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K
Ich bin auch kein Freund von Antidepressiva und Beruhigungsmitteln. Ich glaube aber, dass du an einem Punkt bist, wo sie dir helfen könnten, da du es im Moment schwer schaffst daraus zu kommen, sie könnten dir erst einmal helfen vorwärts zu kommen.

Ich habe letztes Jahr im Winter an einer Winterdepression gelitten und überlege, ob ich dieses Jahr auch etwas nehmen würde, wenn es wieder so schlimm wird. Wenn du stabil bist, könntest du sie ja ggf auch wieder absetzen.

#81


S
Zitat von Puffel1981:
Ich wurde vor einigen Jahren vom Jobcenter aufgefordert, einen Antrag auf EMR zu stellen, der natürlich abgelehnt wurde. 20 Stunden kann ich ja noch irgendwie arbeiten, mit diversen Einschränkungen, die zu berücksichtigen sind.

Du kannst doch aktuell gar nicht arbeiten, du könntest nochmal einen Antrag auf EMR stellen. Die lehnen gerne erstmal ab, da kann man Widerspruch erheben.

#82


A


Agoraphobie und Urlaub

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P
Zitat:
Die Dosis ist wohl zu niedrig? Dann kann da auch nichts helfen.

Ich soll die Dosis alle 2 Wochen um 50mg erhöhen und gucken was passiert. Ich habe Spielraum bis 300mg. Ich soll aber immer nur in 50mg Schritten erhöhen und jede Erhöhung 2 Wichen Zeit geben. Daher dauert das etwas. Ich bin ja gerade mal bei 100 mg.

Zitat:
Die passende Medikation könnte dich aus dem Loch ein Stück herausholen bzw. Therapie fähiger machen. Warum lehnst du Medikamente so ab


Weil das ein generelles Medikamenten Problem bei mir ist. Erstens bin ich der Meinung, dass ich schon genug Medis nehme und denn hatte ich immer sen Anspruch "Das schaffe ich so". Zu dem hab ich meinen Arzt gesagt, er soll Tacheles reden hne kein Blatt vor dem Mund nehmen. Und er meinte, es kann eine lange Reise werden die richtigen Media zu finden. Was Person A hilft, kann Person B ins Verderben führen. Er erzählte mir das er Patienten hat, die wegen bestimmter Antidepressiva so heftige Nebenwirkungen erlebt haben, dass sie sich aus dem Fenster werden wollten. Das ist natürlich eher die Ausnahme wie die Regel aber genau das bleibt bei mir im Kopf hängen, das böse.

Ich habe auch kein Bock Versuchskaninchen zu sein und alle 6 Wochen mal ne neue Tablette zu schlucken. Das alles und meine allgemeine Medikamenten Abneigung ist der Grund. Ich muss ja dazu sagen, ich bin ja schon über mein Schatten gesprungen, und nehne das Opipramol weil es eben als leichtes Medikament zählt aber Erfolg ist bisher wieder überschaubar.

#83


S
Zitat von Puffel1981:
Ich bin ja gerade mal bei 100 mg.

Na, das ist ja immerhin schon eine brauchbare Dosis. Spürst du keinerlei Erleichterung was die Ängste angeht?

Zitat von Puffel1981:
Er erzählte mir das er Patienten hat, die wegen bestimmter Antidepressiva so heftige Nebenwirkungen erlebt haben, dass sie sich aus dem Fenster werden wollten.

So eine Aussage von einem Arzt ist natürlich nicht sehr schlau, da wird ein Nocebo Effekt ja regelrecht antrainiert.

#84


K
Man kann die Medikamente ja auch nur vorübergehend nehmen, wenn man stabil ist, setzt man sie wieder ab.

Was ist sonst dein Plan, wie du aus den Ängsten rauskommst? Oder Tagesklinik oder stationäre Therapie?

#85


P
Mir geht es gerade ganz schlecht. Seit ich vorhin diesen ganzen Text geschrieben habe und hatte ihn ja zweimal geschrieben am heutigen Tag merke ich das in mir irgendwas nicht gutes passiert. Ich bin seit 2 Wochen vor dem Urlaub in diesem Zustand. Ich erlebe ein Ünwirklichkeitsgefühl, ich renne hier rum als wäre ich benebelt, ich fühle bei allem was hier passiert eine Überförderung, ich sollte vorrhin für meine Mutter einen Brief am PC schreiben, ich schaffe es nicht. Ich bin dauerhaft müde ich würde es schon eher als mentale Erschöpfung bezeichnen, ich bekomme langsam Angst davor weil es nicht mehr weggeht. Im Moment kommen die gleichen Gefühle hoch wie im Urlaub, Puls war eben bei 100 ich habe keinen Appetit mehr ich habe das Gefühl ich drehe hier durch.

