auch so versuchen. Montag geht es dann ja los. Ich sage mir jetzt 3 Stunden ist auch nicht so lang und das Auto gibt mir ein wenig Sicherheit im Sinne ich kann nach Hause fahren wenn ich will bin nicht abhängig vom Flugzeug, Zug oder Bus. Ich weiß aber dass es besonders abends schwer werden wird.

x 1 #18


CosmicPancake
Zitat von Kad:
Ich versuche die Angst zu zu lassen. Es ist manchmal wie gesagt nur nicht so einfach. Heute habe ich versucht nicht so viel daran zu denken. Mit dem ...

Wo fährst du denn hin?

#19


K
Wir fahren ins Hochsauerland. Eigentlich ist es nicht so weit von uns weg. Wir bleiben ja auch in Deutschland. Ich weiß selber nicht, warum, dass so Ängste auslöst. Eigentlich waren 3-4 Stunden immer so unsere Entfernungen. Letztes Jahr waren wir in Dänemark das waren über 4 Stunden Fahrt und dann noch der Elbtunnel🥴.

#20


A


x 4


Pfeil rechts



Youtube Video

Dr. Christina Wiesemann
App im Playstore