Es ist ein Mischung aus Panik und Depression. Ganz widerlich. Ich merke das die Gespräche mich gerade völlig überfordern.

Ich habe gegen alles was man sich vorstellen kann Tabletten hier aber was macht man denn in wo einer ängstlichen Depressionsphase? Beruhigungsmittel?

#86


K
Mir hat letztes Jahr, wo es mir nicht gut ging, PMR und Meditation geholfen, das versuche ich auch jetzt noch regelmäßig zu machen. Wenn du es regelmäßig machst, beruhigt sich auch dein Nervenkostüm

#87


K
Hier im Urlaub komme ich nicht dazu und ich merke sofort, dass ich auch unruhiger werde. Normalerweise schlafe ich um diese Uhrzeit schon längst

#88


S
Zitat von Puffel1981:
Im Moment kommen die gleichen Gefühle hoch wie im Urlaub, Puls war eben bei 100 ich habe keinen Appetit mehr ich habe das Gefühl ich drehe hier durch.

Wenn es so schlimm ist, geh gleich morgen früh zum Arzt und lass dich dort beraten. Ja du könntest z.B. ein Beruhigungsmittel nehmen, dann wäre der Spuk erst mal recht schnell vorbei. Vielleicht musst du auch mal eine Weile stationär. Wir können dir hier ja auch nicht wirklich helfen, nur Tipps geben, handeln musst du.

#89


P
Ich bin aber nicht mehr im Urlaub das ist ja das Problem. Ich habe gehofft, dass nach dem Abbruch des Urlaubs, es wieder halbwegs normal wird und mein Nervensystem sich wieder beruhigt aber irgendwie ist das nicht der Fall.

Und denn kommt kommt wieder das Gefühl hoch was wohl jeder kennt, vielleicht ist das doch nicht alles psychisch. Sondern deine geistige Abwesenheit, die Derealisation und dieser Tunnelblick kommt von der HWS oder du hast ne Durchblutungsstörung im Gehirn oder der Halsschlagader. Das Problem ist, dass ich ja auf alles reagiere, die Leute mit denen ich jeden Tag kommuniziere sagen mir, dass ich wie immer bin. Zwar nicht mehr ganz so fröhlich und etwas betrübt aber ich reagiere auf alles angemessen. Für mich fühlt aich das an als hätte ich nen Schlaganfall.

Ja PMR und Mediation da muss uch unbedingt auch dran. Das habe ich alles total vernachlässigt dir letzten Monate aber das ist eben was ich sagte, an der Umsetzung des ganzen scheitert es immer.

#90


S
Zitat von Puffel1981:
Für mich fühlt aich das an als hätte ich nen Schlaganfall.

Dann lass es abklären.

Zitat von Puffel1981:
Ich bin aber nicht mehr im Urlaub das ist ja das Problem. Ich habe gehofft, dass nach dem Abbruch des Urlaubs, es wieder halbwegs normal wird und mein Nervensystem sich wieder beruhigt aber irgendwie ist das nicht der Fall.

Ich glaube eher, dass dir durch diesen Urlaub nochmal sehr bewusst geworden ist, in welcher Situation du schon lange festsitzt und das da dringender Handlungsbedarf besteht.
Kannst du dich mit deiner Frau darüber austauschen?

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P
Zitat:
Wenn es so schlimm ist, geh gleich morgen früh zum Arzt und lass dich dort beraten. Ja du könntest z.B. ein Beruhigungsmittel nehmen, dann wäre der Spuk erst mal recht schnell vorbei. Vielleicht musst du auch mal eine Weile stationär. Wir können dir hier ja auch nicht wirklich helfen, nur Tipps geben, handeln musst du.


Vielen Dank erstmal für eure Hilfe. Ich bin jetzt wieder etwas runtergekommen, dass sind gefühlt immer totale Anfälle so kommt es mir vor. Mein Psychiatein ist Gott sei Dank morgen wieder aus dem Urlaub zurück.

Ich hab noch ne Frage. Ich habe am 12.08. den Termin fur die psychosomatische Tagesklinik. Wenn es mir kut schlecht geht kann ich dich jederzeit mich einweisen lassen nicht wa? Ist das denn "nur" ne akut Behabdlung bis es einigermaßen besser geht also so ähnlich wie in der Notaufnahme und machen die denn auch Therapien und Medis etc.?

Zitat:
Ich glaube eher, dass dir durch diesen Urlaub nochmal sehr bewusst geworden ist, in welcher Situation du schon lange festsitzt und das da dringender Handlungsbedarf besteht.

Kannst du dich mit deiner Frau darüber austauschen?

Ich rede mit jedem darüber. Also wenn man mir eines nicht Vorwerfen kann, denn das ich nicht offensiv mit der Krankheit umgehe. Alle meine Freunde, meine Familie, meine Frau, ich habe wirklich dutzende Gesprächspartner und ich gehe ganz transparent und offen damit um. Ich teile auch meine Gefühle, Emotionen und Befürchtungen und tausche mich aus. Aber das reden alleine bringt irgendwie nichts.

#92


blue1979
Ist es heute dann die dritte Nacht wo du kaum oder nicht geschlafen hast? Das trägt natürlich nicht zur Entspannung bei und ich würde morgen beim Hausarzt nachfragen was du nun als bedarf nehmen kannst. Kannst du tagsüber schlaf nachholen?

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S
Zitat von Puffel1981:
Wenn es mir kut schlecht geht kann ich dich jederzeit mich einweisen lassen nicht wa? Ist das denn "nur" ne akut Behabdlung bis es einigermaßen besser geht also so ähnlich wie in der Notaufnahme und machen die denn auch Therapien und Medis etc.?

Ja du kannst dich jederzeit notfallmäßig einweisen lassen. Ich denke, die machen akut vor allem Medis und ein wenig Beschäftigungs- und Ablenkungsprogramm. Versuche es doch erstmal mit deinem niedergelassenen Doc.

x 1 #94


P
Zitat:
Ist es heute dann die dritte Nacht wo du kaum oder nicht geschlafen hast? Das trägt natürlich nicht zur Entspannung bei und ich würde morgen beim Hausarzt nachfragen was du nun als bedarf nehmen kannst. Kannst du tagsüber schlaf nachholen?


Der Rhythmus ist ganz merkwürdig. Manchmal schlafe ich 2 Tage nicht und den 3 Tag denn bis 15 Uhr. Denn folgen wieder Tage an denenich nicht oder nur stundenweise schlafe. Aber ich glaube, dass Schlafen ist ein Problem der fehlenden Auslastung. Ich mache ja nichts mehr. Ich stehe am Fenster und trinke literweise Kaffee, keine Bewegung, keine Auslastung nichts. Von was soll der Körper auch müde sein. Ich glaube ich habe so viele Baustellen, regelmäßigen Tagesablauf wieder, weniger Kaffee, mehr viel mehr Bewegung, Achsamkeit, Hobbysuche, Plan erstellen regelmäßig wieder rauszugehen und das Potential zu steigern, vielleicht brauch ich auch erstmal etwas antriebssteigerndes damit das alles erstmal wieder möglich ist.

Ich glaube, dass wie vorhin schon geschrieben, die ganze Situation mit dem Urlaub eigentlich nur das I-Tüpfelchen war und ich merke in welcher Schei... ich die ganze Zeit schon stecke. Ich sage euch auch ganz ehrlich, der Leidensdruck war schon da aber irgendwie habe ich es mir in den letzten Monaten damit arrangiert und akzeptiert. Meine Familie, mein Sohn und meine Frau tun alles für mich und ich bin unendlich dankbar, aber selbstkritisch betrachtet ist die Grenze zwischen fördern und fordern halt ganz eng und vielleicht habe ich zu wenig getan um an meiner Situation was zu ändern.

x 4 #95


Kruemel_68
Zitat von Puffel1981:
Der Rhythmus ist ganz merkwürdig. Manchmal schlafe ich 2 Tage nicht und den 3 Tag denn bis 15 Uhr. Denn folgen wieder Tage an denenich nicht oder nur stundenweise schlafe. Aber ich glaube, dass Schlafen ist ein Problem der fehlenden Auslastung. Ich mache ja nichts mehr. Ich stehe am Fenster und trinke literweise ...

Mit dieser Erkenntnis bist Du jetzt erst mal ein gutes Stück weitergekommen - sehr gut und wichtig!

Zu Deiner Frage mit der Akuteinweisung: theoretisch besteht natürlich die Möglichkeit, aber auch die Kliniken müssen mittlerweile priorisieren, weil sie überrannt werden. Die Klinik wird bei dem Gespräch einschätzen, wie dringend es ist. Wenn sie es als dringend priorisieren und gerade einen Platz frei haben, könntest Du theoretisch sofort aufgenommen werden. Realistisch gesehen glaube ich da aber nicht dran. Ich denke, Du wirst auf eine Liste kommen und dann Bescheid bekommen, wenn ein Platz frei wird.


Zitat von Puffel1981:
Ich mache ja nichts mehr. Ich stehe am Fenster und trinke literweise Kaffee, keine Bewegung, keine Auslastung nichts. Von was soll der Körper auch müde sein. Ich glaube ich habe so viele Baustellen, regelmäßigen Tagesablauf wieder, weniger Kaffee, mehr viel mehr Bewegung, Achsamkeit, Hobbysuche, Plan erstellen regelmäßig wieder rauszugehen und das Potential zu steigern, vielleicht brauch ich auch erstmal etwas antriebssteigerndes damit das alles erstmal wieder möglich ist.

Genau dafür wäre tatsächlich ein Klinikaufenthalt sehr sinnvoll. Du brauchst erst einmal eine Basis, um die dahinterliegenden Probleme bearbeiten zu kommen. Da komme ich gleich nochmal drauf zurück. Aber - und das muss Dir bewusst sein - die Klinik wird das gleiche in Dir auslösen, wie der Urlaub oder ein Einkauf. Es wird hammerhart für Dich, dort hin zu fahren und auch zu bleiben.

Und genau deshalb, würde ich JETZT anfangen, zu üben. Du hast Zeit, sonst nix zu tun und willst da raus - deshalb gibt es jetzt absolut keine Ausrede mehr.

Geh soweit aus dem Haus, bis Du merkst, Du würdest am liebsten wieder zurückgehen. Genau da bleibst Du stehen und wartest so lange, bis sich die Angst wieder gelegt hat. Das kann durchaus 10, 20 oder 30 Minuten dauern. Dann gehst Du zurück. Und das machst Du mehrfach am Tag, so lange, bis Du problemlos zu diesem Punkt gehen kannst. Dann gehst Du ein Stückchen weiter. Und das gleiche wieder.

Ja, das ist mühsam, anstrengend und doof. Es geht aber nicht anders. Du musst das unbedingt angehen. Es könnte ja auch immer mal ein medizinischer Notfall auftreten, oder Zahnschmerzen, oder, oder oder.

Du bekommst gleich noch eine weitere Antwort von mir, wo ich mal ein bisschen was zu den Hintergründen einer Angststörung schreibe.

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Kruemel_68
@Puffel1981
Zitat von Puffel1981:
Man weiß nicht, was der Grund meiner Ängste ist. Das heißt, ich hatte eine superschöne Kindheit, ich bin das älteste Kind, habe noch zwei jüngere Geschwister,
super Verhältnis mit meinen Eltern, keinerlei Konflikte oder besondere Ereignisse, die das rechtfertigen könnten.

Genau das hätte ich vor 5 Jahren auch gesagt. Das ist de facto auch so. Trotzdem liegen die Ursachen für solche hartnäckigen Angststörungen in der Kindheit.

Zitat von Puffel1981:
Ich weiß heute, dass meine Mutter sehr behütet und vorsichtig mit mir umgegangen ist. Ich war das erste Kind, sie war mit 17 Jahren sehr jung, und alle wollten nur das Beste für mich. Sie wollte jeglichen Stress und Böses von mir fernhalten, Kategorie Käseglocke. Da könnte ein Ansatz zu finden sein.

Das ist auf jeden Fall eine ungünstige Komponente, die da mit reinspielt.

Zitat von Puffel1981:
Ansonsten ist es eine Mischung aus Genen, antrainierten falschen Verhaltensweisen und Denkmustern und vor allem Dauerstress gewesen, der das ausgelöst oder begünstigt hat

Gene - nein. Epigenetik - ja. Antrainierte Verhaltensweisen und Denkmuster - absolut.

Ich schildere Dir jetzt mal meine Sicht der Dinge auf die Ängste, so wie es sich beim mir verhält: In der Regel lieben Eltern ihre Kinder und sie wollen nur das Beste für sie. Aber auch sie bringen halt ihre Geschichte und nicht verarbeitete Glaubenssätze mit. Das, was auf ein Kind negativ wirkt, sind nicht einzelne Ereignisse oder bestimmte Begebenheiten. Es ist die ganze Atmosphäre, in der das Kind aufwächst und die es förmlich in sich aufsaugt. Logischerweise kann es das aber nicht rational beurteilen wie ein Erwachsener, sondern sich Dinge nur aus seiner (unlogischen) Kindersicht erklären. Viele Dinge bezieht es auf sich (Schuld) und sucht mit seinen Mitteln und Möglichkeiten einen Ausweg. Daraus bilden sich Glaubenssätze, die auch im Erwachsenenleben noch aktiv sind weil wir sie in der Regel nicht anpassen. D.h. wir leben ein Erwachsenenleben, bewerten aber noch durch die Kinderbrille.

Mal ein Beispiel von mir: mein Vater hat mich wirklich sehr geliebt. Mein Verstand weiß das. Aber er strafte mit Liebesentzug. Wenn ich eine "Verfehlung" begangen hatte, sprach er manchmal tagelang nicht mehr mit mir. Ich war ein unglaublich sensibles und ängstliches Kind und für mich waren diese Situationen sehr bedrohlich und schrecklich. Ich passte also mein Verhalten an, dass ich immer lieb und brav war, nie Wiederworte gab, meine Meinung für mich behielt und besonders Wut und Aggression nicht zuließ. Dieses Verhalten lebte ich auch Erwachsene - was auch erst mal geht. Aber irgendwann meldet sich die Seele, weil ich alles schluckte, alles wegdrückte, immer ja sagte, mich nie abgrenzte. Und da die Seele nicht reden kann, kommuniziert sie mit uns über körperliche Symptome und Ängste. Ja, ich hatte auch eine großartige Kindheit. Ich wurde nie geschlagen. Aber das, was der Liebesentzug bei mir angerichtet hat, war viel, viel schlimmer und verheerender bei mir als gelegentlich Mal eine Backpfeife (was jetzt natürlich kein Aufruf sein soll, Kinder zu schlagen!). Bei Dir wird das zu einem großen Teil die Glasglocke und das Verhalten Deiner Mutter gewesen sein, gegen das Du jetzt kämpfst.

Vielleicht bekommst Du jetzt mal den Hauch einer Idee, wo die Ursachen für solche Erkrankungen liegen können. Und diese Hintergründe kannst Du in keiner Klinik und keiner Verhaltenstherapie aufdecken. Das braucht unglaublich viel Zeit, Mut und Ehrlichkeit mit sich selbst. Ich bin diesen Weg gegangen und ich kann nur sagen - je mehr Glaubenssätze ich bei mir aufgelöst habe, desto weniger Ängste hatte ich und die körperlichen Symptome gingen mehr und mehr zurück.

Und - ganz wichtig - es geht hier nicht um Schuld oder Schuldzuweisen, sondern darum es erst einmal zu verstehen und zu akzeptieren.

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K
Kurzes Update zu mir ich bin wieder zu Hause und sogar ohne Staus😅. Ich bin stolz, dass ich es geschafft habe auch wenn ich sehr viele Auf und Abs hatte. Es war schon sehr anstrengend aber ich bin nicht davor weggelaufen und habe mich der Angst gestellt. Ich glaube aber dass 3 Stunden Fahrt für mich im Moment erst einmal reichen.

Ich habe es trotz allem noch nicht so geschafft die Angst anzunehmen. Es muss ich noch viel an mir arbeiten. Ich lenke mich noch zu sehr ab. Ich werde jetzt etwas Kraft tanken und den Infekt auskurieren 🍀 danke für eure lieben netten Worte!

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blue1979

P
Hallo und Danke für deine Antwort. Ich habe mich Jahre mit dieser einer Frage beschäftigt: Warum? Und ich finde keine " wirklich akzeptable" Antwort. Zum Thema aufarbeiten: ich glaube, ich gehe mit meiner Krankheit sehr offen und transparent um. Ich glaube sogar (zumindestens sagen mir das andere) vielleicht zu viel und zu oft. Ich beschäftige mich den ganzen Tag damit. Ich habe seit Jahren Gespräche mit meiner Mutter und meinen Vater darüber, und sie helfen wo sie können und beantworten mir alle Fragen ganz offen. Ich finde aber nichts in meiner Kindheit was das wirklich beantworten kann. Ich habe aber eine Vermutung:

Meine Mutter erzählte mir von einer Situation damals in der DDR als ich 3 oder 4 Jahre alt, da wies die Kita meine Mutter darauf hin, dass ich nur schwarze Bilder male und wenn sie mich abgibt in der Kita ich die ganzen Kleiderhaken von den Wänden reiße. Man solle das doch mal prüfen lassen. Daraufhin machte sie einen Termin bei einen Psychologen. Bei diesen Psychologen war ich ein ganz normales Kind und habe mir sofort die Trommel aus dem Schrank geholt und losgetrommelt. Meine Mutter sagte denn zu mir "Daniel bitte nicht so laut, sonst verstehe ich den Mann nicht" daraufhin sagte der Psychiater das das OK ist und ich weiter trommeln darf.

Nach dem Gespräch sagte der Psychologe zu meiner Mutter jetzt überspitzt dargestellt: Das Kind ist völlig normal aber sie haben ne Macke".

Er meinte damit, dass Verhalten meiner Mutter mich bei jeder Situation beschützen zu müssen, mich vor Gefahren bewahren und mir jeden Tag unendlich liebe zukommen zu lassen. Meine Mutter sieht das heute auch ein und sagte zu mir, vielleicht hätte ich dich mehr loslassen müssen aber ich war jung (17) und du mein erstes Kind, ich war halt Mutter. Ehrlich gesagt, kann ich ihr keinen Vorwurf machen weil ich als Vater noch viel schlimmer war und noch immer bin.

Was ich aus der Geschichte aber ziehe und das merke ich heute und die letzten Jahre immer mehr, sind Verlustängste. Ich denke auch die Geschichte im Kindergarten hat mit Verlustängsten zu tun. Mein Vater war auch Volksarmee und die ersten Jahre immer nich Wochenende zu Hause und ist wieder gefahren. Vielleicht kommt das auch noch mit dazu.

Ich habe noch 2 Geschwister, einen jüngeren Bruder und eine noch jüngere Schwester. Die haben garnichts davon. Mein Bruder ist auch etwas ängstlich gerade was Krankheiten anbelangt aber ansonsten haben die keinerlei Ängste.

Mein Mutter war zum 4 mal Schwanger und das Kind kam auf die Welt mit einer schweren Lungenentzündung und ist kurz nach der Geburt gestorben. Ich habe das damals mitbekommen, ich war un die 10 Jahre alt. Ich weiß noch wie ich geweint habe. Meine Geschwister können sich heute daran nicht mehr erinnern sie waren zu klein. Aber auch hier die Erkenntnis das es Verluste gibt auf diesen Planeten.

Ich liege gerade in meiner Zeit der generalisierten Angststörung wach im Bett und es kreisen die Gedanken über alles und jenes. Dabei kommen immer wieder Gedanken über den Tod. Aber keine suizidalen Gedanken sondern was ist wenn alle sterben und ich alleine bin? Was ist wenn morgen jemand einen Unfall hat? Wenn ich tot bin denn komme ich nie nie nie nie wieder auf diesen Planeten. Niemals mehr das war es. Es laufen mir bei diesen Gedankengängen ein Schauer über den Rücken und es ist so ein ekliges Gefühl das ich sofort versuche an etwas anderes zu denken.

Was ich damit sagen will, ich glaube eines oder sogar das Hauptproblem sine Verlustängste. Die haben das Grundgerüst geschaffen. Und dann kam in meiner Ausbildungszeit dieser allegmeine monatelange Stress dazu. Denn lernte ich in falschen Denkmustern damit umzugehen, konditionierte mein Gehirn falsch und die Welt wurde jedes Jahr etwas schrecklicher und dunkler.

Es steht übrigens vin mir und meinen Psychiater auch ADHS im Raum aber es fibt niemanden der das diagnostizieren will alles nur Privat .

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Dr. Christina Wiesemann
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